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Gesammelte Gedichte 2004-2021 | Das komplette lyrische Spätwerk versammelt in einem Band

1

38,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.11.2024

Herausgeber

Marcel Beyer

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

560

Maße (L/B/H)

21,9/14,8/3,7 cm

Gewicht

656 g

Farbe

Schwarz / Silbergrau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43207-5

Beschreibung

Rezension

»Bilder ganz aus Sprache leuchten in diesen Texten auf ...« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Faszinierend sind Lyrik und Prosa dieser Jahrhundertdichterin ...« ("Der Tagesspiegel")
»... eine poetische Offenbarung.« ("WELT AM SONNTAG")
»... dieses Buch! Von ihm gilt, was nur für ganz, ganz wenige Bücher gilt: Die Welt ist mit ihm definitv eine bessere. Schön, dass es so etwas (vielleicht ein letztes Mal) noch gab.« ("Münchner Feuilleton")
»Es ist Musik, die dieser Poesie von Beginn an innewohnt.« ("Rheinische Post")
»Es sind, man muss es einmal so sagen, einfach sehr coole Texte, die Friederike Mayröcker hinterlassen hat.« ("WDR")
»An diesem soeben erschienenen Band kann man ... die besondere Gattung gut studieren, die Friederike Mayröcker ersonnen hat, in der Prosa, Lyrik und poetologische Reflexion verschmelzen.« ("ORF")
»Der Band zählt zum Kern des alle Dimensionen sprengenden Werks Mayröckers, mit dem sie in unvergleichlichem Furor gegen den Tod anschrieb - ein faszinierendes poetisches Universum.« ("ekz.bibliotheksservice")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.11.2024

Herausgeber

Marcel Beyer

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

560

Maße (L/B/H)

21,9/14,8/3,7 cm

Gewicht

656 g

Farbe

Schwarz / Silbergrau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43207-5

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • MaWiOr

    aus Halle

    5/5

    16.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die österreichische Dichterin…

    Die österreichische Dichterin Friederike Mayröcker, am 20. Dezember 1924 in Wien geboren, hat von jeher in ihrer Poesie auf die Zusammenhänge von Zeit, Ort und Kausalität verzichtet. Ihre Gedichte sind virtuose Montagen von Dialogen, Assoziationen, Reflexionen, Erinnerungsfragmenten, Zitaten und Wortneuschöpfungen, womit immer wieder neue Bezüge hergestellt werden. Hauptthemen sind die Magie der Sprache und die Bildende Kunst. Friederike Mayröcker war 46 Jahre lang die Lebensgefährtin von Ernst Jandl. Sie waren "das Paar" der dichterischen Avantgarde, beide auf unverwechselbare Weise genial. Sie beeinflussten einander und gingen trotzdem jeder seinen eigenen Weg. Obwohl Mayröcker sehr zurückgezogen lebte, hat sie das Draußen stets in ihre Gedichte aufgenommen. Zum ihrem 80. Geburtstag hatte der Suhrkamp Verlag 2004 mit dem Band „Gesammelte Gedichte“ alle Gedichte aus den 65 zurückliegenden Jahren herausgegeben. Danach hatte sich die Schriftstellerin, die 2021 verstarb, entschlossen, „in eine ganz neue Richtung aufzubrechen“. Das Ergebnis waren vor allem Prosagedichte, die danach in einigen Lyrikbänden erschienenen und die jetzt zum 100. Geburtstag in dem Band „Gesammelte Gedichte 2004-2021“ noch einmal als Würdigung herausgegeben wurden. Daneben wurden verstreut veröffentliche und unveröffentlichte Gedichte und Proëme aufgenommen, die teilweise in ihrem Nachlass aufgefunden wurden. "Man weiß nicht, wohin man kommt - man lässt sich tagtäglich neu überraschen", hat Friederike Mayröcker ihr dichterisches Credo einmal beschrieben. Es ist die immer erneute Suche nach einer Zeile, die sie vorantreibt. „Wenn ich ein, zwei Tage nicht schreiben kann, bin ich verzweifelt.“ Eines der Wunder von Mayröckers Poesie liegt in der Kunst, der Sprache Verblüffendes zu entlocken, was beim Leser immer wieder Erstaunen hervorruft. Bei allem, was Friederike Mayröcker schrieb, war sie stets eine Grenzgängerin zwischen den literarischen Genres, vom Surrealismus über die experimentelle Poesie bis zur typischen Mayröcker-Textmontage. Im Laufe der Schaffensperioden haben sich so unterschiedliche Ausdrucksformen entwickelt. Ein Register im Anhang der Neuerscheinung ermöglicht die Einordnung der Texte in ihren ursprünglichen Publikationszusammenhang. Ein editorisches Nachwort des Herausgebers und Dichterkollegen Marcel Beyer rundet den wirklich gelungenen Sammelband ab.

