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Am Ende der Kleinigkeiten

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18,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

47664

Erscheinungsdatum

26.02.2026

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

Dateigröße

548 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783627023539

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Verkaufsrang

47664

Erscheinungsdatum

26.02.2026

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

Dateigröße

548 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783627023539

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  • Lesenswege

    5/5

    18.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Starker Roman über eine dysfunktionale Mutter-Tochter-Beziehung und eine toxische Liebe

    Irma, die Protagonistin, erzählt ihre Geschichte rückblickend. Ihre Geburt markiert den Gründungstag von „Zeugland“, einer Kommune in der Peripherie einer ostdeutschen Großstadt nach der Wiedervereinigung. In dieser Kommune gehört alles allen, Türen werden nicht verschlossen, und auch sonst ist vieles anders als in der Zivilgesellschaft. Leider hat Irma das Pech, das Kind einer Mutter zu sein, die ihr eigenes schweres Kindheitstrauma unbewältigt mit sich herum schleppt, vermutlich psychisch nicht gesund ist, und die, als ob das noch nicht reichte, zudem auch noch ein schlechter Mensch ist. Sie demütigt ihr Kind, wo sie nur kann, beschimpft ihre Tochter mit den übelsten Worten, verlangt Arbeiten von ihr, mit denen das Kind überfordert ist, nichts kann Irma ihr recht machen, Lob und Anerkennung bekommt sie nie zu hören, und für alles, was im Leben der Mutter schief gelaufen ist, wird Irma schuldig gesprochen. Auch vor finanzieller Ausnutzung der Tochter macht die Mutter nicht halt. Diese Mutter wäre ein Fall für das Einschreiten des Jugendamts, und nur die gemeinschaftliche Fürsorge der anderen Bewohner, von denen vermutlich einer Irmas Vater ist, verhindert, dass Irma nicht als Kind vor die Hunde geht, sondern ganz im Gegenteil mit einer gewissen Resilienz ausgestattet wird, die ihr später sehr zugute kommt. („Dass ich als vernachlässigt galt, sollte mir erst viel später klar werden.“ Seite 151) Mit diesem überschweren Rucksack flieht Irma 15-jährig vor ihrer Mutter, die ihr sehr deutlich zeigt, wie überflüssig Irma für sie ist, in die nahe gelegene Großstadt. Dort landet sie in einem Theater, und weil das Leben dort in gewisser Weise ähnlich strukturiert ist wie in Zeugland und Irma sich als talentiert erweist, fühlt sie sich dort schnell wohl. Doch so, wie sie einerseits Dinge gelernt hat, die sie für das Leben unter Theaterleuten prädestinieren, hat sie andererseits notwendige Verhaltensmuster nicht gelernt, die sie vor der toxischen Beziehung zu dem bewunderten Regisseur hätten schützen können, eine Beziehung, sie lange für Liebe hält. Diese Beziehung weist viele Parallelen auf zu ihrem desolat-destruktiven Verhältnis zu ihrer Mutter, und nach einem vorübergehenden Höhenflug schlägt Irma ganz unten auf. Nun muss sie lernen, Hilfe anzunehmen, doch als sie dazu endlich bereit ist, erweist sich auch das als schwierig, denn die Solidarität der Theaterfamilie zeigt sich brüchig, und die Hilfe des Staates ist alles andere als unkompliziert. Der Roman zeichnet hier kein gutes Bild des Sozialstaats, als er dringend benötigt wird; Irma ist in einem Teufelskreis gefangen, und erst der zufällige Tipp einer erfahrenen ReNo-Gehilfin bringt die Dinge für sie ins Rollen und den Staat auf Trab. Nach dem Auftakt in Zeugland ist der Roman vom Ende her erzählt, die Autorin lässt uns den Ausgang von Anfang an wissen, es ist der Weg dorthin, auf dem die Spannung aufbaut. Gerne wüsste ich, wie es mit Irma langfristig weitergeht, welchen Weg sie nimmt, ob sie Erfolg haben und glücklich werden wird, und ob sie ihren Rucksack im Laufe ihres Lebens ausleeren kann. Oder ob sich alles wiederholt, weil das ererbte Trauma die Oberhand über ihr Leben behält … Ein paar sperrige Bilder sind mir im Text begegnet, wie z.B. „In meinem Brustkorb sticht etwas von innen gegen die Schultern wie kochender Dampf.“ (Seite 16) „Vom Ende der Kleinigkeiten“ ist ein tief beeindruckender Roman, der mich sehr gefesselt hat und mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Mit Irma hat die Autorin eine Figur geschaffen, die meine höchste Bewunderung hat für die Art, wie es ihr gelingt, sich aus dem Sumpf zu ziehen und wieder aufzustehen, nachdem sie erneut in den Dreck geworfen wurde. Mit der zerstörerischen Mutter-Tochter-Beziehung, der toxischen Liebesbeziehung, dem Leben in der Kommune und in der Theaterwelt macht der Roman gleich mehrere gewichtige Themen auf. Das hätte im Hinblick auf Überfrachtung auch schiefgehen können, ist es aber nicht, weil sich das eine logisch aus dem anderen ergibt. Für mich ein ganz großartiger Roman, den ich aus tiefstem Herzen empfehle.

