Eine Kleinstadt in Norddeutschland im Jahr 2002. Die Übersetzerin Anne reist aus Berlin an, weil sie ihre Mutter Hanna, die im Sterben liegt, in den letzten Lebenstagen begleiten möchte. Kaum dass ihre Mutter gestorben ist, findet Anne ein Buch, geschrieben von Hanna – die Geschichte über eine Kindheit in einem Dorf in Westpommern, über ein Mädchen namens Rosa und über eine schwere Schuld.
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Der Roman " Vergiss nicht zu tanzen Hanna" von Mareike Busch, hat mich sehr berührt.
Als Hanna im Sterben liegt, reist ihre Tochter Anne zu ihr, um ihre Mutter die letzten Lebenstage zu begleiten. Gleich dem Tod von Hanna findet Anne ein Tagebuch ihrer Mutter. In diesem erzählt sie von ihrer Familie, ihren Geschwistern, ihrem Großvater und dem Leben auf dem Dorf in Westpommern im 2. Weltkrieg. . Besonders ans Herz ist ihr, ihre kleine Schwester Rosa . Sie ist mit einer Gaumenspalte geboren und benötigt besonders viel Zuwendung, da sie kaum spricht. Am Ende des Krieges müssen Hannas Familie, wie auch die anderen Dorfbewohner ihre Heimat verlassen. Sie werden in Richtung Oder geschickt. Rosa ist krank und bei der Flucht verlieren sie die kleine Schwester. Besonders Hanna gibt sich die Schuld dafür. Nach dem Lesen des Tagebuches versucht Anne, mit Hilfe ihres Mannes, Rosa zu finden.
Das Buch und die ganze Geschichte hat mich total gefesselt. Ich habe die über 500 Seiten in kürzester Zeit gelesen. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. In die Protagonistin konnte ich mich gut rein versetzen. Besonders den Großvater hatte ich ins Herz geschlossen.
Ich kann den Roman nur empfehlen. Von mir gibt es 5 Sterne.
Astrid
aus Frankfurt
5/5
29.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegte Kindheit
Nach dem Tod ihrer Mutter Hanna findet Anne deren Tagebuch welches sie zurück ins Jahr 1938 katapultiert und ihr von deren Kindheit und der verlorenen Schwester erzählt. Bereits in den 20er Jahren mit anderen katholischen Siedlerfamilien aus Norddeutschland ins überwiegend evangelische Westpommern umgesiedelt findet ihre Familie dort ein neues Zuhause. Zusammen mit ihrem Großvater, ihren Eltern und Brüdern führt sie ein einfaches, aber ruhiges Leben. Doch die Macht der Nationalsozialisten reicht auch bis in ihr Dorf. Ausgerechnet der Vater ihres besten Freundes Martin ist ein riesiger Fan dieser Gesinnung und spielt sich als Herrscher des Dorfes auf. Mit aller Macht möchte er ihn zu einem treuen Parteigenossen erziehen. Doch Martin ist das alles ein Gräuel. Die Freundschaft zwischen Hanna aus einer nicht-parteitreuen Familie und seinem Sohn ist ihm ein Dorn im Auge, aber die beiden schaffen es immer wieder sich heimlich zu treffen und an ihrer Freundschaft festzuhalten. Auch Hanna merkt wie sich die Menschen und die Stimmung im Dorf verändert, aber vieles davon versteht sie einfach nicht. Und auch die eigene Familie bleibt davon nicht verschont. Mitten im Krieg kommt ihre Schwester Rosa zur Welt. Immer wieder muss die Familie Angst um die Kleine haben, denn diese kam mit einer Gaumenspalte zur Welt. Menschen mit Makeln wurden vom Regime ganz genau beobachtet und oftmals einfach weggebracht. Immer mehr greift der Krieg um sich. Die jungen Männer werden eingezogen, Pferde, Vieh und Lebensmittel beschlagnahmt. Doch Hanna schafft es immer wieder den Mut nicht zu verlieren. Selbst dann, als sie am Ende des Krieges von den Polen in eine ungewisse Zukunft vertrieben werden und ihre Schwester Rosa verloren geht.
Mit sehr viel Feingefühl wird uns die damalige Zeit detailliert vor Augen geführt. Eine sehr emotionale, berührende Geschichte aus der Sicht der kleinen, tapferen Hanna erzählt. Die besondere Beziehung zu ihrem Opa verschafft ihr Mut und Hoffnung. Doch ihr vermeintliche Schuld gegenüber ihrer verlorenen Schwester lässt sie ihr Leben lang nicht los.
