Produktbild: Das Philosophenschiff

Das Philosophenschiff Roman | »Ein Meisterwerk der Erzählkunst – spannend, tiefgründig, humorvoll.« SRF

57

14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

38897

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.09.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19/11,4/2 cm

Gewicht

205 g

Farbe

Seidengrau / Mokka

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14944-0

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

38897

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.09.2025

Verlag

dtv

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19/11,4/2 cm

Gewicht

205 g

Farbe

Seidengrau / Mokka

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14944-0

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

Email: GPSR Kontakt

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  • Klaus Effing

    aus Köln

    5/5

    27.06.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Eine politische und menschliche Parabel

    „Das Philosophenschiff“ von Michael Köhlmeier (2024, 220 Seiten) ist ein Roman, der historische Ereignisse mit einer fiktiven Handlung auf ungewöhnliche Weise verbindet. Nicht spektakuläre Wendungen stehen im Mittelpunkt, sondern die Frage, was Macht, Erinnerung und Menschlichkeit aus einem Menschen machen. Im Mittelpunkt steht Anouk, eine heute 100-jährige Frau, die einem Schriftsteller ihre Lebensgeschichte anvertraut. Sie berichtet von ihrer Kindheit, als sie gemeinsam mit ihren Eltern zu den russischen Intellektuellen gehörte, die mit den sogenannten Philosophenschiffen aus ihrer Heimat verbannt wurden. Besonders eindrucksvoll ist die erzählerische Idee, Lenin selbst auf dem Schiff auftreten zu lassen. Ausgerechnet der Mann, der die Deportationen veranlasst hat, erlebt nun den eigenen Machtverlust. Zwischen ihm und der jungen Anouk entwickelt sich eine stille, fast geheime Kommunikation. Gerade diese Passagen gehören für mich zu den stärksten des Romans. Sie zeigen eindrucksvoll, wie vergänglich politische Macht ist und wie schnell aus einem allmächtigen Herrscher ein hilfloser Mensch werden kann. Michael Köhlmeier verbindet historische Ereignisse mit einer fiktiven Handlung und eröffnet dadurch neue Perspektiven auf Verantwortung, Schuld und Erinnerung. An vielen Stellen wird zudem beklemmend deutlich, welche Auswirkungen autoritäre und diktatorische Systeme auf das Denken und Handeln der Menschen haben. Stets schwingt die Frage mit, wem man überhaupt noch vertrauen kann, was man sagen darf und wer die eigenen Worte an den Staat oder den Geheimdienst weitertragen könnte. Dieses Klima des Misstrauens prägt den Alltag der Figuren und macht nachvollziehbar, wie tief politische Unterdrückung in das private Leben hineinwirkt. Die verschiedenen Zeitebenen verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe. In unserem Lesekreis "Buchheld:innen" wurde vor allem der Sprachstil kontrovers diskutiert. Manche empfanden die Sprache der hundertjährigen Erzählerin als nicht ganz glaubwürdig. Diesen Einwand kann ich nachvollziehen. Für mich wirkt dieser Bruch jedoch eher wie ein bewusst eingesetztes Stilmittel als wie ein erzählerischer Fehler. Die Sprache schafft Distanz und macht deutlich, dass hier nicht nur Erinnerungen wiedergegeben, sondern auch literarisch gestaltet werden. „Das Philosophenschiff“ ist kein Roman, der jede und jeden gleichermaßen begeistern wird. Manche Ideen bleiben bewusst offen, und nicht jede erzählerische Entscheidung überzeugt vollständig. Gerade der ungewöhnliche Plot und die philosophischen Fragen über Macht, Menschlichkeit und Geschichte machen das Buch jedoch zu einer lesenswerten Lektüre, über die man hervorragend diskutieren kann.

  • Bewertung

    5/5

    07.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Die Politisierung der Kunst

    Köhlmeiers Roman spielt vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche nach der bolschewistischen Revolution und erzählt die Geschichte einer aus Russland nach Österreich emigrierten Architektin. Anhand ihres Lebens zeigt der Text eindrucksvoll, wie eng Kunst, Politik, Macht und Liebe miteinander verwoben sind – und wie das individuelle Schicksal auf die großen Strömungen der Geschichte trifft. Das Philosophenschiff ist ein zutiefst selbstreflexiver Roman, der immer wieder auf seine eigene Entstehung zurückblickt und dabei die Möglichkeiten autobiografischen Schreibens sowie die Grenzen zwischen Fiktion, Wirklichkeit, Mythos und Geschichte hinterfragt. Die komplexe narrative Struktur und die selbstreflexive Poetik des Romans zeigen erneut Köhlmeiers außergewöhnliche erzählerische Kraft.

