Wie sind wir geworden, der wir sind? Oder: Wie sind wir nicht geworden, der wir sind - oder gerne sein wollten? Joachim Zelters autofiktionaler Roman beschreibt Lebenswege, Abwege und Notausgänge. Er erzählt vom Werden und vom Gewordensein, von Müttern, Vätern und Kindern, von Heiratsanträgen, Höhenflügen, Niederlagen, Seitensprüngen, Lebenslügen, Lebenssprüngen. Er erinnert, erfindet und ordnet neu. Er erzählt wie noch nie. Er schreibt wie um sein Leben. Der Versuch eines Lebenslaufs - oder auch Staffellaufs. Ein wahrlich existentieller Roman.
Kundinnen und Kunden meinen
2.7/5.0
krani
aus Münster
1/5
24.01.2025
eBook (ePUB 3)
Folgen einer Ehe
Niemand zwingt sie und es gibt keinen Hinweis darauf, warum sie sich das antut: Die Malerin Bernadette heiratet den Jurastudenten Karl Staffelstein und gibt ihre Kunst auf. Quälende Ehejahre und Mutterschaft folgen, sie wird krank und verbringt viele Jahre in Kliniken.
Der zweite Teil behandelt die Lebensgeschichte des ältesten Sohnes, die geprägt ist von der Geschichte seiner Mutter und den Erwartungen seiner Familie. Warum er studiert und promoviert, bleibt unklar. Nicht einmal sein Fach wird genannt. Schließlich scheint er seinen Weg zu finden, er wird Schriftsteller. Anscheinend ist er durchaus produktiv und schließlich hat er auch Erfolg. Warum er das tut, und worüber er überhaupt schreibt, wird nicht gesagt. So bleibt die Hauptperson auch des zweiten Teils konturlos und fremd.
Weil beide Hauptpersonen derart unverständliche Dinge tun aus Gründen, die nicht begreiflich sind, hat mich dieser Roman weder unterhalten noch irgendwie bereichert. Zeitverschwendung.
Lara89
aus Münster
1/5
24.01.2025
eBook (ePUB 3)
Folgen einer Ehe Niemand…
Folgen einer Ehe Niemand zwingt sie und es gibt keinen Hinweis darauf, warum sie sich das antut: Die Malerin Bernadette heiratet den Jurastudenten Karl Staffelstein und gibt ihre Kunst auf. Quälende Ehejahre und Mutterschaft folgen, sie wird krank und verbringt viele Jahre in Kliniken. Der zweite Teil behandelt die Lebensgeschichte des ältesten Sohnes, die geprägt ist von der Geschichte seiner Mutter und den Erwartungen seiner Familie. Warum er studiert und promoviert, bleibt unklar. Nicht einmal sein Fach wird genannt. Schließlich scheint er seinen Weg zu finden, er wird Schriftsteller. Anscheinend ist er durchaus produktiv und schließlich hat er auch Erfolg. Warum er das tut, und worüber er überhaupt schreibt, wird nicht gesagt. So bleibt die Hauptperson auch des zweiten Teils konturlos und fremd. Weil beide Hauptpersonen derart unverständliche Dinge tun aus Gründen, die nicht begreiflich sind, hat mich dieser Roman weder unterhalten noch irgendwie bereichert. Zeitverschwendung.
yellowdog
5/5
27.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Künstler- und Gesellschaftsroman
Joachim Zelter hat mit Staffellauf einen 2-Generationen-Roman geschrieben.
Der erste Teil setzt 1961 ein. Bernadette ist eine junge Malerin, die für ihre Kunst lebt. Dann taucht jedoch ein Mann in ihrem Atelier auf, der sie ausdauernd umwirbt. Eigentlich gegen ihren Willen gibt Bernadette nach und heiratet diesen Karl Staffelstein, obwohl sie ihn nicht liebt. Es sind die frühen sechziger Jahre und Bernadette genügt vielleicht den Konventionen ihrer Zeit. Nun sind aber viele Frauen in dieser Zeit schon selbstbewusster gewesen und hätten, wie wohl Frauen der heutigen Zeit, den lästige Umwerber abgewiesen. Aber nicht alle Menschen sind gleich und Bernadette ist eher eine passive, sehr sensible Person.
