Ein ungewöhnlicher Mordfall und eine aufregende Zeitreise - angelehnt an einen wahren Fall! Februar 1970: Der Millionär Theo Ellerbeck wird vor seiner Villa mit acht Schüssen getötet. Er hinterlässt eine schöne Ehefrau sowie eine auffällig schweigsame Tochter. Ellerbeck war allseits beliebt und hatte großen Einfluss in der Düsseldorfer Kulturszene. Wer profitiert vom Tod des Mannes, der offenbar keine Feinde hatte? Lucia Specht und ihre Kolleginnen vom Düsseldorfer Präsidium übernehmen den Fall und stoßen auf Ungeheuerliches in vornehmen Kreisen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
liesmal
aus Wilhelmshaven
5/5
09.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Im Düsseldorfer Präsidium…
Im Düsseldorfer Präsidium werden Lucia Specht und ihre Kolleginnen zu den ersten weiblichen Kriminalistinnen ausgebildet. „Acht Schüsse im Schnee“ ist der zweite Band aus der Reihe „Die Kriminalistinnen“ von Mathias Berg. Ich habe gar nicht gemerkt, dass es einen ersten Band gibt, so dass ich dieses Buch unabhängig von dem vorhergehenden gut lesen konnte. Ich kenne bereits andere Bücher von Mathias Berg und bin auch hier wieder begeistert von seinem lebhaften Schreibstil. Als Kind der Fünfzigerjahre konnte ich mich sehr gut und auch gern auf die Siebzigerjahre einlassen und mich in vielen realistisch wiedergegebenen Situationen an die zurückliegende Zeit erinnern. Zum Beispiel, wie es damals den berufstätigen Frauen in vermeintlichen Männerberufen ging, hat der Autor passgenau geschildert. Auch Lucia und ihren Kolleginnen wird es in der beruflichen Männerwelt nicht immer leicht gemacht. Sehr gut gefällt mir, die Gedanken lesen zu können, die der Hauptprotagonistin Lucia durch den Kopf gehen. Das ist durch die Kursivschrift gut erkennbar. Lucia wird konfrontiert mit der Aufklärung zweier Fälle, einem amtlichen und einem aus ihrer eigenen Vergangenheit. Ich bin beeindruckt davon, wie die zwei doch unterschiedlichen Fälle so miteinander verflochten werden, als wäre es eine einzige Geschichte. Nun habe ich wieder viel über Bergs Beschreibungen der Zeit geschrieben. Ebenso begeistert bin ich allerdings auch davon, wie die Kriminalistinnen an die Aufklärung des Mordes an dem Millionär Theo Ellerbeck herangehen, der vor seiner Villa mit acht Schüssen getötet worden ist. Spannend von A – Z. Gern empfehle ich diesen Krimi nicht nur den Fans der Siebzigerjahre.
Bewertung
5/5
07.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein packender Krimi mit starkem Zeitkolorit von 1969
Nachdem ich zunächst Band 1 der Trilogie regelrecht verschlungen hatte, griff ich aus Versehen, aber voller Vorfreude, direkt zu Band 3, dem fulminanten Finale, das erst vor drei Wochen erschienen ist. Erst danach folgte der Mittelteil, Band 2. Nun habe ich die Reihe abgeschlossen und es fällt mir wirklich schwer, mich von ihr zu verabschieden. Ich bin begeistert und auch ein wenig traurig, dass es keinen vierten Band geben wird.
Diese Trilogie über die ersten gleichberechtigt ausgebildeten Polizistinnen in Westdeutschland ist mit so viel Feingefühl, Respekt und Tiefe erzählt, dass selbst ich mich als Mann in ihre Lebenswelt hineinfühlen konnte. Besonders die Protagonistin Lucia Specht ist mir ans Herz gewachsen. Ihre inneren Konflikte, ihr persönliches Trauma und der starke Wunsch, ihren eigenen Weg zu gehen, machen sie zu einer berührenden und vielschichtigen Figur. Als Kind musste sie mitansehen, wie ihre Mutter zu Tode kommt. Dieses Ereignis dürfte sie aus dem Ruhrgebiet ins modische Düsseldorf geführt haben, zur Polizei und mitten hinein in eine Männerwelt, die sie sich mutig erkämpft.