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  • dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif

    und Pflanzen rasen jauchzend in Juni Garben

    ganz verknallt

    für Marcel Beyer

    Land der offenen Ferne

    allzu Fuchsien

    dann, dort, das Seelchen unbeschuht,

    [in unserer Gasse der Fleischerladen]

    Wissenschaft und Nächstenliebe

    Maria Gruber, Glasarbeit (»der Kehlenschnitt«)

    Tochter der Natur

    für mein Milchkind, oder bin traurig kann hier nicht länger

    bleiben

    [erschrecke zuweilen dasz der zu dem ich spreche]

    [Heirat durch Geflüster Ende Oktober]

    die Augen (AUEN), Zahngüsse etwa Auguren

    Marquise hündischer Segen

    Radio Grammophon

    [da bist du hin gegangen da bist du hin geflogen]

    die Körperwelle, sonntags

    Nach/holungen eines Gedichtes von Ernst Jandl

    Fleisch des Gedichts

    [1 Bleistift Stummel zwischen seinen Fingern]

    das Blau des Himmels, Bataille

    für Maria Gruber [nein nicht rotes Haar]

    [gegabelte Blitze, Dylan Thomas]

    tatoo

    Besuch bei Edith S., oder internet

    [1 welkes Blatt im Flur 1 scheckiger]

    eiskaltes Bouquet

    Repetition EJ

    für Valérie B.

    [damals als ich mit ihm nach Dornbach mit der Elektrischen]

    über das Hügelland, für Ernst Jandl

    [Amaryllis Auge weit aufgerissen]

    Halde mit Rosen

    »ich bin in Trauer tiefer als du denkst« (Dusan Kovacivics)

    [des Sommers Fahnen]

    Nord Ischl, unterquellenhaft,

    »Materie in Form einer Achselhöhle«, Antoni Tàpies

    [wie man ein Telefongespräch endet]

    des Winters Rosen,

    mit Hortensienblüten, für Maria Gruber

    [meine Mutter Mandelblüte]

    [in einem Bouquet am Nebentisch]

    »Frühstück im Ohr« von Maria Lassnig

    [unverwüstet der Sommer noch immer die grünen]

    an Wolfgang Bauer

    [dieses blonde Licht in Zöpfen]

    [blaszgelber Horizont – es beginnt immer mit einem Spähen]

    Fragmente von.

    [der Klatschmohn nämlich Mohnblumen Morgen]

    Arkadien

    [ob diese Liebe wie Aprikose (April)]

    Amalia an Adalbert (Stifter)

    [das himmlische Jerusalem im Morgendunst]

    [Milch der Frühe (Celan?) schon Flocken?]

    [jetzt ist er plötzlich ganz verstummt der Himmel]

    [im Morgen Nebel Niesel Regen]

    nach Amerika

    Gang mit B.

    an EJ im Tonfall von BB

    Lied ohne Worte [wie Marcel sagte, kl.Hundegeschmack]

    Melancholia

    Gala

    für EJ oder das durstige Bett

    im Palmenzimmer meiner Ärztin

    [der weisze Flockenwirbel : Knospe des Fensters vis à vis]

    [wenn flitzen die roten Blumen]

    zu Maria Grubers Deckblatt (Kalendarium)

    [die roten Kleckse im grünen Blattwerk]

    [das violette Bild die Kuhschellen Gieszkanne]

    haiku

    [im Fenster der kl.Schwan die geknickte Gardine]

    zu Maria Grubers »Bäume in Rosenrot«

    [das himmlische Kind der blutende Finger]

