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Polarisierung - Dialog - Perspektivwechsel Stimmen für ein offenes Miteinander in herausfordernden Zeiten (Anthologie)

17

20,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.11.2025

Herausgeber

Ralf M. Ruthardt

Verlag

Edition PJB

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,8/13,3/2,2 cm

Gewicht

300 g

Farbe

Lichtgrau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9827059-4-1

Beschreibung

Portrait

Ralf M. Ruthardt ist Autor, Publizist und Herausgeber. Er beschäftigt sich intensiv mit soziologischen Wandlungsprozessen und den Chancen für ein wohlwollendes Miteinander, etwa in seinen politischen Romanen oder in dem von ihm herausgegebenen Magazin mitmenschenreden. In dieser Anthologie bringt er Stimmen unterschiedlicher Erfahrungswelten zusammen. Das gemeinsame Ziel: Gesellschaftliche Spaltung durch Dialog und Perspektivwechsel überwinden. Als Herausgeber versteht Ruthardt seine Rolle nicht als Schiedsrichter, sondern als Impulsgeber.

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.11.2025

Herausgeber

Ralf M. Ruthardt

Verlag

Edition PJB

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,8/13,3/2,2 cm

Gewicht

300 g

Farbe

Lichtgrau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9827059-4-1

Herstelleradresse

Buch & media
Merianstraße 24
80637 München
DE

Email: info@buchmedia.de

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  • Kwinsu

    aus Salzburg

    5/5

    31.12.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Über das, was uns spaltet - und vielleicht wieder zusammenbringt

    Welch wunderbare Zusammenstellung vielfältigster Meinungen hat Autor Ralf M. Ruthardt hier zusammengetragen! Viele Stimmen sind hier vertreten: aus dem Gesundheitsbereich, der Bildung, dem IT- und AI-Sektor, Wirtschaftswissenschaften, Politologie, Philosophie, Coaching, Kunst, Religion und so weiter. So unterschiedlich die Professionen, so unterschiedlich auch die Meinungen und Haltungen. Aber nicht nur - ebenso gibt es Beiträge, die wissenschaftliche Erklärungen liefern, andere, die Erfahrungswissen weitergeben. Es gibt Texte, die sehr konservativ sind, genauso wie linksgerichtete, wissenschaftsbasierte, objektivierte, aber auch emotionale, persönliche und manchmal nicht ganz nachvollziehbare Aufsätze. Und das ist nicht selbstverständlich: hier kommen Argumente aus den unterschiedlichen Wertehaltungen zu Wort. Das ist nicht immer leicht auszuhalten, aber umso mehr regt es an, die Perspektive zu wechseln, sich zu reflektieren, sich anzusehen: was stimmt für mich, was kann man gesellschaftlich gelten lassen, ändere ich vielleicht meine Meinung, überdenke ich Positionen neu oder fühle ich mich in dieser gefestigt und bestärkt? Im Kern wollen alle das selbe: dazu aufrufen, einander zuzuhören, auch andere Meinungen gelten zu lassen, auf Dialog zu setzen, die Perspektiven zu wechseln. Es ist auch wenig die Sehnsucht vieler, als Gesellschaft wieder mehr zusammenzurücken, dem anderen wieder mehr Aufmerksam zu geben, das Uns in der Gemeinschaft zu finden. Die Kurzaufsatzband bietet ein geistiges Feuerwerk an Ursachen für Polarisierung, an Anregungen, was unsere Gesellschaft spaltet, was Lösungsansätze dagegen sein könnten. Die Autor*innen sind allesamt Menschen aus dem gebildeten Milieu, was ich etwas schade finde, da Alltagswissen und -Erleben deshalb größtenteils ausgeblendet wird. Trotzdem kann ich dieses Buch nur allen ans Herz legen, die offen dafür sind, sich mit dem Status Quo unserer Gesellschaft zu befassen, die sich für andere interessieren und verstehen wollen. Die Anregungen, die ich mitnehmen konnte, sind vielfältig und ich habe mir eine riesige, inspirierende und nachdenklich stimmende Zitatesammlung mitgenommen - und werde ganz bestimmt noch oft zu "Polarisierung. Dialog. Perspektivwechsel." greifen, denn eines ist gewiss: es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern die Vielfältigkeit der Menschen glänzt in allen Farb- und Meinungsnuancen.

