Nach 30 Jahren als Mangaredakteur kündigt Kazuo Shiozawa – unvermittelt, von einem Tag auf den anderen. An seinem letzten Arbeitstag nimmt er den Zug, wie hunderte Male zuvor, um einen Mangaautor zu besuchen und ihm ein letztes Mal Rat zu geben. Doch damit scheint es nicht getan: Ein junger Redakteur bittet ihn in eine Buchhandlung, weil er Hilfe bei einem unverbesserlichen Mangazeichner benötigt, der früher von Shiozawa redigiert wurde und sich nun weigert, mit jemand
anderem zusammenzuarbeiten. Für Shiozawa ist Tokyo dieser Tage voller Erinnerungen – eingebettet in die unausweichlichen Bande zwischen Mangaschöpfern, ihren Redakteuren, der Kunst und dem Leben selbst.
In seinem aktuellen dreiteiligen Werk TOKYO DIESER TAGE beschäftigt sich Taiyo Matsumoto mit den Beziehungen zwischen Mangaredakteur:innen und -autor:innen, die in Japan so eng verflochten sind wie in keinem anderen Comicmarkt der Welt, und nutzt dieses Thema zu einer Betrachtung von Lebensgefühl und -rhythmus im Tokyo von heute.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Band 1 von 3 - abgeschlossen ✔️
Genre: Seinen, Drama, Slice-of-Life
„Ich mag aus dieser Welt geflohen sein, weil sie mich am Ende angewidert hat…aber so richtig gelebt habe ich eigentlich nur, wenn ich Manga gezeichnet habe.“
„Tokyo dieser Tage“ ist ein tiefgründiger Manga über das Manga-Zeichnen und die Manga-Vermarktung, die Zusammenarbeit von Redakteur und Mangaka und alles was dahintersteht: und damit eben auch der Druck und die Erwartungen.
Den etwas eigenwilligen Zeichenstil von Taiyo Matsumoto kannte ich nun schon von seinem anderen Werk „Ping Pong“ und ich muss sagen, dass ich diesen mittlerweile richtig schätzen gelernt habe. Die Zeichnungen sind unglaublich ausdrucksstark und atmosphärisch und besitzen einen erzählerischen Sog, der einen gewissen qualitativen Anspruch hat. So wirkte dieser Manga für mich wie ein literarisches Werk, in dem tiefe Charakterstudien betrieben werden und wichtige Themen ihren Platz finden und zum Nachdenken anregen. In dieser Geschichte bewegen wir uns viel auf den Straßen Tokyos und bekommen auch einige Aussichtsbilder über die Stadt, die besonders toll anzuschauen sind. Diese Vogelperspektive spielt auch ein bisschen auf den Mitbewohner von dem Hauptprotagonisten Shiozawa an, der einen Vogel als Haustier hat, mit dem er sich auch immer unterhält und der auch auf dem Cover Platz findet. Shiozawa kündigt nach 30 Jahren überraschend seinen Job als Mangaredaktuer, denkt intensiv über sein Leben nach und möchte dieses ganze Kapitel für sich beenden. Nachdem er erst seine gesamte Manga-Sammlung verkaufen möchte, merkt er jedoch, dass er seine Leidenschaft doch nicht so einfach aufgeben kann und nimmt Kontakt zu Künstlern auf, deren Werke ihm besonders viel gegeben haben und startet ein neues privates Projekt.
Der Kontakt zu den verschiedenen Künstlern zeigt uns verschiedene Blickwinkel in dieser Branche und den schmalen Grad zwischen der Ausübung dieser Passion und dem Zufriedenstellen der Ansprüche der Lesenden. Für mich ein beeindruckendes Werk, das in dieser hochwertigen gebundenen Ausgabe seine Würdigung findet.
steffi_heavy_fun
aus Pasching
5/5
06.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einfach mal was anderes...
