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Marco Ott

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Sebastian Waldemer

Spieldauer

3 Stunden und 34 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

ab 18 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

13.06.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

34

Verlag

Hörbuch München von RBmedia Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783987855146

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Sebastian Waldemer

Spieldauer

3 Stunden und 34 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

ab 18 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

13.06.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

34

Verlag

Hörbuch München von RBmedia Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783987855146

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  • Bewertung

    5/5

    18.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Selbstportrait eines jungen Autors von universeller Wucht

    Ende der 90er Jahre. Marco Ott als 6jähriger in der Sozialwohnung seiner Eltern in Dinslaken. Seine dünnen Beinchen baumeln über dem PVC-Boden unter dem Küchentisch. Er löffelt Schoko Chips, während seine Mutter die Werbeblätter der Supermärkte studiert, um nicht beim Wocheneinkauf im CentrO die günstigsten Angebote zu verpassen. Arbeitermilieu. Und doch mangelt es ihm an nichts, er fühlt sich umsorgt, geliebt, behütet, zufrieden mit dem, was seine Eltern ihm geben. Das Unwohlsein, der Mangel, die Ausgrenzung, die Wut – auch auf die Eltern und auf das, was sie ihm NICHT geben können - kommen erst später. Mit der Sozialisation. Mit der Schule, der Gruppendynamik, dem Dazugehörenwollen. Immer mehr verliert er den Halt in dem inzwischen peinlichen, ungebildeten, in jeder Hinsicht zu engem Umfeld im Elternhaus. Was ihm Halt gibt – erste künstlerische Ambitionen - findet nirgends Akzeptanz. Dafür verstärkt sich das Gefühl, nicht zu wissen, wo er hingehört. Scham, Unsicherheit, Zerrissenheit und das Gefühl, sich verstecken, seine Herkunft verleugnen zu müssen, ziehen im Laufe der Jugend einen tiefen Graben zwischen ihn und seine Eltern. Es folgt eine Odyssee über Berlin, Leipzig, Frankfurt und Hildesheim zwischen Kunst und prekären Arbeitsverhältnissen, Armut, Peinlichkeit und Streben nach Selbstentfaltung und nicht nur künstlerischer Identität. In einer Art langem Brief an die Eltern versucht sich der Dreißigjährige an einer Versöhnung. Detailreich und mit einem liebevollen Lächeln lässt er die Geschichte seiner Kindheit und Jugend im Arbeitermilieu vor uns erstehen. Welche Prägungen und zwangsläufigen Grenzen dieses Milieu auch seinen Eltern auferlegte, begreift er erst heute. „Das immer wiederkehrende Gefühl, verlorene Zeit aufholen zu müssen. Ich muss mehr lernen, mehr nachdenken, mehr verstehen. Immer im Hintertreffen zu sein, kommt Euch das bekannt vor?“ S.85 Er schreibt sie direkt an, stellt Fragen, begibt sich in einen Dialog, zerreibt sich an der Grenze zwischen Befreiung und Scham. Mit einer genauen Beobachtungsgabe für Details und einer großen sprachlichen Nahbarkeit zieht er mich direkt in sein Leben und seine Empfindungen hinein. Erzeugt Mitgefühl, Wut, eigene Reflektion. Dieses Buch wird als „ein neues Stück Klassenliteratur“ gefeiert und ich musste tatsächlich an Édouard Louis und DAS ENDE VON EDDY denken. Für mich ist es aber auch noch so viel mehr. Es ist auch ein Entwicklungsroman, auch ein Coming-Of-Age-Roman, eine offene, schonungslose Identitäts-Suche. Ich fühle seine Geschichte mit jeder Faser, sehe diesen Spiegel, mit dem einen manche Sätze der Eltern immer wieder triggern, das reifende Verstehen, den Abschied, das ZURÜCKLASSEN dessen, was man nicht mitnehmen kann und will. Und manchmal ist das sehr viel. Manchmal ist das ALLES. Ich kann in diesen Text gar nicht hineinschreiben, was mir dieses Buch bedeutet, wie oft ich ihn umgeschrieben habe, wie intensiv ich mit Peggy @ein.lesewesen darüber gesprochen habe, wie es bei jeder Gelegenheit wieder auftaucht in meinen Gedanken und unseren Gesprächen. Auch wenn Marco Ott aus einem ganz anderen Milieu kommt, ganz andere Wege geht, vom Alter her mein Sohn sein könnte, er hat etwas Universelles zu Tage gebracht, das mich tief berührt hat. Er studiert zurzeit literarisches Schreiben in Hildesheim. Ich freue mich darauf, mehr von dieser Stimme zu hören, die mir jetzt schon vertraut erscheint.