  • askyfullofpages

    aus Hall

    5/5

    08.12.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Perspektivwechsel in Zeiten der Polarisierung

    Dieses Buch ist kein klassisches Sachbuch mit einer durchgehenden Argumentationslinie, sondern ein Sammelband mit 21 kurzen Beiträgen, in denen ganz unterschiedliche Stimmen aus verschiedenen Professionen zu Wort kommen. Genau darin liegt für mich auch seine große Stärke: Verschiedene Perspektiven, Themen und Lebensrealitäten stehen nebeneinander und eröffnen ein vielschichtiges Bild unserer gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen. Ein Gedanke, der sich für mich besonders deutlich durch viele Beiträge zieht, ist die Bedeutung von Perspektivwechsel. Um Polarisierung konstruktiv begegnen zu können, braucht es die Bereitschaft, den Blickwinkel des Gegenübers einzunehmen. Nicht, um zwangsläufig einer Meinung zu sein, sondern um überhaupt verstehen zu können, warum jemand so denkt, fühlt oder handelt. Auch der Gedanke, dass Friedensfähigkeit mit innerem Perspektivwechsel beginnt, hat mich sehr angesprochen. In den einzelnen Beiträgen wird deutlich, wie unterschiedlich Polarisierung verstanden wird. Als innere Haltung, als gesellschaftliches Spannungsfeld, als Motor für Veränderung, aber auch als Gefahr, wenn sie in Verhärtung, Manipulation oder Missachtung von Lebensrealitäten umschlägt. Immer wieder tauchen zentrale Themen auf wie Dialog als Grundlage menschlicher Begegnung, Zweifel statt Starrheit, Verantwortung statt bloßer Rechthaberei, das Aushalten von Gegensätzen, die Suche nach dem Verbindenden, sowie die Bedeutung von Mündigkeit, kritischem Denken, solidarischen Handeln und demokratischer Beteiligung. Besonders stark fand ich den Gedanken, dass wir weniger an Polarisierung selbst leiden als an unserer Unfähigkeit, sie auszuhalten. Sehr stark empfand ich die wiederkehrende Betonung von innerer Stärke, Einfühlungsvermögen und kritischem Denken- ebenso das bewusste Öffnen von geschützten Räumen für echte Gespräche. Besonders nachdenklich gemacht hat mich der Gedanke, dass die große Gefahr unserer Zeit vielleicht weniger in der Polarisierung selbst liegt, sondern darin, dass gesellschaftlich immer weniger Widerspruch ausgehalten wird und abweichende Positionen kaum noch Raum bekommen. Die Vielfalt der Beiträge habe ich insgesamt als bereichernd empfunden, auch wenn mich nicht jeder Text gleich stark angesprochen hat. Manche Themen wiederholen sich in ähnlicher Form, an einzelnen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Gleichzeitig gehört genau das auch zu einem echten Perspektivwechsel. Nicht jede Sichtweise muss mir gefallen, um relevant zu sein. Ein persönlicher Kritikpunkt für mich ist die Zusammensetzung der Autor:innen. Der Band ist deutlich stärker von männlichen Perspektiven geprägt. Weibliche Stimmen, queere Perspektiven sowie Erfahrungen von People Of Color kommen kaum oder gar nicht zu Wort. Gerade bei einem Buch, das sich so intensiv mit Dialog, Vielfalt und gesellschaftlichem Miteinander beschäftigt, hätte ich mir mehr sichtbare Diversität gewünscht. Ein weiterer Themenbereich, der mich besonders beschäftigt hat, ist der Zustand des Gesundheits- und Pflegesystems. Als ehemalige Angehörige dieses Bereichs habe ich insbesondere seit der Covid- Pandemie eine deutliche Verschärfung der Situation wahrgenommen. Die Aggressionen und die Gewaltbereitschaft gegenüber Beschäftigten haben spürbar zugenommen. Viele berichten von Erschöpfung, Resignation und dem Gefühl, vom System allein gelassen zu werden. Gleichzeitig bin ich seit fünf Jahren selbst schwer erkrankt und auf Pflege angewiesen. Erst aus dieser doppelten Perspektive- als Ärztin und als Patientin- wurde mir in voller Härte bewusst, wie dramatisch die Situation in der Pflege tatsächlich ist: menschlich, strukturell und finanziell. Pflegebedürftigkeit bedeutet nicht nur Abhängigkeit, sondern ist auch mit enormen Kosten verbunden, falls man überhaupt an Hilfe kommt. Dass viele der bestehenden Missstände keine Einzelfälle sind, sondern strukturelle Ursachen haben, wird in diesem Buch deutlich. Die Forderung nach einer Reform des Bildungssystems, die in mehreren Beiträgen anklingt, halte ich ebenfalls für zentral. Neben der Gesundheitskompetenz, die ich ausdrücklich unterstütze, würde ich mir auch ein eigenes Fach für emotionale Intelligenz, Empathie und soziale Verantwortung wünschen. Denn vieles, woran wir gesellschaftlich scheitern, beginnt nicht im fehlendem Wissen- sondern im mangelnden Mitgefühl. Für mich persönlich blieb beim Lesen noch ein weiterer Gedanke besonders stark. Seitdem ich selbst auf einen Rollstuhl angewiesen bin, erlebe ich täglich, wie rar Empathie geworden ist. Immer wieder begegne ich Beleidigungen, Anfeindungen, Ungeduld, abwertenden Blicken, dem Gefühl, im Weg zu sein. Viele Menschen empfinden es offenbar als Zumutung, Platz zu machen oder Rücksicht zu nehmen. Diese Erfahrungen zeigen mir sehr deutlich, wie dringend wir emotionale Kompetenz wieder lernen müssen, denn nur so kann ein echtes, wohlwollendes Miteinander entstehen. Insgesamt ist dieses Buch für mich ein Denkanstoß- Buch. Eines, das nicht mit einfachen Antworten arbeitet. Trotz der genannten Kritikpunkte hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es lädt nicht zur schnellen Zustimmung ein, sondern zur ehrlichen Auseinandersetzung und zur eigenen Verhaltensreflexion. Und genau das macht seinen Wert aus. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten- meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst

