In diesen eigensinnigen Erzählungen treffen wir auf Katzen, Hühner, Schweine, aber auch auf Menschen mit verwirrendem Taktgefühl, widerspenstiger Klugheit oder poetischer Unvernunft. Sie alle bewegen sich durch Szenen, in denen Logik keine Leitplanke mehr ist - und gerade darin liegt ihr Reiz.
Mit feinem Spott, gedanklicher Tiefe und einem Gespür für das Absurde entwirft dieses Buch kleine Welten, in denen das Alltägliche ins Fantastische kippt - und der Mensch sich wundert, warum das Tier ihn besser versteht als er sich selbst.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
01.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes Buch mit aussergewöhnlichen und unerwarteten Geschichten.
Ich kann nur so viel sagen: Ein wunderschönes Buch! Die Erwartungen der Leser werden weit übertroffen und diese “Fantastischen Persönlichkeiten” sind einzigartig. Ein Buch für alle, die sich für Fell, Federn und Unvernunft interessieren. Noll beschreibt seine Protagonisten – ob mit Fell oder Federn – nicht als bloße Haustiere oder biologische Objekte, sondern als echte Individuen. Jedes Schnurren und jedes Flügelschlagen bekommt in seinen Erzählungen eine tiefere Bedeutung. Der Autor zelebriert das Chaos. Er zeigt auf wunderbar selbstironische Weise, wie die Unvernunft unserer tierischen Begleiter unseren oft zu steifen Alltag aufbricht und bereichert. Zwischen den Zeilen stellt Noll kluge Fragen nach Empathie, Kommunikation und dem, was uns Lebewesen im Innersten verbindet. Er schafft es, anspruchsvolle Gedanken in eine federleichte Sprache zu verpacken. Eine Liebeserklärung an die Vielfalt des Lebens. Jean-Paul Noll schreibt mit einer Wärme und Beobachtungsgabe, die an die großen Naturerzähler erinnert, dabei aber eine ganz eigene, moderne Stimme behält.
Bewertung
5/5
27.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schaut man nach rechts, wird man links nichts versäumen :-)
Der 1. Band ist mir noch gut in Erinnerung. Wirklich aussergewöhnliche Geschichten. Im 2. Band war ich abermals erstaunt über die neuen Fantastischen Persönlichkeiten und was es mit "Fell, Federn und Unvernunft" zu tun hat. Noll schreibt wirklich aussergewöhnliche Bücher. Sehr empfehlenswert.
Bewertung
5/5
26.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
In einer Zeit, in der das Fantastische oft ins Formelhafte abrutscht, bietet Noll eine seltene Alternative: Literatur als Reflexionsraum des Nicht-Selbstverständlichen.
Jean-Paul Nolls zweiter Band Fantastische Persönlichkeiten – Von Fell, Federn und Unvernunft erweist sich als literarisches Versuchsfeld des Skurrilen, in dem sich eine eigenständige Ästhetik des Unvernünftigen herausbildet. Im Zentrum der Erzählungen stehen nicht narrative Fortschrittslogiken oder psychologisch ausgeleuchtete Figurenentwicklungen, sondern Momente der Verschiebung: Tiere, Dinge, Menschen werden durch minimale Irritationen aus ihrer gewohnten Ordnung gelöst – und in poetisch verdichtete Ausnahmezustände überführt.
Die Figuren – seien es sprechende Hühner, eigensinnige Katzen oder eigentümlich agierende Menschen – erscheinen weniger als Akteure eines Plots denn als Träger bestimmter Denkfiguren. Ihre Exzentrik verweist nicht auf extravagante Lebensentwürfe, sondern auf Brüche im Alltäglichen, auf Stellen, an denen sich Welt plötzlich anders lesen lässt. Die erzählerische Welt Nolls ist von einer ontologischen Porosität durchzogen, die vertraute Grenzziehungen – zwischen Mensch und Tier, Ratio und Phantasie, Sinn und Unsinn – beständig unterläuft.
Was Nolls Schreiben dabei auszeichnet, ist der konsequente Verzicht auf didaktischen Ton. Der philosophische Subtext schimmert durch, ohne explizit zu werden – als leise Ahnung, als implizite Struktur. Die Reflexion geschieht in der Geste, nicht im Kommentar. So wird das Buch zu einer Schule der Aufmerksamkeit für das Marginale, das Zweifelhafte, das nicht Einordenbare.
Sprachlich bewegt sich Noll mit großer Leichtigkeit zwischen Ironie, Ernst und absurdem Witz. Seine Prosa gleicht einem kontrollierten Spiel mit dem Assoziativen: Sie ist zugleich ökonomisch und überbordend, präzise im Duktus und offen in der Bedeutung. Besonders auffällig ist dabei der souveräne Umgang mit der Spannung zwischen Form und Inhalt – kein Wort zu viel, kein Satz ohne Reibung.
Im Vergleich zum ersten Band zeigt sich eine narrative Ausweitung, ein bewussteres Austarieren von Form und Motiv. Die Geschichten wirken freier, ohne diffus zu werden; dichter, ohne an Luftigkeit einzubüßen. Noll gelingt es, den Grundton des Erstlings beizubehalten und ihn zugleich in neue Bereiche zu überführen – in Richtung philosophischer Parabel, literarischer Miniatur und surrealem Realismus.
