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Santa Tereza Roman | Für Leser von Wolfgang Herrndorf und Robert Seethaler | Über Neuanfänge, Freundschaft und den Mut man selbst zu sein.

7

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.02.2025

Verlag

Nagel & Kimche

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

18,9/12,7/2 cm

Gewicht

218 g

Farbe

Mauve

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-312-01360-9

Beschreibung

Rezension

»Und nun ist dem Autor mit «Santa Tereza» ein Roman geglückt, der mit einer gefeilten Sprache beeindruckt, die leicht und elegant wirkt.« Clara Gauthey Bieler Tagblatt 20250331

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.02.2025

Verlag

Nagel & Kimche

Seitenzahl

144

Maße (L/B/H)

18,9/12,7/2 cm

Gewicht

218 g

Farbe

Mauve

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-312-01360-9

Herstelleradresse

Nagel & Kimche
Valentinskamp 24
20354 Hamburg
DE

Email: vertrieb@harpercollins.de

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  • Silke - Buchgespür -

    5/5

    10.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erinnerung daran, mutig zu sein

    Luchs, 34, Friedhofswächter mit Lernschwäche, lebt zurückgezogen und routiniert, bis die 13-jährige Teresa auftaucht und ihn um Feuer für einen Joint bittet. Wegen dieser Geste wird er des Drogenhandels verdächtigt und suspendiert. Zwischen den beiden entsteht eine unerwartete Freundschaft. Teresa bringt Luchs dazu, Gitarre zu spielen, und weckt alte Träume: Schriftsteller werden, reisen, leben. Er bricht auf nach Santa Tereza, seinem Sehnsuchtsort aus Kindheitstagen und beginnt, sein Leben neu zu denken. _____________ Ich habe schon immer Friedhöfe gemocht. Diese stille Klarheit, die Abwesenheit von Lärm, die langsame Zeit. Schon als Kind war ich oft dort. Nicht aus Zwang, sondern weil ich das Gefühl mochte, dass hier niemand etwas vorspielt. Vielleicht war das mit ein Grund, warum mich Santa Tereza so sehr gepackt hat. Denn genau diese leise, rau, aber nicht kalte Atmosphäre durchzieht das ganze Buch. Luchs ist 34, Friedhofswächter und als lernschwach eingestuft. Er selbst sagt von sich, es sei „genug“, so wie er lebt. Nachtarbeit, kaum soziale Kontakte, keine Aufregung. Alles in Ordnung. Bis er Teresa begegnet. Sie ist 13, direkt, unerschrocken. Luchs gibt ihr Feuer für einen Joint, dadurch verliert er fast seinen Job. Teresa entschuldigt sich bei ihm und die unterschiedlichen Menschen werden sowas wie Freunde. Was ich liebe: Diese Begegnung wird nicht überhöht, nicht romantisiert. Teresa reißt ihn nicht raus wie ein Wirbelsturm. Sie gibt ihm einen kleinen Schubs. Und Luchs, der vielleicht einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, traut sich plötzlich: Er kauft eine Gitarre und erinnert sich an seinen Traum Schriftsteller zu werden. Er fliegt nach Jahren zurück an seinen Ort der Träume, nach Santa Tereza, weil er endlich wissen will, was aus ihm hätte werden können. Und vielleicht ja immer noch werden kann. Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie still dieses Buch laut wird. Es gibt keine großen Reden, keine Heldenreisen im klassischen Sinne und trotzdem verändert sich alles. Luchs ist nicht plötzlich ein anderer Mensch, er bleibt sperrig, langsam, manchmal auch unbeholfen. Aber er bewegt sich. Und das ist vielleicht das Mutigste, was man tun kann, wenn man jahrelang stillgestanden hat. Der Ton des Romans ist ruhig. Leicht lesbar, aber nicht banal. Melancholisch, aber nie wehleidig. Ich hatte zu keiner Zeit Mitleid mit Luchs, im Gegenteil: Ich habe ihn bewundert. Für seinen Mut. Für seinen Willen, sich dem zu stellen, was lange zu weit weg schien. Und ich habe mich gefragt: Warum trauen wir uns so selten? Auch sprachlich mochte ich, wie Flurin Jecker mit Rhythmus und Leere arbeitet. Vieles bleibt angedeutet, unausgesprochen, genau deshalb wirkt es. Und obwohl die Stimmung oft grau ist wie ein Novembermeer, liegt darin keine Hoffnungslosigkeit, sondern fast sowas wie ein stilles Leuchten. Das Meer in diesem Buch ist nicht türkis und voller Kinderlachen. Es ist grau, leer, nachdenklich. Und ich liebe es. Ich liebe das Meer, wenn es nicht performen muss. Genau wie Bücher, die nicht schreien, sondern wirken… Der Roman ist ein Plädoyer dafür, die Dinge nicht perfekt machen zu müssen, sondern überhaupt erst mal zu beginnen.