  • Bewertung

    5/5

    08.12.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Perspektivwechsel in Zeiten der Polarisierung

    Dieses Buch ist kein klassisches Sachbuch mit einer durchgehenden Argumentationslinie, sondern ein Sammelband mit 21 kurzen Beiträgen, in denen ganz unterschiedliche Stimmen aus verschiedenen Professionen zu Wort kommen. Genau darin liegt für mich auch seine große Stärke: Verschiedene Perspektiven, Themen und Lebensrealitäten stehen nebeneinander und eröffnen ein vielschichtiges Bild unserer gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen. Ein Gedanke, der sich für mich besonders deutlich durch viele Beiträge zieht, ist die Bedeutung von Perspektivwechsel. Um Polarisierung konstruktiv begegnen zu können, braucht es die Bereitschaft, den Blickwinkel des Gegenübers einzunehmen. Nicht, um zwangsläufig einer Meinung zu sein, sondern um überhaupt verstehen zu können, warum jemand so denkt, fühlt oder handelt. Auch der Gedanke, dass Friedensfähigkeit mit innerem Perspektivwechsel beginnt, hat mich sehr angesprochen. In den einzelnen Beiträgen wird deutlich, wie unterschiedlich Polarisierung verstanden wird. Als innere Haltung, als gesellschaftliches Spannungsfeld, als Motor für Veränderung, aber auch als Gefahr, wenn sie in Verhärtung, Manipulation oder Missachtung von Lebensrealitäten umschlägt. Immer wieder tauchen zentrale Themen auf wie Dialog als Grundlage menschlicher Begegnung, Zweifel statt Starrheit, Verantwortung statt bloßer Rechthaberei, das Aushalten von Gegensätzen, die Suche nach dem Verbindenden, sowie die Bedeutung von Mündigkeit, kritischem Denken, solidarischen Handeln und demokratischer Beteiligung. Besonders stark fand ich den Gedanken, dass wir weniger an Polarisierung selbst leiden als an unserer Unfähigkeit, sie auszuhalten. Sehr stark empfand ich die wiederkehrende Betonung von innerer Stärke, Einfühlungsvermögen und kritischem Denken- ebenso das bewusste Öffnen von geschützten Räumen für echte Gespräche. Besonders nachdenklich gemacht hat mich der Gedanke, dass die große Gefahr unserer Zeit vielleicht weniger in der Polarisierung selbst liegt, sondern darin, dass gesellschaftlich immer weniger Widerspruch ausgehalten wird und abweichende Positionen kaum noch Raum bekommen. Die Vielfalt der Beiträge habe ich insgesamt als bereichernd empfunden, auch wenn mich nicht jeder Text gleich stark angesprochen hat. Manche Themen wiederholen sich in ähnlicher Form, an einzelnen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Gleichzeitig gehört genau das auch zu einem echten Perspektivwechsel. Nicht jede Sichtweise muss mir gefallen, um relevant zu sein. Ein persönlicher Kritikpunkt für mich ist die Zusammensetzung der Autor:innen. Der Band ist deutlich stärker von männlichen Perspektiven geprägt. Weibliche Stimmen, queere Perspektiven sowie Erfahrungen von People Of Color kommen kaum oder gar nicht zu Wort. Gerade bei einem Buch, das sich so intensiv mit Dialog, Vielfalt und gesellschaftlichem Miteinander beschäftigt, hätte ich mir mehr sichtbare Diversität gewünscht. Ein weiterer Themenbereich, der mich besonders beschäftigt hat, ist der Zustand des Gesundheits- und Pflegesystems. Als ehemalige Angehörige dieses Bereichs habe ich insbesondere seit der Covid- Pandemie eine deutliche Verschärfung der Situation wahrgenommen. Die Aggressionen und die Gewaltbereitschaft gegenüber Beschäftigten haben spürbar zugenommen. Viele berichten von Erschöpfung, Resignation und dem Gefühl, vom System allein gelassen zu werden. Gleichzeitig bin ich seit fünf Jahren selbst schwer erkrankt und auf Pflege angewiesen. Erst aus dieser doppelten Perspektive- als Ärztin und als Patientin- wurde mir in voller Härte bewusst, wie dramatisch die Situation in der Pflege tatsächlich ist: menschlich, strukturell und finanziell. Pflegebedürftigkeit bedeutet nicht nur Abhängigkeit, sondern ist auch mit enormen Kosten verbunden, falls man überhaupt an Hilfe kommt. Dass viele der bestehenden Missstände keine Einzelfälle sind, sondern strukturelle Ursachen haben, wird in diesem Buch deutlich. Die Forderung nach einer Reform des Bildungssystems, die in mehreren Beiträgen anklingt, halte ich ebenfalls für zentral. Neben der Gesundheitskompetenz, die ich ausdrücklich unterstütze, würde ich mir auch ein eigenes Fach für emotionale Intelligenz, Empathie und soziale Verantwortung wünschen. Denn vieles, woran wir gesellschaftlich scheitern, beginnt nicht im fehlendem Wissen- sondern im mangelnden Mitgefühl. Für mich persönlich blieb beim Lesen noch ein weiterer Gedanke besonders stark. Seitdem ich selbst auf einen Rollstuhl angewiesen bin, erlebe ich täglich, wie rar Empathie geworden ist. Immer wieder begegne ich Beleidigungen, Anfeindungen, Ungeduld, abwertenden Blicken, dem Gefühl, im Weg zu sein. Viele Menschen empfinden es offenbar als Zumutung, Platz zu machen oder Rücksicht zu nehmen. Diese Erfahrungen zeigen mir sehr deutlich, wie dringend wir emotionale Kompetenz wieder lernen müssen, denn nur so kann ein echtes, wohlwollendes Miteinander entstehen. Insgesamt ist dieses Buch für mich ein Denkanstoß- Buch. Eines, das nicht mit einfachen Antworten arbeitet. Trotz der genannten Kritikpunkte hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es lädt nicht zur schnellen Zustimmung ein, sondern zur ehrlichen Auseinandersetzung und zur eigenen Verhaltensreflexion. Und genau das macht seinen Wert aus. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung dazu ist davon selbstverständlich unbeeinflusst.

