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Kleiner Regen »Unglaublich bewegend.« Miranda July — Roman

3

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.04.2026

Verlag

Park

Seitenzahl

368

Maße (B/H)

12,8/20,9 cm

Gewicht

426 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

1 Auflage Auflage

Originaltitel

Small Rain

Übersetzt von

Milena Adam

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9881606-7-6

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»Ein kluger, poetischer und bewegender Roman über einen Mann, der in einer extremen Zeit körperliche und emotionale Extreme durchlebt. Und wie alle Romane dieses Autors ist er äußerst lesenswert.« ("SR Kultur")
«Ein tiefgründiger Roman, der durch seine Feinheiten aus der Masse heraussticht, und einer guten Erzählweise.»

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.04.2026

Verlag

Park

Seitenzahl

368

Maße (B/H)

12,8/20,9 cm

Gewicht

426 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

1 Auflage Auflage

Originaltitel

Small Rain

Übersetzt von

Milena Adam

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9881606-7-6

Herstelleradresse

park x ullstein
Friedrichstraße 126
10117 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@ullstein.de

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  • Boockpicker

    Orell Füssli Book Circle Community

    5/5

    15.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wiedererwachter Lebenshunger

    Ein reissender Schmerz, den er tagelang nicht loswird, zwingt den Lyriker in die Notaufnahme, wo er nach langem Warten und Hin- und Her plötzlich prioritär behandelt wird, ein interessanter Fall, lebensgefährlich, beinahe schon gestorben, ein Wunder, dass er noch lebt. Es folgen lange zermürbende Untersuchungen, schmerzhafte Eingriffe, und vor allem ein ungewisses Warten, was denn dieser Schmerz ist und bedeutet und ob ihm beizukommen ist. Eindrücklich und millimetergenau werden die Abläufe im Spital beschrieben, so scheint es, als sei der Lyriker gleichzeitig hellwach und im Dämmerschlaf, fühlt sich pflegerisch umsorgt und völlig verlassen. Sein Freund besucht ihn täglich, voller Sorge und Angst und Unsicherheit, ob dieser je wieder ins Land der wirklich Lebenden zurückkehren werde. Greenwell beschreibt gekonnt die Stimmungen und Gedanken, assoziativ erzählt er aus dem Leben des Lyrikers, Erinnerungen poppen auf, werden minutiös beschrieben. Oft sind die Gedanken sprunghaft, werden durchkreuzt durch pflegerische Interventionen, schweifen ab und kreisen um das jäh unterbrochene und restlos infrage gestellte Leben eines bis anhin gesunden Menschen, der so plötzlich mit seiner eigenen Endlichkeit konfrontiert wird. Eine sprachmächtige Schilderung eines ungewöhnlichen Spitalaufenthalts, einer schicksalshaften Zäsur eines sonst beschaulichen Lebens. «Nur wenn man zu sterben drohte, ging man ins Krankenhaus, und dass ich selbst sterben könnte, war mir nicht in den Sinn gekommen». (8) «Mir war nicht bewusst gewesen, wie dringend ich ihn sehen wollte, allein unter all diesen Fremden, wie sehr ich mir jemand Vertrautes an die Seite wünschte, womit ich wohl sagen will, wie sehr ich mir wünschte, geliebt zu werden, mein Leben mit jemandem, der mich liebte, verbunden zu wissen». (50) «Woher stammte diese Wut, und wohin verschwand sie nach einer Weile wieder, so plötzlich, wie sie gekommen war, ich nahm ihr Verschwinden zur Kenntnis, empfand nun wieder nichts als Furcht». (141) «Alles, was ich will, ist uneingeschränkte Zuneigung, dachte ich nun, von allen, die ganze Zeit». (150) «Armer Körper, dachte ich wieder und sah an ihm herab. Ich hatte ihn so sehr gehasst, mich seiner so oft geschämt und hätte ihn doch genauso gut lieben können, dachte ich mit einem Mal». (294) «Ich wollte wieder auf die andere Seite dieser Kluft, die die Kranken von den Gesunden trennt». (324)

  • Alrik Gerlach

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    24.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn Schmerz plötzlich das Leben anhält

    Manchmal reicht ein einziger Schmerz, und das ganze Leben steht plötzlich still. Genau dieses Gefühl hat Kleiner Regen bei mir ausgelöst. Dieses Buch fühlt sich an wie ein Krankenzimmer bei gedimmtem Licht, irgendwo zwischen Angst, Desinfektionsgeruch, leisen Schritten auf dem Flur und dem verzweifelten Wunsch, den eigenen Körper wieder zu verstehen. Garth Greenwell erzählt nicht laut, nicht dramatisch um jeden Preis, sondern ganz nah am Menschen. Die Gedanken des Lyrikers fließen durch Schmerz, Erinnerung, Liebe, Musik und kleine Augenblicke, die plötzlich riesengroß werden. Gerade diese Ruhe hat mich getroffen. Es geht nicht nur um Krankheit, sondern darum, was bleibt, wenn einem scheinbar alles aus der Hand genommen wird. Besonders schön fand ich die Verbindung aus Verletzlichkeit und Liebe. Die Beziehung, die Gespräche mit dem Krankenpfleger Frank, die klassische Musik und diese zarten Beobachtungen machen aus einer bedrohlichen Situation etwas Unerwartetes. Kein kitschiges Wunder, sondern eine stille Verschiebung im Inneren. Kleiner Regen ist kein Roman zum Weglesen. Er verlangt Geduld, Offenheit und ein Herz für langsame, literarische Texte. Dafür schenkt er Momente, die lange nachhallen. Ein Buch über Schmerz, das am Ende überraschend viel über Glück erzählt.

