Kaveh Akbars faszinierender, von Presse und prominenten Leserinnen und Lesern gefeierter Debütroman führt vom Iran der 1980er-Jahre bis in die heutigen USA und ist eine Hymne auf all das, was uns bei der Suche nach Sinn und Bedeutung im Leben helfen kann: auf die Kunst, den Glauben an uns selbst, auf Liebe, Freundschaft und Mitmenschlichkeit. Nominiert für den National Book Award 2024.
Cyrus Shams, 29, ist kein Meister des täglichen Lebens. Er schreibt umwerfend gute Gedichte und nimmt zu viele Drogen. Seit er denken kann, ringt er mit den großen Sinnfragen, mit seiner sexuellen Identität und seiner Vergangenheit. Er war noch ein Baby, als das Flugzeug abgeschossen wurde, mit dem seine Mutter auf dem Weg aus Teheran in die Freiheit war. Ein tragischer Irrtum, ein sinnloser Tod, der ihn bis heute verfolgt. Cyrus sucht nach dem Sinn seiner Existenz und ist fasziniert von Märtyrern. Wie wäre es, sich einer Sache so zu verschreiben wie Jeanne d'Arc oder Bobby Sands? Und wer war seine Mutter eigentlich, wohin sollte ihre Reise führen? Cyrus, ausnahmsweise nüchtern und eventuell verliebt, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, die ihn zu den Fragen der Zukunft führt.
«Ich werde diese Geschichte und die Menschen darin für den Rest meines Lebens in mir tragen.» John Green
«Dieses Buch vibriert vor Liebe zum Leben, zur Schönheit und zur Sprache. Ich bin voller Ehrfurcht.» Natalie Portman
«Elegant, schwindelerregend und verspielt – Märtyrer! ist ein großartiger Roman.» Lauren Groff
«Ein Juwel von einem Roman.» Tommy Orange
«Klug, schillernd, anders . . . Ein wahrhaft aufrgendes Buch.» Ann Patchett
Kundinnen und Kunden meinen
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Mehr Gefühl als Form
mima am 04.07.2025
Bewertungsnummer: 2531264
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Märtyrer! ist fragmentiert, intensiv, chaotisch und zutiefst menschlich.
Es fällt schwer, alle Themen zu benennen, die das Buch berührt: Identität, Sinnsuche, Märtyrertum, Sucht, Sprache, Liebe, Depression, Kunst, Religion, Trauer, Generationenschmerz …
Man hat das Gefühl, der Text selbst kann kaum Schritt halten mit der Wucht der Gedanken, die in ihm stecken. Und doch passt genau das – denn das Zersplitterte, Unfertige spiegelt den Zustand des Erzählers.
Trotz der Schwere bleibt das Buch erstaunlich warm. Es will nicht belehren, nicht beeindrucken, sondern zeigt einen inneren Prozess, so ehrlich, dass man sich darin wiederfinden kann.
Sicher ist es kein perfekter Roman, weder sprachlich noch strukturell. Aber er hat etwas in mir getroffen. Und das zählt für mich mehr als jede erzählerische Glätte.
Was bleibt von einem Leben?
Lea am 27.08.2025
Bewertungsnummer: 2578779
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Cyrus Shams ist 29, queer, süchtig, schmerzhaft wach und auf der Suche. Nach Bedeutung. Nach seiner Mutter, die starb, als ihr Flugzeug auf dem Weg aus Teheran von der US-Armee abgeschossen wurde. Nach einem Leben, das sich nach etwas anfühlt. Er schreibt Gedichte, lebt in Indiana, flieht in Drogen und Philosophie und entwickelt eine fast spirituelle Faszination für Märtyrer:innen. Jeanne d’Arc, Bobby Sands, seine Mutter, sein Onkel. Alle haben ihr Leben für etwas Größeres gegeben. Aber was ist sein „Größeres“? Kunst? Wahrheit? Die Erinnerung an eine Frau, die er kaum kannte? Als er in New York auf die Künstlerin Orkideh trifft, die sich selbst beim Sterben ausstellt, verschiebt sich für ihn alles.
