Ein Coming-of-Age-Roman über Wut, Sprachlosigkeit, Machtmissbrauch - und den Moment, in dem alles kippt. H.C. Nachtnebel ist sechzehn, ein Mathegenie, ein Basketball-Ass - und nach einem Verlust tief traumatisiert. Zwischen Leistungsdruck und Identitätssuche, Nähe und Rückzug, depressiven Episoden und Hochstimmung, versucht er, seinen Platz zu finden. Als Keira auftaucht - unangepasst, direkt, faszinierend - fühlt sich H.C. zum ersten Mal gesehen und geliebt, aber anders als von seinen Eltern. Doch was wie Rettung aussieht, wird schnell zum weiteren Riss im fragilen Gefüge seiner Welt. Von allen im Stich gelassen, gibt es für ihn nur noch einen Ausweg. AMOKALARM ist das Psychogramm eines Jugendlichen am Rand des Zusammenbruchs - eine eindringliche Erzählung über Traumatisierung, überforderte Erwartungen und einen Gewaltausbruch, der sich lange angebahnt hat. Ein radikales Coming-of-Age über das Bedürfnis, gehört zu werden - und was passiert, wenn niemand mehr zuhört und Vertrauen missbraucht wird.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Die Handlung des Buches dreht sich um HC, einen 16-Jährigen mitten in der Pubertät, der dabei ist, sich von seiner Kindheit und seinen Eltern abzunabeln. Sein großes Idol ist Kobe Bryant, ein amerikanischer Basketball-Spieler. Sein Zimmer ist über und über mit Postern von Kobe tapeziert und er besitzt sogar ein echtes von Kobe getragenes T-Shirt, das ihm heilig ist. Der Tod von Kobe Bryant bei einem Hubschrauberabsturz hatte HC in eine tiefe Krise gestürzt und eine graue Haartolle bei ihm hinterlassen, weswegen man ihn nicht ohne Cap antrifft. HC ist ebenfalls ein ausgezeichneter Basketball-Spieler, mit seinen Freunden rockt er den Court und nötigt selbst deutlich älteren Spielern Bewunderung ab.
HC verliebt sich in Keira, die erst vor kurzem von Hannover nach Heidelberg gezogen ist und in seine Klasse versetzt wurde. Sie ist seine erste große Liebe und als die beiden endlich nach langem Zögern zusammenkommen, hellt sich für HC die Welt auf, um dann kurz darauf total zusammenzubrechen und in eine Kurzschlusshandlung zu münden. Um diesen Amokalarm dreht sich das ganze Buch.
Es ist so aufgebaut, dass es ein „VORHER“, ein „DAVOR“ und ein „JETZT“ gibt, das „Jetzt“ spielt sich in RAUM 24, dem Lehrerzimmer ab.
Das „Davor“ lässt den Leser HCs Vorgeschichte kennenlernen, es geht um seine Kindheit, seine frühe Schwärmerei für Kobe Bryant und seine tiefe Bestürzung, als der Basketballspieler viel zu früh starb. Es geht um das gute Verhältnis zu seinen Eltern, die wirklich viel dafür tun, dass HC diesen Verlust überwindet und es geht auch um die Basketballnachmittage mit seinen Freunden.
Im „Vorher“ geht es um die Vorgeschichte, die irgendwann zur Eskalation führt, sie spielt hauptsächlich in der Schule, wir erleben die verschiedenen Schulstunden und wir erleben, wie eines Tages Keira als die „Neue“ in die Klasse kommt und sich schon am ersten Tag einen Namen macht, als sie den Geschichtslehrer in seine Schranken weist.
Uli Black hat das ganze Buch aus der Sicht von HC im Slang der 16-Jährigen geschrieben. Das macht die Handlung auf jeden Fall authentischer, als Leser freut man sich mit ihm und leidet mit ihm und kann auch seine Wut verstehen, als eine Welt für ihn zusammenbricht. Es gibt sich nach außen und gegenüber seinen Kumpels cool - nichts ist wichtiger für 16-jährige - sein Innenleben hält er sorgsam vor allen anderen verborgen. Nur Keira gewährt er Einblicke in sein Seelenleben, er lässt sie an sich herankommen und kann bei ihr auch Schwächen eingestehen.
Das Buch wendet sich vor allem auch an Lehrer. Wer sich in einem der geschilderten Kollegen wiedererkennt, wird feststellen, dass er einiges verkehrt macht. Sein Unterricht kommt nicht an, er ist zu streng, zu fordernd oder auch zu langweilig. Schüler wollen sich beweisen, mit 16 hat man ja nun schon einige Schuljahre hinter sich und kann das Gelernte auch einsetzen. Zumal das dann viel näher an der Realität und den Erfordernissen im beruflichen Alltag ist. Die Gegenfigur, der Ersatzlehrer für Herrn Ballauf macht in dieser Hinsicht einen guten Job, ihm gelingt es, die Schüler zu motivieren.
