Produktbild: Elisabeth, ein Hitlermädchen. Roman der deutschen Jugend

Elisabeth, ein Hitlermädchen. Roman der deutschen Jugend Reclams Klassikerinnen

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19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

55103

Erscheinungsdatum

01.03.2025

Verlag

Reclam Verlag

Seitenzahl

250 (Printausgabe)

Dateigröße

1287 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783159623832

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Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Verkaufsrang

55103

Erscheinungsdatum

01.03.2025

Verlag

Reclam Verlag

Seitenzahl

250 (Printausgabe)

Dateigröße

1287 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783159623832

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  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    25.12.2025

    eBook (ePUB 3)

    Ein Mädchen, das aufwacht

    Dieser Roman, der 1937 – also noch vor dem offiziellen Ausbruch des Zweiten Weltkriegs – im Exil erschien, ist in vielerlei Hinsicht ein mutiges, kraftvolles und zugleich beklemmendes Dokument seiner Zeit. Aber er ist noch mehr: Elisabeth, ein Hitlermädchen ist ein Buch über den Sog von Propaganda, über politische Verblendung, über Mitläufertum und über den schwierigen, schmerzhaften Prozess des Erwachens. Im Mittelpunkt steht die junge Berlinerin Elisabeth Weber. Sie arbeitet in einer Schuhabteilung und verliebt sich in einen SA-Mann – eine dieser typischen Figuren, die von Stärke und Ideologie triefen, aber in Wirklichkeit schwach und feige sind. Elisabeth selbst ist am Anfang kein Opfer, sondern Täterin im Kleinen – eine überzeugte Nationalsozialistin. Die Sprache des Romans ist entsprechend einfach, aber doch literarisch, fast naiv, was genau richtig ist: Denn Maria Leitner gibt dieser Figur keine analytische Stimme von außen, sondern lässt sie selbst sprechen. Und gerade darin liegt die Stärke des Romans. Was dann geschieht, ist nicht spektakulär – kein Attentat, keine Flucht, kein großer Paukenschlag. Sondern Alltag: Eine Schwangerschaft, ein Lager. . Und dann der Moment, in dem die Ideologie beginnt zu bröckeln. Nicht durch ein großes Aha-Erlebnis, sondern durch das genaue Hinschauen. Der Tod einer Freundin. Der Widerspruch zwischen den Parolen und der Realität. Die stumme Gewalt, die der Alltag selbst ist. Maria Leitner hat diesen Roman nicht rückblickend geschrieben, nicht mit dem Wissen der späteren Gräuel. Sie schrieb ihn mittendrin, unter Lebensgefahr, mit einem klarsichtigen Blick und journalistischer Präzision. Und doch ist Elisabeth, ein Hitlermädchen kein kalter Text. Im Gegenteil: Er ist warm in seiner Menschlichkeit, bitter in seiner Wahrheit – und erschreckend aktuell. Denn was er zeigt, ist, wie schnell eine Gesellschaft sich an autoritäres Denken gewöhnen kann. Wie leicht es ist, Menschen in „Starke“ und „Schwache“ einzuteilen, in „wertvoll“ und „wertlos“. Wie gefährlich es wird, wenn junge Menschen nur noch im Sinne eines Staates funktionieren sollen, statt selbst zu denken. Und wie trügerisch das Versprechen ist, dass alles besser wird, wenn nur erst die anderen weg sind. Besonders stark ist das Buch, wenn Elisabeths Überzeugungen ins Wanken geraten. Ihre Bemerkung gegen Ende – „Es gibt aber keine gesunde Jugend… Wir haben doch nur Gift und Verzweiflung eingeatmet“ – ist einer der eindrucksvollsten Sätze des ganzen Romans. Er bringt das ganze Ausmaß der psychischen Zerstörung auf den Punkt, die Ideologien anrichten können – damals wie heute. Elisabeth, ein Hitlermädchen ist deshalb kein historisches Kuriosum, sondern ein hochaktuelles Buch. Es zeigt, wie man in eine Katastrophe hineingerät – nicht durch Bösartigkeit allein, sondern durch Gewöhnung, durch Mitmachen, durch den Wunsch, dazuzugehören. Und es zeigt, dass Widerstand oft im Kleinen beginnt: mit Zweifel, mit einem Wort, mit einem Nein. Fazit: Ein mutiges, wichtiges Buch, das eine komplexe Wahrheit erzählt. Wer wissen will, wie Ideologie im Alltag funktioniert – und wie sie überwunden werden kann –, sollte Maria Leitner lesen. Unbedingt. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.

  • Bewertung

    aus Hamburg

    4/5

    21.04.2025

    eBook (ePUB 3)

    Interessanter Einblick

    Lese gerne etwas über den Alltag in dieser Zeit, es ist Interessant wie bei uns Alltägliche Dinge in der Zeit zu echten Problem werden können und welche schlimmen Konsequenzen drohen. Finde es wunderbar das auch an der Aussprache und welche Worte damals verwendet wurden nicht beschönigt wurde zu wird man direkt in die Zeit versetzt.

