Produktbild: Genie und Gewissen

Genie und Gewissen Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus

1

26,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.02.2026

Abbildungen

mit zahlreichen Abbildungen

Verlag

Herder

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

21,9/14,4/3,6 cm

Gewicht

581 g

Farbe

Schwarz / Grau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-451-07317-5

Beschreibung

Rezension

Wolffsohn entnazifiziert Herbert von Karajan. Der prominente Zeitgeschichtler hat die Dokumente über des Dirigenten Beziehung zum NS-System neu gesichtet. Genie und Gewissen räumt mit einigen Mythen auf ("Die Presse")
Wolffsohn bringt sich selbst ins Spiel, seine eigene jüdische Identität und Perspektive. Und das erzeugt eine erstaunliche Nähe und Emotionalität. ("ZEIT")
Wenn ein scharfzüngiger, mit der öffentlichen Erregung virtuos jonglierender Zeithistoriker wie Wolffsohn sich über die NS-Verstrickungen des Dirigenten Herbert von Karajan beugt, erwartet die Leser Zündstoff. ("ZEIT")
Genie und Gewissen ist keine simple Verteidigungsschrift, sondern führt einem die Mehrdimensionalitäten einer Künstlerexistenz im Nationalsozialismus so eindringlich vor Augen, so nah wie wenige andere Bücher. ("ZEIT")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.02.2026

Abbildungen

mit zahlreichen Abbildungen

Verlag

Herder

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

21,9/14,4/3,6 cm

Gewicht

581 g

Farbe

Schwarz / Grau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-451-07317-5

Herstelleradresse

Herder Verlag GmbH
Hermann-Herder-Str. 4
79104 Freiburg
DE

Email: kundenservice@herder.de

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  • Bellis-Perennis

    aus Wien

    5/5

    01.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine klare Leseempfehlung!

    Michael Wolffsohn, Historiker und Nachfahre von aus NS-Deutschland geflüchtete Juden, begibt sich mit diesem Buch auf ein gefährliches Terrain. Denn er stellt die allgemeine Frage, ob Künstler und Künstlerinnen, die in der NS-Zeit Erfolge hatten, unbelastet sein können? Im konkreten Fall, geht es um Herbert von Karajan (1908-1989), den man viel Jahre hoch leben lässt, um ihn wenig später fast fallen zu lassen und ihn der Nähe zur NSDAP zeiht. Muss Person und Werk getrennt betrachtet werden? Geht das überhaupt? Was tun mit historischen Fehleinschätzungen? Bei seinen Recherchen hat Wolffsohn bislang unbekannte (oder vielleicht nur übersehene) Fakten ausgegraben. Zudem hat er entdeckt, dass zahlreiche Journalisten, Autoren und auch Historiker die eine oder andere Information ohne weitere Nachfrage übernommen haben. Das Ergebnis seiner Recherche und der Neubewertung Karajans liegt nun mit diesem Buch vor. Wolffsohn weiß, dass er sich damit nicht nur Freunde macht, wenn er der verbreiteten Annahme, Karajan sei durch seine Nähe zum Regime, ein Nutznießer desselben gewesen, widerspricht. In drei großen Abschnitten erklärt er, wie er sich der Person Karajan und dem Künstler Karajan genähert hat. Er eröffnet der interessierten Leserschaft ein Bild des Künstlers, das ihn als politisch eher desinteressierten Menschen bezeichnet, der im Elfenbeinturm mit und für seine Musik lebt, und sich neben der Partitur sich für Engagements in berühmten Konzertsälen und Opernhäuser interessiert, aber die Ereignisse rundherum völlig ignoriert. Details der Politik? Interessieren Karajan nicht. Anders als so manch anderen Dirigenten ist es ihm auch völlig egal, ob die Musiker im Orchester Juden oder eben nicht Juden sind. Die Qualität der Musiker des Spiels ist für ihn entscheidend. Die Aufgabe, die sich Michael Wolffsohn gestellt hat, nämlich ein differenziertes Bild von Herbert von Karajan zu zeichnen, halte ich für durchaus gelungen, wenn es auch immer Menschen geben wird, die von ihrer Meinung nicht abrücken werden. Der Schreibstil ist trotz der vielen Zahlen, Daten und Fakten niemals trocken. Im Gegenteil an zahlreichen Stellen flicht der Autor ironische Bemerkungen ein, die sogar als solche gekennzeichnet sind. Manche Aussagen oder Bemerkungen werden wiederholt. Es scheint Wolffsohn sichtlich wichtig, diesem Input ordentlich Gehör zu schenken. Gleichzeitig mokiert er sich darüber, dass durch die oftmaligen Wiederholungen von Un- oder Halbwahrheiten durch Journalisten und Autoren diese nicht richtiger werden. Zahlreiche Briefe und/oder Interviews mit Zeitgenossen und Karajans Töchtern ergänzen diese Biografie, die im Verlag Herder erschienen ist. Letzten Ende ist es schwierig als jemand, der die Zeit des NS-Unrechtsregime nicht miterlebt hat, sich ein Urteil anzumaßen. Wie hätten Vertreter meiner Generation in dieser Situation gehandelt? Spontan fällt mir die Schlussszene in István Szabós Film „Mephisto“ ein, in der der fiktive Schauspieler Henrik Höfgen (der aber eine reale Entsprechung hat) mitten im Berliner Olympiastadion von Scheinwerfer verfolgt wird und ausruft: „Was wollen die von mir? Ich bin doch nur ein Schauspieler.“ Ähnliches kann ich mir von Karajan auch vorstellen. „Ich bin ja nur ein Dirigent.“ Wahrscheinlich mit dem Zusatz „aber der Beste“, denn wenn sich Karajan auch unpolitisch verstanden hat, bescheiden, war er nie. Fazit: Gerne gebe ich dieser differenzierte Biografie, die zahlreiche zentrale Irrtümer richtigstellt und einen neuen Blick auf Maestro Herbert von Karajan ermöglicht, 5 Sterne.