Das Buch zeigt aber auch, dass die Menschenkenntnis von 16-jährigen noch ausbaufähig ist. Bisher hatten sie es ja nur mit ihren Eltern und mit Lehrern zu tun, die im besten Fall jede Unterstützung leisten. Dass sympathische Menschen auch böse Absichten haben können und plötzlich ein ganz anderes Gesicht zeigen, das ist sicherlich eine der Erfahrungen, die die Schüler des Helmholtz-Gymnasiums machen müssen und das wird hier eindrücklich geschildert.
Ich habe das Buch in Etappen gelesen und auch immer wieder Pausen eingelegt. Aber es sprach mit mir und der Inhalt hat mich auf jeden Fall beschäftigt. Es war nicht so, dass ich nach einer längeren Pause wieder am Anfang beginnen musste.
Für mich war das Buch sehr lesenswert, nachhaltig und eine wünschenswerte Lektüre für Eltern und Lehrer.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
07.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch, das zum Nachdenken und Austausch anregt!
Was bringt einen jungen Menschen, der in einem liebevollen Elternhaus aufwächst, dazu einen Amokalarm auszulösen?
In dem Coming-of-Age-Roman „Amokalarm“ erzählt der Autor Uli Black die Geschichte des sechszehnjährigen H.C. Nachtnebel, der an seiner Schule einen Amokalarm auslöst. Wie kam es dazu?
H.C. ist ein Mathegenie und ein Basketball-Ass. Nach einem Verlust ist er tief traumatisiert und hat Schwierigkeiten wieder in den Alltag zurückzufinden. Er wechselt die Schule und findet neue Freunde. Doch zwischen depressiven Phasen und Leistungsdruck, fällt es im schwer seinen Platz zu finden. Als Keira in seiner Klasse auftaucht, wird plötzlich alles anders. Keira ist tough aber auch sensibel, direkt aber manchmal auch unnahbar und fasziniert ihn. Zum ersten Mal ist er verliebt und fühlt sich ernst genommen. Doch dann kommt alles anders und sein Leben gerät erneut aus den Fugen.
Der Roman schildet H.C. als sensibler Jugendlicher. Nach außen wirkt er cool, doch die depressiven Episoden, machen ihn sehr verletzlich. Seine Eltern sind einfühlsam und immer für ihn da. Doch als Keira auftaucht, ändert sich das Verhältnis zu ihnen. Und so fängt ihn diesmal niemand auf, als sein Leben erneut erschüttert wird. Ein Vertrauensbruch macht ihn so wütend, dass er nur noch einen Ausweg sieht.
Die Geschichte wird aus Sicht von H.C. erzählt, aber auch seine Eltern, Freunde und Lehrer kommen zu Wort. Immer wieder wird in der Zeit gewechselt, so dass wir nach und nach erfahren, wie es zum ersten Zusammenbruch von H.C. kam, aber auch wie er Keira kennenlernt, hat und was dem Amokalarm vorausging. H.C. beschreibt sein Gefühlschaos recht gut und so kann man sehr gut mitfühlen, wie hilflos er sich manchmal fühlte und warum.
Das Buch liest sich sehr leicht und da man mit H.C. regelrecht mitleidet, ist es irgendwann fast nicht mehr möglich es aus der Hand zu legen. Man würde ihm so gerne helfen! Die Geschichte ist in Jugendsprache geschrieben, was erstmal ungewohnt ist, aber doch auch sehr authentisch. Ich finde den Jugendroman auch ideal als Schullektüre geeignet. Es gibt unglaublich viele Szenen im Buch, die nachdenklich machen und über die man sich gerne mit jemandem austauschen würde.
Ein großartiges Buch, dass ich gerne empfehlen möchte!
Bewertung
aus Gommern
5/5
06.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Sollte man gelesen haben!
Das war mal ein Roman, der abseits meiner sonstigen Lesegewohnheit lag und ich so froh bin, ihn gelesen zu haben!
Ein so großartiger Coming-of-Age Roman, der mich sicher noch lange beschäftigen wird. Dieses Buch sollte in der Oberstufe gelesen werden, als Schullektüre, denn hier werden so wichtige Themen beleuchteten, mit denen sich vor allem junge Erwachsene beschäftigen sollten.
Wir begleiten H.C. Nachtnebel 16 Jahre, Mathe- und Basketball Ass, der durch ein schlimmes Ereignis traumatisiert ist. Er trifft auf Keira und das erste Mal fühlt er sich geliebt und gesehen, doch dann kommt alles anders...
Am Anfang muss man sich an den Schreibstil etwas gewöhnen, da wir hier viele Kapitel aus H.C.'s Sicht haben oder auch später Keira oder Freunde von H.C. und diese Kapitel enthalten sehr viel Jugendsprache, doch das macht das Buch einfach auch so mitreißend und authentisch, man hat wirklich das Gefühl mitten drin zu sein und die Geschichte live zu erleben. Ich hab von Anfang bis Ende einfach so mit gelitten und gefiebert und musste einfach wissen wie es aus geht.
Unfassbar gutes Buch, große Empfehlung von mir!
