Über Bornholm türmen sich dunkle Wolken: ein großes Technologieprojekt erschüttert den Inselfrieden. Und eine leidenschaftliche Umweltschützerin verschwindet spurlos …
Mitten in der Ostsee, unweit der dänischen Sonneninsel Bornholm, liegen die kleinen Erbseninseln. Ein paar Dutzend Einwohner, viel Natur und malerische Fischerkaten: das perfekte Idyll. Bis die junge Umweltaktivistin Anna unter mysteriösen Umständen verschwindet. Besteht ein Zusammenhang mit ihrem erbitterten Kampf gegen einen großen Windpark vor der Küste? Lennart Ipsen, Leiter der Bornholmer Kripo, nimmt das Postschiff, um im winzigen Christiansø erste Ermittlungen anzustellen. Doch ein heftiger Sturm zieht auf, Lennart sitzt fest. Und muss, während der Wind die Inseln umtost, feststellen, dass auch dieser scheinbar so verwunschene Ort nicht von den Herausforderungen der modernen Zeit verschont geblieben ist – und Neid, Hass und Habgier ihren festen Platz haben …
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Von seiner neuen Loftwohnung im Industriehafen von Rønne hat Lennart Ipsen, Leiter der Bornholmer Kripo, einen direkten Blick auf die Firma Airpower. Das Unternehmen betreibt einen Offshore-Windpark vor Bornholm und montiert die dafür benötigten Bauteile vor Ort. Ebenso kann Lennart die Gruppe von Vogelschützern beobachten, die vehement gegen den Windpark und die Firma protestiert und mit spektakulären Aktionen immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt. Schlimmeres zu verhindern, gehört derzeit zu den wichtigsten Aufgaben der örtlichen Polizei.
Als jedoch Anna, die Anführerin der Umweltaktivisten, verschwindet und auf dem Boot, auf dem sie lebt, Blutspuren entdeckt werden, übernehmen Lennart und seine Kolleginnen Britta und Tao die Ermittlungen. Die Spur führt Lennart auf die Erbseninseln Christiansø und Frederiksø. Vor deren Küste war Annas Segelboot führerlos aufgefunden worden, und dort leben auch ihre Eltern. Schnell wird deutlich, dass Anna bereits als Kind für Unruhe sorgte und bis heute nichts von ihrer Streitlust verloren hat. Sie denunziert jeden, dem sie etwas anhängen kann, und auf den Inseln gibt es kaum jemanden, der sie mag. Auch mit ihrem jüngeren Bruder geriet sie immer wieder aneinander, weil er ausgerechnet für Airpower arbeitet. Der Firmenchef gibt offen zu, dass er nicht unglücklich wäre, sollte Anna nicht zurückkehren. Und auch ihr Freund gilt als aufbrausender Macho. An Verdächtigen mangelt es den Ermittlern also nicht. Doch solange unklar bleibt, was Anna tatsächlich zugestoßen ist, kommen die Ermittlungen nur schleppend voran.
In „Sturm über Christiansø“ dreht sich vieles um Umweltschutz und erneuerbare Energien. Anna und ihre Mitstreiter sind überzeugt, dass der Windpark zahlreiche Zugvögel tötet und boykottieren deshalb immer wieder den Ausbau der Anlage. Dieser Konflikt spielt bei den Ermittlungen eine zentrale Rolle und regt auch die Ermittler zu Diskussionen über die verschiedenen Standpunkte an. Ebenso wichtig ist die Frage, wer Anna als Person war. Sie galt als unbequem, kompromisslos und hat sich im Laufe der Jahre viele Feinde gemacht.
Wie schon in den vorherigen Fällen teilen sich Lennart und seine Kolleginnen die Arbeit auf. Lennart ermittelt meist an vorderster Front, häufig unterstützt von Britta, die scheinbar jeden kennt und mit viel Einfühlungsvermögen auf Menschen zugeht. Nicht selten übernimmt sie deshalb auch die Aufgabe, schlechte Nachrichten zu überbringen. Tao hingegen bleibt lieber im Revier und kümmert sich um Technik, Datenanalyse und Hintergrundrecherchen.
Auch der 4. Band der Bornholm-Reihe von Michael Kobr überzeugt erneut mit einer spannenden Krimihandlung und interessanten Einblicken in Lennarts Privatleben. Seine Tochter Ida hat ihn überredet, gemeinsam mit ihr den Segelschein zu machen, doch vor dem Lernen drückt er sich nach Kräften. Für humorvolle Momente sorgt einmal mehr sein Vater, der versucht, Lennart für das Thema Longevity zu begeistern, selbst die Regeln dieser Lebensphilosophie jedoch nur sehr selektiv befolgt. Zudem versteht es Michael Kobr erneut, landestypische Spezialitäten und Delikatessen ganz nebenbei in die Handlung einzuflechten – schließlich ist Lennart einem guten Essen nie abgeneigt. Und nicht zuletzt weckt der Roman die Lust, die Erbseninseln bei schönem Wetter selbst einmal zu besuchen.
