Nach seiner Niederlage an der Berliner Mauer hat George Smiley den britischen Geheimdienst verlassen. Das westliche Agentennetz liegt am Boden, als ein russischer Spion unter ungewöhnlichen Umständen zu den Briten überläuft. Und der Mann, den er in London töten sollte, ist verschwunden. Smiley übernimmt die Befragung einer Kollegin des Vermissten. Doch Moskaus Schatten sind lang, und Smiley verfolgt wider besseres Wissen den Doppelspion, der für seine Niederlage verantwortlich war. Doch der ist ihm wie es scheint immer einen Schritt voraus.Brillante Neuerfindung eines Welterfolgs aus der Zeit des Kalten Krieges
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5.0/5.0
SimoneF
5/5
17.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
George Smiley ist zurück!
Mit „Smiley“ setzt Nick Harkaway das Erbe seines Vaters John le Carré fort, aus dessen Feder der neben James Bond wohl berühmteste Spion der Literatur stammt.
Zeitlich ist „Smiley“ in den Jahren zwischen „Der Spion, der aus der Kälte kam“ und „Dame, König, As, Spion“ angesiedelt. Der Secret Service holt Smiley für einen heiklen Auftrag zurück, der ihn mit den dunklen Schatten der Vergangenheit konfrontiert.
Ich war gespannt, ob sich Harkaways Stil und seine Ausarbeitung der Charaktere in das bekannte Smiley-Universum einfügen würde, und ich bin sehr angenehm überrascht worden. Das Buch liest sich hervorragend und passt sich perfekt in das bestehende Gefüge ein. Die Story ist vielschichtig, geschickt konstruiert und hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Dem aktuellen Zeitgeist entsprechend, bietet Harkaway etwas mehr Action als le Carré.
Da zwischen Carrés Der Spion, der aus der Kälte kam“ und „Dame, König, As, Spion“ in der Handlung ca. zehn Jahre liegen, bietet dieser Zeitraum eine wunderbare Gelegenheit, ihn mit aufregenden Geschichten zu füllen, und Harkaways Smiley-Debüt macht Lust auf mehr. Sollte ein weiterer Band auf Deutsch erscheinen, werde ich ihn ganz sicher lesen!
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5/5
09.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Mein Smiley ist der meines Vaters, aber er ist auch der Smiley, den wir alle kennen... (Nicholas Harkaway)
"Die Aufgabe lautet, ein Buch zu schreiben, das einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat. Es muss Sie bewegen, sich Ihnen einprägen und Sie mit dem Wunsch nach mehr entlassen. Mal sehen, ob es das tut..." (Nicholas Harkaway)
Eigentlich sollte hier meinerseits nur ein Satz stehen: Aufgabe erfüllt, wann geht es weiter?
Nick Harkaway hat es gewagt, ganz große Schuhe anzuziehen. Die seines Vaters John Le Carre´, dem geistigen Vater von George Smiley, die, neben Sherlock Holmes, wohl bekannteste britische Romanfigur, von der nicht wenige glauben, dass es ihn einfach gegeben haben muss!
Ich hatte mehr als nur Zweifel, dass irgend jemand den "Circus", "Control", und natürlich George Smiley selbst, auferstehen lassen zu können in der Lage wäre. Zu platt, zu simpel, zu ach-was-weiß-denn-ich, sind doch literarische Fortsetzungen, die sich in Stereotypen der Original-Bücher suhlen, um doch nur ein Abklatsch derselben zu sein. (Lesen Sie einfach noch einmal Stieg Larssons Millenium-Trilogie - und danach die Folgebände. Get The Picture?)
Mit tiefen Misstrauen las ich also die ersten Seiten von "Smiley", um dann völlig gebannt das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können!
Die Geschichte spielt relativ kurz nach "Der Spion, der aus der Kälte kam", George Smiley ist dabei, den Dienst zu quittieren, als ein Mann in den Büroräumen eines ungarischen Verlegers in London auftaucht, mit dem Auftrag, diesen zu ermorden. Das Opfer ist allerdings wohl kurz zuvor untergetaucht, der Killer kann seinen Job nicht erledigen, offenbart sich aber der Sekretärin, dass er sowieso nicht länger töten möchte und um Asyl bittet. Hier kommt der "Circus" inˋs Spiel, und "Control" beschleicht eine nicht unangemessene Ahnung, dass Smiley noch einmal aktiv werden muss...
Glauben Sie mir: Jeder Satz, jeder Handlungsstrang, jede Nebenfigur ist John Le Carre´pur! Feinste, gediegene Formulierungen, der Schreibstil, der ganze Aufbau ein absoluter Hochgenuss, von der Gänsehaut verursachenden Spannung ganz zu schweigen. In der deutschen Ausgabe ist das Sahnehäubchen die Übersetzung durch Peter Torberg, der sein ganzes Können einmal mehr in den Dienst des "Dienstes" gestellt hat!
Und was ist mit "Karla", dem großen Gegenspieler Smileys durch die Jahre und immerhin Titelgeber der Originalausgabe (Karlas Choice)? Er ist da, unsichtbar/sichtbar und aktiv. Aber alles andere MÜSSEN Sie selbst lesen! Worauf warten Sie noch? :-)
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