Deutliche Gebrauchsspuren z.B. Notizen. Könnte ein Mängelexemplar sein, aber voll funktionsfähig und lesbar. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Wie begegnet man seiner fremd gewordenen Herkunft? – Thilo Krauses eindringlicher Roman über unser Land und unsere Zeit
Ein junges Paar kehrt nach Jahren zurück ins Felsland der Sächsischen Schweiz. Der Wunsch, sich an den Kindheitsorten ein neues Leben aufzubauen, mündet in die Konfrontation mit der Herkunft, aber auch mit einer neuen Fremdheit. Der Erzähler erinnert sich: an den Schulfreund, der damals beim gemeinsamen Klettern sein Bein verlor. An den öffentlichen Tadel in der Schule beim sozialistischen Fahnenappell. Thilo Krauses erster Roman erzählt vom Versuch der Heimkehr in ein fremdgewordenes Land. Es gibt nicht nur Apfelbäume und Elbwiesen, es gibt auch das Sommercamp der Neonazis, und am Misstrauen des Dorfes droht auch das Paar zu scheitern. Ein intensiver Roman über unser Land und unsere Zeit.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Einer, der mit dem Alten abschließt und etwas Neues beginnt.
https://lieslos.blog/ am 02.10.2020
Bewertungsnummer: 1384536
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Es geht in dem absolut lesenswerten Roman von Thilo Krause um den Reiz der Ferne und Fernweh, um Sehnsucht und Heimweh, um die romantisch verklärte Kindheit und nicht verarbeitete Erlebnisse, um Rückkehr, Heimat und Herkunft.
Thilo Krause schreibt erst sperrig, spröde und knapp, dann zunehmend poetisch, sehr feinfühlig, sinnlich und mit einem Hauch von Nostalgie darüber, wie der namenlose Ich-Erzähler nach Jahren mit seiner Frau Christina, einer Physiotherapeutin und dem gemeinsamen 4-jährigen Töchterchen in die Heimat, das Elbsandsteingebirge, zurückkehrt. Nicht genau in seinem Heimatort, sondern wenige Kilometer entfernt mietet er auf einem Berg ein heruntergekommenes Haus mit Schimmel an den Wänden.
Leider erfüllen sich seine romantischen Vorstellungen von Heimkehr nicht.
Nicht nur er, sondern auch sein Zuhause, die Sächsische Schweiz, hat sich verändert.
Und als wäre das nicht genug, führen seine intensive Suche nach was auch immer und seine obsessive Beschäftigung mit seiner Vergangenheit dazu, dass seine Frau ihn mit dem Töchterlein verlässt.
Die Lektüre, eine Art Heimatroman, ist äußerst bewegend und berührend, aber niemals kitschig oder seicht.
Ich vermute, dass der Autor darin so einiges an Autobiographischem verarbeitet hat.
Thilo Krause gelingt es mit seiner schönen und bildhaften Sprache und unaufgeregten Erzählweise, die Landschaften, Handlungsorte, Szenen und Charaktere zum Leben zu erwecken.
Wir begleiten den Ich-Erzähler auf seinen Streifzügen und Wanderungen durch die spektakuläre und bizarre Felsenwelt und meinen, die schroffen Felsen, Sandsteine und Riffs, die dicht bewaldeten Tafelberge und das schluchtenreiche Tal vor uns zu sehen.
Ausserdem lernen wir Vito und Jan kennen.
Der einbeinige Schreiner Vito ist ein früherer Freund des Ich-Erzählers, mit dem er waghalsige Klettertouren unternommen hat und mit dem ihn nicht nur diese Freundschaft, sondern auch ein tragischer Unfall und eine Art offene Rechnung verbindet.
Jan ist ein tschechischer Freund, der Führungen für Touristen anbietet und ihn in seinem Touristenbus mitnimmt.
Vito und Jan holen ihren Freund auf den Boden der Tatsachen, sprich in die Realität, zurück.
In die Realität, das heißt, zu seiner kleinen Familie und zu der Erkenntnis, dass sein Heimatdorf und dessen Bewohner nicht (mehr) das sind, was er sich vorgestellt und erhofft hat.
Statt offene Arme begegnen ihm, seiner kleinen Familie und seinen Freunden Misstrauen, Argwohn, Unfreundlichkeit, kühle Ablehnung und feindseliges Schweigen.
Der Ich-Erzähler muss vieles verarbeiten und bewältigen ... seine Fremdheitsgefühle, die Veränderung seiner Heimat, in der jetzt glatzköpfige Nazis mit Schäferhunden herumwandern, ein noch nicht verdautes traumatisches Erlebnis, Schuld- und Schamgefühle, die durch Erinnerungen an seine Kindheit aufflackern, und nicht zuletzt die Nazi-Schmierereien und -Parolen auf seinen geliebten Felsen.
Und dann, 2002, kommt auch noch die Elbe ins Spiel...bedrohlich, beängstigend, verhängnisvoll.
Dieser Roman hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.
Fremd im eigenen Leben
Bewertung am 17.08.2020
Bewertungsnummer: 393609
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie in dichten Nebel gehüllt nimmt man als Leser – durch die Augen des namenlosen Protagonisten – die Abgeschiedenheit der Provinz und der sie umgebenden Natur wahr, eigenartig unruhig fühlt sich das dann beinahe an, wie in ständiger Erwartung von Was-auch-immer, so, als würde in diesem Nebel irgendetwas lauern, etwas Verpasstes, etwas Verdrängtes ... Thilo Krause ist "von Haus aus" Dichter, und das merkt man seinem Romandebüt an: Er lässt den Leser an der langen Leine, lässt vieles ungesagt, und so besteht schon mal die Gefahr, sich im "poetischen Dunst" zu verirren. Trotzdem – oder gerade deswegen? – ist "Elbwärts" ein eindrucksvoll atmosphärischer und wahrlich lesenswerter Roman über Freundschaft, Heimat und das Gefühl des Fremdseins.
Meinung aus der Buchhandlung
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Dieses Buch umschließt den Leser sofort mit seinem ganz besonderem Erzählkosmos. Ein junger Familienvater kehrt in die Gegend seiner Kindheit zurück. Tagträumerisch verbringt er seine Tage, versinkt in Erinnerungen, und gleichzeitig versucht er anzukommen.
Dieses Buch lässt viel Platz für eigene Gedanken, reflektiert Vergangenes und zeichnet eine ungewöhnlich direkte Gegenwart, dies bisweilen wehtut.
Ein tolles Buch mit einem namenlosen Icherzähler, der mir sehr sympathisch war.
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Es ist die Rückkehr in ein fremdgewordenes Land, die T.Krause in Momentaufnahmen und Erinnerungen zum Roman verdichtet. In einer Sprache, die die Kunst des Kürzens beherrscht, spiegelt sich ein Leben in der heutigen Zeit. Es ist ein Buch, über das sich nachzudenken lohnt!
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