Mordsee 1988 - Installation
17,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
05.08.2024
Verlag
BodSeitenzahl
52 (Printausgabe)
Dateigröße
30531 KB
Auflage
2. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783759782311
MORDSEE dokumentiert eine 1988 am Strand von Westerhever entstandene Installation über menschliche Existenz, Macht und Vergänglichkeit.
Aus angeschwemmtem Treibgut errichtete Andreas Niederau-Kaiser einen Thron. Eine Reihe von Stäben, die Plastikbehälter in die Höhe hoben, ergänzte das Ensemble. Sämtliche Materialien stammten aus dem, was das Meer an den Strand getragen hatte.
Der Künstler fand das Material vor, ordnete es neu und vollendete die Installation. Bereits am nächsten Tag hatte das Meer die gesamte Konstruktion zurückgenommen.
Der Thron war untergegangen.
MORDSEE ist keine bloße Darstellung der Vergänglichkeit, sondern ihr tatsächlicher Vollzug. Der Künstler ist das Werkzeug der Entstehung, nicht der Garant des Fortbestehens.
Der Thron steht für die menschliche Demonstration von Macht. Der Mensch errichtet Ordnungen, beansprucht Bedeutung und erhebt sich über seine Umgebung. Doch jede Herrschaft ist ebenso zeitlich begrenzt wie das menschliche Leben selbst.
Wie ein Mensch geboren wird, heranwächst, möglicherweise neues Leben hervorbringt und schließlich stirbt, entsteht auch die Installation, existiert für eine begrenzte Zeit und verschwindet wieder in den materiellen Zusammenhängen ihrer Herkunft.
Der Titel MORDSEE erinnert an die Nordseesturmflut vom 31. Januar und 1. Februar 1953, bei der Tausende Menschen ihr Leben verloren. Der Untergang des Thrones verweist auf die Grenzen menschlicher Macht gegenüber den Kräften der Natur.
Die begleitenden Fotografien dokumentieren die Installation und verwandeln einzelne Fundstücke durch Perspektive, Bildausschnitt und farbliche Verfremdung in eigenständige Bildkompositionen.
Während die Installation verschwand, bestehen ihre fotografischen Bilder weiter. Auch sie sind Teil eines fortdauernden Prozesses von Entstehung, Veränderung und Auflösung.
Nicht die Materie verschwindet, sondern ihre vorübergehende Gestalt.
Der Thron geht unter. Das Meer bleibt.
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