Was diese Bücher über die eigentliche Krimihandlung hinaus so eindrucksvoll macht, ist das starke Zeitkolorit. Der Autor lässt uns in die gesellschaftliche Umbruchphase des Jahres 1969 eintauchen, eine Ära des Aufbruchs, aber auch voller Widerstände. Themen wie Frauenfeindlichkeit, Homophobie und patriarchale Machtstrukturen durchziehen die Geschichte und machen deutlich, dass Gleichberechtigung nie selbstverständlich war und es bis heute nicht ist.
Der Mordfall um einen kunstaffinen Düsseldorfer Millionär ist klug konstruiert, voller überraschender Wendungen und spielt in den schillernden Kreisen der High Society der Modemetropole. Auch in seinem Umfeld begegnen uns starke Frauen, allen voran seine Frau, eine elegante Brüsselerin, die ein für die damalige Zeit bemerkenswert modernes Leben führt, zwischen Luxus, Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Eleganz.
Ich ziehe den Hut vor dem Autor. Diese Trilogie ist nicht nur spannende Unterhaltung, sondern auch ein feinfühliges literarisches Zeitzeugnis. Die Verbindung aus historischer Genauigkeit, gesellschaftlichem Bewusstsein, vielschichtiger Figurenzeichnung und kriminalistischer Raffinesse ist außergewöhnlich gelungen.
Ich hoffe sehr, dass der Autor noch einmal in diese Welt zurückkehrt oder mit einer neuen Reihe überrascht, die ebenso viel Haltung, Herz und Tiefgang mitbringt.
Streiflicht
5/5
04.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Authentische Zeitreise
Nachdem mir eine Freundin "Der Tod des Blumenmädchens" geliehen hatte, hatte ich dieses schnell und begeistert gelesen. Dann hatte ich verpasst, dass der zweite Teil herauskam und nun steht schon Teil 3 in den Startlöchern und ich wollte endlich das zweite Buch lesen, um in der Reihenfolge zu bleiben. Ich war schnell wieder drin in das Team um Lucia Specht und habe mich beim Lesen auch entsprechend wohlgefühlt. Ich mag die so unterschiedlichen Frauen, die zusammenhalten und sich ihren Weg erkämpfen - jede mit ihren eigenen Widerständen.
Lucia ist wieder auf der Suche nach dem Täter, der ihrer Mutter den Tod brachte, zugleich kommt sie dadurch in die eine oder andere schwierige Situation und verliebt sich dann auch noch. Gleichzeitig schreibt ihr jemand geheimnisvolle Botschaften und die Probleme der Frauen bei der Polizei und den Ewiggestrigen lassen auch nicht nach. Viel Konfliktpotenzial und bester Lesestoff.
Auch dieser zweite Teil der Kriminalistinnen hat mir wieder sehr gut gefallen und mich aufs Beste unterhalten. Ich finde, dass Autor Mathias Berg die damaligen Verhältnisse echt gut beschreibt, gerade auch dann, wenn es nach Essen geht. Ich mag das Authentische sehr, es ist wie eine kleine Zeitreise ganz kuschlig und gemütlich auf dem heimischen Sofa. Aber dann passiert es ...
Neugierig geworden! Dann unbedingt lesen, macht echt Spaß! Aber ich würde mit dem Blumenmädchen anfangen.