  • ins_lebenlesen

    aus Schleswig-Holstein

    5/5

    18.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ende der 90er Jahre. Marco…

    Ende der 90er Jahre. Marco Ott als 6jähriger in der Sozialwohnung seiner Eltern in Dinslaken. Seine dünnen Beinchen baumeln über dem PVC-Boden unter dem Küchentisch. Er löffelt Schoko Chips, während seine Mutter die Werbeblätter der Supermärkte studiert, um nicht beim Wocheneinkauf im CentrO die günstigsten Angebote zu verpassen. Arbeitermilieu. Und doch mangelt es ihm an nichts, er fühlt sich umsorgt, geliebt, behütet, zufrieden mit dem, was seine Eltern ihm geben. Das Unwohlsein, der Mangel, die Ausgrenzung, die Wut – auch auf die Eltern und auf das, was sie ihm NICHT geben können - kommen erst später. Mit der Sozialisation. Mit der Schule, der Gruppendynamik, dem Dazugehörenwollen. Immer mehr verliert er den Halt in dem inzwischen peinlichen, ungebildeten, in jeder Hinsicht zu engem Umfeld im Elternhaus. Was ihm Halt gibt – erste künstlerische Ambitionen - findet nirgends Akzeptanz. Dafür verstärkt sich das Gefühl, nicht zu wissen, wo er hingehört. Scham, Unsicherheit, Zerrissenheit und das Gefühl, sich verstecken, seine Herkunft verleugnen zu müssen, ziehen im Laufe der Jugend einen tiefen Graben zwischen ihn und seine Eltern. Es folgt eine Odyssee über Berlin, Leipzig, Frankfurt und Hildesheim zwischen Kunst und prekären Arbeitsverhältnissen, Armut, Peinlichkeit und Streben nach Selbstentfaltung und nicht nur künstlerischer Identität. In einer Art langem Brief an die Eltern versucht sich der Dreißigjährige an einer Versöhnung. Detailreich und mit einem liebevollen Lächeln lässt er die Geschichte seiner Kindheit und Jugend im Arbeitermilieu vor uns erstehen. Welche Prägungen und zwangsläufigen Grenzen dieses Milieu auch seinen Eltern auferlegte, begreift er erst heute. „Das immer wiederkehrende Gefühl, verlorene Zeit aufholen zu müssen. Ich muss mehr lernen, mehr nachdenken, mehr verstehen. Immer im Hintertreffen zu sein, kommt Euch das bekannt vor?“ S.85 Er schreibt sie direkt an, stellt Fragen, begibt sich in einen Dialog, zerreibt sich an der Grenze zwischen Befreiung und Scham. Mit einer genauen Beobachtungsgabe für Details und einer großen sprachlichen Nahbarkeit zieht er mich direkt in sein Leben und seine Empfindungen hinein. Erzeugt Mitgefühl, Wut, eigene Reflektion. Dieses Buch wird als „ein neues Stück Klassenliteratur“ gefeiert und ich musste tatsächlich an Édouard Louis und DAS ENDE VON EDDY denken. Für mich ist es aber auch noch so viel mehr. Es ist auch ein Entwicklungsroman, auch ein Coming-Of-Age-Roman, eine offene, schonungslose Identitäts-Suche. Ich fühle seine Geschichte mit jeder Faser, sehe diesen Spiegel, mit dem einen manche Sätze der Eltern immer wieder triggern, das reifende Verstehen, den Abschied, das ZURÜCKLASSEN dessen, was man nicht mitnehmen kann und will. Und manchmal ist das sehr viel. Manchmal ist das ALLES. Ich kann in diesen Text gar nicht hineinschreiben, was mir dieses Buch bedeutet, wie oft ich ihn umgeschrieben habe, wie es bei jeder Gelegenheit wieder auftaucht in meinen Gedanken und Gesprächen. Auch wenn Marco Ott aus einem ganz anderen Milieu kommt, ganz andere Wege geht, vom Alter her mein Sohn sein könnte, er hat etwas Universelles zu Tage gebracht, das mich tief berührt hat. Er studiert zurzeit literarisches Schreiben in Hildesheim. Ich freue mich darauf, mehr von dieser Stimme zu hören, die mir jetzt schon vertraut erscheint.