  • Bewertung

    5/5

    08.12.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Dieses Buch ist kein klassisch…

    Dieses Buch ist kein klassisches Sachbuch mit einer durchgehenden Argumentationslinie, sondern ein Sammelband mit 21 kurzen Beiträgen, in denen ganz unterschiedliche Stimmen aus verschiedenen Professionen zu Wort kommen. Genau darin liegt für mich auch seine große Stärke: Verschiedene Perspektiven, Themen und Lebensrealitäten stehen nebeneinander und eröffnen ein vielschichtiges Bild unserer gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen. Ein Gedanke, der sich für mich besonders deutlich durch viele Beiträge zieht, ist die Bedeutung von Perspektivwechsel. Um Polarisierung konstruktiv begegnen zu können, braucht es die Bereitschaft, den Blickwinkel des Gegenübers einzunehmen. Nicht, um zwangsläufig einer Meinung zu sein, sondern um überhaupt verstehen zu können, warum jemand so denkt, fühlt oder handelt. Auch der Gedanke, dass Friedensfähigkeit mit innerem Perspektivwechsel beginnt, hat mich sehr angesprochen. In den einzelnen Beiträgen wird deutlich, wie unterschiedlich Polarisierung verstanden wird. Als innere Haltung, als gesellschaftliches Spannungsfeld, als Motor für Veränderung, aber auch als Gefahr, wenn sie in Verhärtung, Manipulation oder Missachtung von Lebensrealitäten umschlägt. Immer wieder tauchen zentrale Themen auf wie Dialog als Grundlage menschlicher Begegnung, Zweifel statt Starrheit, Verantwortung statt bloßer Rechthaberei, das Aushalten von Gegensätzen, die Suche nach dem Verbindenden, sowie die Bedeutung von Mündigkeit, kritischem Denken, solidarischen Handeln und demokratischer Beteiligung. Besonders stark fand ich den Gedanken, dass wir weniger an Polarisierung selbst leiden als an unserer Unfähigkeit, sie auszuhalten. Sehr stark empfand ich die wiederkehrende Betonung von innerer Stärke, Einfühlungsvermögen und kritischem Denken- ebenso das bewusste Öffnen von geschützten Räumen für echte Gespräche. Besonders nachdenklich gemacht hat mich der Gedanke, dass die große Gefahr unserer Zeit vielleicht weniger in der Polarisierung selbst liegt, sondern darin, dass gesellschaftlich immer weniger Widerspruch ausgehalten wird und abweichende Positionen kaum noch Raum bekommen. Die Vielfalt der Beiträge habe ich insgesamt als bereichernd empfunden, auch wenn mich nicht jeder Text gleich stark angesprochen hat. Manche Themen wiederholen sich in ähnlicher Form, an einzelnen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Gleichzeitig gehört genau das auch zu einem echten Perspektivwechsel. Nicht jede Sichtweise muss mir gefallen, um relevant zu sein. Ein persönlicher Kritikpunkt für mich ist die Zusammensetzung der Autor:innen. Der Band ist deutlich stärker von männlichen Perspektiven geprägt. Weibliche Stimmen, queere Perspektiven sowie Erfahrungen von People Of