Wir schreiben das Jahr 1883: Nach der Zerstörung des Orsine, dem Zugang zur Welt der Toten, liegt das Cairndale Institut in Trümmern und Marlow ist in der Welt der Toten gefangen. Als sich aus den rauchenden Ruinen Cairnales ein uraltes Grauen erhebt, müssen die dunklen Talente einen zweiten Orsine finden, um die Gefahr zu bannen. Doch niemand weiß, wo dieser zweite Zugang zur Welt der Toten liegt, und ob er überhaupt existiert. Für die dunklen Talente beginnt eine abenteuerliche Reise über London und Agrigent bis in die tiefsten Katakomben von Paris ...
Enthaltene Tropes: Dark Academia
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
the2bookaholics
5/5
21.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Reihe hat mein Herz gestohlen
Der Bote aus Staub und Asche ist der zweite Teil der geplanten Dunkle Talente Trilogie.
Nachdem der erste Teil ein richtiges Highlight für mich gewesen ist, habe ich mich so sehr auf die Fortsetzung gefreut und gewartet und gewartet und gewartet...
Und dann, drei Jahre später, kam endlich der zweite Teil raus.
Da der erste Teil so komplex und voller wichtiger Details gewesen ist, war es für mich unmöglich, nach all der Zeit direkt mit dem zweiten Teil anzufangen. Somit musste ich mich erneut auf den ersten Band einlassen.
Beim Lesen wurde mir wieder bewusst, wie unheimlich gut diese Geschichte ist. Ich bereue keinesfalls, mir die Zeit für den ersten Band genommen zu haben.
Es ist eine wirklich sehr düstere und atmosphärische Fantasygeschichte vom Feinsten. Wir lernen hier auch das Reich der Toten kennen: den Orsine.
Ich musste beim Lesen an die X-Men denken und an Die Insel der besonderen Kinder. Aber eben viel abgrundtiefer, grausamer und schrecklicher. Verwobener und komplexer.
Die Geschichte spielt in der Vergangenheit, so um 1880.
Nun zum zweiten Teil, um den es hier eigentlich geht.
Konnte er nach dem ersten, der so gelungen gewesen war, meine sehr hohen Erwartungen und auch Vorfreude erfüllen?
Verdammt noch mal ja, und nochmal ja. Trotz der Länge, trotz des düsteren Settings, trotz der Grausamkeiten, die in der Geschichte vorkommen – die Geschichte hat mich wie in einen Bann gezogen. Ich musste, musste einfach weiterlesen. Es gab Wendungen, die ich überhaupt nicht habe kommen sehen.
Der Autor hat in diesem Teil ebenfalls, wie auch im ersten, Charaktere und Nebencharaktere einfach mal geopfert – und mich dabei total zerstört. Ich habe um sie alle getrauert.
Die Charaktere haben sich weiterentwickelt, sind gereift oder haben eine vollkommen unerwartete Seite von sich gezeigt. Es gab auch einige neue Charaktere.
Es kamen Wahrheiten ans Licht, es wurden Prophezeiungen mit einer möglichen Zukunft und Geheimnissen offenbart und aufgedeckt.
Die Geschichte ist natürlich nicht abgeschlossen und wird im dritten Band weitergehen – doch wie? Und natürlich wann? Hoffentlich dieses Mal weniger als drei Jahre.
Der zweite Teil ist genauso stark wie der erste.
Diese Reihe hat mich komplett und zutiefst beeindruckt – in ihrer Komplexität, in ihrer Atmosphäre, in ihrer Spannung, die sich wie ein Sog über die Geschichte gelegt hat.
Hier gibt es keinen Spice, was ich persönlich richtig gut finde. Denn ich bin jemand, der solche Stellen am liebsten überspringt.
Es gibt eine angedeutete Lovestory, aber da ist tatsächlich noch nichts passiert. Ich bin mir nicht sicher, ob da überhaupt noch etwas geschehen wird. Letztendlich lebt die Geschichte von ganz anderen Dingen.