  • Bewertung

    5/5

    23.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unaufgeregt, leise aber intensiv

    »Diese Worte sind der Versuch einer Annäherung aus der Distanz.« S. 13 In einer Art Brief versucht Marco Ott nachzuspüren, was zu einer Entfremdung von seinen Eltern führte. Ott wächst in einer Sozialwohnung in Dinslaken auf, das Verhältnis zu den Eltern ist herzlich, sie ermöglichen ihm alles, was in ihrer Macht steht. In einzelnen Episoden entsteht in mir ein klares Bild seiner Kindheit: ein gemeinsames Essen im Möbelhaus, weil man Werbecoupons hat, ein Blick auf das Preisschild, das entscheidet, ob man ein Teil gut finden kann. Allmählich mischen sich die Sichtweisen anderer ein, ein Mitschüler, der Otts Wohngegend als assi bezeichnet, offener Spott für Deichmannschuhe. Er lernt schmerzhaft, was es heißt, anders zu sein, als ungenügend betrachtet zu werden, und erfährt Ausgrenzung. Scham, Verleugnung, Anpassung führen zunehmend zu Orientierungslosigkeit, Entfremdung und dem unbedingten Willen, dieses Milieu zu verlassen und aufzusteigen. Was folgt, ist ein Weg des Scheiterns, des immer wieder Neuorientierens, eine Suche nach sich selbst, die noch nicht abgeschlossen ist. Gleichzeitig analysiert er, wie es zum Bruch mit seinen Eltern kam, gesteht seine Mitschuld ein und sucht eine Aussöhnung. »Erst später sollte ich erkennen, dass die Beziehung, die ich zu euch habe, ein Spiegelbild der Beziehung ist, die ich zu mir selbst habe.« S.122 Auf gerade mal 125 Seiten gelingt es Ott, all das in leise Worte zu fassen, die trotzdem einer Detonation gleichkommen. Die beim Lesen betroffen machen, die mich auch an meine eigene Kindheit erinnern. Die unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Gerade in einer Zeit, wo der Ton in unserer Gesellschaft wieder rauer wird, braucht es diese Art von Klassenliteratur. Die Medien sind durchtränkt von der Darstellung von Idealen, die eine Welt vorgaukeln, die erstrebenswert sein soll. Die berühmte Möhre vor der Nase. Ott nennt es gesellschaftliche Gewalt. Es sind die Wertvorstellungen einer anderen Schicht, die für allgemeingültig erklärt werden, Privilegien, die die Arbeiterklasse nicht hat, Geld, Status, Beziehungen. Ott jammert nicht, wenn er neben seinem Studium mehr arbeiten muss, als er letztlich im Hörsaal sitzen kann. Es geht aber um die Abbildung von Realität, das Nichtleugnen von Klassenunterschieden. Nach der Lektüre standen bei mir noch immer viele Fragezeichen im Kopf. Was ist Klassenliteratur? Wodurch kennzeichnet sich autosoziobiografisches Schreiben? Begriffe, die ich nicht kannte. Nach stundenlanger Recherche war ich schlauer und las das Buch gleich ein zweites Mal – mein Blick war wesentlich schärfer. Nun fiel mir auch auf, wie on-Point seine Sätze sind, wie viel Verletzlichkeit dahintersteckt, wie schonungslos seine Selbstreflexion ist. Wie viel Mut es bedarf, seine unverblümten Gedanken der Ablehnung zu gestehen. Aber kann man seine Klasse hinter sich lassen? Gibt es ein Ankommen oder auch ein Dazwischen? »Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber mittlerweile schäme ich mich dafür, euch verleugnet zu haben. Ich schäme mich für meine Scham.« S.99 Ein beeindruckendes Debüt, das mich sehr berührt hat.