Dass Von Fell, Federn und Unvernunft zugleich unterhält, irritiert und zum Nachdenken anregt, verdankt sich dieser Balance aus spielerischem Ernst und formaler Strenge. Die Erzählungen entfalten sich nicht in einem linearen Sinne, sondern in konzentrischen Kreisen: Sie kehren zurück, aber nie an den gleichen Punkt.
In einer Zeit, in der das Fantastische oft ins Formelhafte abrutscht, bietet Noll eine seltene Alternative: Literatur als Reflexionsraum des Nicht-Selbstverständlichen. Seine fantastischen Persönlichkeiten sind nicht Fluchtfiguren, sondern Denkfiguren – und gerade darin liegt ihre Kraft.
Bewertung
5/5
26.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Wiedersehen mit dem Absurden – und eine Feier der Fantasie
Als Leser des ersten Bandes war für mich klar: Sollte je ein zweiter erscheinen, bin ich wieder dabei. Nun liegt Fantastische Persönlichkeiten – Band 2 vor mir – und er enttäuscht nicht. Im Gegenteil: Dieses Buch ist in seiner Eigenwilligkeit noch mutiger, noch dichter, noch poetischer als der erste Band. Die Geschichten sind länger geworden, ohne sich zu verlieren. Sie behalten jenen philosophischen Unterton, der nie belehrt, sondern stets zwischen den Zeilen zirkuliert. Figuren wie Graf Gustav von Sockelset, Professor für Ontologie nutzloser Dinge, treten erneut auf – diesmal, um in der Geschichte "Genesis’ Verwandlung" eine Art akademische Struktur ins Chaos zu bringen. Sein Auftritt ist absurd und geistreich wie eh und je. Besonders begeistert hat mich „Nerea-Zelestas Literatur- und Kulturreisen“ – ein besonderes Reiseangebot, das ihre örtliche Gegend mit Weltliteratur verbindet. Herrlich originell und gerade für Leser wie mich, der gerne zwischen Welten pendeln, ein Fest. Ein weiteres Glanzstück ist die Geschichte „Frau Ba“, der das gesamte Buch gewidmet ist. Die gleichnamige Figur ist eine rätselhafte, warmherzige Erscheinung, von Kindern bestaunt und von Erwachsenen mit stiller Bewunderung betrachtet. Ihre Fähigkeiten und ihr feines Gespür für die Welt machen sie zur leisen Heldin eines der schönsten Texte im Band. Absolut hinreissend auch die Episode „Die fantastischen Hühner von F.“ – eine Geschichte, in der Hühner ihre eigene Vorstellungen davon haben, wie sie das Licht der Welt erblickt. So skurril das klingt, so klug ist es erzählt. Und wer glaubt, das sei nur Komik, verkennt den Tiefgang, der in diesen Wesen schlummert. Rosalina Polkadot, die sich in einer groben, lauten Epoche ausgerechnet für das Leise, das Zarte entscheidet, gründet die „Schule der Nuancen“. Oder Valentino Bodenstädter, der Wörter von Grossdorf nach Kleinstadt schmuggelt, weil dort sprachliche Dürre herrscht. Eine stille, aber eindrückliche Hommage an die Bedeutung der Sprache – gerade in Zeiten, wo Sprache vom Verkürzen bedroht ist. Dieser zweite Band ist kein blosses Wiedersehen, sondern ein literarisches Weiterdenken. Er überrascht, bewegt, bringt zum Lachen – und manchmal zum Innehalten. Wer das Ungewöhnliche liebt, das Intelligente jenseits des Mainstreams sucht und Sprache nicht nur als Mittel, sondern als Ereignis begreift, wird hier fündig. Ein Buch, das gelesen, verschenkt und immer wieder aufgeschlagen gehört.
Bewertung
5/5
26.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Von Fell, Federn und Unvernunft"
Der zweite Band „Fantastische Persönlichkeiten“ mit dem schönen Untertitel „Von Fell, Federn und Unvernunft“ ist anders als das erste Buch. Die Geschichten sind länger und zeugen von reizendem und unglaublichem Einfallsreichtum. Was sich nicht geändert hat, ist die philosophische Würze, die in allen Erzählungen spürbar ist. Wer den ersten Band gelesen hat, wird sich an Graf Gustav von Sockelset, Professor für Ästhetik und Ontologie mit dem Spezialgebiet nutzloser Dinge, erinnern. Hier taucht er wieder auf, um eine gewisse wissenschaftliche Ordnung in „Genesis' Verwandlung“ zu schaffen. Entzückend geradezu: die „Katze als solche“, „Nerea-Zelestas Literatur- und Kulturreisen“ und „Frau Ba“ mit all ihren besonderen Fähigkeiten. Vieles, vieles mehr bringt Freude für fast jede Altersgruppe und im Besonderen jenen, die lange auf diesen zweiten Band gewartet haben.
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