Die Geschichte lebt von der düsteren Atmosphäre, den übersinnlichen Dingen, die uns begleiten. Sie ist sehr grausam und schrecklich, aber gleichzeitig steckt so viel Liebe und Menschlichkeit darin.
Den Charakteren widerfahren sehr schlimme Dinge, und einige vollbringen selbst Schlimmes, weil sie keinen anderen Ausweg sehen – und oft auch nicht haben.
Wir lesen zum Beispiel über Kinder, die im Auftrag Menschen töten, um selbst zu überleben. Das ist grausam, brutal und schrecklich. Man versteht, wie schwer es für die Charaktere ist, sich hier zu wehren.
Ich kann euch diese Reihe nur ans Herz legen. Denn sie hat mein Herz gestohlen. Sie gehört nämlich zu meinen liebsten – mit einigen anderen.
Sue
aus Uelzen
5/5
19.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ganz großes Kino!
"Die Sache war die: Wenn man das Gute in einem Menschen sehen wollte, musste man einfach die Augen weit aufsperren. Genau hinsehen. Und bei manchen Menschen musste man vielleicht etwas genauer hinschauen als bei anderen, etwa bei Dr. Berghast."
Mit "Der Bote aus Staub und Asche" kehren wir zurück nach Cairndale. Auf diesen zweiten Band der Talente-Reihe von J. M. Miro, habe ich mich nach der Lektüre des ersten Buchs schon sehr gefreut. Und das absolut zu Recht, wie sich herausstellte.
"Aber morgen muss nicht wie heute sein. Es könnte anders sein. Du könntest anders sein."
Das Jahr 1883: Es ist eine Zeit voller dunkler Magie und Geheimnissen. Das Cairndale Institut ist zerstört - es bleiben nichts als rauchende Trümmer und Trauer. Und auch der Orsine, der Zugang zu der Welt der Toten, ist verschlossen und mit ihm ist auch der kleine Marlowe weg - der leuchtende Junge. Charlie, Ko, Ribs und Oscar haben geschworen ihn zurückzuholen. Doch das ist nicht so einfach, denn um in die Welt der Toten zu kommen, müssen die Kinder einen der anderen Orsine finden. So beginnt eine gefährliche und nervenaufreibende Reise voller Gefahren. Und während Charlie und seine Freunde alles versuchen, um Marlowe zu retten, werden die dunklen Mächte immer stärker und die Drughr wandeln im Land der Lebenden ...
"Manchmal ist es so, als ginge es im Leben nur darum, das zu akzeptieren, was man nicht ablehnen kann, und einfach trotzdem weiterzumachen."
Oh, was für eine großartige, geniale Geschichte! Oft ist es ja so, dass zweite Bände etwas nachlassen, aber Miro hat in meinen Augen sogar noch eine Schippe draufgelegt. Die Atmosphäre ist hier noch düsterer und bedrückender als im ersten Band. Und überall schwingt etwas Melancholie mit. Charlie und seine Freunde sind voller Angst um Marlowe und die Zukunft, sie müssen viel ertragen und aushalten. Aber an einigen Stellen drängt sich ein Strahl Hoffnung durch die dunklen Wolken. Und dieser Strahl ist wärmend und wohltuend.
"Eine Narbe ist die Art, wie die Haut sich an die Welt erinnert. Sie ist eine Geschichte, wie du wurdest, was du bist."
Ich liebe diese Kinder! Sind sind etwas ganz Besonderes und das liegt nicht nur an Ihren Fähigkeiten. Sie tragen so viel Liebe in sich und sind ganz erstaunliche kleine Persönlichkeiten. Jeder auf seiner Art. Aber auch die blinde Lehrerin Miss Davenshaw und das ehemalige Talent Mrs. Fricke mag ich gerne leiden. Sie sind sehr fürsorglich und den Kindern stets zugewandt, obwohl sie ihnen auch einiges abverlangen. Eine tolle, wenn auch wirklich kleine Nebenrolle, hat auch der Bruder von Mrs. Fricke. Es kommen aber auch sehr interessante neue Charaktere hinzu, wie Jeta und die Äbtissin und auch die mörderischen Geschwister zum Beispiel.
