Ein unschätzbar wertvoller Schatz und ein Kunstwerk, wie es die Welt noch nicht gesehen hat
Nach der Eroberung Mailands gelingt Reinald von Dassel, dem mächtigen Erzbischof von Köln, ein Coup: Er spürt die Gebeine der Heiligen Drei Könige auf und überzeugt Kaiser Barbarossa, dass er diese in sein Erzbistum mitnehmen darf. Jahre später ist Köln überlaufen von Pilgern, die sich von den Reliquien Heilung versprechen. Noch liegen die Gebeine in einer unscheinbaren Kiste. Doch längst ist den Mächtigen der herausragende Ruf des Verduner Goldschmieds Nicolaus zu Ohren gekommen. Er soll einen Schrein schaffen, der den wertvollen Reliquien und der Stadt, in der sie aufbewahrt werden, alle Ehre macht. Die Kölner Goldschmiede sind jedoch alles andere als begeistert, dass ein Fremder ihnen den lukrativen Auftrag vor der Nase wegschnappt ...
Atmosphärisch, sinnlich, farbenfroh - ein großer Historischer Roman über die Erschaffung des weltberühmten Dreikönigenschreins im 12. Jahrhundert
Über die Macht der Kunst, die Kraft der Familie und die Suche nach Frieden in einer Welt voller Umbrüche
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Eliza
5/5
12.04.2026
eBook (ePUB)
Der Meister hinter dem Kunstwerk
Mit „Der Schrein der Könige“ widmet sich die Autorin Sabine Weiß dem Kölner Dreikönigsschrein. Wer schon einmal im Kölner Dom war, hat ihn sehr wahrscheinlich schon von Weitem gesehen, da er einen sehr prominenten Platz im Dom einnimmt. Doch wer hat ihn geschaffen und unter welchen Bedingungen? Genau dieser Frage geht Sabine Weiß in ihrem Roman nach.
Reinhard von Dassel bringt die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Ihm zur Seite steht der Magister Ägidius, genannt Jilles. Nur der Beste soll einen Schrein für die drei Könige anfertigen, und so fällt die Wahl auf Nicolaus von Verdun. Nicolaus ist vom Schicksal schwer gezeichnet, denn er musste seine Frau und eines seiner Kinder zu Grabe tragen. Kann Köln für ihn ein Neuanfang sein? Er nimmt den Auftrag an und zieht mit seinen Kindern nach Köln. Doch die Kölner empfangen ihn nicht gerade mit offenen Armen.
Mir hat der Roman unglaublich viel Spaß gemacht, und ich mochte besonders die Geschichte um Nicolaus und seine Familie. Der Autorin gelingt es sehr gut, Fakten und Fiktion miteinander zu verweben. Am Anfang ist die Erzählung sehr dicht, zum Ende hin gibt es jedoch einige größere Zeitsprünge, die das Leseerlebnis für mich ein wenig getrübt haben. Es wirkte stellenweise etwas gehetzt, und ich hätte über einige Ereignisse am Ende gerne noch mehr erfahren.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, und es macht Freude, mit ihr durch das mittelalterliche Köln zu reisen. Man merkt dem Roman die aufwendige Recherche, insbesondere zur Goldschmiedekunst, deutlich an. Für mich ist es ein gelungener Roman, der authentisch über den Bau des Schreins berichtet – denn dieser steht zweifellos im Mittelpunkt, während Figuren und Weltgeschichte gewissermaßen den Rahmen dafür bilden.
Ein Personenverzeichnis, historische Anmerkungen und ein Glossar runden den Roman ab. Auch die Kapitelbezeichnungen passen wunderbar, denn sie sind nach Heiligen und Aposteln benannt, die den Schrein zieren.
buecherwurm_01
Thalia Book Circle Community
5/5
29.03.2026
eBook (ePUB)
Historisch fundierte Geschichte
Der Kölner Erzbischof lädt gegen Ende des 12. Jahrhunderts den Goldschmied Nicolaus von Verdun ein, in Köln einen Schrein für die Gebeine der heiligen drei Könige zu entwerfen und zu erbauen. Er bricht zusammen mit seinen noch lebenden Kindern die Zelte in Verdun ab und begibt sich in die Ungewissheit eines neuen Lebens in Köln, das zu Beginn für alle nicht einfach ist. Viele Charaktere sind historisch belegt, die fiktive Geschichte ist passend dazu geschaffen.
Die Autorin hat es geschafft, die Atmosphäre der damaligen Zeit detailliert einzufangen. Ob die Lebensverhältnisse der verschiedenen Stände wie Arbeiter, Bürger und Handwerker, die Kirche und ihre Rolle in der Gesellschaft sowie die Machtkämpfe in der Stadt. Grundlage hierfür ist sicherlich ihre hervorragende und fundierte Recherche. Da nicht allzu viele Details bekannt sind, hatte die Autorin die Möglichkeit, eine logisch anmutende und interessante Version zu Papier zu bringen. Die einzelnen Charaktere, hier insbesondere die Protagonisten, sind bestens herausgearbeitet. All das lässt ich in die damaligen Zeit eintauchen und die Erlebnisse hautnah miterleben. Gerne empfehle ich diesen tollen historischen Roman.