Sie reagiert dann aber schon bald nach der Geburt ihrer Kinder mit Krankheit und Untätigkeit, schließlich Depression und Aufenthalten in Sanatorien. Das Malen und ihre Kunst hat sie aufgegeben und damit auch einen Teil ihrer selbst.
Dann kommt Teil 2, in dem ihr Sohn Jakob im Mittelpunkt steht. Offenbar hat Jakob auch einiges mit dem Autor Joachim Zelter zu tun. Sie haben jedenfalls einige Eckdaten gemeinsam.
Wo Bernadette ihre Kunst verliert, muss Jakob sie sich erst aufbauen. Zunächst als Schulversager angesehen, wird er dann doch erfolgreich und schließlich wählt er den mühsamen Weg, Schriftsteller zu sein.
So ein Künstler- und Gesellschaftsroman in der heutigen zeitgenössischen Literatur ist selten, aber unbedingt lesenswert.
papilionna
3/5
09.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Blick aufs Leben
"Staffellauf" ist eine autobiografisch angehauchte Familienerzählung, wobei der Autor offen lässt, wie viel von seiner eigenen Geschichte darin steckt. Von den 60er Jahren bis heute stehen vor allem eine Mutter und ihr Sohn im Fokus, derweil einzelne Szenen ihres Lebens weit ausgeführt und andere nur angerissen werden.
Insgesamt hat mich das Buch ein wenig ratlos zurückgelassen. Ich hatte das Gefühl, einen Einblick in ein fremdes Leben zu bekommen, ohne jedoch Erkenntnisse daraus ziehen zu können. Eigentlich kann man nur beobachten, was sich abspielt.
Auch der Schreibstil ist nicht zu 100% mein Fall. Joachim Zelter kann definitiv schreiben und ich kann mir vorstellen, noch weitere Bücher von ihm zu lesen, aber hier hat sich manches sehr richtungs- oder zusammenhanglos angefühlt.
clematis
3/5
03.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Prägung
Eine junge Frau malt, bekommt mit einem skurrilen Nebensatz einen Heiratsantrag und bald darauf drei Kinder. Ihr fröhliches Wesen weicht einer Depression, bevor im zweiten Teil des Buches der älteste Sohn in den Mittelpunkt rückt.
Von Episode zu Episode springend erzählt sich Joachim Zelter durch diesen Roman, was davon autobiografisch ist und was Fiktion, das darf sich der Leser selbst zusammenreimen. Treffend in seiner Wortwahl, scharfzüngig und pointiert reiht sich ein Bild ans andere, wechseln die Themen scheinbar zusammenhanglos und verschwimmen in Gefühlen und Gedanken. Warum stimmt die Frau der Heirat zu, wie weit prägt das Verhalten der Eltern die drei Kinder? Weshalb flüchtet sich der Sohn in Lügen, oder sind es derer gar keine? Fragen über Fragen wirft der Autor auf, schildert Irrwege auf Schienen und Sackgassen im Berufsleben, schwirrt hin und her zwischen Fehlentwicklungen und flüchtig getroffenen Entscheidungen. Zeitweilig ist es schwierig, den roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren, dann wiederum spiegeln sich Sohn und Mutter ineinander wider. Kunst ist ein zentrales Thema, prägt die Menschen in der Geschichte, wertvoll und vergänglich, so wie jeder Moment im Leben kostbar und zerbrechlich ist.
Wie kostbar dieses Büchlein ist, muss jeder selbst beurteilen, trotz der gewaltigen Eindrücke bleibe ich ein wenig ratlos zurück ob der Vielfalt an angerissenen Themen.
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