  • Silvi

    aus Wismar

    5/5

    20.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Roman, der nachwirkt – und aufrüttelt

    ℝ Ich bin selten sprachlos nach dem Zuklappen eines Buches – aber hier war genau das der Fall. „Elisabeth, ein Hitlermädchen“ ist kein klassischer Roman, der einfach nur eine Geschichte erzählt. Er packt einen, schüttelt einen durch und lässt einen nicht so schnell wieder los. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Figur der Elisabeth. Anfangs konnte ich sie ehrlich gesagt kaum ertragen – so fanatisch, so blind in ihrer Begeisterung für den Nationalsozialismus. Und genau das macht Maria Leitner so stark: Sie zwingt einen, sich mit dieser Denkweise auseinanderzusetzen, anstatt sie einfach zu verurteilen. Ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich den Kopf geschüttelt habe – und doch verstehen wollte, wie jemand so tief in diese Ideologie hineingeraten konnte. Dann kommt der Bruch – ihre Schwangerschaft, die Ablehnung durch Erwin, das Arbeitslager. Und da beginnt eine der beeindruckendsten Wandlungen, die ich literarisch je gelesen habe. Keine plötzliche Erleuchtung, kein pathetisches Umdenken. Sondern ein zähes, schmerzhaftes Ringen mit der Realität. Ihre Entwicklung ist glaubwürdig, menschlich und gerade deshalb so erschütternd. Man merkt dem Buch an, dass Leitner wusste, wovon sie schrieb. Ihre Recherchen, ihre Undercoverreisen – all das verleiht dem Roman eine Authentizität, die mir manchmal richtig unangenehm nahe ging. Die Szenen im Lager, die kleinen Gesten der Solidarität, aber auch der lähmende Druck des Systems – das alles wirkt nicht wie Fiktion, sondern wie ein Fenster in eine Zeit, die oft nur als Schlagwort in Schulbüchern vorkommt. Was mir außerdem hängen geblieben ist: Der Stil ist klar, fast schon nüchtern, aber nie gefühllos. Leitner erzählt nicht, um zu dramatisieren – sie beschreibt, um zu zeigen. Und genau das hat mich so tief berührt. Für mich ist dieses Buch ein absoluter Geheimtipp. Keine leichte Lektüre, aber eine notwendige. Gerade in Zeiten, in denen einfache Parolen wieder salonfähig werden, ist Elisabeths Geschichte aktueller denn je. Wer bereit ist, sich unbequemen Wahrheiten zu stellen, wird hier nicht nur eine beeindruckende Erzählung finden, sondern auch einen neuen Blick auf Geschichte – und vielleicht auf sich selbst. Fünf Sterne – und ein stilles Danke an Maria Leitner für ihren Mut und ihre klare Stimme.

  • Bewertung

    aus Bamberg

    5/5

    26.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein zu Unrecht vergessener Roman!

    »Man kann es ihnen nicht klarmachen, dass sie diese Begeisterung, diese Fahne nicht kennen, dass unser Krieg nicht sein würde, wie der ihre war.« Elisabeth ist ein überzeugtes Hitlermädchen und begegnet anderen Meinungen mit überheblichem Trotz. Als sie am 01. Mai 1933 auf dem Tempelhofer Feld den hübschen SA-Mann Erwin trifft, bahnt sich alsbald eine Liebesbeziehung an und sie wird schwanger. Doch sie wird das Kind nicht behalten. Kurz darauf wird die junge Liebe getrennt, denn Elisabeth muss in ein Arbeitslager und erst dort beginnt ihre Faszination für Hitler und den Nationalsozialismus zu bröckeln, bis sie sich gar gegen ihn stellt und sich dadurch von Erwin immer mehr entfernt. Neben dem damaligen Alltag wurde die dargestellte Rollenverteilung, insbesondere der sog. „Männlichkeit“, wie es damals üblich war und heute teils immer noch ausgeprägt ist, von der Autorin treffend dargestellt. So empfand sich Erwin erst nachdem er der männliche und meinungsstarke SA-Mann wurde, den wir im Buch kennenlernen, als „richtigen Mann“. Dementsprechend entscheidet sich Erwin schlussendlich nicht für Elisabeth, sondern für seine größere Liebe – den nationalsozialistischen Staat, der für ihn über allem steht. Dieses Buch liest sich leicht und ist kein trockener Klassiker, sondern erinnerte mich eher an einen gut geschriebenen und recherchierten Roman der Gegenwart. Doch leider bekommt er nicht die Beachtung, die ihm eigentlich zustünde. Um dieser Tatsache entgegenzuwirken wurde er glücklicherweise neu aufgelegt. Ausschließlich das Fehlen von Abschnitten ist kritisch anzumerken, da man so Perspektivenwechseln oder plötzlich auftauchender Figuren manchmal nicht gewahr werden kann. Dies doch nur am Rande, schließlich tut es dem Buch keinen Abbruch. Es ist und bleibt ein wirklich toller und aufrüttelnder Klassiker, der leider auch Parallelen zur Gegenwart zeigt. Wie immer bei Klassikern liebe ich Nachworte – wie dieses von Philipp Haibach –, um den Kontext bezogen auf Autorin, Werk und Zeit besser zu verstehen.

