Produktbild: Vom Fällen eines Stammbaums

Vom Fällen eines Stammbaums Roman | Zwischen Fürsorge und Abgrund: eine deutsch-polnische Familiengeschichte, die unter die Haut geht

2

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

11780

Erscheinungsdatum

15.05.2026

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

464 (Printausgabe)

Dateigröße

2432 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644023024

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ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Verkaufsrang

11780

Erscheinungsdatum

15.05.2026

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

464 (Printausgabe)

Dateigröße

2432 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644023024

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  • Lust_auf_literatur

    5/5

    17.07.2026

    eBook (ePUB 3)

    Highlight!

    Mein erster visueller Eindruck von diesem Roman war unaufgeregt. Dickere Bücher betrachte ich sowieso mit Respekt, und „Vom Fällen eines Stammbaums“ hat rund 450 Seiten. Das Cover ist dezent gestaltet und nicht so, dass es direkt nach mir rufen würde. Aber je tiefer ich in dieses Buch eintauche, desto mehr bin ich von der emotionalen Kraft gefesselt, die sich darin entfaltet. Und von der sprachlichen Kraft und Kunst des Autors Martin Piekar. Ich bin begeistert und nach dem Beenden davon überzeugt, dass der Roman eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis verdient hätte. Für Martin Piekar, der bereits drei Lyrikbände veröffentlicht hat und als Lehrer arbeitet, ist es sein Debütroman. In „Vom Fällen eines Stammbaums“ lässt er seinen autofiktional inspirierten Ich-Erzähler Marcin über seine enge und komplizierte Beziehung zu seiner Mutter sprechen. Ein Mutter-Sohn-Roman also, und zwar einer, der die Geschichte der Mutter in den Vordergrund rückt. Piekar nimmt sich sehr viel Zeit, die Figur der Mutter und ihre Lebensgeschichte zu schildern. Sie tritt dadurch förmlich plastisch aus den Seiten heraus und ich kann ihre Stimme mit dem polnischen Akzent hören. Marcins Mutter wurde selbst im Gulag geboren und ist als junge Frau nach schweren und traumatisierenden Jahren in Polen nach Deutschland geflohen, um dort ihrem zweiten Sohn eine bessere Zukunft zu ermöglichen. In Deutschland arbeitet sie als Altenpflegerin, bis verschiedene gesundheitliche Probleme und ihre Alkoholkrankheit sie arbeitsunfähig machen. Der Ich-Erzähler beschreibt, wie er sich schon früh um seine Mutter kümmern muss, die er gleichzeitig liebt und als Belastung empfindet. „Ich hatte meine Mutter. Familie ist ein brutales Konzept. Du wirst in eine Gruppe von Menschen geworfen und musst lernen, mit ihnen umzugehen. Der Umgang ist mal intensiver, mal vernachlässigbar. Und doch kann Familie einen Menschen brechen oder ermöglichen.“ Der Erzähler wird älter, genauso wie seine Mutter, und er beginnt ihre Geschichte und seine Herkunft zu hinterfragen. Gleichzeitig braucht seine Mutter immer mehr Pflege und Betreuung, was Marcin an seine Grenzen bringt. Je weiter der Roman voranschreitet, desto mehr rutscht der Erzähler in die Elternrolle für seine pflegebedürftige Mutter. Piekar beschreibt die Mutter des Erzählers als komplexe Figur, die nur nach außen hin wie eine einfache, pragmatische und lebenslustige Frau scheint. Er zeigt sie in ihrer Verletzlichkeit, ihrer Schwäche und auch in ihrer Gebrochenheit. „Die Geschichte meiner Mutter ist voller Traumata, und sie hat auch mich beschädigt. Und doch hab ich das Gefühl, dass es wertvoll ist, das zu wissen. Transgenerationale Traumata zu kennen, ist der erste Schritt, sie zu bewältigen - was auch immer das bedeuten mag. Sie zu kennen, ist wichtig. Sie waren nicht notwendig, aber sie sind jetzt nicht mehr wegzudenken.“ Die Weitergabe von transgenerationellem Leid ist ein Thema, das mich als Elternteil selbst intensiv beschäftigt und mich nicht loslässt. Mich hat „Vom Fällen eines Stammbaums“ in seiner tiefen Durchdringung dieser Mutter-Sohn-Beziehung und dieser Ehrlichkeit sehr berührt und auch in seiner sprachlichen Gestaltung absolut begeistert. Ich lese viel und nicht alles bleibt mir im Gedächtnis. Marcin und seine Mama werden mich aber vermutlich noch eine Weile begleiten, denke ich.

  • Bewertung

    5/5

    14.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartig

    Marcin lebt zusammen mit seiner Mutter in Deutschland. Sie ist aus Polen geflohen und möchte nie mehr zurück. Die meisten Brücken dahin hat sie abgebrochen. Im Altersheim arbeitet sie hart. Für ihren Sohn hat sie nicht mehr viel Kraft übrig. Irgendwann hat sie auch keine Kraft mehr arbeiten zu gehen. Dafür steigt ihr Alkoholkonsum immer weiter an. Marcin wächst nebenher auf und ist viel auf sich gestellt. Im weiteren Verlauf der Geschichte, setzt sich Marcin viel mit der Vergangenheit seiner Familie auseinander und beginnt Zusammenhänge zu erkennen. Immer mehr wird er zur einzigen Stütze seiner Mutter, die ihm noch das ein oder andere Familiengeheimnis offenbart. Martin Piekar verbindet in diesem Roman auf ganz wunderbare Weise seine eigene Geschichte mit den Themen Herkunft und generationenübergreifende Traumata. Die Beziehung zu seiner Mutter ist schwierig aber er liebt sie, ist immer für sie da. Nur wer ist für ihn da? Trost findet er in der Musik, Gedichten und Videospielen . Im Roman kommen immer wieder Textstellen aus Songs vor. So hatte ich immer wieder neue Ohrwürmer. Und genau deshalb muss ich natürlich auch den Musikgeschmack des Autors loben. Die Sprache hat mich sehr begeistert. Direkt und schonungslos erzählt er. Vor allem die Dialoge zwischen Marcin und seiner Mutter veranschaulichen dem Leser die schräge Beziehung zueinander. „Bist du bekloppt oder was? Ich rede mit Wand, Marcin, mit mir selba, verstehst du? Ich habe keine Freunde zum reden. …. Ich brauche auch keine, Aaschloche alles.“ Ab und zu musste ich wirklich lachen, so traurig-komisch ist das Buch. Emotional ging es unheimlich tief. Verluste, Krankheit und Familienkonflikte werden beschrieben, ohne sentimental zu werden. Doch das Geschriebene hat mich erreicht, mitten ins Herz getroffen und genau da wird es auch bleiben. Eine Geschichte, mit so viel Liebe, Angst, Traurigkeit, über Migration und den große Wunden, die bleiben. Eine ganz große Empfehlung von mir.

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