Honigmond
aus Berlin
5/5
22.03.2026
eBook (ePUB)
Nicolaus von Verdun und der Dreikönigsschrein
Dieser historische Roman spielt im 12. Jahrhundert, genau genommen beginnt die Handlung 1162, und dreht sich um die Erschaffung des heute weltbekannten Dreikönigsschreins in Köln durch den berühmten Goldschmied Nicolaus von Verdun. Der mächtige Erzbischof Reinald von Dassel brachte die Gebeine in einer schlichten Holzkiste nach Köln. Als die Stadt Köln zum Pilgerort wegen der Gebeine fast überlaufen wurde, musste eine angemessene Aufbewahrung für die wertvollen Reliquien her, welche auch der Stadt Köln alle Ehre macht. Diesen Auftrag bekommt der Goldschmied Nicolaus von Verdun.
Der Goldschmied Nicolaus ist heute weltbekannt, jedoch findet man keine Informationen über seine Familie, so dass die Informationen dazu in diesem Buch von der Autorin frei erfunden sind. Nicolaus wird von ihr sehr gut dargestellt, mit seiner großen Trauer um seine verstorbene Frau zu Beginn und später seinen Weg und seine Arbeit rund um den Schrein, aber auch seine 3 Kinder sind von ihr sehr glaubhaft erschaffen worden. Man konnte sehr gut mitfühlen, als der Umzug der Familie nach Köln anstand mit all seinen Sorgen und Ängsten vor der Zukunft. Die historischen Persönlichkeiten wie z.B. Reinald von Dassel sind geschickt in die Handlung eingearbeitet worden. Man erfährt nicht nur sehr viel Wissenswertes über die damalige Zeit, sondern auch über die Arbeit des Goldschmiedes. Es war eine wundervolle Zeitreise in die Vergangenheit, welche nicht nur interessante Rückblicke ermöglicht haben, sondern fast wie eine lockere Geschichtsstunde war. Ich habe es sehr genossen, zumal Fakten und Fiktion wirklich sehr geschickt verbunden wurden und man die ausführliche und sehr gute Recherche der Autorin gespürt hat. Da ich den Kölner Dom leider nur von Bildern kenne, bin ich nun sehr neugierig geworden und möchte mir ihn unbedingt einmal anschauen. Lobend erwähnen möchte ich noch das wirklich sehr passend gewählte, schlichte, aber sehr edel wirkende Cover, was das Gesamtpaket abrundet.
Mein Fazit:
Ein wunderbarer historischer Roman um den Dreikönigsschrein in Köln, welchen ich sehr gerne weiterempfehle und für das Gesamtpaket 5 Sterne vergebe.
Bellis-Perennis
aus Wien
5/5
09.03.2026
eBook (ePUB)
Penibel recherchiert und gekonnt erzählt
Sabine Weiß entführt uns in ihrem historischen Roman „Der Schrein der Könige“ in das mittelalterliche Köln, das sich damals noch Cölln schreibt.
Bevor wir uns gemeinsam mit dem Verduner Goldschmied Nicolaus in Köln niederlassen dürfen, machen wir noch einen Abstecher nach Mailand, wo Kaiser Friedrich Barbarossa seinem Heerführer und Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, die (angeblichen) Gebeine der Heiligen Drei Könige zum Geschenk macht. 1164 kommen die als Reliquien verehrten Knochen in Köln an. Nun gilt es, einen Goldschmied zu finden, der würdigen Schrein zu gestalten vermag.
Nicolaus von Verdun, der Schöpfer des Verduner Altars in der Stiftskirche von Klosterneuburg (Niederösterreich) verlässt nach tragischen familiären Verlusten Verdun, um in Köln den Auftrag für den Dreikönigsschrein zu gestalten. Dass er von den alteingesessenen Goldschmieden nicht mit offenen Armen empfangen wird, ist leicht erklärbar und einsichtig: Sie fürchten um ihre Aufträge. Da tritt Bruder Ägidius, den alle Welt Jilles nennt, auf den Plan: Er verschafft Nicolaus, trotz zahlreicher Widerstände und Intrigen, den Auftrag, der Nicolaus bis zu seinem Lebensende beschäftigen wird. Bei jedem Wechsel der Herrschaft, sei es im Deutschen Kaiserreich oder im Bistum ist Nicolaus zu seinem Ärger gezwungen, Änderungen am Schrein vorzunehmen. So verlangt Kaiser Otto auf dem Schrein abgebildet zu werden. Das nachträgliche Einfügen der Figur Ottos bringt die ausgeklügelten Proportionen in Unordnung und Nicolaus zur Verzweiflung.