    [ich weine weil die Sonne scheint]

    [damals, in getrennten Hotelzimmern, auf dem Korridor,]

    [im offenen Fenster, vermutlich zum Trocknen]

    [im halben Fenster die schäumende Blume 1 Rudel Texte]

    [die grünen Buschen im Fenster die Schatten des Mondes]

    [meine Pilgerschaft meine Paloma]

    Briefkomet an Angelika Kaufmann

    zu Maria Grubers »verlassene Häuser«, Aquarell 36 × 48 cm

    für Georg Kierdorf-Traut [als ich den Flur betrat]

    für Maria Gruber zum 60.Geburtstag

    Paul Gerhardt, geistliches Lied

    [solange ich die Augen geschlossen halte]

    [aus grünbemalter Quelle ein Glyzinien Flor]

    [dieser Nachsommer der mich mit seinen grünen Armen]

    im Gedenken an Oskar Pastior

    für Georg Kierdorf-Traut zum 75.Geburtstag

    im Orangen Gestirn die schwangere Flora

    [habe ich lange genug geherzt dieses Gedicht]

    E.J. [wollt ihr die alten Fische mitnehmen]

    eine Heimatgeduld, oder was

    Bettchen Locke, von feurigen Stimmen befallen

    all deine kl.Schultern, die jüngsten Träume

    [Hyazinthus : des Todes Tatze]

    Gruszwort, geflüstert, für Angelika Kaufmann

    [damals in diesen Sommern schwebend über den Gärten]

    das recycling der Jahreszeiten

    [rebus, die Nägel in Fransen]

    wie die Immen die Zerreiszprobe keusch zu sein oder ach du mein

    Nacht Kehlchen

    an Valérie

    heillose Welt

    an Laura nämlich das zitternde Kind im Steckkissen

    »love me love my umbrella«, James Joyce : für eine Familie

    [die Kriegsjahre : Sirup]

    [dann fällt mir das Wort Aaronstab ein]

    Fasanenschreie und dunkle Rosen oder mehrere Schaufeln Erde,

    darunter im Aschengrab was 1 mal 1 Mensch war

    Infantin des Winters

    [der Waldesschatten (damals) zerrte]

    »Apfelhäutchen«, Durs Grünbein / illuminiert von den Schaafen

    mit Scardanelli

    [und saszen auf der Bank inmitten Tannen und Gebüschen]

    ekstatischer Morgen, für Linde Waber

    [Velázques diese Schaafe, der offizielle Ozean]

    aus einem Skizzenbuch, für Anton Watzl

    [dieser Leiterwagen dieses Schluchzen diese 70 Jahre danach]

    auf dem Cobenzl

    [während du dieses sprichst sagt Elke Erb sehe ich Lametta]

    1 Holzschnitt mir ans Herz geschnitzt (»Kakanien«) von Anton

    Watzl

    an EJ [er lädt mich zum Essen]

    gegaukeltes Gebrauchsgedicht von den Geist Zungen für Christel

    und Matthias Fallenstein ins Gästebuch geschrieben : virtuelles

    Lobgedicht auf 1 Gastgeberpaar, empfangen gestern 14.Juni

    2008

    Bad Ischl, vergangener Sommer

    1 paar Atemzüge für Klaus Schöning, dankend für die gemeinsamen

    Stunden im Zeichen der Poesie vom 12.-20.6.2008 (verhüllte den

    Kai . .)

    mein Tod mein Tyrannchen meine Lebensglut ohne Ende

    [ins Gamben Grab den nassen (nackten) Körper]

    ach selbst im hohen Alter möchte man sich die Welt noch erklären

    lassen, 1 Begegnung mit Franz Josef Czernin

    Pötzleinsdorfer Schloszpark mit Reh fotografiert von Julian

    Schutting vielleicht auch Fresko

    an 1 Blutsverwandte

    [Quellen Türkei, als ich erwachte]

    oh Phantasus, mit Kornrade, zerbrochenen Blüthen

    die Leinwände Maiglöckchen 2008

    1 brillanter Narr wie ich, Francis Bacon

    [sei du bei mir in meiner Sprache Tollheit]

