Marlies Johanna Heckner, unter @marliesjohanna einem Millionenpublikum bekannt als einflussreiche Stimme junger Familien, schreibt das erste Buch zu einer der zentralen Herausforderungen junger Eltern: den eigenen Weg finden, ein Vorbild für die Kinder zu sein, anstatt die traditionelle Vorstellung vom »guten Vorbild« zu leben - ohne den Perfektionismus, der so viele Eltern umtreibt. Ehrlich und authentisch teilt sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen und bestärkt insbesondere junge Mütter, sich der eigenen Werte bewusst zu werden, um ihre Rolle stressfreier und mit mehr Selbstvertrauen und Zuversicht zu leben. Druck raus, Fehler machen erlaubt - dieses Denken entlastet auch die Kinder. Eltern sein neu gedacht!
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Kaum einem Release habe ich so entgegengefiebert wie diesem Buch. Obwohl ich auch den Podcast der Autorin höre und viel daraus mitgenommen habe, fand ich diesen Ratgeber kompakt und vollgestopft mit guten Praixs-Tipps, aber immer basierend auf gut aufbereiteten und sehr verständlichern wissenschaftlichen Grundlagen.
Als Mutter einer Dreijährigen, die es lustig findet, zu hauen und zu schubsen, und die ständig meine Zeit für sich einfordert, habe ich nach Ratgebern oder Tipps gesucht, die unsere Situation in ein anderes Licht rückt und evtl auch Impulse gibt, um das Zusammenleben wieder in geordnetere Bahnen zu bringen. Gleichzeitig zu meiner Selbstaufforderung habe ich andere Erziehungsansätze - wie z.B. die meines Mannes - immer sehr kritisch und missgünstig betrachtet. Dieses Buch hat dazu beigetragen, dass ich Situationen neu bewertet und mir auch viel Druck und Stress nehme - und dazu viel wohlwollender auf mein Kind blicke, auch wenn es zu Konflikten kommt.
Alles in allem: Große Empfehlung für alle Eltern, die auch oft vor Erziehungsfragen, -sackgassen oder -herausforderungen stehen. Liest sich super schnell, man kann den Gedankengängen gut folgen, alles wissenschaftlich fundiert und es gibt tolle Praxiseinblicke aus dem Privatleben und auch den täglichen Struggles der Autorin. Wer danach noch weiterlesen will findet auch viele gute Literaturvorschläge im Anhang.
Das wird wohl mein Go-To Geschenk für Schwangere/ Kleinkind-Eltern!
Julia
aus Willstätt
5/5
18.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Gerne mehr davon
„Vorbildlich unperfekt“ von Marlies Johanna Heckner habe ich sehnlichst erwartet. Ich folge der Autorin schon länger bei Instagram und höre auch ihren Podcast. Mich haben ihre Impulse zum Thema Familienleben und Muttersein sehr oft inspiriert und konnte mich mit ihren Erzählungen über so manche Problematiken identifizieren. Deshalb habe ich mich sehr auf das Buch gefreut.
Das Buch hat eine ganz klassische Aufteilung, was mir grundsätzlich bei Sachbüchern gut gefällt. Es wird erst mal grundlegendes Wissen aufgebaut, woraus dann Schlüsse gezogen und dann Impulse gegeben werden.
Das Hintergrundwissen empfand ich als äußerst interessant, weil das noch mal so vieles auf den Kopf gestellt hat, was einem sogar in der pädagogischen Ausbildung vor nicht mal so vielen Jahren gelehrt worden ist. Es hat mich sehr zum nachdenken angeregt. Die Fußnoten und Literaturhinweise sind sehr hilfreich, um selber auch noch mal tiefer zu gehen. Die persönlichen Schilderungen habe ich als sehr authentisch empfunden und haben mir auch noch mal die Zuversicht gegeben gar nicht „so viel falsch zu machen“. Denn das Buch zeigt auch die großen Missstände in unserer Gesellschaft auf. Ich glaube da könnte man ein ganzes Buch mit füllen. Ich hab mich diesbezüglich sehr verstanden gefühlt.
