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Die junge Künstlerin Kirsty Paterson schlägt sich in Edinburgh mühsam mit verschiedenen Jobs durch. Doch dann stirbt ihre geliebte Großmutter Fiona und vererbt Kirsty ihr Rosencottage auf der malerischen Insel Tiree. Mit dem Haus verbindet Kirsty die glücklichsten Sommer ihrer Kindheit. Ihre Großmutter hat jedoch eine Bitte an das Erbe geknüpft: Kirsty soll das Verschwinden von Fionas Kinderfreundin Livie vor vielen Jahren aufklären. Schon bald löst sie mit ihrer Spurensuche schicksalhafte Ereignisse aus und trifft auf den undurchschaubaren, aber attraktiven Schriftsteller Finlay ...
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"Das Rosencottage" von Constanze Wilken erschien (tb,2023, 506 Seiten) im Goldmann-Verlag, München und ist bereits der 7. Roman einer meiner LieblingsautorInnen in diesem Genre, den ich wieder einmal mit Begeisterung gelesen habe: C. Wilken versteht es, den Leser von Beginn an in die Geschichte hineinzuziehen und den Spannungsbogen wie auch die Authentizität in ihren Romanen bis zum Schluss oben zu halten:
Inhalt:
Kirsty Paterson, Tochter einer reichen Architektenfamilie und auch 'schwarzes Schaf', da sie als Einzige in der Familie nicht profitorientiert handelt, sondern eher ihren Talenten (z.B. dem Malen von Landschaftsbildern) und ihrem Herzen folgt, erbt zur Überraschung aller das Cottage auf der malerischen Insel Tiree, die zu den Inneren Hebrideninseln Schottlands gehört und für Kirsty schöne Ferienmomente mit Fiona, ihrer Großmutter, bedeutet: Doch mit dem Erbe stellt Fiona ihr nach deren Tod auch eine Aufgabe: Kirsty soll herausfinden, was aus Livie McMillan, ihrer Freundin aus der Kindheit auf Tiree, geworden ist. Der Kontakt der beiden Freundinnen war kurz vor dem 2. Weltkrieg Mitte der 30er Jahre abgebrochen....
Kirsty stellt sich dieser Aufgabe und lässt den Leser miträtseln, welchem Schicksal Livie damals entgegenging und auch nachspüren, wie karg und hart das Leben auf der kleinen Insel vor 100 Jahren gewesen sein muss. Was Fiona ihr verheimlichte, war die Tatsache, dass das Cottage an Finlay Stewart, einem Autor mit Schreibblockade, der dort in der Ruhe und Abgeschiedenheit wieder in den Schreibfluss kommen möchte, vermietet wurde: Fortan müssen die beiden ungleichen Mieter sich das Cottage teilen, was nicht ohne Spannungen, aber auch Schmunzeln bleiben sollte, da Finlay zwar ungehobelte Manieren hat und dem Trinken frönt, aber auch ein Genussmensch ist und für sein Leben gerne kocht. So recherchieren beide mehr und mehr gemeinsam, was aus Livie geworden ist und machen hierbei auch unliebsame Erfahrungen.... Wird es Kirsty gelingen, die Jugendfreundin ihrer Großmutter ausfindig zu machen?
Meine Meinung:
Die Autorin versteht es auch hier wieder, den Leser schon zu Beginn (der Prolog ist sehr dramatisch) zu fesseln und das Leseinteresse zu wecken: Der Roman findet auf zwei Zeitebenen statt, zum einen vor fast 100 Jahren und zum anderen in der Gegenwart; hier wird - für C. Wilken Romane symbolisch - Historie mit einer spannenden Geschichte und sympathischen ProtagonistInnen verwoben, wodurch ein schön zu lesender, authentisch wirkender Roman entsteht, den ich sehr gerne gelesen habe. Erschreckend war zuweilen in der Vergangenheit die Düsterkeit und Bitternis der beschriebenen Ausweglosigkeit von Frauen, die prügelnden, gewalttätigen Ehemännern schutzlos ausgeliefert waren und es kein Entrinnen gab: Ausser Paddy, der Lieblingsbruder von Livie McMillan, gibt es in dieser Familie nur Männer, die sich mit Fäusten auseinanderzusetzen wussten; allen voran Vater Donald, der die Familie auf brutale Weise tyrannisierte und kriminelle Wesenszüge trug.
Auf Kirsty wartet eine wahre Odyssee, die sie bis nach Mull führt, um etwas über das Schicksal von Livie herauszufinden und die Suche nach Spuren gestaltet sich stets (auch für den Leser) sehr spannend, so begegnet man Inselpfarrern, einer redseligen Küsterin, einem alten verbitterten Mann und dessen nichtsnutzigem Neffen, aber auch einer profitorientierten Familie, die letzten Endes einsieht, dass die Erbin des Cottages dieses wohl nicht verkaufen wird, um eine Ferienanlage auf der Insel zuzulassen.
Mitleid hat man mit dem Inselarzt, der in der Vergangenheit lieber die Insel verlassen hat als noch mehr (nicht nachweisbaren) Schaden durch einen cholerischen, gewalttätigen und herrschsüchtigen Mann auf sich zu nehmen, der zeitlebens (vermutlich besonders nach dem 1. Weltkrieg, an dem er teilnahm) ein Trinker und Schläger war.
