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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Akzeptabel

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.07.2021

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

427

Maße (L/B/H)

19,7/12,6/3 cm

Gewicht

422 g

Auflage

1. erweiterte Auflage in C.H.

Sprache

Deutsch

EAN

2710001137435

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Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.07.2021

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

427

Maße (L/B/H)

19,7/12,6/3 cm

Gewicht

422 g

Auflage

1. erweiterte Auflage in C.H.

Sprache

Deutsch

EAN

2710001137435

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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Gedanken eines grünen…

Juti aus HD am 31.12.2019

Bewertungsnummer: 2729948

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Gedanken eines grünen Intellektuellen Meine Überschrift ist natürlich Interpretation. An keiner Stelle schreibt Kermani, dass er grün wählt, aber seine Gedanken passen sehr gut zu dieser Partei. Und er ist seiner Zeit voraus. Das Buch enthält seine Reden, die er bis auf die letzte nicht frei gehalten hat, in chronologischer Folge, angefangen mit dem Lob des iranischen Schriftstellerverband, der im Land Reformen fordert, obwohl schon vor 20 Jahren gehalten. Die nächste Rede spendet den Eltern eines toten ungeborenen Kindes Trost. Dann folgt eine Rede zur westlichen Leitkultur in der auch von Deutschland wünscht, dass es seinen Lehrerinnen erlaubt, Kopfttücher zu tragen. Im Vorwort schreibt er selbst, dass er dies hätte entfalten müssen. Sehr gut gefällt mir, wie er schildert, dass er in der Heimatstadt seiner Eltern Isfahan ein Haus kauft, um es vor den Abriss zu retten und nicht um möglichst viel Miete zu kassieren. Im Dialog mit der islamischen Welt erklärt er, wie der Islam den Bezug zur Literatur verlor und fundamentalistischer wurde. Schon bei der Wiedereröffnung des Burgtheater 2005 spricht er über die Migration von Afrika nach Europa. 2011 redet er bereits über die Krise der Europäischen Union. Zur Eröffnung der Lessingtage wundert er sich, dass in einem aufgeklärten Land wie Deutschland die rechtsradikalen Terroranschläge des NSU so lange verborgen blieben. Zum Heinrich Kleist Preis redet er über die Liebe wegen Kleists Pethesilea. Am meisten beeindruckt hat mich die Rede vor der Goethe-Gesellschaft, in der er darlegt, dass Atem holen eine religiöse Erfahrung ist. Dank seines Studiums der Islamwissenschaften, dank seiner Kenntnis verschiedener Religionen hat Kermani eine Fähigkeit, die viele Grünen nicht haben. Er kann sagen, warum unser Tun einen Sinn hat. Bezeichnend für sein Denken ist das, was er über Goethe sagt: „Wo andere aus der Religion eine Weltanschauung ableiten, leitet Goethe umgekehrt aus der Anschauung der Welt religiöse Grundsätze ab“ (137f). Bei den Talismane im Diwan zeigt Goethe sogar Koranwissen. Im folgenden Kapitel hält Kermani eine Laudatio über eine Islamwissenschaftlerin. Dann redet er im Bundestag zum Verfassungstag und zitiert eine erstaunliche Umfrage: „Befragt, wann es Deutschland am besten ergangen sei, entschieden sich noch 1951 in einer repräsentativen Umfrage 45% der Deutschen für das Kaiserreich, 7% für die Weimarer Republik, 42% für die Zeit des Nationalsozialismus und nur 2% für die Bundesrepublik.“ (161) Es folgt eine Rede über Kurzbiographien seiner Bekannten, dann eine Rede für die Terroropfer in Paris und beim Friedenspreis über eine syrischen Jesuitenpater, der Andersgläubige beschützte, bevor er selbst entführt wurde. Auch Rupert Neudeck war Kermanis Freund. Anschließend denkt er darüber nach, warum die Amerikaner Trump gewählt haben. Mangels Platz kann ich nicht alle Reden erwähnen, das Judentum während der Nazi-Zeit ist nochmal Thema, die Feindesliebe, der Tod seines Vaters, Norbert Lammert und der Kreisauer Kreis, der 1.FC Köln, die Psychologie von Jung, wachsendem Populismus und zu guter letzt den Tod seines türkischen Buchhändler, der bei einer Bestellung häufig sagte: „ Morgen ist da!“ Selbst wenn mich nicht alle Reden gleichviel interessierten, so kann ich das Jahr 2019 mit gutem Gewissen mit der Bestnote abschließen, also 5 Sterne.