Für mich war es das erste Werk des Mangakas und für mich war es nicht nur eine nette Abwechslung, sondern auch eine positive Überraschung da hier wesentlich mehr in der Geschichte steckt als man zunächst vermuten würde. Man spürt die Nostalgie sowie die Poesie nicht nur durch einige Zitate, sondern durch die vielen Details, die es sonst noch zu entdecken gilt. Hier wurden sich sehr viele Gedanken rund um die Manga Welt gemacht und mich konnte der Titel durchaus zum Grübeln anregen was für mich einen guten Manga ausmacht, welche Erwartungen ich an dieses Hobby habe und wie wohl die Hintergrundarbeiten aussehen könnten. Taiyo Matsumoto scheint einige persönliche Erfahrungen in diese Reihe eingebracht zu haben und auf mich wirkten viele Szenen sehr authentisch, weswegen ich das direkt glaube. Der Blick hinter die Kulissen war genauso irre wie interessant und dass es sicher nicht leicht ist einen Manga zu zeichnen und zu veröffentlichen sind Umstände, die ich auch schon ohne dieses Werk gewusst habe, wobei es nochmal neuen Input liefert und einen wieder ins Gedächtnis ruft, dass hinter den Bänden auch echte Menschen stecken. Und genau das ist der Punkt, an den viele oftmals nicht denken, die Leute sind keine Maschinen und haben genauso Ängste, Wünsche, Zweifel und Hoffnungen, wobei sie von allen Seiten unter Druck geraten und selbst oftmals hinten anstehen nur um ihr Werk in den Vordergrund zu stellen. Ob das gesund ist? Wie man das auf Dauer aushält? Das sind nur einige der Aspekte, denen wir hier begegnen und ihr solltet die Antworten dazu am besten selbst herausfinden.
Im Band selbst werden wir mit einigen Farbseiten belohnt und auch wenn der Zeichenstil zunächst gewöhnungsbedürftig war, zeugte er von tiefer Leidenschaft und konnte mich damit erreichen. Gegen Ende eines jeden Kapitels präsentierte sich uns eine Stadt, ein Gebäude oder eine Landschaft und dieses Konzept fand ich sehr ansprechend da ich so gedanklich das Kapitel schließen konnte, um mich frisch auf das Nächste einzulassen. Alles in allem war es für mich ein rundum gelungenes Leseerlebnis und auch wenn ich nicht immer allen Gedankengängen oder Handlungen folgen konnte, tat dies meinem eigenen Empfinden keinerlei Abbruch. Ich glaube das man sich auf dieses Werk nur einlassen sollte, wenn man wirklich an der grundlegenden Thematik interessiert ist und nicht auf Action oder Spice aus ist, denn ich würde den Band eher als ,,Slice-of-Life" beschreiben. Es war auf jeden Fall in vielerlei Hinsicht mal was anderes als die sonstigen Werke, die ich lese und ich hatte auf alle Fälle eine gute Zeit, weswegen ich es durchaus weiterempfehlen würde. Mein persönliches Highlight war die Botschaft ,,Gib nicht auf was du liebst und wofür du brennst, sondern finde neue Wege, um die Leidenschaft am Leben zu erhalten”. Keine Ahnung, ob ich zu viel hinein interpretiere oder was sehe was gar nicht da ist, aber Gedanken sind ja bekanntlich frei und deswegen verbinde ich diesen Auftakt mit diesem leidenschaftlichen Gefühl von Freiheit. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß bei dem beschwerlichen, aber dafür auch erfüllenden Alltag eines Mangakas.
Bewertung
5/5
24.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessanter Einblick in die Branche
Nach 30 Jahren geht für Shiozawa, eine Art Lebenswerk zu Ende. Den das von ihm gegründete Manga Magazin wird eingestellt. Und er möchte, ganz Japanisch als Verantwortlicher Redakteur, die Konsequenzen daraus tragen. Er kündigt und besucht noch einmal einen, der Mangaka die er all die Jahre betreut hat.