Streiflicht
5/5
04.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Authentische Zeitreise…
Authentische Zeitreise Nachdem mir eine Freundin "Der Tod des Blumenmädchens" geliehen hatte, hatte ich dieses schnell und begeistert gelesen. Dann hatte ich verpasst, dass der zweite Teil herauskam und nun steht schon Teil 3 in den Startlöchern und ich wollte endlich das zweite Buch lesen, um in der Reihenfolge zu bleiben. Ich war schnell wieder drin in das Team um Lucia Specht und habe mich beim Lesen auch entsprechend wohlgefühlt. Ich mag die so unterschiedlichen Frauen, die zusammenhalten und sich ihren Weg erkämpfen - jede mit ihren eigenen Widerständen. Lucia ist wieder auf der Suche nach dem Täter, der ihrer Mutter den Tod brachte, zugleich kommt sie dadurch in die eine oder andere schwierige Situation und verliebt sich dann auch noch. Gleichzeitig schreibt ihr jemand geheimnisvolle Botschaften und die Probleme der Frauen bei der Polizei und den Ewiggestrigen lassen auch nicht nach. Viel Konfliktpotenzial und bester Lesestoff. Auch dieser zweite Teil der Kriminalistinnen hat mir wieder sehr gut gefallen und mich aufs Beste unterhalten. Ich finde, dass Autor Mathias Berg die damaligen Verhältnisse echt gut beschreibt, gerade auch dann, wenn es nach Essen geht. Ich mag das Authentische sehr, es ist wie eine kleine Zeitreise ganz kuschlig und gemütlich auf dem heimischen Sofa. Aber dann passiert es ... Neugierig geworden! Dann unbedingt lesen, macht echt Spaß! Aber ich würde mit dem Blumenmädchen anfangen.
Bewertung
aus Alfter
5/5
15.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Packend auch ohne brutales Blutvergießen, Psychopathen und Thrill
Die Beweislage ist klar: Mathias Berg zeigt auch im 2. Band der „Kriminalistinnen“, dass man für einen spannenden Krimi nicht unbedingt viel Blutvergießen oder perfide Täterprofile braucht. Auch der zweite Fall, bei dem es um die Frage geht, wer den Millionär Theo Ellerbeck mit sechs Schüssen vor seiner Haustür ermordet hat, zieht den Leser gleich in seinen Bann. Liegt das Motiv im Privaten, in der fragwürdigen Beziehungen zu seiner Ehefrau? Hat seine Stieftochter etwas damit zu tun? Oder ist Ellerbeck politisches Opfer des Kampfes gegen das kapitalistische Establishment geworden?
Was bei den „Kriminalistinnen“ im Vordergrund steht, sind die Figuren und ihr Beziehungsgeflecht sowie die zeitgeschichtlichen Hintergründe. Im Mittelpunkt steht wieder Lucia Specht, die neben ihrer Ausbildung bei der Polizei – diesmal im Sittendezernat – auch privat im Mordfall ihrer Mutter ermittelt. Mit ihren Mitstreiterinnen, die alle eins gemeinsam haben, den Wunsch Polizistin zu werden und sich in einer Männerwelt zu behaupten, und doch alle sehr unterschiedlich sind, schmiedet sie eine feste Allianz gegen die Vorurteile, die Ablehnung und die teilweise demütigende Behandlung durch Ehemänner, Kollegen und auch Vorgesetzte. Sehr gut spürbar ist der Zeitgeist der 70er Jahre: die angestaubte bigotte Moral der Männer, die ihre Frauen gerne als Heimchen am Herd sehen, aber sich zugleich nach der „Hure im Bett“ sehen, die zur Schau gestellte Gesellschaftsfähigkeit der besseren Gesellschaft, hinter deren schönem Schein sich Abgründe auftun. Und auf der anderen Seite die lockere Moral der Student:innen, die mit allem experimentieren, der Liebe, den Drogen, den Rollenvorstellungen, und zugleich gegen alles sind, sowie die Welt der Prostitution und des einfachen Malochers, wie Lucias Vater und Bruder, deren Leben außerhalb der Arbeit sich in der Kneipe nebenan abspielt.
Dabei gerät der Fall aber nie aus den Augen: in diesem Fall müssen alle Dezernate zusammenarbeiten, um den Tätern auf die Spur zukommen. Und von Spuren gibt es einige, vor allem falsche. Da ist neben Spurensicherung und kluger Verhörtaktik bisweilen auch weibliche Intuition gefragt.
Wer an Krimis mehr als die Faszination des Grauens schätzt und gerne in andere Zeiten und Lebensweisen abtaucht sowie spannende Figurenkonstellationen mag, kommt hier voll auf seine Kosten, von der Freunde am Miträtseln und Hypothesen Bilden einmal ganz abgesehen.
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