Ein Sommer in Schweden, voller Blumen und zweiter Chancen ...
Frauenpower meets Flower-Power - duftige Sommerlektüre für Fans von Clare Pooley und Freya Sampson.
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf ... Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte - aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist ...
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Ein Roadtrip ins Glück?
hasirasi2 (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 16.02.2026
Bewertungsnummer: 3047493
Bewertet: eBook (ePUB 3)
„Es ist 15:14 Uhr am 8. Juni 2023. Ich warte inzwischen seit siebenundzwanzig Jahren.“ (S. 11) Edith verbringt fast jeden Nachmittag an der Bushaltestelle Hornton Street in London, um auf ihre große Liebe Sven zu warten. Denn damals ist er nicht gekommen. Inzwischen ist sie 64 Jahre alt und ihr Leben entgleitet ihr immer mehr, sie leidet an schnell voranschreitendem Alzheimer. Ihr Sohn Blade betreut sie seit 3 Jahren rund um die Uhr und kann nicht mehr. Edith müsste in ein Heim, wo man sich besser um sie kümmern könnte, aber sie weigert sich. Schließlich schlägt sie ihm einen Deal vor: Wen er nach Schweden reist und Sven (der von dort stammt) sucht, ist sie bereit, in ein Heim zu gehen.
Sophia hat zusammen mit ihren Brüdern einen Blumenladen in Svedala von ihrem Onkel geerbt. Um ihn behalten zu können, muss sie ihre Brüder auszahlen. Eine landesweite Blumenausstellung bietet die Chance, ihre Einnahmen zu steigern. Doch Sophia ist Autistin und tut sich schwer mit Veränderungen. Als dann auch noch ihr Auto liegen bleibt, scheint alles zu scheitern – bis ein Wohnmobil neben ihr hält.
Dieses Wohnmobil hat Blade statt des gebuchten Fiat 500 von der Autovermietung bekommen. Als Sophia ihm von ihrem Großauftrag erzählt, bietet spontan an, sie mit dem Camper zu fahren.
Ausgehend vom Klappentext hatte ich einen heiteren Roadtrip erwartet, doch „Sommer, Glück und Ringelblumen“ ist eine bewegende Geschichte über Erinnern und Vergessen, über Familie und Liebe, wie es sich anfühlt, in den Augen anderer „falsch“ zu sein – und wie wichtig es ist, endlich für sich selbst zu sprechen und anzukommen.
Edith hat kaum noch lichte Momente, darum hält sie an ihrer Bushaltestelle fest. „Das hier ist mittlerweile der einzige Ort, an dem ich ich selbst bin. Wo meine Erinnerungen nicht davonschweben. Wenn ich hier bin, sind sie organisierter. Ich kann meine Gedanken besser festhalten. Und es ist der einzige Ort, an dem ich die Hoffnung hegen kann, ihn zu finden.“ (S. 149) Dort widerfahren ihr erstaunlich schöne Dinge: Sie bekommt Kaffee, Essen und sogar einen Haarschnitt geschenkt, weil man sie für obdachlose hält, und knüpft neue Bekanntschaften. Noch weiß sie, wer Blade ist und dass er die Pflege nicht mehr lange allein bewältigen kann.
Blade kämpft sich durch die immergleichen Tage und gegen die fortschreitende Krankheit seiner Mutter. Erst in Schweden wird ihm bewusst, dass er kein eigenes Leben mehr hat und wie viel ihm entgeht, etwa eine eigene Beziehung. Gleichzeitig erkennt er, dass er Freunde hat, die ihm helfen und auf die er sich verlassen kann. Er muss nicht alles allein schaffen.
Sophia hingegen hat von klein auf gesagt bekommen, sie sei eine Enttäuschung. Ihre Eltern schlossen sie von vielem aus, angeblich zu ihrem Schutz. Nur ihr Onkel verstand sie wirklich. Blade ist der erste Mann, der intuitiv weiß, wie er mit ihr umgehen muss und worauf Rücksicht zu nehmen ist. Warum kann ihre Familie das nicht? Die Reise quer durch Schweden wird für beide auch eine Reise zu sich selbst, voller Selbsterkenntnis und neuer Perspektiven.
Ich habe mit Edith, Sophia und Blade mitgefiebert, denn die Suche nach Sven erweist sich als schwieriger, als erwartet. Besonders Edith hätte ich zwischendurch gern in den Arm genommen und mit ihr die Welt bestaunt, die ihr immer mehr entgleitet. Gleichzeitig bewundere ich Blade für seinen liebevollen Umgang mit ihr, wie sehr er sich selbst zurücknimmt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie herausfordernd es ist, sich um die eigenen Eltern zu kümmern. Auch Sophias Geschichte hat mich berührt.
Ein ruhiger, feinfühliger Roman über Demenz und Autismus, in dem es auf die Zwischentöne ankommt und der noch lange nachhallt.
Ein Roman der sich langsam entwickelt
Jürg K. am 25.02.2026
Bewertungsnummer: 3057473
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Sophia, Floristin im südschwedischen Svedala, träumt von einem eigenen Blumengeschäft. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vererbt, scheint dieser Traum greifbar doch ihre Familie möchte den Laden so schnell wie möglich verkaufen. Um ihn zu retten, braucht Sophia dringend einen Grosskunden. Die landesweite Blumenmesse bietet die perfekte Chance, doch auf dem Weg dorthin bleibt sie mit dem Auto liegen. Zur gleichen Zeit reist Blade aus London nach Schweden. Seine an Alzheimer erkrankte Mutter hat ihn überraschend gebeten, einen gewissen Sven zu finden die grosse Liebe ihres Lebens. Statt Sven trifft Blade zunächst auf die gestrandete Sophia. Aus dieser zufälligen Begegnung entsteht eine Verbindung, die beide in eine Welt führt, die nach Sommer, Erde und Neubeginn duftet. Der Roman entfaltet sich leise und warm, getragen von kleinen Gesten, stillen Momenten und einer Dorfgemeinschaft, deren Herzlichkeit tief berührt. Er zeigt, dass Glück oft dort wächst, wo man es am wenigsten erwartet, und dass Heilung Zeit braucht. Am Ende ist es eine Geschichte über Mut, Freude und das Wiederfinden der eigenen Stimme ein Sommer, der daran erinnert, wieder an das Gute zu glauben.
Meinung aus der Buchhandlung
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Welche Blume bist du heute? Diese Frage hat der Floristin Sophie nie jemand gestellt, bis sie Blade kennenlernt. Blade stellt einfach immer die richtigen Fragen. Und das Beste? Er nimmt Sophia ernst und behandelt sie nicht so, als ob sie immer die falschen Fragen stellt und er nimmt sich die Zeit, die sich noch nie jemand für sie genommen hat. Dabei hat er eigentlich genau das nicht: Zeit. Als Vollzeitpflegekraft für seine an Alzheimer erkrankte Mama kann er sich keine Auszeit leisten, bis sie ihn nach Schweden schickt, um nach einer wichtigen Person aus ihrer Vergangenheit zu suchen. Der Beschreibung nach hatte ich nicht mehr als eine heitere Sommerlektüre erwartet, doch die Ernsthaftigkeit, mit der dieser Roman über gewisse Themen spricht, hat mich positiv überrascht. Dieses Buch handelt unter anderem vom "anders" sein und vom gesellschaftlichen Druck, "normal" zu sein. Ich habe nicht damit gerechnet, aber beim Lesen ist mir einfach das Herz aufgegangen, weil ich Teile von mir in Sophia wiedererkannt habe.
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