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    06.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Irmas Weg

    Dieses Buch ist ein kluges Psychogramm einer Tochter einer bindungsgestörten Mutter und ihr berührender Weg aus ihrer Hölle. Liebe ich sehr! Von Franziska Hauser kenne ich bisher den Roman „Die Gewitterschwimmerin“ und die Anthologie „Ost*West*frau*“, die sie mit Maren Wurster gemeinsam herausgegeben hat. Beides für mich 5 Sterne Bücher. Und auch dieses Buch hier, „Am Ende der Kleinigkeiten“ ist für mich ein 5 Sterne Buch.  Mütter und Töchter. Eine schier unerschöpfliche Thematik. Für mich auf jeden Fall! „Am Ende der Kleinigkeiten“ ist ein empathischer Blick auf Irma und ihre Mutter, zeichnet ein Bild einer Bindungsstörung und ein Bild einer Emanzipation. Einer sehr frühen Emanzipation. Irma geht durch eine Hölle und geht dabei nicht zugrunde. Ein großes Wunder. Denn dass, was sie erleben muss, ist schon sehr hart.  Ihre Mutter verlor die eigene Mutter und ging dann durch ihre eigene Hölle. Eine Hölle, die das Weiche aus ihr heraustrieb und die Irmas Mutter in Habachtstellung vor ihrer Umwelt gehen ließ. Niemand kommt ihr zu nahe, denn dafür sorgt sie explosiv. In dem das Warum herausgearbeitet wird, versteht man Irmas Mutter. Dennoch macht sie dies nicht zu einem positiv zu betrachtenden Charakter. Wer solch eine Mutter hat, braucht wirklich keine Feinde mehr und dies ist sehr traurig. Gleichzeitig macht es aber auch wütend. Denn Irmas Mutter macht ihr Tun nicht nur aus ihrem eigenen Drama heraus. Nein, ihr macht ihr Verhalten Spaß, sie zieht einen Gewinn aus ihrem Tun. Und dies macht sie in meinen Augen zu einem verabscheuungswürdigen Charakter. Dass Irma aus dem Dunstkreis der Mutter verschwindet, ermöglicht ihr das Loslösen aus der destruktiven Beeinflussung durch die Mutter. In ihren jungen Jahren sicher ein sehr schwerer Schritt. Dennoch ein notwendiger Schritt. Ihre Mutter hatte schon viel Schaden an der eigenen Tochter angerichtet. Dies wäre so weitergegangen und hätte weitere Folgen gehabt. Irgendwann wahrscheinlich unumkehrbare Folgen. Von daher macht Irma alles richtig. Sie zieht aus der bisher eng begrenzten Welt einer alternativen Siedlungsgemeinschaft auf einem Dorf in die Großstadt und ihr eröffnet sich eine bunte und reichhaltige Welt. Eine Welt, die ebenso Fallstricke bietet. Aber genauso ist die Großstadt auch eine Welt der unendlichen Möglichkeiten. Gerade in jungen Jahren. Ich habe den Charakter der Irma geliebt. Ein junges Mädchen bricht aus und geht ihren Weg. Genau mein Ding würde ich sagen. Franziska Hauser gibt aber dem Charakter der Irma noch ihren besonderen Stempel mit. Denn Franziska Hauser erschafft Figuren, die nachhallen. Ich denke hier sehr an Tamara und Datscha und ihre Mutter Adele aus „Die Gewitterschwimmerin“. An dieses Buch kommt „Am Ende der Kleinigkeiten“ meiner Meinung nach nicht heran, es ist aber nah dran. Denn die intensive Gestaltung der Figuren der Irma und ihrer Mutter erinnert schon sehr an das Gespann Adele/Datscha/Tamara.  Genauso wie man nicht vergessen darf, „Die Gewitterschwimmerin“ ist 432 Seiten stark, deutlich mehr Raum um die Leserschaft zu erschüttern gegenüber den 350 Seiten von „Am Ender der Kleinigkeiten“. Nah beieinander liegen die Bücher ja dennoch. Auf 80 Seiten kann aber noch so einiges stattfinden, man darf ja nicht vergessen, es gibt ja auch Bücher mit nur 80 Seiten.  „Am Ende der Kleinigkeiten“ ist ein wunderbares Buch, eine notwendige und wunderbare Transformation, ein Lesehighlight, ein 5 Sterne Buch, ist Irmas Weg. Die Zeichnung von Irma berührt ungemein, ein authentischer und liebenswerter Charakter, ein starker Charakter. Ein Kraftbuch! Und ein sehr gelungenes Buch von Franziska Hauser. Eindringlich und nicht aus der Hand zu legen. Love it! Lesen! ❤

