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Eine vorlaute Bemerkung über die braune Vergangenheit seines Chefs bereitet den Karriereträumen von Kommissar Peter Hoffmann im Frühsommer 1954 ein jähes Ende. Stattdessen wird er in die rheinische Provinz versetzt. Da geschieht in dem abgeschiedenen Dorf Kaltenbruch ein Mord, der die Gemüter der Menschen bewegt. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Lisbeth Pfau macht sich Hoffmann auf die Suche nach dem Täter – und stellt fest, dass der Krieg gerade auch der jüngeren Generation Wunden geschlagen hat, die noch lange nicht verheilt sind. Hoffmann und Pfau machen eine erschütternde Entdeckung.
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deutsche Nachkriegsgeschichte, ein Mord und viele (unterdrückte) Gefühle
Lilliest aus Frankfurt am Main am 04.10.2021
Bewertungsnummer: 1579189
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein fesselnder Krimi zu der Zeit der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Einstieg ins Buch ist direkt. Ein Mord passiert, nachdem die Hauptfiguren vorgestellt und beschrieben sind. Die Kapitelnennung nach den Protagonisten hilft dabei, diese immer weiter einschätzen zu können. Ein spannender Krimi mit unerwartetem Ausgang, aber sehr guter Hinleitung zum Finale.
Ein Dorfleben mit Fehlern
Bewertung am 09.04.2019
Bewertungsnummer: 403998
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Auf dieses Buch bin ich 2018 neugierig geworden, weil der Verlag es direkt mit dem Buch „Trümmerkind“ von Mechthild Borrmann vergleicht, welches ich vor Kurzem gelesen und für sehr gut befunden habe. Die Autorin Michaela Küpper kannte ich bisher noch nicht, allerdings hat sie durchaus schon einige Krimis geschrieben, die im Gmeiner Verlag erschienen sind. Jetzt ist das Taschenbuch mit einem anderen Cover erschienen.
Kaltenbruch ist ein fiktives Dorf in der rheinischen Provinz. Dort leben, wie zu der Zeit wahrscheinlich überall in Deutschland, Einheimische und Vertriebene aus dem Osten mehr oder weniger friedlich zusammen. 1954 gibt es schon einen gewissen Wohlstand, aber noch nicht für alle. Michaela Küpper beginnt ihren Roman nicht direkt mit dem Mord, sondern sie stellt uns nach und nach die wichtigen Personen ihres Romans vor:
- Marlene, eine junge Frau, die bei dem Bauern Leitner untergekommen ist. Sie hat ihre ganz eigene traurige Geschichte, die ihren Ursprung in Köln hat.
- Die Bauernfamilie Leitner, bestehend aus dem alten Bauern und seinen Söhnen Martin und Heiner, sowie noch zwei weiteren Kindern.
- Dana, die beste Freundin von Marlene, eine ebenfalls junge Frau, die ursprünglich aus Breslau stammt und mit ihrer Mutter Gertrude ebenfalls auf dem Leitner-Hof lebt.
- Berta Kaminski, ihre Söhne Wolfgang und Rudi, sowie einigen Töchtern, Flüchtlinge aus Schlesien, die noch in einer Notunterkunft wohnen.
- Hans Gruber, ein langjähriger Hilfsarbeiter der Firma Schlüters Bürsten und Besen, der durch sein Alkoholproblem grad in Teufels Küche kommt.
- Kommissar Peter Hoffmann, der ermittelnde Kommissar, der den Menschen in Kaltenbruch sehr arrogant gegenübertritt.
- Lisbeth Pfau, eine junge Frau, die gerade ihre Stelle als Schreibkraft bei Kommissar Hoffmann angefangen hat.
- Polizeimeister Kröger, der Polizist vor Ort.
Wir lernen zuerst die jungen Leute kennen. Und dann passiert der Mord. Kommissar Hoffmann, der leider seinem Chef auf die Füße getreten ist, wird zur Aufklärung nach Kaltenbruch geschickt. Ein Hochwasser sorgt dafür, dass er direkt vor Ort bleiben muss. Eigentlich ist ihm von vorne herein klar, wer der Mörder ist. Er ermittelt nur in diese eine Richtung. Doch dann muss er feststellen, dass es so, wie er es sich vorgestellt hat, nicht sein kann. Und dann passiert ein zweiter Mord. Doch nicht nur Hoffmann ermittelt. Auch seine Sekretärin Lisa Pfau versucht dem Mörder auf die Schliche zu kommen, denn für sie ist der Fall nicht so eindeutig, wie er sich für ihren Chef darstellt.
Für mich ist diese Geschichte kein klassischer Krimi, auch wenn es einen Kommissar gibt, der ermittelt. Michaela Küpper wechselt in fast jedem Kapitel, die Person, von der sie erzählt. Und so erfahren wir peu á peu, welche Geschichte die einzelnen Menschen haben, und wie sie zu einander stehen. Es sind z.T. sehr traurige Geschichten, die die Menschen während des 2. Weltkriegs traumatisiert haben. Aber so etwas wurde zu dieser Zeit einfach nicht thematisiert. Die Menschen haben versucht es zu vergessen und einfach weitergemacht, so gut es ging. Doch manchmal ging es halt nicht gut, so wie man in diesem Roman erkennen kann. Es gibt immer wieder Spannungen zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen. Und nicht jeder, der bei den Brauen aktiv mitgemacht hat, hat seine Strafe bekommen. Mich hat die Geschichte gefesselt und ich habe lange gebraucht, bis ich wirklich wusste, wer den Mord begangen hat und warum. Gerade diese immer wieder unterschiedlichen Blickrichtungen haben für mich den Reiz des Romans ausgemacht. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es uns heute in Deutschland so gut geht, wenn man bedenkt, wie viele Menschen ihre seelischen Verwundungen aus der Zeit des 3. Reichs, des 2. Weltkriegs, der Flucht und des schwierigen Neubeginns nie wirklich therapiert haben.
Ein sehr spannender Roman, den man tatsächlich gut mit dem „Trümmerkind“ von Mechthild Borrmann vergleichen kann. Kein klassischer Krimi, aber ausgesprochen spannend.
Meinung aus der Buchhandlung
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Ungeheuer spannend und ungemein bedrückend wird dieser Mordfall in einem Dorf am Rhein erzählt. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wird viel unter den berühmten Teppich gekehrt. Unbedingt lesen !!!
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Ein gelungender Blick in die Nachkriegszeit mit beklemmenten Rückblenden in die jeweiligen Schicksale der handelnden Charaktere. Alles sehr gut in einem Kriminalfall verpackt.
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