Aber kann man nach so vielen Jahren, wirklich alles hinter sich lassen. Und etwas vollkommen Neues anfangen? Den das ist das was Shiozawa erstmal plant. Er möchte alles hinter sich lassen, was ihn an sein scheitern erinnert. Die Manga, die Beziehungen zu den Mangaka, die Zweifel die durch die Situation entstanden sind. Aber das alte Leben ist keine Haut, die man einfach abstreifen kann!
Das muss auch er einsehen. Erinnerungen, die eigene Expertise, die Kollegen die plötzlich seine Aufgaben übernehmen sollen. Und nicht wissen wie sie damit umgehen sollen. All das lässt sich nicht einfach weg wischen. Aber was nun?
Mich begeistert hier vorallem die Sicht auf die Manga Branche. Die mal nicht das stetige bemühen der Künstler zeigt, deren Kreativität in den Komerziellen Käfig passen muss. Sondern die Sicht des Redakteurs, der den selben Fesseln unterliegt. Dem Druck, das das Werk sich verkaufen muss.
Weshalb er versucht mit einigen Mangaka, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben. Ein neues Projekt zu starten. Ob das gelingt, oder auch zum scheitern verurteilt ist?
Das alles in dem recht ruhigen Stil von Matsumoto. Und einem recht gesprächigen Vogel, der alles was lockerer macht. Wodurch der Titel nicht nur besondere Einblicke liefert, sondern auch sehr zum Nachdenken anregt. Was mir richtig gut gefallen hat.
Das alles sehr Hochwertig in HC, mit einigen Farbseiten und hochwertigen Papier
Faszination_Manga
aus Berlin
5/5
27.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein emotionales Highlight!
30 Jahre Manga – und plötzlich ist alles vorbei? Über Nostalgie, Scheitern & einen Neuanfang voller Hoffnung ✍️
Kazuo war 30 Jahre lang Manga-Redakteur bei einem renommierten Verlag – bis das von ihm gegründete Magazin eingestellt wurde. Für ihn ist die Kündigung eine logische Konsequenz, aber auch ein tiefer Einschnitt. Denn was bleibt, wenn das eigene „Baby“ scheitert? Wenn man sich selbst nicht mehr zutraut, seinen Beruf weiter auszuüben?
Was mich an diesem Manga so berührt hat, ist die ehrliche Darstellung von Nostalgie und Scheitern. Die Last, wenn Leidenschaft und Beruf aufeinandertreffen. Die leisen, schmerzhaften Fragen: Habe ich versagt? Wofür war das alles?
Dabei zeigt das Werk auch die komplizierte Beziehung zwischen Redakteuren und Mangaka – geprägt von Leidenschaft, aber auch Missverständnissen. Zwischen den Zeilen spürt man die verletzliche Künstlerseele und den oft unausgesprochenen Druck, der mit der Veröffentlichung von Manga einhergeht. Themen wie Überarbeitung, Krankheit, sogar früher Tod – alles im Namen des Erfolgs.
Was mich besonders bewegt hat, ist die Kritik an der Kommerzialisierung von Kreativität – und die Suche nach einem neuen Weg. Kazuo plant, gemeinsam mit anderen gescheiterten oder ausgebrannten Zeichnern ein neues Projekt zu starten: einen perfekten Manga. Ein letzter Versuch, etwas Bedeutungsvolles zu schaffen – mit all der Erfahrung, den Fehlern und Träumen im Gepäck.