    [als die Pfingstrosen in dem fremden Garten]

    der Kuckuck am Morgen der Heimreise

    [zum schallenden Ufer der Schmerz ist die Welt]

    [leg mir nur 1 Blume auf das frische Grab]

    Landessprache

    Tiergarten Berlin, ca. ’71. Für Ernst Jandl

    halluzinierende Verwandtschaft, oder »schlafen träumen« nach

    einem 1-Personenstück von Samuel Beckett,

    Elegie auf Jorie Graham

    necklacing my consciousness, für Benjamin Fallenstein weil

    verschwistert mit der engl.Sprache zum 26.Geburtstag am

    8.9.08

    [so gehen wir hin, sage ich zu Fredy K.]

    [ja auf dem Heimweg die Amsel das Amselpaar]

    77, oder wollen Sie mit mir über Tränen sprechen, Jacques

    Derrida

    Versilbung, -silberung eines Morgens während im Nebenraum John

    Dowlands Verbalisierung des Himmels

    Von den Umarmungen

    vom Umschlingen der Sperlingswand mitten im Epheu

    über das Küssen

    von den Umarmungen

    vom Küssen der Zunge, im Sinne von Sprache

    vom Küssen der Drossel im Mai

    vom Küssen der Achselhöhle

    vom Herzen und Küssen des Alpenlichts

    vom Küssen des Scheitels

    vom grenzenlosen Küssen der Lider

    vom Behauchen eines Schmetterlings

    vom Küssen der Buschwindröschen mitten im Winter

    vom Umarmen der armen Seelen

    vom Küssen der Jungfrau im Schnee im Rosengebüsch, nach Martin

    Schongauers »La Vierge au buisson de roses« 1473 Detail

    vom Küssen der Füsze der Braut

    vom Küssen vom Schmecken vom Lecken der Staubzucht des Man

    Ray : vom Küssen vom Schmecken vom Lecken der Schreibzucht

    des Peter Huchel

    vom Wachküssen eines Ästchens im Februar

    vom Umarmen eines Aloe-, Lorbeerbäumchens im Therapiezimmer

    meiner Physiotherapeutin

    vom Wachküssen einer Dornröschenliebe

    vom Umarmen des Komponisten auf dem offenen Soffa

    vom Küssen der Handinnenflächen im Vorfrühling

    vom Küssen einer Haarsträhne zwischen den Lippen

    zu Gabriele Quasebarths Gemälde »Traurige Tropen« (’83/’84)

    1 ungelebte Studie, oder Exzellenz

    das in die Ohren hineinfeuern / Tinnitus, zu 1 Gedichtzeile von

    Ernst Jandl

    es.

    [………. sauset (beim Erwachen)]

    für Edith S. [im Blitz zwischen München und Wien]

    o.T. (»Leiter«)

    zum 10.Todestag von Ernst Jandl

    von der Schwermut des Alfred K., von den niederhängenden

    Zweigen des Schicksals

    [ich stand an der Brüstung oder einem hohen Fenster]

    zu Maria Grubers Aquarell »Burgund« (1998)

    Notiz zu Maria Gruber’s Aquarell »mein Kraftfeld Ravel« (1999)

    ach mit Wachs oder Gedicht zum Ende des Jahres 2010, für E.S.

    o.T. [fällt aus den Augen der Schlaf]

    etwa A.K. zuliebe (16.2.011)

    dem schlangenköpfigen Abyssus zuliebe. Zu Simone Kappeler’s

    Weisze Pfauen, 8. 4. 2010 unter Einbeziehung des Einsamkeits Bilds

    von Zwei Esel, Hochwinter, 24. 2. 2003

    das serielle Prinzip des Man Ray unter Tränen

    Supplement am 19.2.2011

    [ihre Brüste = « vu! »]

    [Federchen (Hosenlatz) hebt sich]

    vom Rauschen des Äthers vom Lauschen einer geliebten Stimme

    (M.K.) …. versuche mich nicht ohne Not etc.

    Übung mit H.v.K.

    Quellchen und tiefe Grotte Schönbrunn. Zu Arbeiten von Gerda

    Haller

    [im Totenreich]