Bewertung
5/5
18.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dunkle Wolken über der Idylle
Lennart Ipsen, Chef der Kripo von Bornholm, freut sich auf ein paar entspannte Tage im Herbst, er muss ja leider für den Segelschein noch einiges lernen. Leichtsinnigerweise hat er versprochen, den zusammen mit seiner Tochter Ida zu machen. Doch wieder einmal kommt ihm das Leben dazwischen: In Sichtweite seiner Wohnung in Rønne kommt es zu einer Protestaktion von Vogelschützern gegen einen bei Bornholm entstehenden Offshore-Windpark. Als das Gesicht der Aktivisten Anna Steenberg plötzlich verschwindet, führen die Ermittlungen Lennart auch auf die nahegelegenen „Erbseninseln“, von denen Anna stammt. Wegen eines Sturmes muss er dort übernachten und bekommt mit, dass auch in dieser Idylle Neid und Hass existieren…
Mit dem vierten Teil seiner Bornholm-Krimireihe hat der Autor Michael Kobr wieder ein Buch geschaffen, das mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Im ist es gelungen, viele Themen geschickt in die Story zu integrieren, ohne diese zu überladen. So zum Beispiel die Kontroverse zwischen den Befürwortern von „Grüner Energie“, die die Umwelt schützen sowie die Wirtschaftskraft der Insel stärken kann, und den Vogelschützern, die genau das Gegenteil befürchten, aber auch die Abhängigkeit der modernen Menschen von der Technik. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass der Autor die Positionen der rivalisierenden Gruppen nicht in schwarz-weiß zeichnet, sondern dem Für und Wider Raum gibt. Tja, und nicht zuletzt haben mich bei all den ernsten Themen die mir einem Augenzwinkern erzählten persönlichen „Problemen“ von Lennart und seinem Vater Karl immer wieder zum Schmunzeln gebracht.
Meister Kobr, bitte rasch ans Werk für Band fünf!
buecherwurm_01
Thalia Book Circle Community
5/5
14.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Inmitten der Ostsee
Sein bereits vierter Fall führt Lennart Ipsen auf die Erbseninseln, die vor Bornholm liegen. Die sehr kleinen Inseln sind gering bewohnt und tragen die Namen Christiansø und Frederiksø. Grund für seine Ermittlungen ist das Verschwinden einer Tier- und Umweltschützerin, die sich gegen den vorgelagerten Windpark stellt. Zusammen mit seinem bewährten Team begibt er sich auf die Suche und trifft auf einige Abgründe auf den unterschiedlichen Seiten, die sich für erneuerbare Energien stark machen, aber nicht um jeden Preis.
Mit seinem bewährten Erzählstil schafft der Autor wieder eine Atmosphäre, die die Leser an den Ort des Geschehens entführt. Man kann sich die jeweilige Umgebung und die Begebenheiten sehr gut vorstellen. Gelungen ist auch die Mischung aus Spannung und Humor. Das Privatleben der Ermittler spielt immer wieder rein, aber es stört mich hier überhaupt nicht, denn es ist passend und stärkt die Charaktere. Die Story rund um den geplanten Segelschein ist wirklich humorvoll. Dieser vierte Band der Krimireihe ist wieder absolut beachtenswert und erhält von mir eine klare Leseempfehlung.
Manuela Hahn
5/5
12.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sturm über Christiansø
Mittlerweile begleiten wir Lennart Ipsen bei seinem 4. Fall. Lennart fühlt sich wohl auf Bornholm, und so plant er ein gemeinsames Essen mit seinen Kolleginnen Britta Blomdal und Tao Nguyen und seinem Vorgänger Morten Nygaard, mit denen er mittlerweile freundschaftlich verbunden ist. Und er will mit seiner jüngeren Tochter Ida einen Segeltörn machen; dazu müsste er allerdings zunächst einmal seinen Segelschein machen. Die Prüfungen dafür stehen an, und Lennart hat noch nichts dafür gelernt. Wer Lennart kennt, weiß: das ist eigentlich ein gutes Zeichen, hat er doch seinen Perfektionismus, der ihn in den Burnout trieb, überwunden. Nur Ida wird nicht begeistert sein, wenn er durch die Prüfung fällt, und so nimmt er sich vor, noch fleißig zu lernen. Dann kommt allerdings ein Fall, der alles kurzfristig verändert: Lennart und sein Team müssen im Zusammenhang mit der verschwundenen Umweltaktivistin Anna ermitteln. Lennart setzt nach Christiansø über und sitzt während eines Sturms erstmal auf der kleinen Insel fest und lernt, dass auch auf Christiansø die Zeit nicht stehengeblieben ist; Habgier und Neid sind dort ebenso zuhause wie überall auf der Welt.
