»Ein Liebes-, Bildungs- und Schelmenroman, wie es ihn auf Deutsch sehr lange nicht gab.« (WDR 3)
Seit er Angelika beim Neptunfest über den Strand tanzen sah, bedrängen ihren aufgewühlten Bewunderer völlig ungeahnte Regungen. Die Begegnung wirkt sich nicht nur bewusstseinserweiternd auf seine Wahrnehmung aus, ihn erfasst außerdem ein schwerwiegendes und allumfassendes Verlangen nach Wahrheit, Schönheit und Selbsterkenntnis, das weder das elterliche Pfarrhaus noch die zeitgenössischen Bildungsinstitutionen stillen können. Götter, Geister und Dämonen melden sich zu Wort, als der postmoderne Studienbetrieb entscheidende Fragen offenlässt. Kommen sie zu spät? Am Ende bleiben nur die Liebe, der Sprung und die Gelenke des Lichts.
Emanuel Maeß hat einen sprachmächtigen Roman geschrieben, der in seiner spielerischen Leichtigkeit und Tiefe in der neuen Literatur seinesgleichen sucht.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben: Einfach Barcode scannen, Versandetikett ausdrucken, Bücher verschicken und Thalia Geschenkkarte erhalten.
L’art pour l’art Immer wieder gibt es ja Romane, die polarisierend auf die Leserschaft wirken, so auch das Romandebüt mit dem kryptischen Titel «Gelenke des Lichts» von Emanuel Maeß. Ein Hybrid, was die Gattung anbelangt, aus «Bildungs-, Schelmen- und Campusroman», wie die Jury für den Deutschen Buchpreis 2018 schrieb, die ihn immerhin auf die Longlist gesetzt hatte. Mit Anklängen an Goethes «Wilhelm Meister» wird hier, mit vielen eingeschobenen Reflexionen angereichert, die Entwicklung eines jungen Mannes von der Adoleszenz bis zum Studienabschluss in Cambridge anschaulich beschrieben, allerdings an keiner Stelle «schelmisch»! Andererseits ist man auch an Petrarcas Minne-Dichtung «Conzoniere» erinnert, dessen Laura heißt hier Angelica und ist ebenfalls die ferne, idealisierte Angebetete, die aber als eine Art Leitmotiv sehr lose in den Plot eingewoben ist, ohne dass man deshalb gleich von einem Liebesroman sprechen könnte. Der Ich-Erzähler ist Sohn eines Pfarrers und einer Ärztin in Urspring an der Werra, dem fiktiven geografischen Mittelpunkt Deutschlands, die Erzählzeit reicht von 1980 bis zum Beginn des neuen Jahrtausends. Zu DDR-Zeiten besucht der 11Jährige in dem kleinen Ort die Schule und sieht bei einem feuchtfröhlichen Neptunfest fasziniert ein neunjähriges Mädchen selbstvergessen am Strand tanzen. Sie begegnet ihm später zufällig noch einige Male, ein loser Kontakt entsteht und bleibt über viele Jahre hinweg erhalten, schließlich besucht sie ihn sogar einmal während seines Studiums in Cambridge. Es kommt zum One-Night-Stand, ihre Wege trennen sich aber sofort wieder, bis sie sich schließlich völlig aus den Augen verlieren und Angelika nur noch gelegentlich leitmotivisch als idealisiertes, das Bewusstsein erweiternde Sinnbild in seinen Gedanken herumspukt. Die in der angedeuteten Form eines Briefromans an die Angebetete verfasste Erzählung hat die Suche des sich unverstandenen fühlenden, sensiblen Ich-Erzählers nach Selbsterkenntnis zum Inhalt. Er studiert breitgefächert Geisteswissenschaften, zunächst in Heidelberg und später, mittels Stipendium, in Cambridge. Mit dem Studienabschluss endet dieser Roman der Innerlichkeit. Dessen Thematik, die geistige Entwicklung seines wissbegierigen Helden, - hier eingebettet in eine überbordende, an Bildungshuberei grenzende Gelehrsamkeit -, wird in wohlgesetzten Worten erzählt. Diese grandiose Erzählkunst aber ist Stärke und Schwäche des Romans zugleich. Positiv zu nennen sind überaus poetische Landschaftsbeschreibungen, interessante Schilderungen des Studienbetriebs in beiden Ländern, stimmig hervorgerufene Assoziationen, tiefschürfende Reflexionen über Musik, Literatur, Religion, Philosophie, - und immer wieder dient ihm die Natur als Phänomen und Kulisse zugleich. Lästig, irgendwann sogar nervig aber wird die gestelzte, hochgestochene Sprache mit sehr speziellem Fachvokabular, abseitigen Fremdwörtern und vielen, nur akademischen Insidern verständlichen Anspielungen und Verweisen, die zum vollen Verständnis einen humanistischen Bildungshintergrund bedingen. Diese unzähligen, selbstgefälligen Belege für die sichtlich vorhandene Gelehrsamkeit und umfassende philologische Bildung des Autors stören erheblich, weil sie so feierlich, so penetrant aufgesetzt wirken. Denn für die Fachwelt dürfte dieses Buch ja nun wirklich nicht geschrieben sein, der «Normalleser» aber, und eine solche Spezies scheint es zu geben, wird heillos überfordert! Je nachdem also, ob man die überschäumende Formulierungsseligkeit von Emanuel Maeß goutiert oder nicht, ist dieser Roman, in dem so gut wie nichts geschieht, literarisch als heutzutage selten anzutreffendes Sprachkunstwerk anzusehen - oder aber als altkluges, aus der Zeit gefallenes, pseudowissenschaftlich aufgemotztes Geschwafel um seiner selbst willen. Sprachliche Perfektion als Selbstzweck mithin, L’art pour l’art! Ob das aber reicht als Anreiz zur Lektüre, muss jeder potentielle Leser ganz individuell für sich selbst entscheiden.
Meinung aus der Buchhandlung
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
Ein Buch, dessen Zauber nur schwer in Worte zu fassen ist. Zu gleichen Teilen Bildungsroman, Liebesgeschichte und noch vieles mehr. Maess ist mit seinem Debut ein Kunststück gelungen, das zurecht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis gelandet ist. Nicht immer einfach, aber jede Seite ist es wert gelesen zu werden.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.