Bestsellerautor Pascal Mercier, der Meister des philosophischen Erzählens, über Loslassen, Freiheit, Erinnerung und die Erfahrung von Vergänglichkeit und Zeit
Die Romane »Nachtzug nach Lissabon« und »Das Gewicht der Worte« verführten ein Millionenpublikum dazu, über große Themen wie Identität, Freiheit, Zeit oder den Sinn des Lebens nachzudenken. Nun ist Pascal Mercier in fünf bisher unveröffentlichten Erzählungen auch als Meister der kurzen Form zu entdecken: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal die Zeit seines Aufbruchs ins Leben heraufbeschwören? Wann beschädigt Großzügigkeit die Würde eines Künstlers? Gibt es Emotionen, die unser Verstand nicht mehr erreicht? Noch einmal lernen wir mit Pascal Mercier unvergessliche Figuren kennen, die uns mit ihren Gefühlen und Gedanken sehr nahekommen – und dabei unverhofft Einblicke in unser eigenes Selbst eröffnen.
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Pascal Mercier taucht in den fünf bisher unveröffentlichten, aus seinem Nachlass stammenden Kurzgeschichten, die in diesem Band vertreten sind, tief in die Psyche von Menschen ein. Die Gedanken und Handlungen der Protagonist:innen konnte ich durchgehend nachvollziehen.
Vier der Geschichten werden von einem Ich-Erzähler erzählt, wobei manchmal auch die Gedanken und Emotionen eines anderen Charakters miteinbezogen werden, so dass man das Geschehen aus beiden Blickwinkeln erfährt. So zum Beispiel in „Die Übergabe“, hier trifft man auf einen alten Mann, der sein Haus, das 99 Jahre im Besitz seiner Familie war, an die neuen Besitzer übergibt, bevor er sein neues Leben in einem Seniorenheim beginnt. Man kann sich vorstellen, wie schwer das für ihn ist. Der Ich-Erzähler ist dabei der neue Besitzer: In „Die Wohnung“ geht es um ein wertvolles Geschenk, das sowohl den Schenkenden als auch den Beschenkten letztlich belastet.
Wie im Grunde alle anderen Geschichten ist „Der Befund“ sehr eindringlich, es ist außerdem die einzige Geschichte, die in der dritten Person erzählt wird. Jan Winter muss einige Tage auf das Ergebnis einer Gewebeprobenuntersuchung, die vielleicht eine tödliche Krankheit aufdeckt, warten. Als Leser:in begleitet man ihn durch diese Zeit. Sehr gut hat mir auch „Noch einmal die Mansarde“ gefallen, wo ein älterer Mann einen Kongress schwänzt, um noch einmal den Ort zu besuchen, an dem er als Student gewohnt hat. Leider ist das Erlebnis nicht so wie erhofft.
In „Tödlicher Lärm“ schließlich ergründen wir zusammen mit dem Ich-Erzähler einen Freitod. Diese Geschichte empfand ich als am schwierigsten nachzuvollziehen, dennoch ist auch sie lesenswert.
Kurzgeschichten haben eine ganz andere Dimension als Romane, auf wenigen Seiten eine Geschichte zu erzählen, die fesseln und lesenswert ist, ist eine besondere Kunst. Pascal Mercier ist das in diesen fünf Geschichten beeindruckend gelungen, und ich habe nun Lust, einen seiner Romane zu lesen, die ich bisher leider alle noch nicht kenne.
Bewertung
aus Volketswil
5/5
24.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Fluss der Zeit – Packend, unterhaltsam und kritisch
Ich habe „Der Fluss der Zeit“ von Pascal Mercier gelesen und war von Anfang an gefesselt. Mercier verbindet eine packende Handlung mit scharfsinnigen Beobachtungen über unsere schnelllebige Zeit, und es macht Spass, seinen Figuren durch die Höhen und Tiefen ihrer Geschichten zu folgen. Gleichzeitig regt das Buch zum Nachdenken über die Gesellschaft und den Lauf der Zeit an. Für mich eine unterhaltsame, kluge und zeitkritische Lektüre, die ich kaum aus der Hand legen konnte.