Gleichzeitig erfahren wir einiges über das Leben in Köln. Die Durchlässigkeit der Stände ist kaum gegeben. Ein Tagelöhner bleibt (fast) immer ein Tagelöhner. Die Handwerker sind in Gilden zusammengeschlossen und man heiratet untereinander, um Kunden und Reichtum zu mehren, weshalb es Nicolaus von Verdun schwer hat, in Köln Fuß zu fassen. Nur dem grenzenlosen Ehrgeiz des (realen) Rainald von Dassel und dem fiktiven Jilles ist es zu verdanken, dass Nicolaus den Schrein entwerfen darf.
Neben dem Hauptstrang um Nicolaus und den Schrein, erfahren wir einiges über die politische Lage dieser Zeit. So gibt es immer wieder Hinweise zu den weltlichen Herrschern und zu den geistlichen Führern, die allerdings ihr eigenes Süppchen kochen, und ihren Kämpfen. Es ist die Zeit der Kreuzzüge, die Hunderttausenden das Leben kosten, nur um den Wahn, „Jerusalem von den Heiden zu befreien“, zu erfüllen. Einer dieser Kreuzzüge beschert uns den Bericht über Richard Löwenherz, der vom Babenberger Herzog Leopold auf der Rückkehr vom Heiligen Land gefangengenommen wird und nach der Zahlung eines exorbitanten Lösegeldes frei gelassen wird. Die Sage um Richard und seinem Sänger Blondel, der seinen König in der Burg Dürnstein ausfindig gemacht hat, ist wohl bekannt.
Die Verquickung von Fakten und Fiktion rund um die Erschaffung des Dreikönigsschreins ist sehr gut gelungen, obwohl die Seitenblicke auf das Weltgeschehen außerhalb Kölns das eine oder andere Mal für einige Leserinnen und Leser vielleicht zu üppig ausgefallen sein mögen. Ich persönlich mag das, wenn das Rundherum in einem historischen Roman einbezogen wird. So kann ich mir ein umfassendes Bild der Zeit und der Umstände, in denen ein historischer Roman spielt, machen.
Über Nicolaus von Verdun (geboren zwischen 1130-1140 und gestorben nach 1205) ist nicht allzu viel bekannt, weshalb die Autorin ihrer Fantasie ziemlich freien Lauf lassen kann.
Die Charaktere sind sehr fein ausgearbeitet und wirken authentisch. So werden die innerfamiliären Konflikte zwischen dem realen Nicolaus, seinem fiktiven Sohn Louis und Nicolaus Bruder Charles gekonnt dargestellt.
Sehr gut hat mir auch der Einblick in die Arbeit der Goldschmiede gefallen. Da ich selbst einige Kurse im Goldschmieden absolviert habe, sind mir die Schilderungen sehr vertraut: Altgold, Altsilber einschmelzen, Draht ziehen oder Bleche hämmern - lauter Aufgaben, die der Meister seinen Lehrlingen anvertraut. Die eigentliche Arbeit, die das wirkliche Können des Nicolaus beweist, ist ja der Entwurf der Figuren und deren Herstellung. So wird dann an den Figuren deutlich zu sehen sein, dass nicht nur Nicolaus an dem Schrein gearbeitet hat, sondern andere Kölner Goldschmiede. Jene von Nicolaus wirken lebendig.
Wie wir es von Sabine Weiß gewöhnt sind, verbraucht sie viel „Personal“, das in einem Personenverzeichnis gelistet ist. Historische Persönlichkeiten werden als solche gekennzeichnet. Am Ende des historischen gibt es ein Glossar sowie Anmerkungen der Autorin.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem penibel recherchierten und gekonnt erzählten historischen Roman rund um die Entstehung des Dreikönigsschreins im Dom zu Köln, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Philiene
aus Süsel
5/5
02.03.2026
eBook (ePUB)
Toller Mittelalterroman
Ich bin schon lange ein großer Fan der historischen Romane von Sabine Weiß. Ich mag es einfach das sie sich in jedem Buch mit einem anderen Thema beschäftigt. Unterschiedliche Länder, Epochen und Menschen bereichern ihre Geschichten. Diesesmal geht es in die Stadt Köln im zwölften Jahrhundert und um nicht weniger als den Schrein für die Heiligen Drei Könige.
Im Mittelpunkt steht der Goldschmied Nicolaus der mit seinen drei Kindern aus Verdun nach Köln zieht um hier den Schrein anzufertigen. Doch bei den ansässigen Goldschmieden stößt das nicht gerade auf Begeisterung und auch Nicolaus Sohn Louis ist alles andere als Begeistert von dem Umzug.
Wie immer bei Sabine Weiß glänzt der Roman durch Elemente Recherche die sich vor allem in den Beschreibungen der Lebensumstände der Charaktere wiederspiegeln. Dazu kommt eine Geschichte die mich ab der ersten Seite mitgerissen hat und mich mitten ins zwölfte Jahrhundert hineinversetzt hat. Ob nun die Goldschmiedekunst oder die Heiligen Verehrung, ob nun der Umgang mit Fremden oder mit den ortsansässigen Juden oder auch das Familienleben alles wird detailliert erzählt und fügt sich zu einen großartigen Geschichte zusammen.
Ein Muss für Fans von historischen Romanen.
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