  • Bories vom Berg

    aus München

    3/5

    24.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fanal des Lebens

    Der dritte Roman des amerikanischen Schriftstellers Garth Greenwell mit dem Titel «Kleiner Regen» handelt von den Erfahrungen eines plötzlich schwer erkrankten Mannes in mittleren Jahren. Der namenlose Protagonist und Ich-Erzähler des Romans, ein Literaturdozent und Lyriker (sic!), wird eines Tages völlig überraschend von starken Schmerzen befallen. Er glaubt an eine Vergiftung, eine schwere Magenverstimmung eventuell, und hofft, dass sich dieses Problem von selber lösen wird, er war ja sein Lebtag lang kerngesund und körperlich fit, - das wird sich schon wieder geben, glaubt er. Als Homosexueller lebt er mit seinem langjährigen Lebenspartner L. zusammen. der früher mal sein Professor war während des Studiums. Der ist nun sehr besorgt und will ihn sofort ins Krankenhaus bringen, was der Ich-Erzähler aber entschieden ablehnt: Nicht nötig, das geht bald von alleine wieder weg! Ein Irrtum, wie sich herausstellt, ein nach ein paar Tagen endlich herbeigerufener Arzt schickt ihn ungehend in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses. Aus «Kleinem Regen», von dem der Titel euphemistisch spricht, ist nun gesundheitlich doch ein schwereres Unwetter geworden. Diese Geschichte spielt in der Zeit der gerade ausgebrochenen Corona-Pandemie, die Krankenhäuser sind hoffnungslos überlastet. Als er nach langen Wartezeiten in der Ambulanz endlich von einem Arzt untersucht wird, können der und auch seine Kollegen sich keinen Reim auf die Herkunft seiner Schmerzen machen. Die gängigen körperlichen Ursachen sind diagnostisch ausgeschlossen, man steht vor einem Rätsel und schickt ihn zum CT und zu weiteren Untersuchungen in die Universitäts-Klinik. Dort landet er schon bald auf der Intensiv-Station, wo man schließlich herausfindet, was seine Schmerzen auslöst, - in seiner Aorta hat sich ein Riss gebildet! In den langen Tagen und Nächten sinniert er nun, an Schläuchen und Kabeln zur Überwachung und Steuerung der Medikamenten-Zufuhr angeschlossen, darüber nach, was mit seinem Körper da gerade passiert. Dazu gehört natürlich auch die Frage, wann er nach Hause zurückkehren kann in sein gewohntes Alltagsleben, die aber kann ihm niemand wirklich beantworten. Er denkt an seine Beziehung mit L. und den leichtsinnigen Erwerb eines alten Hauses, dessen Sanierung völlig unvorhersehbar Unsummen verschlugen hat. Wer schon mal selbst im Krankenhaus lag, und das vielleicht sogar über längere Zeit, der wird in der präzisen Schilderung der Abläufe dort und in den Erfahrungen mit dem Klinikpersonal vom Chefarzt bis zu Putzfrau vieles wieder erkennen. Wobei anzumerken ist, dass die epische Breite, in der dieser Teil der Geschichte geschildert wird, durch viele Wiederholungen mit der Zeit doch etwas langweilig wird und das Medizinische in allen Details hier denn doch entschieden zu breit ausgewalzt wird. Zumal man als Laie ja auch vieles gar nicht verstehen kann! Natürlich geht es auch um berechtigte Todesangst in diesem Roman, und das kapitalismus-geprägte Gesundheits-System Amerikas wird zu Recht als äußerst unsozial an den Pranger gestellt. Andererseits wird in diesem flüssig zu lesenden Roman aber auch die heilende Kraft der Kunst gefeiert, die hier ihren Ausdruck in der Literatur und auch in der Musik findet. Die ständigen Grübeleien des Patienten weiten sich immer mehr auf sein bisheriges Leben aus, auf Momente des Glücks und auf weniger gute Zeiten mit handfesten Problemen und finanziellen Engpässen. Ein netter Pfleger erweist sich überraschend als musikaffin wie er und spielt ihm spontan auf seinem Smartphone klassische Musik vor, die er besonders gerne hört und die denn auch dem Musikgeschmack seines begeisterten Patienten voll entspricht. Der Autor lotet mit den Rückbesinnungen des Patienten auf wichtige Stationen seines Lebens geschickt die Grenzen menschlicher Existenz aus. Somit stellt dieser ohne Pathos erzählte Roman eines medizinischen Notfalls letztendlich auch ein Fanal der Schönheit des Lebens dar, die einem ja oftmals erst in einer derartigen Extremsituation wirklich bewusst wird!

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