Ein toller, historischer Roman den ich absolut nur empfehlen kann!
SusanK
aus Osnabrück
5/5
29.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schrecklich schön
Die Übersetzerin Anne reist in eine Kleinstadt in Norddeutschland, um ihre Mutter, die im Sterben liegt, zu begleiten. Die letzten Worte der Mutter deuten auf ein unausgesprochenes Familiengeheimnis, dem Anne nach und nach auf die Spur kommt, als sie nach deren Tod das handgeschriebene Buch ihrer Mutter findet, in dem diese von ihrer Kindheit in Westpommern zur Zeit des Nationalsozialismus berichtet ….
Die als Autorin genannte Mareike Busch ist das Pseudonym eines Autors, der bisher überwiegend Kriminalromane verfasst hat; für dieses Buch hat er nun aber einen weiblichen Autorennamen gewählt. Er verarbeitet mit dieser Familiengeschichte auch seine eigene, denn die Hauptfigur Hanna ist nach dem Vorbild seiner Mutter entstanden.
Eingebettet in die Rahmenhandlung der Gegenwart lässt Mareike Busch die - zunächst - sechsjährige Hanna in der Ich-Perspektive von ihrem Leben auf einem Bauernhof in Westpommern erzählen. Ihre Eltern sind mit ihren drei Kindern und dem Großvater, zu dem Hanna eine besondere Verbindung hat, aus einem niedersächsischen Dorf ausgewandert, woraus sich erste Schwierigkeiten ergaben, denn die Auswanderer sind streng katholisch und haben nur wenig mit den evangelischen Bewohnern gemein. Als der Nationalismus Einzug hält, geht ein Riss nicht nur durchs Dorf, sondern auch durch Hannas Familie. Zunächst schleichend, doch immer stärker wird das Leben von den politischen Auswirkungen und schließlich dem Zweiten Weltkrieg berührt. Während Hanna beobachtet und zu verstehen versucht, erhofft sie weitere Informationen durch das Belauschen ihrer Eltern zu erhalten.
Diese Erzählperspektive aus der Sicht eines Kindes ist ungewöhnlich, doch sie konnte hervorragend ein authentisches und genaues Bild zeichnen von den Vorgängen im Dorf. Unbefangen und eher wertfrei schildert Hanna das Gesehene und es wird aufgezeigt, welchen Einfluss die Geschehnisse und Schrecken des Krieges tatsächlich auf das alltägliche Leben hatten, was ich viel emotionaler empfand als in vielen Geschichtsbücher.
Leider endete der Roman mit einer nur kurzen Abhandlung über die Flucht und ihre dramatischen Auswirkungen für die Familie. Ich hätte so gerne noch mehr darüber erfahren, wie das Leben Hannas und ihrer Familie nach dem Krieg und einem weiteren Neuanfang weitergegangen ist, doch würde dies den Umfang des Buches restlos sprengen.
Die tragische Figur dieses Romans ist sicher die zuletzt geborene Tochter Rosa, die aufgrund einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und einer Entwicklungsverzögerung nicht nur besondere Aufmerksamkeit von ihrer Familie benötigte, sondern auch ins Visier des menschenverachtenden Systems geriet. Welches Schicksal sie ereilte, warum in Annes Familie später diese Schwester Hannas totgeschwiegen wurde, ergibt den besonderen Spannungsbogen in dieser Familiengeschichte.
Die Figuren sind einfühlsam beschrieben, wirken sehr authentisch und durch Hannas Sicht einfach wie aus dem Leben gegriffen. Einen besonderen Bezugspunkt stellte dabei der Großvater dar, der Hanna Denkanstöße und Erklärungen lieferte, aber auch ihr Freund Martin, der mit seiner künstlerischen Ader einen schweren Stand bei seinem Vater hatte, dem Metzger mit brauner Uniform und überzeugten nationalsozialistischen Ansichten.
Ein kleiner Wermutstropfen stellt in meinen Augen lediglich das etwas kitschige Ende dar, das einem großartigen Buch einen für mich zu banalen Abschluss bescherte.
Die ruhige Erzählweise, in der Gedanken und Gefühle ihren Raum fanden, konnte mich ganz in ihren Bann ziehen und ich wollte gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören. Das sehr genaue Bild, das Mareike Busch von einer normalen Familie in einer schrecklichen Zeit zeichnete, wirkte unaufgeregt und trotzdem - oder gerade deshalb - sehr eindringlich und ich möchte das Buch dringend allen weiterempfehlen, die mehr über diese Zeit wissen möchten (oder sollten).
