Inhaltsangabe:
Verspätungen, Zugausfälle, geänderte Wagenreihung, fehlende Sitzplatzreservierungen und ewige Baustellen - kein Unternehmen erregt den Unmut seiner Kunden so sehr wie die Deutsche Bahn. Survival Training inklusive. Fast jeder Zugreisende kann solche Geschichten erzählen. FAZ-Redakteurin Maria Wiesner hat die irrsten Erlebnisse Bahnreisender gesammelt: von achtstündigen Verspätungen, saunaähnlichen Großraumwaggons, schnarchend-schmatzenden Sitznachbarn bis hin zu Pendlern am Rande des Nervenzusammenbruchs. Absurd, komisch und leider wahr: Die perfekte Reiselektüre - nicht nur für jede Bahnhofsbuchhandlung ein Muss!
Meinung:
Da ich selbst viel mit der Bahn fahre und selbst schon einiges erlebt habe, musste ich dieses Buch unbedingt lesen.
Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben und ich habe mehrfach laut loslachen müssen. Der Schreibstil hat mir gefallen, obwohl er sehr variiert. Es werden nämlich die Erlebnisse von einzelnen Bahnkunden selbst erzählt. Manche Situationen kamen mir sehr bekannt vor, das habe ich so oder ähnlich auch schon erlebt.
Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass Bahnfahren in Deutschland fast immer eine Fahrt ins Ungewisse ist. Manchmal kommt der Zug "nur" zu spät, manchmal kommt er gar nicht oder aber manchmal bleibt er einfach stehen und man wird nicht darüber informiert, warum der Zug nun steht. Manchmal sind es aber auch die Mitreisenden oder die Bahnmitarbeiter die einem die Fahrt vermiesen. Und manchmal, aber wirklich nur manchmal, gibt es auch schöne Momente während einer Bahnfahrt.
Mir hat das Buch super gefallen, ich kann es wirklich weiterempfehlen. Auch an Nicht-Bahnfahrer, wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese dann wirklich alles glauben, was da steht… =)
Fazit:
Hat mir unglaublich gut gefallen. Wer Bahn fährt, hab eben auch was zu erzählen!
Das Leid der Pendler und die Gleichgültigkeit der Deutschen Bahn schwarz auf weiß
Dark Rose aus Troisdorf am 26.09.2019
Bewertungsnummer: 1249854
Bewertet: eBook (ePUB)
Hand aufs Herz liebe Bahnfahrer, wer kennt das nicht, man steht pünktlich am Bahnsteig, schaut auf die Anzeige, alles scheint gut, doch dann taucht plötzlich das gefürchtete weiße Info-Ticket-Band rechts neben der Zugverbindung auf. Ca. 5 Minuten soll die Verspätung dauern. Der geübte Pendler weiß schon: das wird nichts und wirft einen Blick in die App. Dort wird offensichtlich, was die Bahn noch nicht zugeben will: es sind in Wahrheit 25 Minuten Verspätung, Tendenz minütlich steigend (am Ende waren es dann zwei ausgefallene RE’s und ein freigegebener ICE, dank hineinstürmender wütender Menge). Der Grund dafür kann alles sein, von Zug kaputt, über Triebwagen kaputt über undefinierbare „Verzögerungen im Betriebsablauf“ bis hin zu „zu hoher Streckenauslastung“ oder einfach keine Information.
Wer regelmäßig mit der Bahn fährt kennt das alles. Gerade im Kölner Raum gibt es kaum einen Tag, an dem tatsächlich alle Züge pünktlich fahren. Warum ich so pessimistisch bin? Weil ich 5 Jahre zwischen Köln und Düsseldorf gependelt bin und es genau 7 Tage gab, an denen insgesamt alles pünktlich war. Und ja: ich habe Buch geführt! Da war alles dabei: von Personen im Gleis, über Selbstmörder, Zugüberholungen, Defekte, Schnee und Eis, Fußballspiele, Hitze, alles eben. Ich hatte einmal 5 Zugüberholungen in Leverkusen, dadurch hatte mein RE am Ende auch 1 Stunde Verspätung. Oder ich stand auch mal 3 Stunden in Langenfeld und habe auf den „Ersatzverkehr“ mit Bussen gewartet. Es kamen auch welche: 2 Stück für 6 S-Bahnen voll Menschen, das war schön kuschlig und natürlich haben nicht alle hineingepasst.
Mein Lieblingserlebnis hatte ich im Winter. Ich wollte für einen Kurs an die Uni an einem Dienstag, das weiß ich noch. Ich bin mit der S-Bahn nach Köln, um dort in den RE nach Düsseldorf umzusteigen. Auf halbem Weg hielt der Zug plötzlich an und es gab eine Durchsage: „Vor uns schneit es zu doll, ich seh nichts mehr, wir drehen um.“ – Ja lieber Lokführer, hinter uns schneits aber auch!
Warum ich all das erzähle? Weil die Reisenden, die ihre Erlebnisse in diesem Buch schildern, ähnliches und viel, viel schlimmeres im Jahr 2018 oder davor erlebt haben. Von nervend, über kurios zu unglaublich und teilweise sogar witzig (ich sage nur Holstein und backbord). Und das traurige an der Sache: diese Erlebnisse sind nicht einzigartig, das zeigt allein deren Masse.
Wie es auch die Sammlerin dieser Berichte, eine Redakteurin der FAZ übrigens, selbst zugibt: seit der Privatisierung der Bahn 1994 geht es für die Bahnfahrer, vor allem auch für die Pendler abwärts. Da muss noch nicht einmal ein Hitze-Rekord-Sommer kommen, die Bahn braucht keine Rekorde, um unpünktlich zu sein, das kriegt sie auch sehr gut alleine hin.
Ich habe die Lektüre des Buches sehr genossen. Ich habe mich bei vielen Erlebnissen selbst wiedererkannt, bzw. war selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation, andere waren selbst für mich unbegreiflich und schockierend.
Fazit: Bahnfahrer dürften ihre Freude an diesem Buch haben, ich hatte sie auf jeden Fall. Mein Galgenhumor wurde wieder einmal kräftig angekurbelt und ich bin bereit für meine nächste Bahnfahrt. Was denkt ihr: werde ich pünktlich ankommen?
Meinung aus der Buchhandlung
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Wer mit der Deutschen Bahn fährt, wird sich in der einen oder anderen Anekdote rund um Durchsagen, Verspätungen, den Jahreszeiten, Pendeln, Umsteigen, Wagenreihung wiederfinden. Eine Fundgrube für alle, die das Abenteuer Zugreise nicht schrecken kann!
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