Gedanken eines grünen…

Juti aus HD am 31.12.2019
Bewertungsnummer: 2729948
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Gedanken eines grünen Intellektuellen Meine Überschrift ist natürlich Interpretation. An keiner Stelle schreibt Kermani, dass er grün wählt, aber seine Gedanken passen sehr gut zu dieser Partei. Und er ist seiner Zeit voraus. Das Buch enthält seine Reden, die er bis auf die letzte nicht frei gehalten hat, in chronologischer Folge, angefangen mit dem Lob des iranischen Schriftstellerverband, der im Land Reformen fordert, obwohl schon vor 20 Jahren gehalten. Die nächste Rede spendet den Eltern eines toten ungeborenen Kindes Trost. Dann folgt eine Rede zur westlichen Leitkultur in der auch von Deutschland wünscht, dass es seinen Lehrerinnen erlaubt, Kopfttücher zu tragen. Im Vorwort schreibt er selbst, dass er dies hätte entfalten müssen. Sehr gut gefällt mir, wie er schildert, dass er in der Heimatstadt seiner Eltern Isfahan ein Haus kauft, um es vor den Abriss zu retten und nicht um möglichst viel Miete zu kassieren. Im Dialog mit der islamischen Welt erklärt er, wie der Islam den Bezug zur Literatur verlor und fundamentalistischer wurde. Schon bei der Wiedereröffnung des Burgtheater 2005 spricht er über die Migration von Afrika nach Europa. 2011 redet er bereits über die Krise der Europäischen Union. Zur Eröffnung der Lessingtage wundert er sich, dass in einem aufgeklärten Land wie Deutschland die rechtsradikalen Terroranschläge des NSU so lange verborgen blieben. Zum Heinrich Kleist Preis redet er über die Liebe wegen Kleists Pethesilea. Am meisten beeindruckt hat mich die Rede vor der Goethe-Gesellschaft, in der er darlegt, dass Atem holen eine religiöse Erfahrung ist. Dank seines Studiums der Islamwissenschaften, dank seiner Kenntnis verschiedener Religionen hat Kermani eine Fähigkeit, die viele Grünen nicht haben. Er kann sagen, warum unser Tun einen Sinn hat. Bezeichnend für sein Denken ist das, was er über Goethe sagt: „Wo andere aus der Religion eine Weltanschauung ableiten, leitet Goethe umgekehrt aus der Anschauung der Welt religiöse Grundsätze ab“ (137f). Bei den Talismane im Diwan zeigt Goethe sogar Koranwissen. Im folgenden Kapitel hält Kermani eine Laudatio über eine Islamwissenschaftlerin. Dann redet er im Bundestag zum Verfassungstag und zitiert eine erstaunliche Umfrage: „Befragt, wann es Deutschland am besten ergangen sei, entschieden sich noch 1951 in einer repräsentativen Umfrage 45% der Deutschen für das Kaiserreich, 7% für die Weimarer Republik, 42% für die Zeit des Nationalsozialismus und nur 2% für die Bundesrepublik.“ (161) Es folgt eine Rede über Kurzbiographien seiner Bekannten, dann eine Rede für die Terroropfer in Paris und beim Friedenspreis über eine syrischen Jesuitenpater, der Andersgläubige beschützte, bevor er selbst entführt wurde. Auch Rupert Neudeck war Kermanis Freund. Anschließend denkt er darüber nach, warum die Amerikaner Trump gewählt haben. Mangels Platz kann ich nicht alle Reden erwähnen, das Judentum während der Nazi-Zeit ist nochmal Thema, die Feindesliebe, der Tod seines Vaters, Norbert Lammert und der Kreisauer Kreis, der 1.FC Köln, die Psychologie von Jung, wachsendem Populismus und zu guter letzt den Tod seines türkischen Buchhändler, der bei einer Bestellung häufig sagte: „ Morgen ist da!“ Selbst wenn mich nicht alle Reden gleichviel interessierten, so kann ich das Jahr 2019 mit gutem Gewissen mit der Bestnote abschließen, also 5 Sterne.

Keine leichte Kost

Bewertung am 26.11.2019

Bewertungsnummer: 356097

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Suchen Sie etwas Unterhaltsames für den Feierabend? Dann lassen Sie die Finger von diesem Buch! "Morgen ist da" sammelt Reden eines der Großmeister der Rhetorik, ob es um Sport, Preisverleihungen, Glückwünsche oder auch Trauerbekundungen geht. Und sind die Texte auch manches Mal noch so schwer verdaulich, Kermanis sprachliche Schönheit zieht mich stets aufs Neue in ihren Bann. Und damit komme ich um eine Empfehlung nicht herum. In jedem Fall ein großartiges Weihnachtsgeschenk für Anspruchsvolle!

