Lucy Walker kämpft im 19. Jahrhundert für ihren Traum, die Alpen zu erklimmen - damenhaft im langen Rock. Trotz gesellschaftlicher Hindernisse und einer unmöglichen Liebe zu ihrem Bergführer entdeckt Lucy in den Schweizer Bergen eine nie gekannte Freiheit. Ihre größte Sehnsucht ist das schauderhaft schöne Matterhorn, das im Schatten eines tödlichen Unglücks steht. Sie begibt sich in den gefährlichen Wettkampf, die erste Frau auf dem Gipfel zu sein. Ein mitreißender historischer Roman über die Frage, was wahre Stärke ist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Claudia
5/5
15.03.2026
eBook (ePUB 3)
eine starke Frau geht ihren Weg
Als Tochter und Schwester begeisterter Bergsteiger fährt Lucy zusammen mit der Familie alljährlich in die Schweiz. Als sie auf die Idee kommt, doch auch mal mit auf Berge zu steigen erfährt sie starke Unterstützung von ihrem Vater. Obwohl es zur damaligen Zeit sehr unschicklich für Damen der gehobenen Gesellschaft ist, sich körperlich zu ertüchtigen, erklettert Lucy zusammen mit Vater Frank, Bruder Horace und dem erfahrenen Bergführer Melchior Anderegg einen Gipfel nach dem anderen. Nur das Matterhorn gilt als unbezwingbar. Doch auch davon lässt sich Lucy nicht aufhalten und ist die erste Frau auf diesem besonderen Gipfel. Für ihren Bergführer hegt sie starke Gefühle, doch dieser ist verheiratet. Trotz dessen verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft und ein großes Vertrauensverhältnis.
Dieser Roman ist eine Hommage an die fast vergessene Lucy Walker, die erste Frau auf dem Matterhorn und noch vielen anderen Gipfeln, Wegbereiterin für Frauen in den Bergen. Eine Dame die die Ketten, die ihr die Gesellschaft auferlegt, sprengt und doch Dame bleibt. Und auch den Bergführer Anderegg, dem nie die gebührende Beachtung geschenkt wurde, ist der doch "nur" ein Dienstbote gewesen.
Die Autorin schreibt bildhaft und zugleich nüchtern. Wie ein steiniger Berg und die grandiose Aussicht. Das eine schließt das andere nicht aus.
Bewertung
5/5
11.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Eindrücklicher Roman über eine starke Frau
Eine mutige und bewundernswerte Frau, die man auf ihrem Weg zur Gipfelstürmerin begleitet.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl, mit Lucy gemeinsam die Berge zu bezwingen. Es ist erstaunlich, was sie geleistet hat und das in einer Zeit ohne Gondeln, Stahlseile zum Heben, Bergbekleidung, wie wir sie heute kennen.
Andrea hat wunderbar recherchiert und das Setting bild- und lebhaft beschrieben. Ihr Schreibstil ist flüssig und die Geschichte durchweg spannend. Ein empfehlenswertes Lesevergnügen.
Bewertung
5/5
05.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein großes Buch über eine große Frau
Lucy Walker hat nicht nur als erste Frau das Matterhorn, sondern als Protagonistin im Roman „Die Gipfelstürmerin“ auch mein Leserinnen-Herz erobert.
Es ist toll zu erleben, wie die Autorin Andrea Günther den Spagat zwischen historisch korrektem und menschlich spannenden Erzählen spielend bewältigt.
Ein wunderbares Buch über eine Frau, die sich konsequent gegen die Einschränkungen ihrer Zeit auflehnt, die Männer ihr auferlegen. Und eines, das in die zauberhafte Natur der Berge entführt, mit all ihren Schönheiten, mit all ihren Gefahren, mit all ihren Faszinationen. Unbedingt empfehlenswert.
Eva
5/5
03.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Es ist nicht zu versuchen ist keine Option
Lucy ist 20 und will auf Berge steigen. Denn nur in den Bergen fühlt sie sich frei. Aber alles sprach gegen sie.
Heute ist Bergwandern und Bergsteigen für unzählige Menschen zugänglich. 1858 war das anders. Da begann gerade das Zeitalter des glorreichen Alpinismus. Die Ausrüstung war rudimentär, ohne Bergführer war der Sport unmöglich.
