Mit 11 Jahren verlobt, 10 Jahre später Witwe und bereit, hinter den Kulissen zu herrschen.
Wien, 1298: Nach jahrelangen Verhandlungen wird die Habsburgerin Agnes mit dem König von Ungarn verheiratet, einem Gegenspieler ihres Vaters. Tatkräftig übernimmt Agnes die Pflichten einer Königin, wird jedoch vom Adel ausgebremst. Ein Seilziehen beginnt. Als der König überraschend stirbt, müssen Agnes und ihre Stieftochter um ihr Leben fürchten. Beide sind bereit, um ihren Rang und ihre Macht zu kämpfen.
Agnes von Ungarn gilt heute als heimliches Oberhaupt der frühen Habsburger-Dynastie, Friedensstifterin und Spenderin von Spitälern und Klöstern. Nach ihrem Tod wurden ihre Taten verunglimpft und sie als blutrünstiges Weib dargestellt. Dies ist die Geschichte ihrer frühen Jahre, als sie die ersten Schritte auf einer politischen Bühne wagte, die auf junge und kinderlose Frauen nicht vorbereitet war.
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4.5/5.0
Bewertung
aus Villingen-Schwenningen
5/5
20.04.2025
eBook (ePUB 3)
Agnes, Königin von Ungarn - gebildet, fromm und tatkräftig
Albrecht aus dem Hause Habsburg , Herzog von Österreich , möchte der Nachfolger seines Vaters als König werden, nachdem seine Versuche König von Ungarn zu werden gescheitert sind. Nach mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen mit Rivalen um die Krone wird Agnes mit Andreas, der mittlerweile König von Ungarn ist, verheiratet, um Albrechts Pläne zu unterstützen. Darauf wurde Agnes ihr ganzes Leben vorbereitet, immer im Dienste der Familie zu leben und zu handeln. Agnes wird zwar zur Königin von Ungarn gekrönt, aber die Ehe entwickelt sich anders als erwartet. Andreas sieht sie nicht als Partnerin, lässt aber Agnes Freiheit in kirchlichen Dingen. Zu ihrem Leidwesen kann sie Andreas keinen Erben schenken. Nach nur zwei Jahren Ehe stirbt erst Agnes Schwiegermutter und kurz darauf König Andreas. Es wird von Giftmord gemunkelt. Agnes und ihre Stieftochter die kleine Elisabeth sind in der Burg Ofen nicht mehr sicher und fliehen mitten im Winter nach Wien zurück in die elterliche Hofburg. Das weitere Schicksal von Agnes sowie Elisabeth ist ungewiss, da die politische Lage unübersichtlich ist und deshalb kein passender Ehemann ausgewählt wird. Agnes, weiterhin Königin von Ungarn, unterstützt ihre Eltern in der Verwaltung der Vorlande und reist in das heutige Südbaden. Hier wird sie nicht mit offenen Armen empfangen, denn ihr Onkel glaubt, er sei der rechtmäßige Herrscher und Albrecht ist nicht beliebt. Agnes lässt sich nicht beirren, plant die Gründung eines Frauenkloster und unterstützt ärmere Kloster. Besonders die Frauenklöster lagen ihr am Herzen, denn sie waren der einzige Zufluchtsort für Frauen und der einzige Ort, an dem sie Zugang zu Bildung haben. Ihr war auch deren wirtschaftliche Unabhängigkeit wichtig, damit sie nicht unter die Vormundschaft männlicher Klöster gerieten.
Aus heutiger Sicht ist nicht nachvollziehbar, warum für Agnes keine neue Heirat arrangiert wurde. Den Eintritt in ein Kloster hat sich trotz ihrer Frömmigkeit stets abgelehnt, sondern hat sich weiterhin in den Dienst der Familie gestellt.
Das Buch liest sich zeitweise wie ein Krimi. Besonders bei der Flucht nach dem Tod des ungarischen Königs habe ich mehrmals um Agnes und Elisabeths Leben gefürchtet oder um ihre Freiheit. Es muss sehr niederschmetternd für Agnes gewesen sein, als Königin von Ungarn wieder in ihr altes Zuhause zurückzukehren und darauf zu warten, was über sie beschlossen wird. Zu ihrem Glück erkennen ihre Eltern ihre Fähigkeiten und binden sie aktiv in das politische Geschehen ein. Ich bin sicher, Agnes wäre auch heute eine erfolgreiche Geschäftsfrau . Sie hat für damalige Verhältnisse eine gute Bildung erhalten. Sie war intelligent, interessierte sich politische Zusammenhänge und war in der Lage langfristig und strategisch zu planen und dabei mögliche Probleme im Blick zu behalten. ich kannte Agnes vorher nicht, bin aber froh, dass ich sie kennengelernt habe, ist sie doch ein gutes Beispiel dafür, dass es schon immer Frauen gab, die hervorragendes geleistet haben. Nur hat hat man all zu oft vergessen, es zu erwähnen. Der Erzählstil ist unterhaltsam und gut zu lesen. Weitere Pluspunkte für mich waren der Blick in Agnes Gedankenwelt und die informative Zeittafel und der Quellennachweis am Ende des Buches.