Bewertung
5/5
27.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Landidylle und Kriegsschrecken
Zum Inhalt: Der Roman begleitet die junge Hanna und ihre Familie während der Wirren des Zweiten Weltkriegs. Inmitten von Umsiedlung, dem harten Arbeitsalltag auf dem Land und der ständigen Bedrohung durch die vorrückende Front versucht Hanna, sich ihre Lebensfreude und Hoffnung zu bewahren. Es ist die Geschichte einer Suche nach Heimat in einer Welt, die aus den Fugen gerät.
Meine Rezension:
Dieses Buch ist ein zutiefst berührendes Werk, das mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Petra Busch schreibt wunderbar bildhaft über die Natur und das Landleben – so ruhig und atmosphärisch, dass man immer weiterlesen will. Obwohl das Buch weit über 500 Seiten umfasst, lässt sich die Geschichte aufgrund des fesselnden Stils zügig lesen.
Die Erzählweise aus Hannas Perspektive zieht einen direkt in das Geschehen hinein. Besonders eindringlich wird gezeigt, wie der Krieg selbst in kleinen Dörfern seine Spuren hinterlässt. Manche Szenen sind von einer brutalen Ehrlichkeit, die das harte Leben und die historischen Momente der Umsiedlung ungeschönt verdeutlicht.
Ein wichtiges Zeitzeugnis und eine Herzensempfehlung für alle, die historisch fundierte Familiengeschichten lieben.
Angelique Merz
aus Selmsdorf
5/5
25.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegender Roman über Heimat und Flucht, über Liebe und Zusammenhalt
Als Annas Mutter im Sterben liegt, reist sie aus Berlin an und begleitet sie in den letzten Tagen ihres Lebens. Nachdem Hanna gestorben ist, entdeckt Anna ein Buch. Es handelt nicht nur von einer Kindheit in einem Dorf in Westpommern zu schweren Zeiten, sondern auch von einem Mädchen Rosa und das Schicksal der Flucht.
Der Satz auf dem Buchrücken trifft es ganz genau "ein zutiefst bewegender Roman über Heimat und Flucht, über liebe und Verlust- und darüber, dass Wunder möglich sind."
Vergiss nicht zu tanzen, Hanna - ist ein sehr tolles Buch! Das kleine Mädchen Hanna darf bei einer tollen Familie während der schweren Kriegszeiten aufwachsen. Die Familie versucht sich jeden Tag aufs neue gegenseitig zu unterstützen. Die enge Verbindung zu dem Großvater überwältigt mich- es ist wirklich was ganz tolles! Auch, dass sie immer zu ihrem besten Freund Martin hält und der Kontakt sich trotz der schlimmen Zeit so gut bleibt, ist toll zu erleben. Das Schicksal der kleinen Rosa endet tragisch. Dennoch habe ich aufgrund der Gaumenspalte, wegen der Entwicklung und den ständigen Arztterminen noch schlimmeres erwartet. Auch wenn zu dieser Zeit viele schlimme Sachen passieren, war es durchgehend berührend die Familie im Buch zu begleiten und vor allem das Ende ist sehr schön!
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5/5
30.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegende Geschichte
Nach dem Tod ihrer Mutter Hanna findet Anne ein Buch, ihre Mutter hat darin ihre Kindheit und Jugend in einem kleinen Dorf in Westpommern aufgeschrieben. Anne beginnt sofort darin zu lesen und erfährt vieles über ihre unbekannte Familie. Hanna erzählt von ihrem einfachen Leben auf dem Bauernhof, von ihrem über alles geliebten Großvater, ihren Brüdern und der kleine Schwester Rosa. Auch von dem plötzlichen Aufstieg der Nazis und den Folgen für ihre Familie.
Ein bewegendes Buch, die kindliche Erzählweise lassen die Schrecken aus dieser Zeit sehr lebendig erscheinen.
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5/5
21.03.2026
eBook (ePUB 3)
Emotionale Familiengeschichte
Hanna wächst als kleines Mädchen behütet auf einem Hof in Westpommern auf, bis die Zeit des Nationalsozialismus beginnt. Die Charaktere des Buches sind alle sehr gut beschrieben und ich war beim lesen sehr mit Hannas Leben verbunden. Die Freuden und Schicksalsschläge der Familie haben mich voll in Ihren Bann gezogen.
Dieser Roman ist komplett aus der Sicht eines Kindes geschrieben und trotzdem oder deswegen unglaublich emotional. Es ist ein beeindruckendes und noch lange nachhallendes Buch.
Ich würde gerne mehr wie fünf Sterne vergeben.
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