Eliza
5/5
23.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fünf Kurzgeschichten die zum Nachdenken anregen
Fünf Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen, aber auch spielerisch mit Sprache umgehen. Vom Verkauf eines Hauses bis zu einem ehemaligen Studentenwohnort sind es die Protagonisten, die mit wenigen Handlungen zeigen, was im Leben manchmal zählt und was nicht. Pascal Mercier füllt seine Figuren mit Leben, ohne zu viel über sie zu verraten. Eine sehr dichte, emphatische Sprache sorgt dafür, dass man sich direkt in die Geschichten einfindet und das Gefühl hat, bereits 150 Seiten gelesen zu haben.
Dabei schafft es der Autor, den Erzählungen am Ende kleine Pointen einzuflechten. Meine Lieblingsgeschichte war die der alten Mansarde, in der ein Student versucht, seine Vergangenheit noch einmal aufleben zu lassen. Diese kurze Geschichte birgt im Kern so vieles, was man selbst vielleicht einmal war oder gerne gewesen wäre. Sie zeigt, dass manche Dinge zu ihrer Zeit genau funktionieren und später ganz anders wirken als in dem Moment, in dem sie relevant waren.
Eine gute und kurzweilige Sammlung von Geschichten, die mich persönlich sehr nachdenklich gemacht hat. Die sprachliche Vielfalt und die emotionalen Nuancen sorgen für ein rundum gelungenes Leseerlebnis.
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
14.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefgründige philosophische Kurzgeschichten
Der Schweizer Philosoph, Autor und langjährige Universitätsprofessor Peter Bieri hat unter dem Künstlernamen Pascal Mercier umfangreiche und tiefgründige Romane wie "Nachtzug nach Lissabon", "Perlmanns Schweigen" oder "Das Gewicht der Worte" veröffentlicht. Nach seinem Tod im Jahr 2023 wurden in seinem Nachlass noch einige unveröffentliche Kurzgeschichten gefunden, die der Hanser Verlag nun in diesem Sammelband herausgegeben hat.
Die Geschichten sind jeweils aus der Sicht verschiedener, nicht mehr ganz junger Männer, geschrieben und es geht um Themen wie Erinnerung, Vergänglichkeit, Rückschau auf das eigene Leben, Freundschaften auf Augenhöhe, Abschied nehmen und Wandel.
Sehr berührend wird zum Beispiel geschildert, wie ein Mann nach vielen Jahren von einem Haus, das ein Jahrhundert im Familienbesitz war, Abschied nehmen muss, als er es an ein jüngeres Paar verkauft hat, und wie das Paar genau spürt, wie schwer ihm das fällt:
"Er berührte jeden Schlüssel kurz mit dem Zeigefinger, dabei verrutschte einer, und er schob ihn sachte zurück. "Liebevoll", sagte Anna später darüber, "es lag seine ganze Liebe zu dem Haus in der Bewegung, ich musste schlucken". Prager sah unsere Blicke. "Es sind halt meine Schlüssel", sagte er. "Oder waren es". (S. 10)
In einer weiteren Geschichte geht es um ungleiche Freundschaften und darum, was es mit uns macht, wenn ein Freund dem anderen ein großes Geschenk macht - eine komplette Eigentumswohnung - für das sich der andere nicht in gleichem Ausmaß revanchieren kann. Hier sehen wir, wie an vielen weiteren Stellen, wie der Autor komplexe philosophische und psychologische Gedankengänge geschickt und allgemeinverständlich in seine Geschichten eingebaut hat:
"Er machte eine Pause und wir spürten, dass nun etwas kam, ein Gedanke, den er sich langsam und mühsam erobert hatte: "In der ersten Zeit dachte ich und wachte mit dem Gefühl auf: Das ist die Freiheit. Ich ging in der Wohnung herum und pfiff. Doch in den letzten Wochen habe ich verstanden: Es ist nicht die richtige Art von Freiheit. Ich lege es mir so zurecht: Es gibt die Freiheit von außen: Die Wohnung gehört mir, niemand kann mich verjagen. Und es gibt die Freiheit von innen: Ich muss niemandem dankbar sein. Ich will die eigene Freiheit zurück." (S. 32)
Dann gibt es in einer weiteren Erzählung einen älteren Mann, der auf den entscheidenden Befund wartet, der ihm mitteilen wird, ob er an einer schweren Krankheit leidet oder doch gesund ist. Einen weiteren Mann, der sehr lärmempfindlich ist, mit seinem Stiefsohn einen unerbitterlichen Machtkampf austrägt und es am Ende nicht mehr aushält. Und schließlich ein Mann, der nach 40 Jahre in die Gegend seiner Studentenzeit zurückkehrt und in Erinnerungen schwelgt.