Die Impulse und Vorschläge zeigen noch mal so ganz andere Möglichkeiten mit Konflikten in der Familie umzugehen. Ich fand das sehr erfrischend und kann mir gut vorstellen, das ein oder andere auszuprobieren. Tatsächlich hätte ich mir da noch mehr Impulse gewünscht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Autorin noch genug Material hat für ein weiteres Buch. Ich würde mich da drüber sehr freuen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen und mich zum nachdenken angeregt, aber auch bekräftigt in meiner Elternrolle.
Mil
aus Potsdam
4/5
16.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Viel innere Haltung, wenig Neues
Noch ein Buch zur bedürfnisorientierten "Erziehung".
Die erste Frage, die sich mir bei "Vorbildlich unperfekt" von Marlies Johanna Heckner stellte, war daher weniger wie sie schreibt, sondern ob es dieses Buch überhaupt braucht. Gibt es neue Perspektiven, neue Gedanken, neue Impulse oder ist es eine weitere Variation dessen, was in den vielen vorherigen Büchern bereits ausführlich beschrieben wurde?
Marlies Johanna Heckner ist Influencerin, keine Pädagogin oder Psychologin. Das allein ist für mich kein Ausschlusskriterium – fachliche Qualifikation entsteht nicht ausschließlich durch formale Abschlüsse. Gleichzeitig stellt sich bei einem solchen Buch aber zwangsläufig die Frage nach der Einordnung. Handelt es sich um eine fundierte inhaltliche Weiterentwicklung des Diskurses oder primär um eine Verdichtung dessen, was aus Social Media bereits bekannt ist?
Inhaltlich richtet sich das Buch klar an Eltern, die einen wohlwollenden, bedürfnisorientierten Blick auf Kinder und Familienleben einnehmen (möchten). Der Ton ist durchgehend positiv, empathisch und wertschätzend. Viele typische Alltagssituationen werden beschrieben, in denen sich Eltern leicht wiederfinden können. Das erzeugt Nähe und ein Gefühl von "Ich bin nicht allein damit".
Gleichzeitig bleibt das Buch konsequent auf der Haltungsebene. Konkrete Handlungsanleitungen, differenzierte Lösungsvorschläge oder klare Schritte im Umgang mit schwierigen Situationen sucht man weitgehend vergeblich. Die Beispiele illustrieren eher ein Grundverständnis als praktische Umsetzung. Für Eltern, die sich konkrete Orientierung im Alltag erhoffen, kann das enttäuschend sein.
Für Eltern, die sich bereits intensiv mit bedürfnisorientierter Begleitung beschäftigt haben, bietet "Vorbildlich unperfekt" wenig Neues. Die zentralen Gedanken sind bekannt, gut gemeint und nachvollziehbar, aber nicht innovativ. Für Neulinge im Thema hingegen kann das Buch durchaus als übersichtliche, leicht zugängliche Zusammenfassung dienen. Allerdings haben andere Bücher diese Einführung bereits ebenso fundiert - teils mit größerer fachlicher Tiefe und mehr praktischer Konkretisierung - geleistet.
Insgesamt ist "Vorbildlich unperfekt" ein stimmig geschriebenes, freundliches Buch, das Mut machen und entlasten kann. Es erweitert den bestehenden Diskurs jedoch kaum und bleibt bewusst vage, wenn es um konkrete Umsetzung geht. Wer bereits im Thema ist, wird wenig mitnehmen. Wer einen sanften Einstieg sucht, findet hier eine gut lesbare, wohlwollende Zusammenfassung, muss sich aber fragen, ob dafür nicht auch eines der vielen Vorgängerwerke gereicht hätte.
Bewertung
4/5
25.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Wertvolle Denkanstöße
Bedürfnisorientierte Erziehung interessiert mich seit vielen Jahren.
Seitdem beschäftige ich mich intensiv mit der Entwicklung von Kindern, besonders im Baby- und Kleinkindalter.
Deshalb folge ich Marlies Johanna schon länger auf Instagram und war entsprechend gespannt auf ihr Buch und ihre neuen Erkenntnisse.
Besonders gelungen fand ich die umfassende wissenschaftliche Grundlage und die vielen Verweise auf andere Kulturkreise außerhalb der westlichen Welt.
Die Struktur des Buches ist gut, ich habe nur ein paar Elemente vermisst, die ich bei Ratgebern schätze, etwa Checklisten, grafische Übersichten oder visuelle Erklärungen. Auch hätte ich mir noch mehr konkrete Beispiele gewünscht, da die zentralen Prinzipien relativ schnell vermittelt sind.