Color kommen kaum oder gar nicht zu Wort. Gerade bei einem Buch, das sich so intensiv mit Dialog, Vielfalt und gesellschaftlichem Miteinander beschäftigt, hätte ich mir mehr sichtbare Diversität gewünscht. Ein weiterer Themenbereich, der mich besonders beschäftigt hat, ist der Zustand des Gesundheits- und Pflegesystems. Als ehemalige Angehörige dieses Bereichs habe ich insbesondere seit der Covid- Pandemie eine deutliche Verschärfung der Situation wahrgenommen. Die Aggressionen und die Gewaltbereitschaft gegenüber Beschäftigten haben spürbar zugenommen. Viele berichten von Erschöpfung, Resignation und dem Gefühl, vom System allein gelassen zu werden. Gleichzeitig bin ich seit fünf Jahren selbst schwer erkrankt und auf Pflege angewiesen. Erst aus dieser doppelten Perspektive- als Ärztin und als Patientin- wurde mir in voller Härte bewusst, wie dramatisch die Situation in der Pflege tatsächlich ist: menschlich, strukturell und finanziell. Pflegebedürftigkeit bedeutet nicht nur Abhängigkeit, sondern ist auch mit enormen Kosten verbunden, falls man überhaupt an Hilfe kommt. Dass viele der bestehenden Missstände keine Einzelfälle sind, sondern strukturelle Ursachen haben, wird in diesem Buch deutlich. Die Forderung nach einer Reform des Bildungssystems, die in mehreren Beiträgen anklingt, halte ich ebenfalls für zentral. Neben der Gesundheitskompetenz, die ich ausdrücklich unterstütze, würde ich mir auch ein eigenes Fach für emotionale Intelligenz, Empathie und soziale Verantwortung wünschen. Denn vieles, woran wir gesellschaftlich scheitern, beginnt nicht im fehlendem Wissen- sondern im mangelnden Mitgefühl. Insgesamt ist dieses Buch für mich ein Denkanstoß- Buch. Eines, das nicht mit einfachen Antworten arbeitet. Trotz der genannten Kritikpunkte hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es lädt nicht zur schnellen Zustimmung ein, sondern zur ehrlichen Auseinandersetzung und zur eigenen Verhaltensreflexion. Und genau das macht seinen Wert aus.

  • Bewertung

    5/5

    01.12.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Interessant und blickerweiternd

    Es gibt eine vielschichtige Autor*innenschaft aus verschiedenen Bereichen (Medizin, Geschichte, Bildung, etc.), die interessante und inspirierende Beiträge beisteuern. Das Buch ist gut strukturiert: zunächst gibt es ein kurzes Portrait des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin und anschließend folgt der Artikel. Teilweise sind die Beiträge sehr akademisch, theoretisch und ohne Hintergrundwissen etwas unzugänglicher, aber dennoch verständlich. Mein Lieblingssatz ist "Dialog ist die Muttersprache der Menschheit." Insgesamt ein inspirierendes Buch, welches zum Nachdenken anregt und Hoffnung stiftet! Sehr zu empfehlen!

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (17)

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