Mit diesem Band greift Michael Kobr ein hochaktuelles Thema auf: Umweltschutz und erneuerbare Energien. Beide Seiten haben gute Argumente, und eigentlich sollte man meinen, dass sie ein gemeinsames Ziel haben und dass mit entsprechenden Kompromissen beidem gerecht werden könnte, und vor allem, dass beides untrennbar miteinander verbunden ist. Doch wie es so ist: an Kompromissbereitschaft mangelt es. Und dann ist da noch das geheimnisvolle Päckchen, das ein Matrose im Prolog von einem Containerschiff ins Meer wirft. Auch wenn ich schon ahnte, was es enthält, war ich natürlich gespannt, wie sich diese beiden Stränge miteinander verbinden.
Der Autor hat es wieder einmal geschafft, mir die besondere Atmosphäre der Inseln zu vermitteln. Seldom schafft es ein Krimi in mir den Wunsch zu wecken, die Orte, an denen er spielt, aufzusuchen.
Was die Reihe um Lennart Ipsen so lesenswert macht, ist das gute Zusammenspiel von Spannung und Humor. Trotz des brisanten Themas gibt es immer wieder humorvolle Momente, die die Stimmung aufhellen, ohne die Spannung zu zerstören. Genau das macht die Reihe angenehm lesbar: man bleibt dran, ohne dass der Krimi zu schwer oder zu düster wird. Dieser Band bestätigt das erneut, atmosphärisch, dicht und mit einem feinen Blick für das Leben auf den Inseln.
Bewertung
aus Leipzig
4/5
28.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein spannender Krimi rund um Aktivismus
Ein spannender Krimi rund um Aktivismus
Für mich war es der erste Fall mit Lennart Ipsen, doch hat mir richtig gut gefallen. Es ist bereits der vierte Teil und kommt daher nicht ganz ohne kleine Verweise zu den Vorgängern aus. Mir persönlich macht das nichts aus, aber für manche ist es ja ein Kriterium. Doch auch ohne Vorkenntnisse findet man schnell in die Geschichte, da die wichtigsten Informationen zu den Figuren gut und ohne zu viele Erklärungen eingebunden werden.
Der Fall um die verschwundene Umweltaktivistin beginnt zunächst ruhig. Die Handlung nimmt sich Zeit für die Insel Christiansø, ihre Bewohner und die Konflikte rund um Naturschutz und erneuerbare Energien. Dadurch entsteht eine glaubwürdige Atmosphäre, auch wenn die Spannung dadurch erst nach und nach zunimmt. Später entwickelt sich die Geschichte jedoch und es kommt Spannung aus. Es kommt zu einigen unerwarteten Handlungen und ich bin lange nicht auf den richtigen Schluss gekommen.
Besonders gefallen haben mir Lennart und sein Team. Auch sein chaotischer Vater sorgt mit seinem Humor für einige unterhaltsame Momente und lockert die ernsteren Themen angenehm auf. Die privaten Einblicke wirken gut und sind nicht ganz so präsent und einnehmend wie so oft in anderen Krimis.
Der Schreibstil liest sich flüssig und angenehm. Die Landschaft wird so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst auf den kleinen Inseln unterwegs zu sein.
Ein atmosphärischer Krimi mit sympathischen Figuren, einem mehr als aktuellen Thema und einer gelungenen Mischung aus Spannung, Humor und Inselflair.
ISBN: 978-3442302390
Autor: Michael Kobr
Verlag: Goldmann
ET: 10.06.26
Umfang: 400 Seiten
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5/5
12.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
...es geht weiter
Lennart ist umgezogen, soll für den Segelschein büffeln, der Papa kommt zu Besuch, ein Essen mit Kolleg*innen steht an. Soweit so gut. Käme da nicht ein neuer Fall um eine Umweltaktivistin, Neid und Habgier dazwischen. Auch der "nordische" Kluftiger ermittelt unaufgeregt, realistisch und manchmal einer Prise Humor.
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4/5
02.07.2026
eBook (ePUB)
Raues Inselgeheimnis voller Spannung
Ein fesselnder Krimi mit rauer Inselkulisse, starken Figuren und einer spannenden Handlung. Der ruhige Aufbau steigert sich zunehmend und sorgt für anhaltende Spannung bis zum Schluss.
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