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  • Zum Bewerterprofil von Detlef Grundtner

    Detlef Grundtner

    Thalia Hildesheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    26.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Täter, Mitläufer oder Entlasteter?

    Immer wieder taucht über dem Erbe von Herbert von Karajan das Damokles-Schwert der möglichen Belastung durch oder Verwicklung in die Verbrechen der Nazis auf. Übelwollende oder unkorrekt arbeitende Biographen oder Historiker gingen oder gehen weiterhin allzu leichtfertig mit der Keule des Mitläufers oder sogar Täters gegenüber dem Ausnahmedirigenten um. Michael Wolffsohn, dem aufgrund seiner Vita niemand Sympathien für die Nazis unterstellen kann, hat mittels überaus klarem Auge und einer sehr gewissenhaften Recherche eine politische Biographie über Karajan, der zeit seines Lebens ein zutiefst unpolitischer Mensch geblieben ist, verfasst und straft alle die Historiker oder Hobby-Historiker Lügen, die in den letzten Jahrzehnten aus Karajan einen Täter zu machen versuchten. Allein schon Karajans Werdegang und die zeitlichen Abläufe, die Wolfssohn mit zuweilen akribischer fast schon kriminalistischer Genauigkeit recherchiert und aufgelistet hat, machen aus Karajan keinesfalls einen Gewinner der Nazizeit. Seine im Krieg mit einer, nach der damaligen Diktion, Vierteljüdin geschlossene Ehe lassen ihn ebenfalls kaum als Sympathisanten der Nazis erscheinen. Ein wichtiges Buch, welches der Forschung über Karajan, über sein Werk und seine angebliche Verstrickung in die Verbrechen der Nazis neuen Antrieb geben wird. Wolffsohn hat mit akribischer Präzision herausgearbeitet, dass Karajan zwar aus opportunistischen Gründen Parteimitglied werden musste (das wurde von ihm auch nie bestritten), dass er jedoch keinesfalls vom Regime profitiert, seine Karriere durch die zweite Ehe sogar einen empfindlichen Knick bekommen hat. Karajan war nicht der Spieler, sondern eher die Schachfigur im Machtspiel von Goebbels und Göring.
  • Zum Bewerterprofil von Michael Hermanns

    Michael Hermanns

    Mayersche Aachen

    Buchhändler*in

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    5/5

    03.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ehrenrettung für einen großen Musiker!

    Unbeschreiblich ist die Provinz-Posse, die sich bei uns in Aachen um das Andenken an Herbert von Karajan abspielt, der hier ab 1935 für sieben Jahre das Sinfonieorchester geleitet hat. War Karajan Parteimitglied? Ja, nie bestritten! War er ein Held, ein Widerstandskämpfer? Nein, nie behauptet! War er ein Mitläufer? Ja, wahrscheinlich. War er ein Opportunist? Ja, sicher! Aber um nach fast hundert Jahren sein Andenken zu demontieren (unfassbare selbstgerechte Arroganz der Spätgeborenen!) wäre allein die Antwort auf die Frage relevant: War er ein Täter? War er schuldig? Dieses Buch hat die Antwort. Ohne Schaum vor dem Mund, ohne vorgefasste Meinung. Aber im Wissen um unsere Selbstherrlichkeit, mit der wir gerne andere verurteilen, die in Situationen ihren Weg gehen mussten, die wir uns nicht ansatzweise vorstellen können oder müssen. Und seine unfassbar, herrliche Musik bleibt sowieso!

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