  • MarieOn

    4/5

    27.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    kurze knackige Story

    Der Kapuzenträger kommt zu Luchs an die Box und bittet um Feuer. Er gibt es ihm, weil er selbst gerade eine raucht und es komisch wäre, ihm dann kein Feuer zu geben. Im Licht der kurz auflodernden Flamme sieht er, dass er eine sie ist und er riecht ihren Joint, aber dann ist sie auch schon verschwunden. Kurz darauf klingelt sein Handy und als er rangeht, sagt seine Chefin am anderen Ende, dass er jetzt nach Hause gehen kann, weil sie gerade erfahren hat, dass er einer Dreizehnjährigen Dope verkauft hat. Kurz darauf will die Polizei wissen, wie lange er kifft und seit wann er seinen Grasladen betreibt und es ist gerade einmal drei Uhr in der stockdunklen Nacht. Schon vor der Gerichtsverhandlung glaubt ihm niemand, außer Conny, mit der er sich im Wechsel die Nächte auf dem Friedhof teilt. Das Mädchen sagt dann doch zu seinen Gunsten aus. Sie habe das Gras mit auf den Friedhof gebracht und ihren Eltern irgendwas erzählen müssen. Alle haben sich dann bei ihm entschuldigt und seine Chefin war froh, dass sie nicht siebzehn Jahre lang einen Grasverkäufer beschäftigt hatte. Vor seiner Box findet er ein Päckchen mit einem Zettel, auf dem sorry steht. Als er es öffnet, erscheint eine Pink Floyd-CD. Die mit dem brennenden Mann, der einem anderen die Hand gibt. Für diesen Anlass kauft er sich ein Radio. Danach besuchte sie ihn öfter, auch weil sie dann ihrem Vater näher ist, der seit zwei Jahren um die Ecke liegt. Fazit: Flurin Jecker hat einen Protagonisten geschaffen, der einmal großen Träumen folgte, bis das Leben dazwischengeriet. Das Leben, dargestellt durch einen Vater, der kaum anwesend war und seinen Sohn in Lohn und Brot sehen wollte, um aus der Unterhaltspflicht rauszukommen. Die Nächte der letzten siebzehn Jahre haben den einfach gestrickten Luchs resignieren lassen, obwohl er diesen Job gern macht, weil er auf dem Friedhof für gewöhnlich keinen Kundenkontakt hat. Als er das Mädchen besser kennenlernt, weckt sie ihn ihm alte Erinnerungen an den Jungen, der er einmal gewesen war. Er geht in die Rückschau und macht sich die Verluste bewusst, deren Schmerz er verdrängt hat. Die Stimme des Autors ist einfach gehalten, als erzähle mir ein junger Mann seine Geschichte. Die Verlustbewältigung fand ich sehr kreativ umgesetzt. Insgesamt eine kurze Coming -of- Age Story, der ich gerne gefolgt bin.

  • Johanna

    aus München

    4/5

    28.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Taugenichts des 21. Jahrhunderts

    Ein Taugenichts des 21. Jahrhunderts. Zeitweise mit Gitarre statt mit Geige wie bei Eichendorff. Aber ebenso naiv und ebenso untauglich für „normale“ Erwerbsarbeit wie der romantische Held. Anders als der zieht Flurin Jeckers Ich-Erzähler zunächst nicht aus, um sein Glück zu suchen. Er scheint mit seiner Tätigkeit als Friedhofswächter ganz zufrieden zu sein. Bis die dreizehnjährige Teresa auftaucht. Nun könnte man meinen: Wenn ein lernschwacher vierunddreißigjähriger Friedhofswächter die Bekanntschaft eines dreizehnjährigen Mädchens macht, die auf den Friedhof kommt, um das Grab ihres toten Vaters zu besuchen und einen Joint zu rauchen, dann wäre dies der Beginn einer kitschigen Geschichte von einer lebenslangen Freundschaft zweier Außenseiter. Denkste. Der Friedhofswächter hat, wie Eichendorffs Held, keinen Namen, nennt sich selbst Luchs und wird von anderen auch Traktor genannt. Nicht nett. Er passt nachts auf den Friedhof auf. Eine Arbeit, die auch eine Kamera erledigen könnte, wie er selbst meint. In der Schule hat man ihm eine Lernschwäche bescheinigt. Statt dem Unterricht zu folgen, hat er lieber von seinen Freunden, den Superhelden, geschrieben. Das Mädchen, das er auf dem Friedhof kennenlernt, ist wie er selbst seelisch beschädigt. Sie kann in ihm aber einen Funken entfachen, der sein Leben durcheinanderbringt. Schließlich bringt sie ihn dazu, sich eine Gitarre zu kaufen: „Ich sagte, dass ich doch eine Gitarre kaufen möchte und zwar eine teure, weil es nicht mein Ziel war, an meiner Beerdigung Hunderternoten zum Schnäuzen verteilen zu können. […] Und darum hatte ich am Schluss eine Gitarre, von der man glauben konnte, sie hätten den halben Urwald dafür abgeholzt“. Die Gitarre ist dann aber doch nicht das Richtige, obwohl er nach einem Youtube-Tutorial sofort „Horse with no Name“ (zwei Akkorde) spielen kann. Der nächste Ausbruchsversuch führt ihn nach Spanien, in Erinnerung an beglückende Ferien in Spanien mit Mutter und Tante in seiner Jugend. Nach Santa Tereza, wieder mit Mutter und Tante. Diesmal sind die beiden allerdings schon verstorben, was der völlig absurden Konversation mit ihnen allerdings keinen Abbruch tut. Jeckers Ich-Erzähler rekapituliert in einem scheinbar naiven Erzählton seine Kindheit und Jugend in einer ganz eigenen, vom Mündlichen geprägten, oft anstrengenden Sprache, der nicht immer ganz leicht zu folgen ist: mit Halbsätzen, Nebensatzreihungen, Gedankensprüngen, sehr viel indirekter Rede. Der Text ist gespickt mit grotesken und oft sehr lustigen Passagen, beispielsweise zu seinem Arbeitsversuch als Telefonagent bei einer Firma, die im Streaming-Zeitalter Video-Abos verkaufen will. „[U]nd es war alles, alles gut!“, heißt es am Schluss bei Eichendorff. Hier nicht. Aber versöhnlich endet der Taugenichts im 21. Jahrhundert auch. Für Traumwandler, Glückssucherinnen und Freunde des absurden Humors!

