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Jahre ohne Sprache Roman | Feministischer und wütender Gesellschaftsroman, der dem Schweigen und der Sprachlosigkeit etwas entgegensetzt | Für Fans von Mareike Fallwickl und Ruth Maria Thomas

12

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.11.2025

Verlag

Ecco Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,6/13,3/2,2 cm

Gewicht

295 g

Farbe

Graublau / Weiß

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7530-0121-0

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»Einen Roman über Sprachlosigkeit in solch intensiver Sprache zu schreiben, das darf man mit Fug und Recht als eine literarische Meisterleistung bezeichnen.« ("Bücherschau")
»Klar, wütend, ohne Voyeurismus.« ("Hörzu")
»Eindringlicher Gesellschaftsroman voller Schmerz.« ("NDR Kultur")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.11.2025

Verlag

Ecco Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,6/13,3/2,2 cm

Gewicht

295 g

Farbe

Graublau / Weiß

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7530-0121-0

Herstelleradresse

Ecco
Valentinskamp 24
20354 Hamburg
DE

Email: vertrieb@harpercollins.de

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  • Lesens_werte

    5/5

    16.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Starkes Buch

    In ihren Erinnerungen beginnt es an einem Abend auf dem Sportplatz. Die Bilder in Nataschas Kopf verschwimmen immer wieder, nur eins sieht sie klar vor Augen: die Hand. Und was eine unbeschwerte Jugend im provinzialen Glanitz hätte sein können, wird vernichtet von diesem Missbrauch und der inneren Stimme, die ihr unbegründet die Mitschuld gibt. Mittlerweile nennt sich Natascha "Nao", ist erwachsen und entkommt doch nicht den Schatten der Vergangenheit. Ihr fehlt Rückhalt, vor allem familiär, die neuen Freunde sind zwar da, wissen aber nicht um den Kern ihrer Probleme Bescheid. Nao baut zunehmend Wut auf, bekommt Fantasien, wie sie sich rächen könnte und hat doch auch Angst vor so einer Situation. Die große Stärke dieses Buchs ist die plastische Greifbarkeit dieser Angst und des Schamgefühls. "Die Hand" bekommt in den Schilderungen wenig Gesicht, wenig Attribute und auch die Handlungen selber bleiben sehr vage, was mir persönlich aber sehr gut gefallen hat. Dieser Stil symbolisiert für mich Nataschas Verdrängen, der Wunsch einen Deckel über die Geschichte zu legen, der mit ihrer Wut und Lust zur Konfrontation konkurriert. Ich bin beeindruckt von der Wucht dieses inhaltlich und sprachlich starken Buches.

  • all.the.books.i.read.before

    5/5

    08.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leise aber eindrücklich

    ✨ Rezension ✨ Jahre ohne Sprache | Ann Esswein | Ecco | 192 Seiten | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Jahre ohne Sprache ist eine Geschichte, über eine junge Frau, der die Worte fehlen für das, was ihr in der Jugend passiert ist. Wir begleiten die Protagonistin in der Gegenwart, wo sie mit anderen Menschen in einer Knopffabrik lebt. Gemeinsam schlagen sie sich durch, unterstützen sich, aber hinterfragen sich dabei nicht. In Rückblicken kommen wir langsam all den Erlebnissen näher, die Nataschas Leben geformt haben. Man versteht ihre Struggle dabei immer besser, aber nie ist es die ganze Geschichte. Immer bleibt auch Raum für eigene Interpretationen und Gefühle. Für mich hat sich dabei auch der Horizont erweitert, denn es gibt Einblicke in Lebensrealitäten, die mir fremd sind. Wohnungslosigkeit und Armut, sowie diese Wortlosigkeit, weil man das Erlebte nicht verarbeiten konnte. Flashbacks und Fantasien, die immer konkreter werden ziehen sich dabei durch die Geschichte und werden zum Ende immer dichter. Von mir eine Empfehlung für diese leise aber bedeutungsschwere Geschichte.

  • zeilen_echo

    5/5

    07.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Female Rage hat eine Vorgeschichte

    „Jahre ohne Sprache“ von Ann Esswein ist ein Roman über weibliche Wut und darüber, wie sie entsteht. Von der ersten Seite an liegt eine spürbare Anspannung in der Hauptfigur Natasha, die in jungen Jahren missbraucht wurde. Sie ist leise, unsicher, angepasst. Ein typisches „braves Mädchen“, das gelernt hat zu schweigen. Doch unter dieser Oberfläche wächst etwas: Wut. Nicht plötzlich oder plakativ, sondern schleichend. Was dieses Buch stark macht, ist der Fokus jenseits des eigentlichen Täters. Esswein zeigt unmissverständlich dass sexualisierte Gewalt nicht mit der Tat endet. Die eigentlichen Brüche entstehen oft später bspw. durch Mitwisser, Wegsehen und Schweigen. Durch Eltern, die Täter prägen. Durch eine Mutter, die nie schützt. Und auch durch das Opfer selbst, das gelernt hat, sich klein zu machen, um zu überleben. Die Charakterentwicklung von Natasha ist konsequent und unbequem. Vom verschüchterten Mäuschen zur Figur, die sich ihr Leben zurückholt ob man diesen Weg als Emanzipation oder als Rache liest, bleibt dabei bewusst offen. Genau darin liegt die Stärke des Romans: Er moralisiert nicht, er erklärt. „Jahre ohne Sprache“ ist ein wütendes Buch. Ein notwendiges.
Wer verstehen will, wie Female Rage als Reaktion auf systemisches Versagen entsteht sollte diesen Roman lesen. Kurz gesagt:
Kein leichter Stoff. Keine falsche Empathie. Aber literarisch überzeugend und thematisch auf den Punkt.