  • Christian1977

    aus Leipzig

    5/5

    14.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Auf der Suche nach dem Glück

    Berlin, am 1. Mai 1933: Die junge Schuhverkäuferin Elisabeth ist überzeugt davon, dass Adolf Hi*ler Deutschlands Rettung in schwierigen Zeiten ist. Beseelt läuft sie durch die wie hypnotisiert wirkenden Menschenmassen und wartet auf die Rede des geliebten Führers. Als sie dann auch noch am selben Tag den SA-Mann Erwin kennenlernt, scheint das Glück perfekt. Doch weder die unverhoffte Schwangerschaft, noch ihre berufliche Karriere laufen wie geplant. In einem Arbeitslager kommen Elisabeth erste Zweifel: Ist der Nationalsozialismus wirklich die Lösung aller Probleme? "Elisabeth, ein Hi*lermädchen" ist nach "Hotel Amerika" der zweite Roman von Maria Leitner, der in der Reihe "Reclams Klassikerinnen" veröffentlicht wurde. Die Erstausgabe erschien 1937 als Fortsetzungsroman in der deutschsprachigen Exilzeitung "Pariser Tagblatt". Der "Roman der deutschen Jugend", so der Untertitel, lässt sich in zwei große Abschnitte unterteilen. Im ersten Teil schildert Leitner episodenhaft den Alltag in den frühen Jahren des Nationalsozialismus und dessen Auswirkungen auf die jungen Menschen. Im zweiten Teil begleiten wir Elisabeth in ein Arbeitslager, in das sie sich mehr oder weniger freiwillig begeben hat, nachdem ihre Arbeit als Schuhverkäuferin einem "verdienten Frontsoldaten" aus dem Ersten Weltkrieg zugesprochen wurde. Genau wie in ihrem Debüt "Hotel Amerika" berichtet Leitner ausführlich und schonungslos über die prekären Bedingungen der Arbeiterinnen und setzt dabei durchgehend auf eine weibliche Perspektive. Auffallend dabei ist die Empathie für ihre Figuren und für die Jugend im Allgemeinen. Leitner verurteilt insbesondere Elisabeth trotz deren Bekenntnis zum Nationalsozialismus nie, sondern zeichnet sie als ikonische Frauenfigur für das Lebensgefühl der frühen 1930er-Jahre. Umso stärker verurteilt die Autorin das System. Vorbereitende Kriegsübungen mit Gasmasken sind ebenso grauenvoll geschildert wie Elisabeths Aufenthalt in einer klandestinen Abtreibungsklinik. Ganz erstaunlich ist, wie es Maria Leitner gelingt, die Leserschaft für ihre verblendete Antiheldin einzunehmen. Der zweite Teil des 230 Seiten umfassenden Romans macht noch deutlicher, wie sehr der Nationalsozialismus die "deutsche Jugend" ausnutzte, um sie zu einem gefügigen Rädchen im System zu machen. Die Mädchen im Arbeitslager sind aus ganz unterschiedlichen Gründen dort, viele von ihnen auch zwangsweise. Leitner stellt sich klar auf die Seite der Jugend und greift bei Figuren wie der auffällig böse porträtierten Lageraufseherin Kuczynski auch einmal zum Stilmittel der Überzeichnung. Genau wie in "Hotel Amerika" gibt es eine Schlüsselszene, in der die Figuren aufbegehren und ihre Kraft überhaupt erst aus dem Gemeinschaftssinn ziehen. Eine Szene, die sinnbildlich auch für die politischen Überzeugungen Maria Leitners steht. Man könnte der Autorin vorwerfen, dass "Elisabeth, ein Hi*lermädchen" zu dialoglastig und überhaupt wenig subtil geraten sei. Doch im Kontext der Zeit war kein Platz für Subtilität. Mit erhobenem Zeigefinger und dabei erstaunlich hellsichtig war es Maria Leitner ein Anliegen, die Zeichen der Zeit zu erkennen und gemeinsam mit anderen Schriftstellern und Künstlerinnen aus dem Exil heraus, den Sturz des Nationalsozialismus herbeizuführen, um bald nach Deutschland zurückkehren zu können. So erfahren wir es aus dem informativen Nachwort des Literaturkritikers Philipp Haibach, unter Bezugnahme auf die Recherchen der Autorin Helga W. Schwarz. Und während Elisabeth auch am Ende des Romans noch immer nach dem Glück sucht, hat Leitner ihres leider nicht mehr gefunden. Beim vergeblichen Warten auf ein Visum für die USA starb die Sozialistin 1942 vereinsamt und vergessen vor einer Psychiatrie in Marseille den Hungertod. Neuveröffentlichungen wie "Elisabeth, ein Hi*lermädchen" tragen dazu bei, diese mutige und kluge Frau kein zweites Mal zu vergessen.

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