Das berührende Porträt einer verschlossenen Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihre akademische Laufbahn an den Nagel hängt und aufs Land zieht. Von der Dorfgemeinschaft aus der Reserve gelockt, beginnt sie ein neues, ein ganz anderes Leben.
Alba ist Dozentin an der Universität von Reykjavík, als Expertin für aussterbende Sprachen fliegt sie von einer Konferenz zur nächsten. Wie viele Bäume muss ich pflanzen, fragt sie sich, um meinen CO2-Fußabdruck zu kompensieren? Wenig später erwirbt sie außerhalb von Reykjavík ein altes Haus mit einem Stück Land. Ihr Leben in der Hauptstadt interessiert sie immer weniger, es ist Zeit, sich neu zu erfinden. Immer mehr fügt sie sich in die Dorfgemeinschaft ein. Es ist, als hätte man dort nur auf sie gewartet. Chor und Theaterverein suchen neue Mitglieder und die im Dorf ansässigen Flüchtlinge brauchen eine Sprachlehrerin. Eine mütterliche Beziehung entsteht zu dem 16-jährigen Waisen Danyel, mit dessen Hilfe sie an ihrem Garten Eden baut - ihrem Zufluchtsort in einer immer chaotischer werdenden Welt.
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Ein Garten gegen die Unruhe der Welt
Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 14.03.2026
Bewertungsnummer: 3076611
Bewertet: eBook (ePUB)
In „Miss Island“ ging es um eine Frau, die sich nach Rejkjavík aufmacht, um Schriftstellerin zu werden. Diesmal ist es umgekehrt. Die Linguistin Alba kehrt dem hektischen akademischen Leben in der isländischen Hauptstadt den Rücken, kauft sich ein altes Haus auf dem Land und baut sich ein neues Leben auf. Sie will einen Garten anlegen und 5.600 Bäume anpflanzen als Ausgleich für ihre zahlreichen Flugreisen.
Nach einem Alltag, der durch wissenschaftliche Arbeit und Konferenzen über aussterbende Sprachen geprägt war, tut ihr die anstrengende körperliche Arbeit in der Natur und die Gestaltung des Grundstücks gut. Es ist amüsant, dass ihr auch jetzt noch sprachliche Phänomene durch den Kopf gehen, so dass wir einen kleinen Einblick in die Eigenarten der isländischen Sprache bekommen. Sie nimmt aktiv am kulturellen Leben der Dorfgemeinschaft teil und engagiert sich als Sprachlehrerin für Geflüchtete. Dabei wächst ihr ein 16-jähriger Waisenjunge immer mehr ans Herz und erweckt eine ganz neue Seite der sonst eher spröden Protagonistin.
Die Themen Neuanfang und Selbstsuche auf dem Land sind nicht neu, doch mit Alba hat die Autorin eine ungewöhnliche Figur geschaffen, die mit Selbstironie trotz widriger Umstände ihre Vorstellung von einem eigenen Eden und einem erfüllenden Leben in einer Gemeinschaft verwirklicht und den aktuellen Krisen mit eigenen Mitteln etwas entgegensetzt.
Große Liebe für dieses Buch!
Kwinsu aus Salzburg am 21.01.2026
Bewertungsnummer: 3019032
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Alba, Sprachwissenschaftlerin an der Uni in Reykjavík, begegnet einem Haus am Land, mit dem sich ihr Leben ändert. Kurzerhand beschließt sie, es zu kaufen, sie lässt sich ein auf die Dorfgemeinschaft und beginnt langsam ihr Leben zu verändern. Und wir Leser*innen dürften in Ausschnitten dabei sein.
Gleich vorweg: Auður Ava Ólafsdóttirs "Eden" ist eines meiner Jahreshighlights aus dem Jahr 2025! Ich liebe das Sprunghaftige an diesem Buch, die vielen Auslassungen, die einen stets überraschen, manchmal auch überrumpeln, die vielen Fragezeichen, die beim Lesen aufkommen, die offensichtliche Verdrängung diverser Tatsachen der Protagonistin, die Übergriffigkeit der Dorfgemeinschaft, die Alba völlig egal zu sein scheint, die Interaktion der Charaktere, die distanziert und gleichzeitig voller Inniglichkeit ist, die Atmosphäre der Landschaft, die in keinem isländischen Buch fehlen darf und das stimmige Ende. Es hat alles, was isländische Literatur ausmacht, es ist ein wenig schräg, teilweise unzugänglich (vor allem wenn man das Land nicht kennt), voller Philosophie, die Figuren sind zutiefst menschlich, schrullig und nachvollziehbar, fügen sich in die karge aber wunderschöne Landschaft, sind mit Tieren verbunden und dann gibt es auch noch dieses Etwas, was nicht zu beschreiben ist.
Wenn ich so darüber sinniere, merke ich, dass ich das Buch gleich wieder lesen will und eigentlich auch sonst alles von dieser Autorin. Die Geschichte ist voller schöner Begegnungen, einer ungewöhnlichen Normalität und Selbstverständlichkeit, fein beobachtet und festgehalten. Was nicht unerwähnt bleiben darf, ist der ganz eigene Humor, der immer mitschwingt, vor allem wenn Alba von der Presse immer und immer wieder auf einen Literaten hingewiesen wird, mit dem sie offensichtlich eine spezielle Verbindung hat und dies geflissentlich ignoriert und einfach unkommentiert stehen lässt.
Eden ist ein Leseerlebnis, das aufgrund seiner Schrulligkeit und bloßen Besonderheit bestimmt nicht jedem gefällt. Wer aber eine Vorliebe für fein Beobachtetes, Schräges, Schwarzhumoriges und kein Problem mit bewusst eingesetzten Auslassungen hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ich muss sagen: ich liebe es!
Meinung aus der Buchhandlung
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"Wir befinden uns immer in der Mitte unseres eigenen Lebens."
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes, poetisches, sanftes Buch über eine Linguistin, die aufs karge isländische Land zieht, um dort einen Wald zu pflanzen. Dabei entdeckt sie, dass die angebliche Einöde voller Menschen ist, die ihr Leben verändern könnten und die auch von der Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík verändert werden könnten.
So schön geschrieben wie man es von einem Buch über eine Linguistin erwartet. Am Ende war ich zu Tränen gerührt!
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