Insgesamt ist es ein lesenswertes Buch für Eltern und alle, die sich für Erziehung interessieren und neue Impulse suchen.
sophiasticated
4/5
18.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Lesenswert
„Vorbildlich unperfekt“ von Marlies Johanna Heckner ist ein Buch, das Eltern ermutigt, gelassener und authentischer mit den Herausforderungen des Familienalltags umzugehen. Viele ihrer Sichtweisen decken sich mit meinen eigenen und ich habe mich in zahlreichen Passagen verstanden und bestärkt gefühlt. Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass Heckner nicht nur auf individueller Ebene schreibt, sondern auch systemische Probleme – wie etwa Armut – in den Blick nimmt. Das ist selten in Ratgebern und macht das Buch in meinen Augen besonders wertvoll, weil es zeigt, dass elterliches Verhalten nicht im luftleeren Raum stattfindet.
Allerdings gibt es auch Punkte, die mich kritisch zurückgelassen haben. Zum Thema psychische Gewalt hätte ich mir deutlichere Worte gewünscht. Teilweise entsteht der Eindruck, als sei schon alles in Ordnung, solange ein Kind nicht körperlich geschlagen wird. Wohlwollend interpretiert war das sicher nicht Heckners Anliegen, aber man könnte ihre Aussagen so lesen. Gerade weil inzwischen gut belegt ist, dass psychische Gewalt ähnliche Hirnregionen aktiviert und ebenso verletzend sein kann wie physische Gewalt, hätte ich hier mehr Schärfe und Klarheit erwartet.
Noch problematischer fand ich die evolutionsbiologischen Erklärungsversuche. Diese Art von Argumentation kann spannend sein, bleibt aber zwangsläufig spekulativ und ist stark von der jeweiligen Zeit geprägt. Ein Beispiel: Lange wurde behauptet, Frauen und Mädchen bevorzugten Rosa, weil sie früher für das Sammeln zuständig gewesen seien (was inzwischen auch nicht mehr dem wissenschaftlichen Stand entspricht!)– angeblich hätten sie deshalb eine besondere Affinität zu rötlichen Beeren entwickelt. Heute wissen wir, dass Rosa historisch lange eine Jungenfarbe war („Kleines Rot“) und die heutige Zuordnung vermutlich viel stärker durch die Barbie-Puppe und entsprechende Marketingstrategien beeinflusst wurde. Solche Beispiele zeigen, wie vorsichtig man mit evolutionsbiologischen „Erklärungen“ umgehen muss. Wenn dann noch Formulierungen wie „hat sich entwickelt, damit…“ fallen, erweckt das den Eindruck zielgerichteter Prozesse – was aus biologischer Sicht schlicht nicht haltbar ist. Vielleicht ist das für manche Leser*innen nur eine sprachliche Feinheit, mir als Biologin stößt das jedoch sauer auf, zumal solche Narrative immer wieder genutzt werden, um bestimmte Standpunkte vermeintlich wissenschaftlich zu legitimieren (nicht nur von ihr, deren Ansichten ich in vielerlei Hinsicht teile, sondern auch von Personen, deren Meinung ich entschieden ablehne).
Heckners Haltung, dass Kinder grundsätzlich kooperieren wollen, fand ich bereichernd und stimmig. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sie dabei auch Jesper Juul erwähnt, dessen Gedanken hierzu viel Tiefe und Kontext bieten – gerade weil ich weiß, dass sie seine Werke kennt und schätzt.
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte ich mir mehr Quellen und wissenschaftliche Fundierung gewünscht, zum Beispiel im Kapitel über Wut und Aggression. Manche Aussagen wirkten mehr wie persönliche Meinung – was absolut legitim ist –, aber dann wäre es hilfreich gewesen, wenn dies auch klarer als solche gekennzeichnet worden wäre.
Insgesamt ist „Vorbildlich unperfekt“ ein lesenswertes, kluges und warmherziges Buch, das viele gute Impulse gibt und Eltern Mut macht. Bei manchen Themen – psychische Gewalt, evolutionsbiologische Erklärungen, wissenschaftliche Fundierung – bleibt es für mich jedoch hinter den Möglichkeiten zurück. Trotzdem eine klare Empfehlung, vor allem für Eltern, die einen wohlwollenden und alltagsnahen Zugang suchen.
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