Der Roman beinhaltet jedoch auch zwei Liebesgeschichten: Eine in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, die andere in der Gegenwart, die sich auch erst nach und nach abzeichnet, was jedoch köstlich zu lesen - und letztendlich auch stimmig ist: So freut man sich mit den Charakteren, leidet jedoch auch mit ihnen, wenn sie unfair und brutal behandelt werden; Paddy war mir in dieser Hinsicht auch sehr sympathisch und ihm hätte ich einen Job und eine Ausbildung zum Piloten sehr gewünscht. Finlay Stewart wirkt anfangs sehr abstoßend, jedoch hat die Schreibblockade auch einen Grund, den er erst nach längerer Zeit mit Kirsty teilen kann.
Fazit:
Ein sehr atmosphärischer, zu Herzen gehender Roman mit historischen Elementen der schottischen Hebrideninsel Tiree, der Familiengeheimnisse und Historie sehr authentisch verbindet und mit sehr sympathischen HauptprotagonistInnen aufwartet. Der Spannung von der ersten Seite an bis zum Schluss gewährleistet und den ich aufgrund der authentisch dargestellten Geschichte sehr gerne gelesen habe. Ich empfehle ihn absolut gerne weiter - wie auch die Wales-Reihe der Autorin - an LeserInnen, die Spannung, Stimmigkeit, Tiefgang, aber auch einen Schuss Romantik und wunderschöne Landschaften und Inseln mögen; darüber hinaus für Geschichte und Familiengeheimnisse 'empfänglich' sind ;) Hier würde ich in diesem Falle beherzt zugreifen! 5*
„Liebe und Freundschaft“ oder
Nanette aus Heinsberg am 19.06.2023
Bewertungsnummer: 1964150
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Leidenschaft, die unermessliches Leiden schafft
Zwei sich abwechselnde Erzählstränge, die sehr gekonnt miteinander verwoben werden, gewähren uns Einblicke in das Leben auf Tiree, einer Insel der Inneren Hebriden in Schottland.
Der eine spielt in der Zeit von 1933-1935 und wird durch den anderen, in der aktuellen Zeit angesiedelten, bis zum 1. Januar 1946 ergänzt. Die Vergangenheitsform in der beide geschrieben sind, unterstreicht ihre Zusammengehörigkeit.
Kirsty Patersons Mut, ihre Neugier und Beharrlichkeit fördern bei der Erfüllung des letzten Wunsches ihrer Großmutter Fiona Schicksale zu Tage, die an Tragik nicht zu überbieten sind.
Auf der Suche nach Livie, die ihr Leben auf den Kopf stellt, erkundet sie ihre neue Lebensumgebung (Land und Leute) auf eine ganz besondere, intensive, emotionale Art und Weise. Die malerische Kulisse und die originellen Charaktere werden uns sehr anschaulich nahe gebracht.
„Die Vergangenheit birgt manchmal Geheimnisse, die ohne die Erinnerung der Alten verloren gingen.“
Die Geschichte, die sich uns durch ihre Nachforschungen offenbart „ist so unvorstellbar grausam und doch so bezeichnend für das entbehrungsreiche Leben in der Abgeschiedenheit rauer Natur, dass sie mich nicht losließ.“.
Ihr liegt der Gedanke zugrunde: „Mädchen brauchten keine Bildung. Sie waren im Haus nützlicher und sollten heiraten und Kinder bekommen.“.
„„Grauenvoll, schrecklich, pervers, abartig und absolut unmenschlich!“ - „„Nicht zu fassen, was sich hinter verschlossenen Türen abspielt.“ - „„Das ist ja nicht zum Aushalten!““
Die Machtlosigkeit gegen die brutale Gewalt eines tyrannischen Mannes, der sein patriarchalisches Herrscherverhalten ins Extrem gesteigert hatte, seine Familie und andere Menschen sowie Tiere schlug, drangsalierte und manipulierte, wo er nur konnte, läßt mich fassungslos zurück. Die bewegenden Schicksale und deren Trostlosigkeit haben mich zu Tränen gerührt und mir schlaflose Nächte bereitet, so sehr habe ich mit ihnen mitgelitten.
„Letzten Endes hielten die Männer zusammen, und Frauen wurden beiseitegeschoben.“
„Den Kopf voller Bilder und das Herz schwer von der traurigen Geschichte“ hat daher nicht nur Kirsty, sondern habe auch ich.
Diese Geschichte ist nicht für zarte Gemüter geeignet. Sie hat mich zutiefst erschüttert und geschockt. Ob der detailliert beschriebenen Grausamkeiten und der lebensechten Schreibweise, die einen tief in das Geschehen eintauchen läßt, erachte ich eine Triggerwarnung als angebracht.
„Weißt du, man sollte Namen nicht in Grabsteine meißeln, sondern in Herzen. Nur wenn man sich erinnert, die Geschichten von Menschen teilt, werden sie nicht vergessen.“
Das versteht Constanze Wilken vortrefflich in die Tat umzusetzen.
Wenn Ihr Euch diesem Zeitzeugnis gewachsen fühlt:
„„Dann auf, in die Höhle des Teufels.““
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