Als Tochter einer reichen englischen Kaufmannsfamilie ist sie zwar mit Wohlstand, Bildung und Erziehung gesegnet, doch nirgendwo fühlt sie sich gefangener und geknebelter als an dem ihr zugedachten Platz in der englischen Gesellschaft. Das Herrenhaus, die geordneten Bahnen, die Erwartungen und die vorgezeichneten Wege lasten schwer auf der freien Seele und dem unabhängigen Geist.
Sie braucht die Bewegung, die Bergluft und das Unbekannte, das in ihr ein Feuer entfacht, für das sie sich gegen alle Widerstände stemmt.
Für Frauen im 19. Jahrhundert war der Bergsport nahezu unmöglich. Doch entgegen aller Widerstände hat Lucy Gletscher überquert, Gipfel erklommen, ist ihren Träumen gefolgt. Diese Freiheit war trotz der materiellen Sicherheit und der Unterstützung der Familie hart erkämpft. Es war eine Zeit, die bergsteigende Frauen als anmassend bis verdorben empfand. Und so handelte sie gegen alle Erwartungen, gegen alle Engstirnigkeit und machte das Unvorstellbare vorstellbar.
In 21 Jahren besteigt Lucy Walker zahlreiche Gipfel. Zuhause ist sie eine zauberhafte Gastgeberin und charmante Gesellschafterin, doch gleichzeitig einem Extremsport nachzugehen, das widersprach allen Konventionen. Denn Frauen tun so etwas nicht.
Andrea Günther nimmt uns mit in die gegensätzlichen Welten der englischen Gesellschaft und der Schweizer Berge und findet dafür einen so lebendigen und unwiderstehlichen Ton, dass ich das Gefühl hatte, mit dabei zu sein. Authentische Bergerlebnisse wechseln mit empathischen Einblicken in die Gedanken der Protagonistin. Alle Nebenfiguren sind fein ausgearbeitet und bevölkern ein Buch, das lange nachhallt. Was für eine Frau! Eine Pionierin! So stark, so liebenswert und so klug inmitten der abgrundtiefen Ungerechtigkeit ihres Zeitalters.
Bemerkenswert ist neben den Geschlechterrollen natürlich auch die Tatsache, dass Lucy Kleider trug, Haut durfte sie niemals zeigen. In den schweren Stiefeln steckten mehrere Paar Socken, Blasen hatte sie ständig. Zu allem Überfluss plagt sie Rheuma im linken Gelenk, doch nichts hielt sie auf.
Lucy Walker gelang am 21. Juli 1864 die Erstbesteigung des Balmhorns. Im Jahr 1866 bestieg sie als erste Frau das Wetterhorn und 1869 den Piz Bernina. 1871 stand sie als erste Frau auf dem Gipfel des Matterhorns.
Die Gipfelstürmerin ist mehr als ein historischer Roman. Es ist ein Zeugnis von Mut und dem unbedingten Willen, für sich selbst einzustehen. Es ist eine Ode an die Freiheit und eine Absage an von Männern erstellte Regeln, die Frauen in Rollen zwingen, bis sie dahinter nahezu vollständig verschwinden.
Ein uneingeschränkt lesenswertes Buch, das ich mit voller Begeisterung empfehle und kaum aus der Hand legen konnte!
Sabine
aus Köln
5/5
08.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Die Gipfelstürmerin
Ich liebe es, Bücher rund ums Bergsteigen oder Berge allgemein zu lesen, ich war daher sehr gespannt auf diesen Roman, in dem es um die erste Frau auf dem Matterhorn geht – Lucy Walker.
Lucy Walker hat eine große Liebe: die Berge. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts sind Frauen klare gesellschaftliche Rollen zugeschrieben, und Abenteuer in den Bergen gehören nicht dazu. Lucy widersetzt sich diesem klassischen Rollenbild, ihre Leidenschaft gilt den Bergen, insbesondere dem Matterhorn, jenem "schauderhaft schönen" Gipfel, der von einem tragischen Unglück überschattet ist. Lucy träumt davon, als erste Frau diesen Gipfel zu erklimmen und der Welt zu zeigen, dass auch Frauen bergsteigen können.