  • Bewertung

    5/5

    17.09.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Eine Geschichte wie ein Traum

    Diese Erzählung hat den Charakter einer alten Erinnerung: Sie ist eindrücklich, aber nicht ganz greifbar, vielschichtig und doch eindeutig und man kann sich nie ganz darauf verlassen, dass sie sich auch wirklich so zugetragen hat.

  • Juti

    aus HD

    5/5

    04.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Revolution entlässt ihre…

    Die Revolution entlässt ihre Kinder Ein Russland-Roman in westeuropäischer Kürze. Doch nicht Putin ist das Thema, sondern Lenin und seine Gräueltaten. Alles wird beschrieben von einer hundertjährigen Architektin, die auf Ereignisse im Jahr 1922 zurückblickt. Damals musste sie mit ihren Eltern auf dem Philosophenschiff die Sowjetunion verlassen. Nur warum durfte sie, warum wurden sie nicht gehängt oder geköpft? Nebenbei sei bemerkt, dass sich auch ein Mathematiker auf dem Schiff befand, der dem Mädchen folgendes Rätsel gibt. Ein zum Tode Verurteilter hat noch einen letzten Satz frei. Ist der Satz richtig wird er geköpft, ist der Satz falsch, wird er gehängt. Doch wenn der Verurteilte den richtigen Satz findet, kommt er frei. Lest dieses Buch, erfahrt die Antwort! Der Autor erwähnt wie schon Sargnagel den Roman „Oblomow“, wo die Hauptfigur nur im Bett liegt. Offenbar ist sein Werk in Österreich nationales Kulturerbe. Weiter werden viele russische Künstler zitiert, doch manches ist auch Fiktion. Ich habe dieses 220 Seiten kurze Büchlein schnell und gern gelesen. 5 Sterne. Oblomow lese ich noch in diesem Frühling. Zitate: Ich war vierzehn Jahre alt und hatte bereits einen Busen. Meine Mutter sorgte sich, dass er sehr groß werden könnte. Weil er schon so früh anfing. Er ist dann ja au. ch groß geworden. […] Die Damen zu der Zeit […] bevorzugten einen kleinen Busen oder gar keinen. Am besten gar keinen. Pech gehabt. Sonst war ich noch ein Kind. Sogar mehr ein Kind als die anderen Mädchen in meinem Alter, die noch keinen Busen hatten. Außerdem störte er beim Turnen und ich war eine gute Turnerin und tat es gern. (13) Ich habe eine Liste von Dingen zusammengestellt, die wir als Erstes vergessen wollen (104)

  • meerblick

    5/5

    08.09.2024

    eBook (ePUB)

    Historie verwoben mit Fiktion…

    Historie verwoben mit Fiktion Es gab sie tatsächlich diese Philosophenschiffe, auf denen unliebsame Intellektuelle 1922 mit der Gründung des jungen Sowjetstaates außer Landes gebracht wurden, ein Versuch gefährliche idiologische Einflüsse im Keim zu ersticken. Denn die junge Sowjetunion brauchte Ruhe nach der Oktoberrevolution im Jahre 1917 und dem sich anschließenden erbitterten Bürgerkrieg, Ruhe, um ihre Machstrukturen zu etablieren und zu festigen. Michael Köhlmeier lässt in seinem Roman ‘Das Philosophenschiff‘ die Protagonistin Anouk Perlemann-Jakob, eine international bekannte Architektin russisch-jüdischer Abstammung, mit dem Schriftsteller Michael, mehr wird über ihn nicht verraten, nur dass er seine Erfolge mit Veröffentlichungen feiert, die nicht immer so ganz den Tatsachen entsprechen, zusammentreffen. Es ist zu vermuten, dass der Autor sich selbst anlässlich des einhundertjährigen Geburtstages der Dame verpflichten lässt, eine Biografie über eben jene zu schreiben, deren Fakten sie in gemeinsamen Sitzungen liefert. Gekonnt werden in der Geschichte sowohl historische Ereignisse und Personen als auch historische Tatsachen mit Fiktionen verknüpft, wieder korrigiert und schließlich bleibt es dem Leser überlassen, welcher Wahrheit er folgen mag. Hauptsächlich spricht Anouk, weit ausholend und immer wieder abschweifend. Geschickte Fragestellungen des Interviewpartners bringen allerdings stets neue Erkenntnisse ans Licht und lassen bisherige Aussagen schonungslos kippen. Ein Roman, der Aufmerksamkeit verlangt und nicht nur unterhalten will.

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