Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie erkennen
Über moderne Anhängerschaft | Die verborgene Rhetorik der Zugehörigkeit | Bekannt durch den Podcast »Sounds Like a Cult« | NYT-BESTSELLER
Eine scharfsinnige Gegenwartsanalyse über moderne Anhängerschaft und die Macht der Sprache - bekannt aus dem Kult-Podcast »Sounds Like a Cult«
Die wenigsten Menschen fühlen sich einem Kult zugehörig, und dennoch fallen viele in den verzweigten Kaninchenbau ihrer bizarren Gerüchte und Versprechungen. Dabei sind es nicht allein Sekten wie Scientology, die unseren Alltag durchdringen, sondern auch unscheinbare Lifestyle-Kulte um Fitnessgeräte, Stars oder Produkte.
Für die Linguistin Amanda Montell greifen vage Erklärungen wie Brainwashing oder Gedankenkontrolle zu kurz. Der Schlüssel liegt nicht in der Dämonisierung von Kulten, sondern in der Analyse gezielter Sprachverfahren, durch die es ihnen gelingt, eine Ideologie, eine Gemeinschaft und ein Gefühl der Polarisierung durchzusetzen. Von den Codeswitching-Methoden des Sektenführers Jim Jones bis zum Love-Bombing der Netzwerk-Marketing-Profis - mit ihrer bissig-komischen und persönlichen Auseinandersetzung mit dem Universalismus kultischen Denkens lehrt uns Amanda Montell die Sprache der Kulte. Denn wir bemerken sie meist erst dann, wenn wir viel zu tief drinstecken.
»Die meisten von uns waren noch nie Mitglied in einer Sekte, doch das heißt nicht, dass unser Leben von sektiererischem Denken unberührt ist. Wie diese scharfzüngige und witzige Serie zeigt, haben einige der weltgrößten Unternehmen ihren Erfolg durch das Kultivieren von Anhängern aufgebaut.«The New York Times
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
10.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unterhaltsam und interessant
In ihrem neuen Buch "Cultish" widmet sich Amanda Montell, die sich auch in ihren vorigen Büchern schon mit interessanten psychologischen Phänomenen auseinandergesetzt hat, der Verbindung zwischen Sprache und destruktiven Kulten. Anhand historischer Beispiele bekannter Sekten wie Scientology oder Peoples Temple, aber auch moderner Beispiele zu Pyramidensystemen, Multi-Level-Marketing, Fitnessgurus und Influencern mit sektenhaften Zügen zeigt sie auf, wie es Organisationen schaffen, Anhänger zu gewinnen, an sich zu binden und für ihre Zwecke auszubeuten. Es ist ein persönliches und gut recherchiertes, umfangreiches Buch, in dem man viel über diese Themen lernen kann und das ich gerne gelesen habe.
Jana
4/5
10.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Simon says join a cult
Cultish zeigt anhand mehrerer Beispiele, wie und warum Menschen in den Bann von Kulten gezogen werden.
Interessant ist hierbei allein schon die Erkenntnis, das es keine eindeutige Definition für Kulte gibt. Heutzutage ist alles ein Kult. Der neue Matcha Laden ist genauso kultig, wie das Album einer Band oder eben eine Sekte.
Ich mag die Weise wie verschiedene Beispiele analysiert werden. Es ist nicht trocken, sondern nah an persönlichen Beispielen und einfach zu verstehen.
Die Wertung der Autorin kommt dabei auch stark rüber, was mich nicht stört.
Sie schaffte es das ich verstehen kann wie Menschen in den Sog einer Sekte oder eines Kults gezogen werden.
Manche der Beispiele interessierten mich mehr als andere. Liegt auch daran, das es sehr stark auf Amerika bezogen ist.
Auch hätte ich gerne einen stärkeren Fokus auf die Gegenwart gehabt.
Trotzdem schaffte es das Sachbuch das ich es bis zu Ende lese, und ich konnte etwas daraus mitnehmen.
Mia / @zweimal_m
3/5
17.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein klug geschriebenes und zugängliches Sachbuch
Es beginnt oft mit einzelnen Wörtern. Mit Begriffen, die Vertrautheit schaffen, Zugehörigkeit versprechen oder ein Gefühl erzeugen, Teil von etwas Größerem zu sein. Mantras, Insider-Sprache, wiederkehrende Phrasen.
In »Cultish« untersucht die Linguistin Amanda Montell, wie sprachliche Mechanismen Gemeinschaft erzeugen und warum sie längst nicht nur in klassischen Sekten und Kulten zu finden sind, sondern uns oft auch in deutlich alltäglicheren Kontexten begegnen. Von Jonestown und Scientology über Multi-Level-Marketing bis hin zu Fitness-Communities oder Social Media folgt das Buch der Frage, welche Macht Sprache haben kann und welche Rolle sie dabei spielt, Gemeinschaft zu formen, Loyalität zu erzeugen und Menschen an Gruppen zu binden. Immer wieder verbindet Montell historische Beispiele und persönliche Erfahrungsberichte mit der Frage, wie Sprache Zugehörigkeit schafft und ab wann sie beginnt, in Ausschluss oder Manipulation umzuschlagen.