  • yellowdog

    4/5

    25.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Welt des Luchs

    Der Roman Santa Tereza wird ganz von dem Icherzähler, einem Friedhofswärter, beherrscht. Er ist ein Sonderling und lebt ziemlich in seiner eigenen Welt. Als er einer 13jährigen Feuer für einen Joint gibt, gerät er in Verdacht, Hasch verkauft zu haben. Das stimmt aber nicht und das Mädchen stellt es klar. Der Beginn einer Freundschaft. Doch so richtig kann sie als Figur nicht wirken, außer in der Wahrnehmung von Luchs. Daher gibt es auch keine anderen Figuren, die in dem Buch mehr zum tragen kommen. Das ist konsequent, aber vielleicht doch auch bedauerlich. Seine Erzählstimme ist so prägend wie eindimensional. Man bleibt daher auch ratlos zurück. Davon abgesehen ist es ein raffiniert gemachter Roman.

  • Beat (also schnon Ü55)

    aus Meilen

    2/5

    29.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lernbehinderung ist nicht so schlimm, wenn man eine Mary Long hat

    Ein Ich-Erzähler, der eine Lernbehinderung hat, ist schon von vornherein ein merkwürdiges Konstrukt. Und es hilft auch nicht für einen guten Text. Ich fand auch, dass der Autor die Probleme dieser Menschen bagatellisiert. Der Protagonist gibt auch zweimal unnötig viel Geld aus (Gitarre für dreitausend Franken, Flug in der First Class für zwei Personen) ohne dass dies für ihn zu einem Problem wird. Und ein Person ohne Ausbildung IST tatsächlich benachteiligt beim Finden eines erfüllenden Lebens. Soll uns diese Buch dabei helfen, dass wir uns nun endlich an den kleinen Dingen freuen und merken, wie viel andere grosse Dinge für uns einfach selbstverständlich sind?

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  • Zum Bewerterprofil von Anja Lindenau

    Anja Lindenau

    Thalia Moers

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    4/5

    08.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lesenswert!

    Der eigenwillige, scheinbar naive Stil des Romans fordert uns heraus. Der Lernschwache Ich-Erzähler, der sich den Namen Luchs gibt, zeigt deutlich mehr Tiefe als man zunächst glaubt. Die Gedankengänge des Erzählers bestechen durchaus mit einer philosophischen Komponente und lassen über das eigene Leben nachdenken. Durchaus lesenswert (obwohl mich das Ende nicht überzeugt hat) ;-)
  • Zum Bewerterprofil von Sabine Schmidt

    Sabine Schmidt

    Thalia Korbach

    Buchhändler*in

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    4/5

    06.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein liebenswerter Außenseiter...

    Luchs ist Friedhofswärter und eher ein bisschen tiefbegabt. Als er der dreizehnjährigen Teresa, die er für älter und einen Jungen hält, Feuer für einen Joint gibt, gerät er ordentlich in Schwierigkeiten. Als Teresa sich bei ihm auf dem Friedhof für den Ärger, den er durch sie bekommen hat entschuldigt, lockt sie Luchs aus seiner Einsamkeit. Sie bringt ihn dazu sich an seine Träume, seine Wünsche zu erinnern und aus seinem Alltag auszubrechen. Flurin Jecker schreibt auf sehr besondere Weise die Geschichte dieses liebenswerten Außenseiters und ich bin Luchs sehr gerne nach Santa Tereza gefolgt.

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