Leseigel
aus Villingen
5/5
20.04.2025
eBook (ePUB 3)
Agnes, Königin von Ungarn -…
Agnes, Königin von Ungarn - gebildet, fromm und tatkräftig Albrecht aus dem Hause Habsburg , Herzog von Österreich , möchte der Nachfolger seines Vaters als König werden, nachdem seine Versuche König von Ungarn zu werden gescheitert sind. Nach mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen mit Rivalen um die Krone wird Agnes mit Andreas, der mittlerweile König von Ungarn ist, verheiratet, um Albrechts Pläne zu unterstützen. Darauf wurde Agnes ihr ganzes Leben vorbereitet, immer im Dienste der Familie zu leben und zu handeln. Agnes wird zwar zur Königin von Ungarn gekrönt, aber die Ehe entwickelt sich anders als erwartet. Andreas sieht sie nicht als Partnerin, lässt aber Agnes Freiheit in kirchlichen Dingen. Zu ihrem Leidwesen kann sie Andreas keinen Erben schenken. Nach nur zwei Jahren Ehe stirbt erst Agnes Schwiegermutter und kurz darauf König Andreas. Es wird von Giftmord gemunkelt. Agnes und ihre Stieftochter die kleine Elisabeth sind in der Burg Ofen nicht mehr sicher und fliehen mitten im Winter nach Wien zurück in die elterliche Hofburg. Das weitere Schicksal von Agnes sowie Elisabeth ist ungewiss, da die politische Lage unübersichtlich ist und deshalb kein passender Ehemann ausgewählt wird. Agnes, weiterhin Königin von Ungarn, unterstützt ihre Eltern in der Verwaltung der Vorlande und reist in das heutige Südbaden. Hier wird sie nicht mit offenen Armen empfangen, denn ihr Onkel glaubt, er sei der rechtmäßige Herrscher und Albrecht ist nicht beliebt. Agnes lässt sich nicht beirren, plant die Gründung eines Frauenkloster und unterstützt ärmere Kloster. Besonders die Frauenklöster lagen ihr am Herzen, denn sie waren der einzige Zufluchtsort für Frauen und der einzige Ort, an dem sie Zugang zu Bildung haben. Ihr war auch deren wirtschaftliche Unabhängigkeit wichtig, damit sie nicht unter die Vormundschaft männlicher Klöster gerieten. Aus heutiger Sicht ist nicht nachvollziehbar, warum für Agnes keine neue Heirat arrangiert wurde. Den Eintritt in ein Kloster hat sich trotz ihrer Frömmigkeit stets abgelehnt, sondern hat sich weiterhin in den Dienst der Familie gestellt. Das Buch liest sich zeitweise wie ein Krimi. Besonders bei der Flucht nach dem Tod des ungarischen Königs habe ich mehrmals um Agnes und Elisabeths Leben gefürchtet oder um ihre Freiheit. Es muss sehr niederschmetternd für Agnes gewesen sein, als Königin von Ungarn wieder in ihr altes Zuhause zurückzukehren und darauf zu warten, was über sie beschlossen wird. Zu ihrem Glück erkennen ihre Eltern ihre Fähigkeiten und binden sie aktiv in das politische Geschehen ein. Ich bin sicher, Agnes wäre auch heute eine erfolgreiche Geschäftsfrau . Sie hat für damalige Verhältnisse eine gute Bildung erhalten. Sie war intelligent, interessierte sich politische Zusammenhänge und war in der Lage langfristig und strategisch zu planen und dabei mögliche Probleme im Blick zu behalten. ich kannte Agnes vorher nicht, bin aber froh, dass ich sie kennengelernt habe, ist sie doch ein gutes Beispiel dafür, dass es schon immer Frauen gab, die hervorragendes geleistet haben. Nur hat hat man all zu oft vergessen, es zu erwähnen. Der Erzählstil ist unterhaltsam und gut zu lesen. Weitere Pluspunkte für mich waren der Blick in Agnes Gedankenwelt und die informative Zeittafel und der Quellennachweis am Ende des Buches.
Bewertung
4/5
17.03.2025
eBook (ePUB 3)
Agnes von Habsburg und der Kampf um Macht
Der historische Roman „Ein geschwind listig Wib“ von Dorothe Zürcher erweckt das Leben der Agnes von Habsburg und Ungarn zum Leben, einer Frau, die im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert eine bedeutende Rolle in den politischen Umwälzungen Europas spielte. Die Geschichte beginnt 1287, als die Familie von Agnes vor den politischen Turbulenzen flieht. Im Jahr 1297, als Agnes 15 Jahre alt ist, wird sie mit dem ungarischen König Andreas III. verheiratet. Diese Ehe katapultiert sie an die Spitze eines Reiches, das sich durch politische Instabilität und Intrigen auszeichnet. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1301 muss Agnes nicht nur ihre politische Stellung behaupten, sondern auch den drohenden Gefahren der Machtkämpfe entkommen.