Was für mich an »Cultish« besonders gut funktioniert hat, ist die Zugänglichkeit. Obwohl das Buch einen klar linguistischen Ausgangspunkt hat und sich zwischen Sprachwissenschaft, Gesellschaftsanalyse und Berichten über reale Kulte bewegt, liest es sich erstaunlich leicht. Statt trocken theoretisch zu argumentieren, arbeitet Amanda Montell mit vielen Beispielen, persönlichen Erfahrungsberichten und popkulturellen Bezügen. Gerade deshalb könnte ich mir vorstellen, dass »Cultish« auch für Menschen spannend ist, die sonst eher selten zu Sachbüchern greifen. Die Themen wirken komplex, werden aber so aufbereitet, dass man schnell in die Gedankengänge hineinfindet und vor allem neugierig weiterliest.
Spannend fand ich dabei vor allem die Bandbreite der Beispiele. Das Buch bewegt sich zwischen bekannten Sekten und deutlich alltäglicheren Kontexten und stellt zwischen beiden immer wieder Verbindungen her, die mich zunächst überrascht haben, mit der Zeit aber immer schlüssiger wirkten. Dabei geht es weniger darum, Phänomene wie Fitness-Communities, Multi-Level-Marketing oder Social Media pauschal als sektenartig einzuordnen, sondern vielmehr darum zu zeigen, an welchen Stellen ähnliche sprachliche Mechanismen auftauchen können.
Wenn Sprache Zugehörigkeit und Gemeinschaft schafft, zugleich aber auch ausschließt – ab wann beginnt sie dann, auch zu manipulieren? Gerade dieser Gedanke blieb bei mir über die Lektüre hinaus hängen. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, darüber nachzudenken, an welchen Stellen mir solche Muster im Alltag begegnen und wie oft ich selbst Teil von Gemeinschaften bin, die viel stärker über Sprache funktionieren, als man zunächst vermuten würde.
Trotzdem muss ich sagen, dass bei mir während des Lesens immer wieder das Gefühl aufkam, etwas anderes erwartet zu haben. Der Titel und die Grundidee hatten bei mir die Vorstellung geweckt, stärker in sprachwissenschaftliche Aspekte einzutauchen und genauer auf die Mechanismen hinter diesen sprachlichen Mustern zu schauen. Stattdessen beschäftigt sich das Buch über weite Strecken ausführlich mit konkreten Kulten, ihren Strukturen und Geschichten. Das war zwar durchweg interessant und auch erschreckend, gerade weil deutlich wird, wie unterschiedlich solche Gruppierungen funktionieren können und wie viel ich über einige der vorgestellten Sekten noch nicht wusste. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe in der eigentlichen Analyse von Sprache gewünscht. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass »Cultish« sein Thema verfehlt. Eher hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass sich der Schwerpunkt verschiebt – weg von einer tieferen linguistischen Analyse und hin zu einem breiteren Überblick darüber, wie kultische Dynamiken entstehen und warum Sprache dabei ein so wirkungsvolles Werkzeug sein kann.
Dazu kommt, dass viele Beispiele stark im US-amerikanischen Kontext verankert sind. Gerade bei einem Thema wie Sprache hätte ich es spannend gefunden, stärker über kulturelle Unterschiede nachzudenken und darüber, inwiefern sich ähnliche Mechanismen auch in anderen gesellschaftlichen Kontexten zeigen. An einigen Stellen hätte ich mir deshalb mehr Beispiele außerhalb dieses Rahmens gewünscht und die Frage, wie sich sprachliche Mechanismen verändern, wenn sie in anderen kulturellen Kontexten entstehen oder funktionieren.
Am Ende bleibt »Cultish« für mich vor allem ein klug geschriebenes und zugängliches Sachbuch, das komplexe Themen verständlich vermittelt und dazu anregt, über Sprache im Alltag noch einmal anders nachzudenken. Gerade als Einstieg in Sachbücher oder in die Auseinandersetzung mit Kulten, Gruppendynamiken und sprachlicher Manipulation kann ich mir gut vorstellen, dass das Buch viele Leser erreicht. Und auch wenn ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe gewünscht hätte, hat »Cultish« vor allem eines geschafft: mich die Sprache meines Alltags bewusster hinterfragen zu lassen.
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5/5
24.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Cultish"
Dieses Buch fand ich wirklich faszinierend. Wie ist die Sprache von "Sekten" aufgebaut und wie trägt sie zum Erfolg eben dieser bei? Erschreckend fand ich zudem, wie häufig man dieser Art von Sprache im Alltag wiederfinden kann, wenn man nach dem Lesen des Buchs darauf achtet. Super spannend, super lehrreich und super unterhaltsam!
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4/5
17.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Und, wie leicht lässt du dich beeinflussen?
Eine fantastische Abhandlung über die Wirkung von Sprache. Amanda Montell geht es vor allem darum herauszukristallisieren, wieso nicht nur Sekten eine Sogkraft haben, sondern auch Politiker, Influencer, Narzissten und Co. Dies ist insbesondere interessant im Geiste unserer Zeit, wo Populismus, Manipulation und Social Media allgegenwärtig ist. Was bedeutet es eigentlich, sein “Gehirn gewaschen zu bekommen”? Und was haben Trump und Multi-level-Marketing gemeinsam?
Die Beispiele im Buch beziehen sich ausschließlich auf Amerika und behandeln unterschiedliche Kategorien an Sekten, Social Media Influencern und Firmen. Viele Beispiele beziehen sich deshalb auf die Vergangenheit oder handeln von den persönlichen Erlebnissen der Autorin. Dadurch ist das Buch eher eine Meinungsessay mit Gossip Charakter – unterhaltsam und lesenswert!
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