Die Geschichte eines Reisenden, dessen Leben untrennbar mit seiner Heimat verbunden ist. Auf der Hochebene von Asiago, an der Grenze zwischen dem Königreich Italien und Österreich-Ungarn, lebt Mitte des 19. Jahrhunderts Tönle Bintarn. Ein einfacher Mann, ein Hirte, der schmuggelt, um seine Familie zu ernähren. Als er aus Versehen einen Zollwächter verletzt, muss er fliehen und hilft fortan in den Wäldern Kärntens beim Holzabrinden und dann einem Bauern in der Steiermark aus, wird Hausierer von Kunstdrucken in den Karpaten, Gärtner in Prag, Pferdehirt in Ungarn. Doch jeden Winter kehrt der Einzelgänger von den Grenzbeamten unbemerkt nach Hause zurück, zu seiner Frau und seinen Kindern. Erst nach Jahren wird Tönle begnadigt und kann sein Leben als Schäfer wieder aufnehmen. Doch bald zerbricht die Welt, wie er sie kennt, erneut: Als der Erste Weltkrieg ausbricht, ist er achtzig Jahre alt. Während seine geliebte Heimat nur noch ein Schlachtfeld ist, weigert sich der alte Mann, seine Herde, sein Haus und seine Familie aufzugeben. In poetischer, klarer Sprache erzählt Mario Rigoni Stern die Geschichte eines freien Geistes, der zwischen den Mächten der Geschichte gefangen ist: dem Untergang der K.u.k.-Monarchie, den Wirren des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall der alten bäuerlichen Welt.
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Chris70
5/5
03.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegende Lebensgeschichte
Tönle Birntarn lebt von Kindheit an auf der Hochebene von Asiago, zwischen dem Königreich Italien und Österreich-Ungarn. Er liebt seine Heimat und versucht mit allen seinen Möglichkeiten seine Familie zu ernähren. Mit bald 80 Jahren wird sein Leben und seine Heimat mit dem 1. Weltkrieg überschattet.....
So ein kleines, feines Buch. In knapp 155 Seiten wird ein einfaches, karges Leben erzählt, dass mich sehr berührte. Ich erlebte große Heimatverbundenheit, Liebe, Schmerz, Sehnsucht, Unverdrossenheit, Hoffnung, Mitgefühl.
Die Sprache ist poetisch, leise, atmosphärisch. Die Natur wird bildhaft schön dargestellt.
Die mehr in sich gekehrte, ernsthafte, warmherzige Hauptfigur, schloss ich sofort in mein Herz.
Diese Geschichte reiht sich in viele schöne Lebensgeschichten wie „Osmann" oder „Ein ganzes Leben" ein.
Wenn ich etwas zu kritisieren hätte, dann, dass ich gerne noch länger und ausführlicher das Leben von Tönle begleitet hätte.
Fazit: Eine ruhige und herzberührende
Lebensgeschichte.
Absolute Leseempfehlung!
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