Ich liebe den Stil von Matsumoto – atmosphärisch und fantasievoll, mit starken visuellen Momenten wie den ganzseitigen Panels von Tokyos Stadtlandschaften oder Kazuos surrealen Gesprächen mit Vögeln. ️
Für mich war Band 1 ein emotionales Highlight. Wer Geschichten über das Aufgeben, Weitermachen und das kreative Ringen mit sich selbst liebt, sollte hier unbedingt reinschauen.
mamabaer1a
5/5
10.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mangaredakteur, mehr als nur…
Mangaredakteur, mehr als nur einfach Arbeit *Herz* . Ich lerne Kazuo Shiozawa kennen, er hat 30 Jahre lang als Mangaredakteur gearbeitet, doch jetzt hat er spontan beschlossen zu kündigen. So zu sagen von dem einen auf den anderen Tag. Er sieht es für sich auch als Strafe dafür, dass sein Magazin eingestellt wurde. Schließlich hatte es nicht mehr richtig die Zielgruppe erreicht und war uninteressant geworden. . Jetzt an seinem letzten Arbeitstag nimmt er den Zug, wie hunderte Male zuvor und wie er selbst errechnet hat, hat er insgesamt mehr als 230 Tage seines Lebens in diesem Zug verbracht. Eigentlich wollte er nur einen Mangaka in ihrem üblichen Restaurant treffen, doch so wie immer, wird er auch an diesem Tag von einer jungen Redakteurin um Hilfe gebeten. Sie betreut jetzt einen der Mangazeichner, die Shiozawa früher betreut hat und die beiden werden einfach nicht warm, ganz im Gegenteil die Redakteurin hat das Gefühl sie stehen sich gegenseitig im Weg. . So merke ich schnell, dass nicht nur Shiozawas Art sehr gemocht wird, er liebt Tokyo und die Mangabranche - auch wenn er im Moment von dem all dem Genug hat und es eigentlich hinter sich lassen möchte. . Was ich an diesem Manga liebe sind die Eindrücke und Einblicke, die man in die Mangabranche erhält. Wenn ich auch bis jetzt noch bei Band 1 bin, so merkt man trotzdem schon den Druck der Mangaka und der Redakteure, etwas abliefern und leisten zu müssen. . Aufgelockert wird der ganze Manga durch einen hoch intelligenten Vogel (siehe Cover), der immer wieder flotte Sprüche und echte Weisheiten raus haut. Er hat mir sehr viel Freude bereitet *Herz* . Ich bin schon gespannt auf die nächsten 2 Bände *herz* Denn die Story hat jetzt schon eine interessante Wendung. . Japan: in 3 Bänden abgeschlossen Gebundene Ausgabe
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5/5
06.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Ende einer Ära
Kazuo Shiozawa ist bzw. war Manga Redakteur. Doch nach über 3 Jahrzehnten im Beruf entschließt er sich, aufzuhören. Dabei verfolgen wir eben diesen, wie er nochmal alte Weggefährten besucht, als auch zu den Leuten mal ehrlich und ungefiltert sein kann. Aber auch diejenigen, die seinen Platz eingenommen haben und ab und zu Rat bei ihm suchen.
Im Endeffekt nach etwas Überlegung und interner Konflikte entschloss er sich aber dazu noch einmal einen Manga zu verlegen. Und zwar mit all seinen Lieblingskünstlern und Mangaka, die er sehr bewundert.
Das Werk strotzt nur so von Nostalgie für etwas, das nicht mehr ist. Damit einhergehend auch Künstler, die er ewig betreut hat, und nun ganz andere Pfade eingeschlagen haben. Ebenfalls bietet die Geschichte durch die vielen Mangaka verschiedene und durchaus spannende Lebensgeschichten und Einblicke ins Mangaka Dasein. Besonders finde ich auch die Entwicklung von Kazuo als Charakter. Denn Anfangs scheint er sein komplettes Leben hinter sich lassen zu wollen, nur um sich auf seine Berufung und Leidenschaft zurück zu Besinnen.
Der Aspekt, dass Kazuo mit seinem eigenen Vogel sprechen kann, bietet auch noch eine leicht übernatürliche Komponente. Diese gab es ja auch schon bei Katzen des Louvre von Matsumoto.
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