"Aber wenn wir aufhören, der Welt zuzuhören, hören wir auf, sie zu verstehen."
Und auch im Bezug auf die Schauplätze bin ich mehr als zufrieden. Miro nimmt uns mit unter die Straßen Londons, nach The Falls und in die Katakomben eines alten Klosters in Paris, wo wir auf mörderische Nonnen und eine wirklich skrupellose Äbtissin treffen. Wir dürfen die Aussicht ins Tal der Tempel von Agrigent auf Sizilien genießen und uns auf die Spuren der Agnoscenti begeben. Und die Suche nach dem Orsine führt uns auch zum Glyphic nach Spanien. Aber auch die Welt der Toten wird nicht ausgelassen. Auch hier halten wir uns viel auf und treffen auf wirklich interessante und skurrile Orte und Begebenheiten.
"Unser Ende und unser Anfang, Jeta Wajs. Wie es schon immer war."
Das war wieder ein Buch ganz nach meinem Geschmack! Einfach nur genial und ganz großes Kino! Warum bekommen wir nicht mehr davon übersetzt?
Übersetzt aus dem Amerikanischen von Thomas Salter.
Silvi
aus Wismar
4/5
13.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Schatten und Schicksal – Eine würdige Rückkehr in Miro’s düstere Welt
ℝ
Ich habe wirklich lange auf den zweiten Band gewartet – und es hat sich gelohnt! Der Bote aus Staub und Asche knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an und zieht einen sofort wieder in dieses geheimnisvolle, düstere 19. Jahrhundert hinein. Schon nach den ersten Seiten war ich komplett gefesselt und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.
J. M. Miro versteht es, eine Atmosphäre zu erschaffen, die gleichzeitig beklemmend und wunderschön ist. Der Geruch von Staub, Rauch und Magie scheint förmlich zwischen den Zeilen zu liegen. Ich mochte besonders, wie sich die Handlung diesmal noch tiefer in die Welt der dunklen Talente gräbt – voller Geheimnisse, unheimlicher Orte und Figuren, die man nicht so leicht vergessen kann.
Die Reise von London über Agrigent bis in die Katakomben von Paris war für mich ein echtes Highlight. Es ist, als würde man selbst durch Nebel und Schatten wandern, immer begleitet von dem Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke etwas Unheilvolles lauert. Und genau das liebe ich an dieser Reihe: Sie bleibt unvorhersehbar. Manche Wendungen haben mich wirklich überrascht und gleichzeitig emotional erwischt.
Auch wenn das Tempo an manchen Stellen kurz abfällt, hat mich die Geschichte nie losgelassen. Die Charaktere wirken noch greifbarer, ihre inneren Kämpfe intensiver, und das Zusammenspiel aus historischem Flair und übernatürlichen Elementen ist einfach großartig gelungen.
Alles in allem: Eine düstere, atmosphärisch dichte Fortsetzung, die mich vollkommen in ihren Bann gezogen hat. Wer den ersten Band mochte, wird diesen hier verschlingen. Ich kann diese Reihe nur wärmstens empfehlen – und hoffe schon jetzt, dass Band 3 nicht allzu lange auf sich warten lässt!
LizzyCurse
3/5
04.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Atmosphäre top, von den Figuren hat es mich verloren
„So war das mit Monstern: Den echten sah man es nicht an.“
Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Auf ein Wiedersehen mit all diesen fantastischen Charakteren und diese düstere Atmosphäre, verwoben mit der dunkelknospenden Fantasie von J. M. Miro.
