Eine Frau hat bei einem Bombenattentat ihre Kinder verloren.
Eine Frau hat ihren Mann verlassen und ist auf der Flucht vor ihm.
Eine Frau hat ihren Liebhaber bestohlen.
An einem kühlen, windigen Winterabend in einem Hotel am Meer treffen Maral, Olivia und Jorinde aufeinander. Sie schmieden einen Plan. Sie verknüpfen ihre Schicksale. Sie beschliessen zu morden. Die Eine jeweils für die Andere. Kompliziert wird es, als die Eine sich in ihr Opfer verliebt und die Zielperson der Anderen spurlos verschwindet. Was verbirgt sich hinter der Fassade der melancholischen Mörderinnen?
Ein atmosphärischer Kriminalroman über Liebe, Verrat und Tod.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
19.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Eine emotionale Achterbahnfahrt durch Schmerz, Wut und Sehnsucht
Manchmal reicht ein einziger Blick auf das Cover und den Titel, um komplett am Haken zu sein. Genau so ging es mir bei ‘Melancholische Mörderinnen’. Dieser ungewöhnliche Titel in Kombination mit dem psychologischen Ansatz hat mich sofort magisch angezogen. Ich liebe Geschichten, die nicht bloß stumpf der Frage „Wer war der Täter?“ nachjagen, sondern tief ergründen, warum Menschen an ihre absoluten Grenzen geraten. Und genau das meistert dieser Roman auf eine unfassbar eindrucksvolle Weise. Schon nach wenigen Kapiteln war mir klar: Das hier ist kein klassischer Krimi, sondern eine emotionale Achterbahnfahrt durch Schmerz, Wut und die pure Sehnsucht nach einem Neuanfang.
Im Mittelpunkt stehen drei Frauen, deren Leben auf völlig unterschiedliche Weise aus den Fugen geraten ist. Maral hat das Schlimmste verloren, was man als Mensch überhaupt verlieren kann. Jorinde versucht verzweifelt, einer zerstörerischen Vergangenheit zu entkommen, während Olivia in moralisch extrem fragwürdige Abgründe geraten ist. Als sich ihre Wege an einem stürmischen Abend zufällig kreuzen, entsteht eine ungewöhnliche, fast magische Verbindung. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, der ihnen endlich Gerechtigkeit verschaffen soll. Doch das Leben hält sich selten an Pläne. Gefühle funken dazwischen, Menschen verschwinden, dunkle Geheimnisse ploppen auf und plötzlich entwickelt sich alles in eine Richtung, mit der absolut niemand gerechnet hat.
Was mich von der ersten Seite an komplett umgehauen hat, war die Atmosphäre. Über dem gesamten Roman liegt eine leise, wunderschöne Melancholie, die man beim Lesen förmlich einatmet. Silvia Zwahlen schafft es, ihren Figuren eine psychologische Tiefe zu verleihen, die man selten findet. Jede der drei Frauen hat eine ganz eigene Stimme, eine eigene Geschichte und zutiefst reale Verletzungen. Ich konnte ihre Wut, ihre Enttäuschung und ihre Verzweiflung auf jeder Seite hautnah spüren. Man erwischt sich selbst dabei, wie man ihren Wunsch nach Rache absolut versteht. Nicht, weil all ihre Entscheidungen moralisch richtig sind, sondern weil ihre Emotionen so entwaffnend echt dargestellt werden.
Ein riesiges Highlight waren für mich die unvorhersehbaren Wendungen. Mehr als einmal war ich felsenfest davon überzeugt, den Plot durchschaut zu haben, nur um kurz darauf komplett kalt erwischt zu werden. Genau diese Unvorhersehbarkeit hat dafür gesorgt, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Besonders stark bespielt die Autorin die psychologische Ebene. Der Roman taucht tief ein in Themen wie Verlust, Manipulation, emotionalen Missbrauch und den Wunsch, endlich gesehen und geliebt zu werden. Dabei wirkt rein gar nichts künstlich aufgebauscht oder überdramatisiert, sondern erschreckend lebensnah. Genau deshalb sind mir die Schicksale der drei Frauen auch so wahnsinnig nahegegangen.
Und die Männer in der Story? Ganz ehrlich: Selten haben mich Buchcharaktere so unendlich wütend gemacht! Jeder Einzelne von ihnen hat auf seine ganz eigene, toxische Art dazu beigetragen, dass ich die radikalen Beweggründe der Protagonistinnen zu 100 % nachvollziehen konnte. Ich hätte sie beim Lesen mehr als einmal am liebsten selbst zur Rede gestellt.
