»Ich bin Mario Castelucci, Ihr Sohn. Ich würde Sie gern kennenlernen. Meine Mutter ist tot.« Mario, Abiturient an einem Internat, hat soeben seine gewaltsam zu Tode gekommene Mutter identifiziert und entdeckt auf ihrem Telefon die Adresse seines leiblichen Vaters. Seine Mutter hatte ihren Sohn einem anderen Mann untergeschoben, dessen Namen er trägt und der längst das Weite gesucht hat. Mario lernt seinen Vater kennen und begreift, was er ist: Zufallsprodukt einer instabilen Frau, die sich im Leben zu kurz gekommen glaubt, und eines gut situierten, gescheiten und auch noch ziemlich prominenten Mannes. Mit diesem Hintergrund kommt ein Durchschnittsleben für Mario nicht in Frage, er will das Ungewöhnliche riskieren. Er spricht an einer renommierten Schauspielschule vor und wird angenommen. Glücklich angekommen in seiner neuen Welt, erschaffen von den genialen Geistern der Literatur, meint Mario, sich erden zu müssen. Er verliebt sich in eine Frau, die seiner Mutter auf fatale Weise ähnlich ist ... Margarete Dreßler hat mit »Der Name meines Vaters« einen faszinierenden, lebensklugen und fesselnden Roman von beinahe mythologischer Klarheit verfasst. Tief steigt sie in die Psychologie seiner Charaktere hinab, um innere Zusammenhänge ans Licht zu heben und nichts anderem als den Mechanismen unseres Lebens auf den Grund zu gehen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
5/5
19.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Moral der Menschen auf dem Prüfstand
Mario ist Abiturent an einem Internat. Seit zwei Jahren hat er seine Mutter nicht mehr gesehen. Seinen leiblichen Vater kennt er nicht. Da erfährt er, seine Mutter ist eines gewaltsamen Todes gestorben. Als er auf ihrem Telefon die Nummer seines Vaters erfährt, ruft er in an. "Ich bin Mario Castellucci, ihr Sohn. Ich würde sie gerne kennenlernen ".
Das Buch hat mich überrascht , es hat mich positiv überrascht. Die Geschichte ist tiefgründig. Die Autorin, eine Psychologin, beschreibt die Charaktere sehr intensiv. Mario, sein Vater und die Frauen, sind sehr detailgetreu beschrieben. Der Roman sucht die Moral der handelnden Personen zu erforschen und steigt tief in die Abgründe einer menschlichen Seele.
Mario besucht eine Schauspielschule und wird Schauspieler an einem Theater. Er verliebt sich in eine Frau, die seiner Mutter ähnlich ist. Er bekommt zwei Söhne. Doch das Glück währt nicht lange. Ideale, Werte und Regeln des moralischen Handelns der Personen, machen das Buch zu einem aufregenden Lesevergnügen. Das Buch ist im Erzählstil geschrieben, Mario erzählt sein Leben, in einen flüssigen Schreibstiel. Die Autorin beherrscht die Kunst, den Leser schnell und mühelos, durch das Buch zu leiten.
Wie schon Anfangs erwähnt, ist das Buch überraschend. Der Text auf der Buchrückseite, beschreibt nicht im geringsten, die intensive Geschichte von Mario Castellucci. Ich kann das Buch sehr empfehlen, für ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Aisha
aus SN
4/5
09.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
zeitloses Thema
Das Thema der Geschichte ist zeitlos und interessant . Mir haben die häufigen Wiederholungen nicht gefallen, das wurde irgendwann zu zäh und zog sich immer mehr. Aber wer sowas mag, erfreut sich an dem Buch. Die Geschichte um Vater und Sohn ist interessant, kommt aus meiner Sicht aber zu kurz. Ich hätte gerne noch etwas mehr über die Geschichte der Familie erfahren, wie war das Kennenlernen und die erste Zeit miteinander.
Die Frage , wer die Mutter getötet hat, wird erst am Ende geklärt. Die Spannung bleibt erhalten, und auch die Ereignisse zwischen den Charakteren sind spannend und teilweise humorvoll geschrieben.
Man kommt gleich am Anfang gut in die Geschichte rein, aber die Wiederholungen stören. Ist aber Geschmacksache. Deswegen gebe ich auch vier Sterne, denn die Autorin kann nichts dafür, dass mir der Stil nicht gefällt.
Anje
4/5
03.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ungewöhnlich offener Einblick in die Seele eines Schauspielers
Dieses Buch hat mir sehr überrascht. Ich bin von einem ganz anderem Inhalt ausgegangen .