Wir schreiben das Jahr 1883 - eine Zeit voller dunkler Magie und spektakulärer Wunder. Nach den grausigen Ereignissen, die im letzten Band geschehen sind, begegnen wir den jungen Talenten ganz verstreut wieder. Sie alle Sinnen auf Rache und jeder hat seine spezielle Aufgabe erhalten. Außerdem müssen sie ihre Trauer und Schuldgefühle bewältigen, neben der dunklen Bedrohung, die sich über ihren Köpfen zusammenbraut.
Die Atmosphäre ist bestechend und düster, ganz so wie wir es aus dem ersten Band gewohnt sind und wie ich es geliebt habe. Dunkle enge Straßen, Knochenfinger, Knochenvögel und Geister, knarrende Holzstufen und ein bedrohliches Ambiente. Perfekter Handlungsboden für die Dunklen Talente, auf die ich mich so gefreut habe.
Doch was machen Charlie, Komaku und all die anderen? Die sind in ganz Europa verstreut und versuchen verzweifelt, einen Weg zu finden um Marlowe zurück zu holen, hinter das Gheimnis des Staubs zu kommen und düstere Geheimnisse zu entschlüsseln.
Das hat mich nur leider so viel weniger in seinen Bann gezogen, als ich eigentlich gehofft hatte. Ich bin eine Lesende, die sich sehr an Charaktere bindet. Miro hat im ersten Band einige meiner liebsten Charaktere aus dem Spiel genommen (nicht alle!) und ein Trümmerfeld hinterlassen, auf dessen Räumung ich sehr gespannt war. Der Autor hat jedoch dafür einen Weg gewählt, der für mich sehr umständlich war. Er hat neue Bösewichte, von denen ihm ersten Teil noch nicht ein Wort bzw. wenig Worte gefallen sind (Die Exilanten, die Äbtissin o.ä.) eingeführt, die er vollkommen neu aufbauen musste um gingen Leben einzuhauchen und sie grau genug erscheinen zu lassen, das sie in seine Welt passen. Da war zum Beispiel Jeta, eine Knochenhexe, die eine große Rolle im Buch spielt und die samt ihrer Fähigkeiten und ihrer Vergangenheit sowie ihrer Bindungen erst mal etabliert werden musste. Ich, die sich immer sehr an die Figuren klammert, wollte aber lieber mehr über Charlie oder Komaku erfahren, über ihre Interaktion und ihre Abenteuer.
Die beiden waren aber anfangs an unterschiedlichen Enden von Europa und suchten getrennt nach Spuren, reisten umher. Ich hatte beständig das Gefühl, dass Miro versuchte, sie in die richtige Position zu bringen - und das hat mich halb wahnsinnig gemacht.
Keine Frage, es gab genug Aktion, Blut, gebrochene Knochen und Leichen - aber sie haben mich wenig berührt. Und das war mein ganz persönliches Problem in diesem 2. Band, das mich immer wieder aus dem Lesefluss herauskatapultiert hat.
Die düstere Atmosphäre hat mich über die Hälfte des Buches getragen, aber schon auf den hunderten von Seiten, musste ich mich anspornen um nach dem Buch zu greifen. Es konnte mich einfach nicht fesseln oder mich berühren. Zu losgelöst waren die einzelnen Plotstränge voneinander. Ich mag mich nicht durch ein Buch arbeiten, dass Seite um Seite seinen düsteren Zauber verliert. Deshalb habe ich mich entschlossen, es abzubrechen.
Die Atmosphäre und der Stil waren herausragend, die Struktur des Buches hat mich ernüchtert zurückgelassen und die Charakterbindung war praktisch nicht vorhanden. Ich vergebe knappe 3 Sterne.
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5/5
06.02.2026
eBook (ePUB)
Eine sehr gelungene Fortsetzung
J.M.Miro ist hier eine überaus düstere und atmosphärische Fortsetzung gelungen. Von Anfang an hat mich diese Erzählung in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Sehr gut hat mir die glaubwürdige innere Zerrissenheit der einzelnen Charaktere gefallen. Dadurch wirken die Protagonisten noch greifbarer und realer. Ein gelungener Mix aus historischem Flair und übernatürlichen Ereignissen.
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