Ich sag’s so, wie ich’s gedacht hab: Das hier ist kein Roman, der in Kapiteln funktioniert. Das ist ein Gedicht, das Roman spielen will. Und das macht es auf eine verdammt schöne, manchmal auch verdammt anstrengende Weise. Kaveh Akbar schreibt wie jemand, der Sprache nicht benutzt, sondern fühlt. Jeder zweite Satz ist ein Zitatkandidat. Gleichzeitig bleibt vieles vage, metaphorisch, traumartig. Wer einen klassischen Plot sucht: please don’t. Wer bereit ist, sich treiben zu lassen: go. Zwischendrin gibt’s Dokumente, Gedichte, Zeitungsausschnitte, kleine Nebenstränge, die mal mehr, mal weniger zünden. ✨
Der Plot ist … na ja, sagen wir: ein loser Faden, der sich um Existenz, Trauma und Identität wickelt. Es passiert nicht „viel“ im klassischen Sinne. Aber emotional passiert alles. Cyrus ist nicht leicht zu begleiten. Er ist ein bisschen selbstzerstörerisch, ein bisschen anstrengend, oft witzig, immer klug. Ein Typ, der sich in seinen Gedanken verliert und dich dabei mitnimmt oder halt zurücklässt, wenn du nicht aufpasst. Was mir gefallen hat: Das Spiel mit Märtyrertum. Nicht im religiösen Sinne, sondern als Frage: Was ist ein Leben wert? Und wann wird ein Tod bedeutungsvoll? Was mich etwas rausgehauen hat: Manchmal verliert sich das Buch so sehr in sich selbst, dass ich nicht mehr wusste, worum es eigentlich gerade geht.
Ich war an manchen Stellen komplett drin. Dieses Buch hat mich an Momente in meinem Leben erinnert, in denen man denkt: „Wenn alles gerade keinen Sinn macht, kann ich wenigstens Kunst draus machen?“ Cyrus’ Schmerz ist laut und leise zugleich. Die Trauer über eine Mutter, die er nicht kennt. Die Scham eines Lebens, das irgendwie falsch ist. Und dann diese Sätze, die dir das Herz zerschneiden, aber so schön sind, dass du sie dir trotzdem unterstreichen willst. Ich hab gelacht, ich war wütend, ich hab mich erschöpft gefühlt. Und ich hab verstanden, warum Akbar genau so schreiben musste. Auch wenn nicht alles daran perfekt ist, es ist ehrlich. Und das reicht manchmal.
Fazit: "Märtyrer!" ist ein poetischer Roman über Verlust, Herkunft, Identität und das Bedürfnis, dass das eigene Leben (und vielleicht sogar der Tod) mehr bedeutet als nur Existenz. Nicht für jede Stimmung, nicht für jede Leser:in, aber wenn man sich drauf einlässt, dann trifft es. ⭐⭐⭐⭐
Meinung aus der Buchhandlung
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Hat mir sehr gut gefallen.
Wir folgen einem Mann, dem es das Leben nicht einfach gemacht hat. Drogen, Traumata und eine ungewöhnliche Vergangenheit prägen seinen Alltag und sein Schaffen als Schriftsteller. Hier geht es um Krisen, um Herkunft und darum einen Weg im Leben zu finden oder den, den man eingeschlagen hat zu ändern.
Toll geschrieben, tolle Geschichte, wichtige Themen!
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Ein Text voller Leben und der Frage danach, ob der Tod für etwas diesem erst einen Sinn gibt.
Dieses Buch hat mich überrascht - einerseits mit unerwartet tiefgehenden Emotionen und andererseits mit einer Geschichte, die vielschichtig ezählt wie vielen Einflüssen wir ausgesetzt sind, was das Leben im Kern ausmacht und wie viel Glück im Unglück stecken kann.
Unerwartet berührende und sinnstiftende Literatur mit wunderbar gewälten Worten.
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