Daggy
Thalia Book Circle Community
5/5
05.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Ungwöhnlich geschrieben, aber sehr lebensnah
H.C., dessen Vorname nur aus diesen beiden Buchstaben besteht wird von seinen Lehrern nie so angesprochen, sondern immer mit seinem Nachnamen „Nachtnebel“. H.C. wird bald 16 und er ist ein durchschnittlicher Schüler nur in Mathe ist er ein Genie, so bezeichnet ihn auch sein Mathelehrer. Am liebsten spielt er Basketball mit einen Freunden Mateo, Julian und Linus, auch hier ist er sehr er ein echter Meister im Körbe werfen. Er hat keine Geschwister und seine Eltern kümmern sich vielleicht etwas zu sehr um ihn, denn H.C. hat vor einiger Zeit einen Zusammenbruch erlitten als sein großes Idol der Basketballer Kobe Bryant bei einem Helikopterunfall ums Leben kam. Inzwischen finden er beim Tragen des Trikots von Kobe Trost und er zieht sich dann damit ihn sein Zimmer zurück. Als Keira in H.C. Klasse auftaucht, spürt er gleich eine besondere Anziehung, aber er traut sich nicht sie anzusprechen. So macht Keira den ersten Schritt. Als sie dann allerdings an seinem 16. Geburtstag auftaucht und er dadurch ohne Abmeldung den Tag mit ihr statt mit seinen Eltern verbringt, ändert sich sein Verhältnis zu seinen Eltern und zu seinen Freunden.
Die Geschichte wird aus der Sicht von H.C. erzählt, er lässt uns an seinen Ängsten und Hoffnungen teilhaben und so erfahren wir in kleinen Dosen, wie es dazu kommt, dass er die Lehrer in Raum 24 der Schule mit einer Bombe bedroht. Zunächst geht es um den normalen Schulalltag, um Basketball und die Mathestunde. Später um seine Gefühle für Keira und die neue Hoffnung, die er aus dieser Liebe schöpft.
Besonders der Zusammenbruch aufgrund des plötzlichen Todes seinen Idols wurde sehr eindringlich beschrieben. Erst im letzten Teil erfuhren wir von der Intrige, des H.C. zu seiner Tat veranlasst hat, bis dahin berichtet er auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen vom Geschehen, das ist am Anfang etwas verwirrend, aber im Laufe der Geschichte entwirrt sich denn alles. Auch an die Jugendsprache musst ich mich erst gewöhnen und ich kann nicht beurteilen, wie identisch sie ist.
Ein spannendes Buch über einen Jungen, der einen Verlust verarbeiten muss, seine erste Liebe erlebt und der aus seinem Erleben heraus eine schlimme Entscheidung trifft. Ungewöhnlich sensibel erzählt - mit Einblicken in eine verletzte junge Seele.
Bewertung
5/5
05.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Herzzerreißend
Amokalarm von Uli Black hat mich ziemlich getroffen und zwar nicht auf eine angenehme Art, sondern eher so, dass ich danach erstmal still war.
Was mich direkt gepackt hat, ist diese rohe, ungefilterte Darstellung von H.C. Nachtnebel. Er ist kein typischer
sympathischer Protagonist, aber genau das macht ihn für mich so echt. Dieses Schwanken zwischen Kontrolle und totalem inneren Chaos, zwischen Leistungsdruck, Einsamkeit und dem verzweifelten Wunsch, endlich gesehen zu werden das war teilweise richtig schwer auszuhalten, weil es sich so nah angefühlt hat.
Besonders stark fand ich, wie das Buch mit Sprachlosigkeit umgeht. Es passiert so viel im Inneren von H.C., aber nach außen bleibt oft nur Stille oder Wut. Dieses Gefühl, dass eigentlich alles längst am Kippen ist, aber niemand wirklich eingreift oder es vielleicht gar nicht richtig wahrnimmt, zieht sich durch die ganze Geschichte. Das hat bei mir so ein unterschwelliges Unbehagen erzeugt, weil man merkt Das hier steuert auf etwas zu.
Keira als Figur fand ich interessant, aber auch ambivalent. Am Anfang wirkt sie wie ein Ausweg für ihn jemand, der ihn wirklich sieht. Aber je weiter die Geschichte geht, desto klarer wird, dass auch diese Beziehung nicht einfach Rettung ist. Eher im Gegenteil. Das hat mir gefallen, weil es nicht kitschig oder klischeehaft wird.
Was mir wirklich hängen geblieben ist, ist die Konsequenz, mit der das Buch seinen Weg geht. Es beschönigt nichts und versucht auch nicht, am Ende alles glattzubügeln. Der Gewaltausbruch kommt nicht aus dem Nichts und genau das macht es so erschreckend. Man sieht die Entwicklung, Schritt für Schritt, und kann sie trotzdem nicht aufhalten.
Für mich ist Amokalarm kein Buch, das man einfach so liest. Es fordert einen heraus und bleibt im Kopf. Kein leichtes Coming of Age, sondern eher ein schonungsloser Blick darauf, was passieren kann, wenn jemand zu lange nicht gehört wird.
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