Mich hat das Buch begeistert! Andrea Günther hat die Atmosphäre wunderbar eingefangen und hat mich mit der bildgewaltigen Beschreibung der Bergwelt gefesselt, aber auch mit den Problemen, die sich für Lucy Walker ergeben haben. Damit meine ich nicht nur die langen Röcke, die beim Bergsteigen hinderlich sind, und die Herausforderungen, ohne Goretex der Kälte zu trotzen, sondern die gesellschaftlichen Einschränkungen und Bestimmungen, die Lucy immer wieder in ihre Schranken verweisen. Man muss vielleicht ein gewisses Faible fürs Bergsteigen mitbringen, um die vielen detailreichen Schilderungen der Touren richtig genießen zu können – aber gerade diese Passagen tragen viel zur Intensität und zum Sog der Geschichte bei. Die Leidenschaft für das Bergsteigen ist fast greifbar, und ich fieberte mit Lucy bei jeder Etappe mit.
Die Charaktere sind mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail gezeichnet. Besonders Lucy überzeugt als starke, willensstarke Frau, die dennoch im Spannungsfeld zwischen eigenen Wünschen und gesellschaftlichen Erwartungen steht. Ihre Entwicklung ist authentisch und nachvollziehbar – man spürt förmlich, wie sehr sie für die Berge brennt und wie groß ihr innerer Konflikt ist. Auch die Nebenfiguren sind differenziert gestaltet: Ihr Vater und Bruder verkörpern auf sehr glaubhafte Weise die Erwartungen und Grenzen jener Zeit, ohne zu einseitig gezeichnet zu sein. Melchior, der Bergführer, bleibt mir besonders in Erinnerung – ein etwas brummiger, schrulliger Charakter, der aber eine große Achtung vor Menschen und eine tiefe Verantwortung für seine ihm zugewiesenen Bergsteiger zeigt. Die ungewöhnliche und sehr intensive Beziehung zwischen Lucy und Melchior wird sehr gut herausgearbeitet und damit glaubhaft, insbesondere, weil sie Lucys Leben nachhaltig prägt.
Andrea Günthers Schreibstil ist eingängig und angenehm zu lesen. Sie versteht es, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen, ohne in Klischees oder Längen zu verfallen. Besonders interessant ist die realistische Darstellung des Bergsteigens im 19. Jahrhundert – man bekommt ein Gespür dafür, wie abenteuerlich und gefährlich solche Touren damals tatsächlich waren.
Mein Fazit
Ein mitreißender historischer Roman über Mut, Leidenschaft und den Kampf gegen gesellschaftliche Konventionen. Andrea Günther gelingt es, eine faszinierende Frauengestalt zum Leben zu erwecken und dabei die alpine Welt in all ihrer Schönheit und Gefahr einzufangen. Wer sich für Geschichte, starke Frauenfiguren und die Berge begeistert, wird mit diesem Buch voll auf seine Kosten kommen.
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4/5
02.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Champagner und Biskuitkuchen
Als Zufallsfund in Zermatt erstanden und direkt vor der passenden Kulisse gelesen, hat mich "Die Gipfelstürmerin" nachhaltig beeindruckt. In einer Zeit, in der Frauen um jedes Bisschen Selbstbestimmung kämpfen müssen, entscheidet Lucy Walker sich dazu, mit Vater und Bruder auf Berge zu steigen. Was sie in der Heimat England streng verheimlichen, bringt ihr in der Schweiz und Umgebung bald den Ruf einer Legende ein. Hin und her gerissen zwischen dem Wunsch nach Freiheit und den Verpflichtungen der Familie gegenüber, findet Lucy schließlich ihren eigenen Weg. Man merkt jedem Kapitel an, dass die Autorin gründlich recherchiert hat, sowohl über Lucys Geschichte als auch über die gesellschaftlichen Umstände des 19. Jahrhunderts. Hin und wieder sind die Zeitsprünge deshalb ein wenig zu groß geraten oder gewisse Schilderungen zu knapp, was der Geschichte als Ganzes jedoch keinen Abbruch tut. Lucy Walkers Mut und Entschlossenheit sind auch in heutigen Zeiten ein leuchtendes Beispiel dafür, dass es wichtig ist, für die eigenen Träume, die eigenen Rechte zu kämpfen! Eine klare Empfehlung an einfach jeden, auch oder ganz besonders an Menschen, die normalerweise keine historischen Romane lesen!
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