Tradwives in Polen. Zwischen nationaler Tradition und digitaler Reproduktion von Geschlechterrollen
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Sprache:Deutsch
27,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
26.05.2025
Verlag
GRINSeitenzahl
52
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,5 cm
Gewicht
90 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-389-13894-6
Studienarbeit aus dem Jahr 2025 im Fachbereich Kulturwissenschaften - Osteuropa, Note: 1,3, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Veranstaltung: Manosphere: (Neurechte) Männlichkeiten in der Onlinekultur, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit widmet sich zunächst der Betrachtung konkurrierender Erwartungshaltungen, mit denen sich Frauen im Polen der Nachkriegs- und Nachwendezeit konfrontiert sahen. Im Anschluss folgt die Analyse der sich auf der Social-Media-Plattform TikTok manifestierenden polnischen Tradwife-Bewegung anhand der diskurshistorischen Methode. Deutlich wird hierbei die Zentrierung des Phänomens in der Person der Influencerin Wiktoria Wilkosz (@victelsy) und deren Instrumentalisierung traditioneller rechtskonservativ ausgerichteter Weiblichkeitsnarrative zu politischen Zwecken. In ihrem im Jahr 2021 erschienen Essay zur steigenden Prävalenz frauenfeindlicher Tendenzen innerhalb der polnischen Gesellschaft verweist Anna Grudzi¿ska auf die Signifikanz tradierter Geschlechterrollen, welche in der Anti-Gender-Politik der rechtsnationalen Partei Prawo i Sprawiedliwö¿ (PiS) zwar verstärkt Ausdruck fanden, gleichzeitig jedoch historisch tief verwurzelt sind. Wie die Autorin darlegt, wurden die gesellschaftliche Stellung und reproduktiven Rechte der Frau seit jeher als Spielball soziopolitischer Mächte instrumentalisiert, indem sie sowohl der kommunistischen Obrigkeit der Vorwendejahre als auch der katholischen Kirche zur Konsolidierung und Legitimierung der eigenen Führungsansprüche dienten. In diesem Sinne muss die Zurückdrängung der Frau in den privaten Bereich zugunsten eines patriarchalischkonservativen Weltbildes nicht als Rückschritt, sondern vielmehr als Zeichen von Kontinuität gedeutet werden, in der die Perpetuierung antifeministischer Diskurse als Garant nationaler Stabilität betrachtet wird. Diese Gemengelage bietet den idealen Nährboden für die Umsetzung repressiver Geschlechtermodelle, welche in dem vermeintlich neuartigen Trend der Tradwife-Bewegung Ausdruck findet, deren Vertreterinnen sich bewusst unter dem Deckmantel von "choice feminism" von feministischen Idealen abgrenzen und die Entscheidung für ein der Kindererziehung und Haushaltsführung gewidmetes Leben als Ausdruck weiblicher Autonomie und Wahlfreiheit betrachten.
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