Madame Grossestittes will ungestörte Stunden mit ihrem Liebhaber verbringen. Deshalb übergibt sie ihre Tochter Zazie gleich bei der Ankunft an der Gare d´Austerlitz ihrem Bruder Gabriel, der in einem Cabaret arbeitet. Bei ihrem Onkel lernt die freche Zazie Gabriels Frau Marceline kennen, den Taxifahrer Charles, Turandot, dem die Kneipe unten im Haus gehört, die Kellnerin Mado, den Papagei Laverdure und vor allem das überbordende Paris selbst. Zazie hat einen einzigen Herzenswunsch – sie will einmal im Leben mit der Metro fahren. Doch die wird ausgerechnet an diesem Wochenende bestreikt.
Dachten wir bisher! Aber nach sechzig Jahren kommt Zazie in dieser erweiterten Ausgabe des Romans erstmals wirklich in die Metro…
Zazie in der Metro ist einer der beliebtesten französischen Romane des 20. Jahrhunderts – eine wilde, verspielt und deftig erzählte Geschichte über Paris, über die Sprachen des Alltags und über die abenteuerlustige, neunmalkluge Zazie, die so ziemlich ALLES auf den Kopf stellt.
Mit seiner funkensprühenden Neuübersetzung gelingt Frank Heibert das Kunststück, die vielschichtigen Anspielungen und Sprachprovokationen Queneaus zu übertragen und zugleich den Figuren ihre freche, direkte Stimme zu geben.
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"Zazie in der Metro" ist in Frankreich ein Kultbuch, das nach seiner Veröffentlichung direkt zu einem Bestseller avancierte und wenige Zeit später auch verfilmt wurde. Auch in Deutschland ist der bekannteste Roman des Autors durchaus populär, konnte allerdings, auch aufgrund einiger Unstimmigkeiten bei der Übersetzung, nie an den Erfolg in seinem Heimatland heranreichen. Mit Frank Heibert wagt sich 2019 erneut ein deutscher Übersetzer an das Meisterwerk - und erzeugt einen Roman, der vor allem eines schafft: das französische Lebensgefühl zwischen seinen Seiten festzuhalten.
Die Handlung ist so einfach wie komplex: Zazie, Alter unbekannt, besucht über das Wochenende ihren Onkel Gabriel in Paris. Ihr größter Wunsch, einmal mit der Metro zu fahren, fällt ins Wasser, nachdem ein Streik den gesamten Metroverkehr lahmlegt. Zazie muss sich demnach auf andere Weise bei Laune halten - und hält die alteingesessenen Bürger der Hauptstadt ordentlich auf Trapp.
So banal die Handlung des Romans auf den ersten Blick auch erscheinen mag, "Zazie in der Metro" ist viel mehr als ein Porträt einer besonderen Gesellschaft. Es ist ein Paradebeispiel des Surrealismus', eine ironische Abhandlung der Stellung von Paris und gleichzeitig eine Hommage an die kleinen Zufälligkeiten des Lebens. In seinem Roman spielt Queneau mit Raum und Zeit, es gibt nicht wirklich einen stringenten Handlungsablauf, stattdessen springt der Autor zwischen Lokalitäten, dehnt die Spielzeit einiger Episoden übertrieben weit aus und verkürzt gleichzeitig an vielen Stellen die Handlung. Queneau führt eine Vielzahl von Personen ein, von denen ab und an dann doch alle dieselbe, manchmal jedoch auch ganz verschieden sind und er verleiht Papageien ein ebenso großes Mitspracherecht wie falschen Touristen, verliebten Witwen und tanzenden Türstehern.
Queneaus Handlung ist ein Sammelsurium zufälliger Begegnungen, ein Mosaik aus einzelnen Episoden, die zu Beginn getrennt voneinander sind, am Ende jedoch ein großes Ganzes ergeben. Diese Verworrenheit der Handlung lenkt den Blick wie zufällig in eine ganz andere Richtung: die Sprache der Erzählung, die sich von so ziemlich jedem Schreibstil unterscheidet und am ehesten noch an den großen James Joyce mit seinem "Ulysses" erinnert. Queneau wechselt zwischen flapsiger Umgangssprache, in der er Beschimpfungen eher sucht, als vermeidet, und philosophischer Rede unter dem Eiffelturm. Er arbeitet mit Wiederholungen, streut dieselben Sätze immer wieder ein, kreist mehrere Seiten um die Bedeutung eines einzelnen Wortes und benutzt teilweise sogar die phonetische Schreibweise von Wörtern und Sätzen, um seine ganz eigene Sprache zu kreieren. Es scheint beinahe, als verzichte Queneau absichtlich auf die Handlung, um mehr und mehr die Sprache seines Romans in den Vordergrund zu stellen - ein Schachzug, welcher das Buch auf eine andere Ebene hebt.
Queneau verschiebt die Perspektive - und schafft so einen ganz eigenen literarischen Stil. Doch nicht nur in Bezug auf die Sprache geht Queneau andere Wege, auch in seiner Beschreibung von Paris setzt der Autor zunehmend auf die surreale Ebene. So sind sich Zazies Onkel Gabriel und sein Freund, der Taxifahrer Charles, auf jeder Fahrt uneinig darüber, welche berühmte Sehenswürdigkeit sie denn gerade passieren, uneins streiten sie sich über den Gare de Lyon und das Pantheon, was als alteingesessene Franzosen eine ganz besondere Ironie erzeugt. Er nimmt den Stolz der Franzosen nicht besonders ernst, dieser Queneau, genauso wie er sich selbst nicht besonders ernst nimmt, die Handlung nicht besonders ernst nimmt, den Literaturbetrieb nicht besonders ernst nimmt. Stattdessen spielt er mit allen - und erzeugt so ein Werk von unglaublicher Sogkraft.
Am Ende ist "Zazie in der Metro" anders, als man es vielleicht vermuten würde, aber gerade durch diese Andersartigkeit entwickelt sich sein Charme. Queneaus Charaktere wachsen ans Herz. Und so ist man am Ende des Romans doch mehr als traurig, als Zazie dann endlich mit der Metro fährt - und es aufgrund des Trubels der letzten Tag glatt verschläft.
Schreckliche Sprache
Bewertung aus Düren am 21.09.2019
Bewertungsnummer: 1249339
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf Grund der wirklich schrecklichen Sprache habe ich das Buch nach 50 Seiten gelöscht. Msjöh, Bludschiens, usw. was soll das sein?
Meinung aus der Buchhandlung
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Gerade eingetroffen: Die erweiterte Neuübertragung des berühmten Romans „Zazie in der Metro“ von Raymond Queneau im Taschenbuch. Erstmalig erschienen in Frankreich 1958, wurde das Werk wenig später von Louis Malle verfilmt. Damals wie heute ein besonderes Leseerlebnis, eine ganz und gar abenteuerliche, sprachwitzige und rustikale Geschichte.
Es geht um Zazie, ein naseweises Mädchen, das von seiner Mutter für ein Wochenende zu Verwandten nach Paris gesteckt wird. Kaum angekommen, will sie mit der Metro fahren, ein Bahnstreik verhindert das. Was Zazie alles erlebt, wer ihren Weg kreuzt und ob die Metro schließlich doch noch fährt - das müssen Sie lesen!
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