Wer hier einen klassischen, actiongeladenen Ermittlerkrimi mit viel Blaulicht erwartet, wird vermutlich überrascht sein. Die Spannung wird hier nicht durch klassische Polizeiarbeit erzeugt, sondern speist sich komplett aus den Figuren, ihren komplexen Beziehungen und ihren inneren Konflikten. Aber genau das macht diesen Roman zu so einem besonderen, tiefgründigen Highlight.
‘Melancholische Mörderinnen’ ist ein tolles Buch und weit mehr als ein simpler Kriminalroman. Silvia Zwahlen hat eine psychologisch dichte, emotionale und melancholische Geschichte über drei vom Leben gezeichnete Frauen geschrieben, die ihren ganz eigenen Weg zurück ins Licht suchen. Ein Buch voller unerwarteter Wendungen und mit Charakteren, die mich sicherlich noch ganz lange begleiten werden. Wer tiefgründige Storys mit starken Frauen, moralischen Grauzonen und echtem Tiefgang liebt, MUSS dieses Buch einfach lesen.
Ursula Inamaka
aus Vöhringen
5/5
17.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Anders, aber sehr gut
Dieser Kriminalroman ist mir als erstes durch sein Cover aufgefallen. Nachdem mich der Klappentext endgültig neugierig gemacht hat, wollte ich es so gerne lesen.
In diesem Buch werden die Geschichten dreier unterschiedlicher Frauen erzählt, deren Lebensweg sich zufällig kreuzt.
Nach einer beinahe poetischen Einleitung, geht es gleich sehr furchtbar und sehr berührend los. Ich habe so sehr mit Maral gelitten und ich muss sagen, bis zum Ende, war sie meine liebste Protagonistin.
Bei der Geschichte von Jorinde musste ich einige Male den Kopf schütteln, aber leider gibt es solche Beziehungen, wie sie sie führt, wohl wirklich oft. Die Spannung wird immer mehr und man möchte wissen, wie sich das alles entwickelt. In diesem Abschnitt merkt man aber auch schon etwas vom Humor der Autorin.
Als es dann um Olivia ging, musste ich so sehr schmunzeln und stellenweise so richtig lachen. Irgendwie schafft es Silvia Zwahlen, diese eigenartige Beziehung und daraus resultierende Verhalten humorvoll und doch respektvoll darzustellen.
Sehr spannend wird es dann, als die drei Frauen zusammen treffen und ihre Schicksale miteinander verknüpfen.
Auch in dieser Endphase mag ich Maral mit ihrer leisen, eher vornehmen Art sehr. Jorinde ist stärker und härter, als man annimmt und Olivia ist noch mal ganz anders und sie kommt mir nicht ganz so nah. Dennoch passt sie hervorragend in die Geschichte des Buches.
Für mich ein Kriminalroman mit ganz vielen Facetten, den ich sehr gerne empfehle.
Bewertung
4/5
02.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Rezension – Melancholische Mörderinnen
Als grosse Romantasy-Liebhaberin verirre ich mich zwischendurch immer wieder gerne in die Welt der Krimis. Melancholische Mörderinnen von Silvia Zwahlen hat mich dabei wirklich überrascht.
Zunächst hat mich das farbenfrohe, warme Cover angesprochen. Nach dem Klappentext erwartete ich einen kurzweiligen Krimi mit einer Prise Humor. Doch genau das habe ich so nicht bekommen. Stattdessen wurde ich auf eine ganz andere Art positiv überrascht.
Der Titel hält, was er verspricht: Die Geschichte ist melancholisch, tiefgründig und deutlich emotionaler, als ich erwartet hatte. Die Figuren, insbesondere die Frauen, sind authentisch und vielschichtig geschrieben. Ihre Gedanken, Gefühle und Beweggründe konnte ich gut nachvollziehen, wodurch sie sehr greifbar wirkten.
Wer einen klassischen, spannungsgeladenden Krimi sucht, sollte wissen, dass hier die Charaktere und ihre Geschichten stärker im Mittelpunkt stehen. Gerade diese ruhige, nachdenkliche Atmosphäre macht das Buch jedoch besonders und sorgt dafür, dass es noch eine Weile nachhallt.
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