  • Sikal

    4/5

    07.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Intensives Debüt

    Als Sohn einer Arbeiterfamilie in Dinslaken waren Kindheit und Jugend nicht immer einfach für Marco Ott. Mit diesem Buch wendet er sich an seine Eltern, um eine Distanz zu überwinden und um sein bisheriges Leben zu reflektieren. Auch das ist nicht einfach und es gehört viel Mut dazu, sich diesen offenen Gedanken zu stellen. Durch Demütigungen seiner Schulkollegen wird Ott zum Außenseiter, wird sich seines Milieus bewusst. Eine Woche Urlaub an der Ostsee, eine Mietwohnung und ein Kleinwagen gehören nicht zum Standard. Und genau das bekommt Ott immer wieder zu spüren – und genau das möchte er hinter sich lassen. Er will dazu gehören, mitreden können und zeigen was er sich leisten kann. Doch ist das wirklich so einfach? Haben sich die Eltern zu wenig bemüht? Über Berlin, Leipzig, Frankfurt führt Otts Weg nach Hildesheim und letztendlich zu sich selbst. Zumindest sieht es derzeit danach aus, dass sich sein Leben positiv verändert. Die Sprache des Autors ist sehr intensiv, wortgewandt richtet er seinen Appell an die Eltern und man darf für alle Beteiligten wünschen, dass sich die Distanz noch überwinden lässt und nicht zu viel bereits im Argen liegt. Man spürt die Entwicklung, die er im Laufe der Jahre machte und ich denke mal, dass dies auch den Eltern bewusst wird. Alles andere würde mich wundern. Erschreckend finde ich viel mehr in welcher Zeit wir leben. Kinder, die sich ihrer Herkunft schämen weil diese aus „normalen“ Verhältnissen stammen. Das ist für mich völlig unverständlich, als Arbeiterkind der 70er hatte ich nie das Gefühl, mich für meine Eltern schämen zu müssen. Ganz im Gegenteil – ich war stolz, dass sie mich bis zur Matura begleitet haben. Mein Studium wäre nicht mehr finanzierbar gewesen, aber das habe ich eben berufsbegleitend gemacht und es hat auch geklappt. Wenn man jedes Scheitern im Leben den Eltern zuschreibt, macht man es sich etwas zu leicht. „Was ich zurückließ“ ist eine tiefgehende Milieustudie, ein intensiver Debütroman und eine Selbstreflexion eines jungen Mannes. 4 Sterne

  • Bewertung

    aus Buchen

    4/5

    20.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Entwicklung

    Ein ruhiges Buch, eigentlich unspektakulär und doch ein wichtiges Buch über ein Leben und einem Wandel. Der Protagonist erzählt anhand eines langen Briefs an seine Eltern von seiner Entwicklung. Das einfache Elternhaus im Ruhrgebiet prägen ihn. Er war lange ohne große Ambitionen Doch schließlich beginnt er sich für Literatur zu interessieren, will auch schreiben. Aber es ist ein steiniger Weg. Die vielen literarischen Einflüsse auf ihn, sind interessant zu lesen. Dieser Text zeigt die Entfremdung von Herkunft und Eltern, ist gleichzeitig aber auch eine Annäherung. Das finde ich überzeugend.

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