Die Autorin zeichnet Agnes als eine starke und entschlossene Frau, die ihre politischen Aufgaben ernst nimmt, sich jedoch auch mit den menschlichen Widersprüchen der Welt auseinandersetzt. In ihrem Verhältnis zu Andreas zeigt sich die Beziehung zwischen den beiden als eine Mischung aus politischen Spannungen und unterschwelligem Humor, was den Charakteren eine menschliche Tiefe verleiht. Trotz der schwierigen Umstände wächst Agnes im Roman zu einer mächtigen und selbstbewussten Herrscherin, die die politische Landschaft maßgeblich beeinflusst.
Zürcher gelingt es, die politische Situation des Spätmittelalters, insbesondere die Herausforderungen des Habsburger Hauses, mit präziser Recherche und einem atmosphärischen Sprachstil zu vermitteln. Die vielen historischen Details, die von den politischen Spannungen in Ungarn bis hin zu den Thronfolgestreitigkeiten in Mitteleuropa reichen, werden klar und anschaulich dargestellt, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Auch die mitreißende Darstellung der komplexen Charaktere, deren innere Konflikte und menschliche Schwächen, trägt dazu bei, dass der Leser tief in die Geschichte eintaucht.
Das Buch ist nicht nur eine spannende und lehrreiche Zeitreise, sondern auch ein Porträt einer Frau, die in einer männerdominierten Welt ihren Platz erkämpft und dabei ihre eigene Machtposition findet. „Ein geschwind listig Wib“ ist ein eindrucksvolles Beispiel für historische Romane, die es verstehen, nicht nur die äußeren Ereignisse, sondern auch die inneren Entwicklungen der Figuren nachzuvollziehen.
Mit einer gelungenen Mischung aus Geschichte und Fiktion, detaillierter Recherche und einer lebendigen Erzählweise, die den Leser mitnimmt, wird das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre für alle, die sich für die Habsburger und die politischen Konflikte des Mittelalters interessieren.
Ich habe das Buch genossen, jedoch habe ich einen Stern abgezogen, da mir der Anfang zuviele unterschiedliche Personen, politische Konflikten und Orte hatte und der Überblick etwas schwer fällt.
Firieth
3/5
19.04.2025
eBook (ePUB 3)
Das Cover ist recht typisch…
Das Cover ist recht typisch für einen historischen Roman und ansicht ganz gut. Ob es zum Buch passt, bin ich mir etwas unschlüssig. Der Schreibstil gefällt mir soweit recht gut, auch, wenn ich am Anfang entwas Schwierigkeiten hatte, in das Buch hineinzufinden. Danach war es allerdings vor allem im ersten und zweiten Teil sehr angenehm zu lesen. Agnes ist eine starke Frau, die oft unterschätzt aber von vielen auch geschätzt wurde. Man erfährt in dem Buch sehr viel zum historischen Hintergrund von Agnes von Ungarn. Ich habe mir auch den Artikel auf Wikipedia zu ihr durchgelesen und es ist nich umfangreich, was zu ihr bekannt ist. Leider werden die Lücken und das unbekannte nur recht wenig durch Fiktion aufgefüllt, das hätte durchaus ein wenig mehr sein können. Dadurch hätte es sich vielleicht auch nicht so stark gezogen und man hätte noch mehr Zugang zu ihr und vor allem auch anderen Personen gefunden. Der Fokus liegt eindeutig auf Agnes. Fazit: Ein netter historischer Roman, der ein bisschen mehr Füllstoff gebrauchen könnte, aber für historische Hintergrundinformationen sehr interessant zu lesen ist.
Nina Albert
5/5
15.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Die stille Königin im Schatten der Macht.“
Wie ein leises, doch unbeirrbares Feuer entfacht dieser historische Roman eine faszinierende Magie für Agnes von Ungarn – ein Mädchen, früh verlobt, jung verwitwet und entschlossen, sich in einer Welt zu behaupten, die für Frauen keine Macht vorgesehen hatte. Zwischen höfischen Intrigen, politischem Kalkül und persönlicher Standhaftigkeit wächst Agnes zu einer stillen Lenkerin der frühen Habsburger heran, klug, gläubig und von innerer Stärke getragen.
Mit großer erzählerischer Eleganz und spürbarer Hingabe erweckt Dorothea Zürcher das Spätmittelalter zum Leben. Ihre Sprache ist farbenreich und atmosphärisch, ihre Figuren wirken lebendig und vielschichtig, ihre Dialoge tragen ebenso Spannung wie tiefe Eindringlichkeit. Historische Details fügen sich organisch in die Handlung ein und machen Politik, Machtkämpfe und persönliche Verluste eindrücklich erfahrbar, ohne den Zauber der Erzählung zu brechen.
So entsteht nicht nur das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, sondern auch eine poetische Zeitreise, die Wissen und Gefühl verbindet. Ein Roman wie ein Märchen aus Stein und Geschichte, das einer zu Unrecht vergessenen Königin ein würdiges literarisches Denkmal setzt.
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