Im Vordergrund stehen also ältere Männer und ihre Lebensthemen. Diese werden vom Autor psychologisch äußerst treffend und sensibel dargestellt, sodass man tief in die Seele der Charaktere hineinblicken kann, sich verbunden fühlt und selbst beginnt, über tiefsinnige Themen des eigenen Lebens nachzudenken.
Dramaturgisch sind die Erzählungen ebenfalls von hoher Qualität, ziehen die Leserinnen und Leser sofort in ihren Bann und sind spannend und berührend erzählt, ohne ein überzähliges Wort.
Dieser Erzählband beweist, dass es sich beim Autor um einen herausragenden Schriftsteller handelt. Ich empfehle ihn, neben allen bisherigen Fans seiner Bücher, auch allen, die noch nichts von diesem Autor gelesen haben: das kleine, kurze Büchlein ist ein sehr guter Einstieg in sein Werk, um beurteilen zu können, ob man mehr von ihm lesen möchte. Ich werde das jedenfalls tun.
E.
aus Köln
5/5
12.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Große Erzählkunst.
Diese Kurzgeschichten von Pascal Mercier sind einerseits so alltäglich und andererseits so besonders, dass sie beim Lesen unter die Haut gehen und lange im Gedächtnis bleiben und zum Grübeln verführen. Es gibt keine aufregenden Spannungskurven, keine plötzlichen, unvorhersehbaren Wendungen, nein – hier liegt in der Ruhe und der Erzählkunst die Kraft!
Wundervoll, dass diese Texte noch veröffentlicht wurden, vielen Dank!
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5/5
11.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Kunst der kurzen Form
In diesen fünf kurzen Erzählungen beweist Pascal Mercier seine Meisterschaft, Lebensereignisse wie Abschiede, die Aufgabe des eigenen Hauses, ein Wiedersehen mit der Wohnung der Jugendzeit und anderes in präzisen Worten nachvollziehbar und zu Nachdenken anregend darzustellen. Absolute Leseempfehlung!
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5/5
12.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
5 Geschichten - 5 Anregungen zum Nachsinnen
Loslassen, Dankbarkeit, Angst, Lärm und Erinnern, das sind die großen Themen der kurzen philosophischen Erzählungen aus dem Nachlass von Pascal Mercier.
In ihnen habe ich mich wiedergefunden oder sie haben mich berührt und nachdenklich gemacht!
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5/5
21.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erzählungen
Fünf Erzählungen aus dem Nachlass des Bestsellerautors und Philosophen P. Mercier.Es sind Erzählungen über große Fragen des Lebens und Lebensentscheidungen ,wie ein Fluss ruhig, tosend oder reißend .
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5/5
19.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich lese keine Kurzgeschichten...
... aber hier bin ich heilfroh, von diesem Credo Abstand genommen zu haben. Eine wundervolle kleine Sammlung lebenskluger Storys, in denen du dich wiederfindest. Die nachdenklich stimmen. Die lange nachhallen. Und alle brillant erzählt. Großartige Lektüre. Unbedingt lesen!
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5/5
09.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kein Roman mehr
Der Autor ist bekannt für die verfasste Literatur, seine Art verschiedenste Themen aufzugreifen. Hier haben wir einen schmalen Band mit Erzählungen, gewohnt tiefsinnig und zum Nachdenken anregend, bestenfalls sogar über sich selbst. Die geschaffenen Figuren sind interessant und nahe der Realität. Ein sehr kurzweiliges und schlankes Buch, posthum veröffentlicht.
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