Keine leichte Kost

Bewertung am 26.11.2019
Bewertungsnummer: 356097
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Suchen Sie etwas Unterhaltsames für den Feierabend? Dann lassen Sie die Finger von diesem Buch! "Morgen ist da" sammelt Reden eines der Großmeister der Rhetorik, ob es um Sport, Preisverleihungen, Glückwünsche oder auch Trauerbekundungen geht. Und sind die Texte auch manches Mal noch so schwer verdaulich, Kermanis sprachliche Schönheit zieht mich stets aufs Neue in ihren Bann. Und damit komme ich um eine Empfehlung nicht herum. In jedem Fall ein großartiges Weihnachtsgeschenk für Anspruchsvolle!

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Morgen ist da

von Navid Kermani

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  • Produktbild: Morgen ist da
  • Vorwort

    Laudatio auf den iranischen Schriftstellerverband bei der Verleihung des Sonderpreises zum Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis

    Osnabrück, 3. Juli 1999

    Zum Tod der ungeborenen Sofía

    Berlin, 27. April 2003

    Zum Dank für den Jahrespreis der Helga und Edzard Reuter-Stiftung

    Berlin, 23. Januar 2004

    Auf der Konferenz «Dialog mit der islamischen Welt»

    Berlin, 15. März 2005

    Zum 50.Jahrestag der Wiedereröffnung des Burgtheaters

    Wien, 14. Oktober 2005

    Zum Dank für den Hessischen Kulturpreis

    Wiesbaden, 23. November 2009

    Allianz-Lecture über Europa

    Berlin, 23. Oktober 2011

    Zur Eröffnung der Lessingtage

    Hamburg, 22. Januar 2012

    Zum Dank für den Heinrich-von-Kleist-Preis

    Berlin, 18. November 2012

    Zur Eröffnung der 83. Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft

    Weimar, 22.Mai 2013

    Laudatio auf Angelika Neuwirth bei der Verleihung des Sigmund-Freud-Preises

    Darmstadt, 26.Oktober 2013

    Zum 65. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes

    Berlin, 23. Mai 2014

    Zum Dank für den Joseph-Breitbach-Preis

    Koblenz, Stadttheater, 19. September 2014

    Auf der Trauerkundgebung für die Opfer der Pariser Anschläge

    Köln, 14. Januar 2015

    Zum Dank für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

    Frankfurt, 18. Oktober 2015

    Zum Tod von Rupert Neudeck

    Köln, 14. Juni 2016

    Zum Dank für den Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung

    Hamburg, 4. Dezember 2016

    Zum Tod von Jaki Liebezeit

    Köln, 6. Februar 2017

    Zum zwanzigsten Jahrestag des Bestehens des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur

    München, 6. Juli 2017

    Zum Dank für den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen

    Köln, 27. November 2017

    Zum Tod von Djavad Kermani

    Köln, 8. Dezember 2017

    Zum Tod von Karl Schlamminger

    München, 21. Dezember 2017

    Laudatio auf Norbert Lammert bei der Verleihung des Leo-Baeck-Preises

    Berlin, 1. Februar 2018

    Zum Dank für den deutsch-polnischen Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis

    Göttingen, 3. Juni 2018

    Zum siebzigsten Geburtstag des 1. FC Köln

    Köln, 17. November 2018

    Zum Gedenken an Egon Ammann

    Berlin, 5. Juli 2019

    Zur Eröffnung des XXI. Weltkongresses der Internationalen Gesellschaft für Analytische Psychologie (IAAP) sowie zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen der C.G.Jung-Gesellschaft Köln

    Wien, 26. August 2019, und Köln, 4 .Oktober 2019

    Dinner-Speak auf der Investment-Konferenz der Flossbach von StorchAG

    Königswinter, 11. September 2019

    Zur Eröffnung des Harbour Front Literaturfestivals

    Hamburg, 9. September 2020

    Zum Dank für den Friedrich-Hölderlin-Preis

    Bad Homburg, 1. November 2020

    Zu einem Konzert des WDR Sinfonieorchesters in der Reihe «Musik im Dialog»

    Köln, 25. März 2021

    Epilog über meinen Buchhändler Ömer Özerturgut

    Editorische Notiz