  • Christopher Bahn

    Book Circle Community

    5/5

    26.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Unsagbare benennen

    Ein sehr eindringlicher Roman über eine Jugend in der Provinz, die von einer mysteriösen Hand begleitet wird, die allgegenwärtig ist und den jungen weiblichen Körper missbraucht. Jahre später lebt die Protagonistin in einer alternativen Fabrik mit ihrer großen Wahlfamilie, doch die Erinnerungen an die Hand verfolgen sie immer wieder. Der Roman ist auch so aufgebaut, im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und zeigt den großen Einfluss unserer Vergangenheit auf unser Leben. Besonders gefallen hat mir die klare, doch unaufdringliche Sprache und die sehr ausdrucksstarke Zeichnung der Charaktere. Sehr empfehlenswert.

  • Karina

    aus Wiesbaden

    4/5

    31.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sprachlos

    Viele kluge und zugleich wütende Worte für eine Tat, die sprachlos macht - genau damit konfrontiert uns 'Jahre ohne Sprache' von Ann Esswein. Und plötzlich werden Worte gefunden. Worte, von denen jede*r weiß, wie lebenswichtig sie sind. Wir begleiten Nao, in einem früheren Leben Natascha, auf ihrem Weg aus einer erdrückende Sprachlosigkeit. Ihre neu gewählte Familie trägt sie dabei - Menschen, die ein unkonventionelles Leben führen, jenseits von Regeln, Mietverträgen, Geschlechterrollen und Hierarchien. Hier sind alle gleich, und doch verarbeitet jede*r seine Vergangenheit auf so unterschiedliche Art und Weise. Nao erinnert sich nur an eine Hand. An die Hand, die Dinge mit ihr tat, die sie nicht wollte, die Grenzen überschritt. Und an ihren besten Freund Luki - sowie an die unbegreifliche Entfremdung nach jenem Abend. Ann Esswein lädt uns tief in Naos Gedankenwelt ein und lässt dabei bewusst Raum für eigene Empfindungen und Interpretationen. In Flashbacks erfahren wir Stück für Stück von dem Leben einer jungen Frau, der über Jahre hinweg die Worte fehlten - einer Frau, die von gesellschaftlichen Mechanismen zum Verstummen gebracht wurde. Ich konnte und wollte dieses Buch kaum aus der Hand legen. Ich empfehle euch: Lest diesen ruhigen und zugleich enorm bedeutungsschweren Roman - und lasst ihn auf euch wirken.

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    S. Elle

    Thalia Eisenach

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    5/5

    02.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein sehr eindrückliches Buch!

    Natascha wächst in einem kleinen, provinzialischen Ort auf, zwischen Bushhaltestelle, Fußballplatz und Vereinshaus, wo sie viel Zeit mit ihrer Clique verbringt. Darunter auch ein Junge, den wir nur als "Die Hand" kennelernen. Jahre später ist Natascha Nao, lebt mit anderen Personen in einer alten Fabrikhalle, wo sie ihrer Vergangenheit zu entflliehen versucht. Die Leue mit denen sie zusammen wohnt, teilen scheinbar alles, ihre Wut auf das System, die Ohnmacht über Erlebtes, jedes Stück Freude, ihre Ängste. Auch Nao versucht hinter sich aufzuräumen, einen Abschluss zu finden. Diese 192 Seiten haben es in sich. Hat man einmal den Einstieg in die Geschichte gefunden, dringt man tief in die Thematik. Was als etwas nüchterner Coming of Age Roman beginnt, wird schell zu einem radikal ehrlichen und emotionalaufgeladenem Plot, der Nataschas Leben seziert. Aber Natascha, die man als kluge und auch gutaussehende Protagonistin kennenlernt, hat nirgends Halt. Selbst in ihrer Clique, mit der sie wohl am meisten Zeit verbringt, ist alles nur Schein. Man bewegt sich zwischen ihrem schlechten Familienverhältnis und Hoffnungen sowie Sehnsüchten eines Teenagers, bevor die Stimmung kippt. Denn schnell wird klar, dass Natascha Schlimmes erlebt hat, was über die ersten sexuellen Erfahrungen eines Teenageers hinaus geht. Von diesen Erlebnissen kann sie sich auch Jahre später noch immer nicht lösen. Nur in einer Gruppe Menschen, die alle etwas erlebt und schlecht bis gar nicht verarbeitet zu haben scheinen, findet sie Halt, Vertrauen. Aber auch der Zusammenhalt dieser Gruppe, die als Aussteiger in einer alten Knopffabrik leben und sich von Job zu Job durchschlagen, ist brüchig. Als Natascha (Nao) beginnt sich mit dem Erlebten direkt zu konfrontieren, wird die Geschichte allmählich aufgerollt. Es gibt Sprünge zwischen ihrer Teeniezeit und dem Leben in der Fabrik. Der Schreibstil springt von nüchtern bis ausdrucksstark, emotional. Man fühlt die Emotionen der Hauptfigur deutlich und beginnt sich Fragen zu stellen: Warum ist da niemand, der etwas tut? Was ist mit ihren Freunden, ihren Eltern? Wieso war niemand für sie da? Wie Nao überhaupt in die Gruppe der Aussteiger gelangt, wird leider nicht näher erklärt. Dafür spürte man aber deutlich die überkochenden Gefühle einiger Gruppenmitglieder. Die Dynamik zwischen den 4 Bewohnern der Fabrik ist stark aber wankelmütig. Auch hier bekommt man immer wieder das Gefühl: sind diese Leute, wirklich die Familie, die sich Nao so sehr wünscht? Das Buch ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Es geht um Zugehörigkeit, alte Traumata undd Enttäuschung, privat und gesellschaftlich. Eine kurze Geschichte mit Durchschlagskraft.

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