Es wird hier ganz schonungslos über die Gefühle eines Schauspielerdarseins geschrieben und über moralische und psychologische Aspekte, auch in der Beziehung zu Frauen.
Der Schreibstil ist locker und leicht zu verfolgen, hat hier und da auch mal witzige Erwähnungen.
Das Einzige, was mir nicht gefallen hat, sind die dauernden Wiederholungen über die Schauspielerei. Dieses Kapitel hätte man deutlich kürzer fassen können. Deshalb einen Stern weniger.
Alles im allen fand ich diese Geschichte außergewöhnlich und durchaus interessant .
Bewertung
4/5
02.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gibt es einen berechtigten Mord?
Der Roman beginnt mit einem Paukenschlag.
Die Mutter wird ermordet und der Sohn ist nur darüber traurig, dass er seine Mutter nicht vermisst, es macht ihm nichts aus, obwohl er die wenig liebenswerte Mutter geliebt hat. Ein Fall für den Psychiater? Nein, er hat von ihr zum Glück nur die blauen Augen geerbt, selbst die könnten vom Vater sein. Den lernt er erst jetzt kennen, ein weltgewandter Philosoph der zu seinem Berater und Helfer in allen Lebenslagen wird. Sie teilen viel, selbst die Frauen.
Das Buch kommt in einem leichten Ton daher, lapidar, witzig, amüsant. Die Autorin entwickelt die Person ihres Protagonisten, der Schauspieler ist, entlang an drei Rollen, Faust, Hamlet, Auftragskiller und an den Gedanken, die sich bei ihm einstellen im Laufe des Jagdscheinerwerbs. "Der Tod zieht ein in mein Leben", sagt er.
Die großen Themen des Buches kündigen sich an, Gewissen, Moral und Sünde. Ob sie erschöpfend beantwortet werden, entscheidet der Leser.
Der letzte Teil des Buches fällt ab, verliert an Spannung, obwohl der Mord an der Mutter aufgeklärt wird.
Sandra
aus Rottweil
4/5
04.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leichter Psychotriller mit zwei Morden, viel Theater und Familiendrama
In der Geschichte "Der Name meines Vaters" geht es hauptsächlich um Mario, seinen Charakter, seine Wurzeln, seine Vorlieben für Theater und Frauen. Mario hatte eine schwere Kindheit und wuchs ohne seinen leiblichen Vater auf. Erst als Marios Mutter ermordet wird, sucht er aktiv Kontakt zu seinem unbekannten Erzeuger.
Das Buch bietet dem Leser ein paar Überraschungen, und gibt interessante Einblicke in die Film und Theaterwelt. Marios Gedanken werden oft und gut beschrieben und der Leser kann sich so ein komplettes Bild von der gestörten Psyche des Protagonisten machen. Es dreht sich viel um seine Mordgedanken und Minderwertigkeitskomplexe. Auch Marios Vater, ein großer Philosoph und intelligenter Mann, ist ein rätselhafter Kauz.
Zwischen dem Vater und Mario entwickelt sich eine vertraute und enge Beziehung. Sie teilen sich sogar einige Frauen und beide gehen keine festen Bindungen ein. Der Leser erfährt, das Marios Vater eine sehr bekannte Persönlichkeit ist aber um wen es genau dabei geht, das bleibt auch bis zum Ende verborgen. Der Vater ist sehr gebildet und gut aussehend und weiß das auch. Er versucht die Erziehung seiner Enkelkinder in die, für ihn richtige Richtung, zu lenken. Er unterstützt seinen Sohn finanziell und mit Rat und Tat wo er nur kann.
Ich empfand dieses Buch als eine interessante Abwechslung zu meiner sonstigen gelesenen Lektüre. Ich habe einiges über das Theaterleben und den Filmdreh erfahren und kann mir gut vorstellen, dass die Schauspieler bei ihrer Arbeit oft an ihre Grenzen kommen. Leider hat die Geschichte aber auch einige Vorurteile geschürt. Z.B. Dass es Schauspieler alle untereinander treiben und vor der Kamera. Die Aussage ist immer wieder, dass keiner von ihnen eine feste Beziehung halten kann, das diese Menschen ein anderes Gewissen und eine andere Moral haben und sich einiges in der Welt erlauben dürfen, samt einen Mord zu begehen.
Ich empfehle diesen Roman allen Lesern, die gern leichte Krimis mit einem Anteil von Psycho lesen. Leser, die das Theater und Filmleben interessant finden, kommen hier eventuell auch auf ihre Kosten. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass es sich um eine erfundene Geschichte handelt, die dem Leser eine andere Seite der Promi und Glitzerwelt zeigt.
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