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    04.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wunderbarer Roman über weit mehr als eine toxische Mutter/Tochter Beziehung

    Irmas Geburtstag ist zugleich die Geburtsstunde von „Zeugland“, eine kommunenhafte Einrichtung für ein Zusammenleben ohne Besitz. Gründerin ist Irmas Mutter. Im Prinzip eine bedauernswerte Figur, die sich von Anfang an zur Antipathieperson schlechthin entwickelt, die man eigentlich aus tiefstem Herzen verachten und hassen müsste, so wie sie mit Irma umgeht. Aber ist sie vielleicht auch nur ein Opfer? Mit fünfzehn bricht Irma aus der Gemeinschaft, die ihr mehr Familie war als ihre Mutter in hundert Jahren nicht sein könnte, aus, und landet mittellos in der Stadt. Sie hat Glück, kommt im Theater unter, bekommt kleine Arbeiten, ein Dach über dem Kopf und bald sogar Rollen im Theater. Sie scheint ein Naturtalent zu sein, spielt die Rollen so, wie sie glaubt, sie spielen zu müssen, passt sich an. Dabei ist ihr völlig bewusst, dass ihre Mutter dabei als Vorlage dient. Irma fühlt sich wohl in der Theatergemeinschaft, es ähnelt sogar ein wenig ihrer ersten Wohngemeinschaft. Allerdings mit einem großen Unterschied: während es auf Zeugland kaum persönlichen Besitz gab, herrscht in der Stadt und in ihrem neuen Leben der pure Kapitalismus. Ohne Geld geht nichts. Aber Irma rappelt sich durch. Enge Bekanntschaften zu einem Agent, der sie tatsächlich fördern möchte (zumindest so lange, wie seine Kassa damit klingelt) und in weiterer Folge mit einem toxischen Regisseur, der alles nur aus Eigennutz und persönlichen Befindlichkeiten sieht, bringen sie auf die Bühne. Doch wie das Leben so spielt, eine Schwangerschaft beenden die Träume, und sie wird fallen gelassen. Auch ihre erste Mentorin, eine erfolgreiche Schauspielerin, kann ihr nicht mehr helfen. Irma kapiert: sie muss ihr eigenes Leben leben, und nicht nur spielen. Und sich nicht nur in die Rolle einer anderen eindenken. S.239:“ […] fragte ich mich, was eigentlich mit mir auf der Bühne passierte, solange ich jemand anders war. Wo ist eigentlich Irma währenddessen? Wer passt auf mein wahres Ich auf, wenn ich gerade einem anderen Ich meinen Körper zur Verfügung stelle? Und was ist, wenn ich mich hinter der Bühne nicht wiederfinde?“ Dieser Roman ist weit mehr als der Selbstfindungstrip der Ich-Erzählerin Irma. Es ist quasi ein Kern, um den sich wie Zwiebelhäute der Kapitalismus, die alten DDR-Strukturen, und vor allem das Patriarchat spannen. Eine Männerwelt, die stets glaubt, dass Frauen ein Selbstbedienungsladen sind (Spoiler: so wie es auch der Regisseur Taron Irma gegenüber ausdrückte, wenn er morgens seinem „Drang“ nachgeben wollte). Franziska Hauser hat in diesem Roman spannende, sehr authentisch wirkende Charaktere erschaffen. Wie erwähnt, die einen kann man nur lieben, die anderen nur hassen oder verachten. Ich bin sehr gerne in diese Welt zwischen Siedlungsgemeinschaft und Theater eingetaucht. Man kann sich wunderbar von den Worten und tollen Sätzen treiben lassen, stets mit einer bestimmten kühlenden Brise im Antlitz, damit man immer gewahr ist, dass das Leben nicht nur Glück und Sonnenschein ist, aber viele Kleinigkeiten zu bieten hat. Große Leseempfehlung für diesen wunderbaren Roman. PS: Ein paar Allegorien würden mir noch zum Begriff „Zeugland“ einfallen. Ein geschickt gewählter Name, würde ich sagen. Oder für das Theater, dass ja bekanntlich die „Bretter der Welt“ bedeuten soll. Und noch eines: Je länger man liest, umso mehr wird man als Leser Teil dieser Welt. Da gibt es keine Längen, oder Wiederholungen. Mit fortschreitender Seitenzahl wird die Stimme der Autorin lauter, gleichzeitig einfühlsamer, die Sprache schöner und die Sätze intensiver. Ganz große Erzählkunst!

  • Jürg K.

    4/5

    25.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Berührender Roman

    Dieser Roman hat mich auf eine Weise berührt, die erst leise beginnt und dann immer tiefer geht. Irmas Geschichte fühlt sich an wie das vorsichtige Öffnen einer Tür, hinter der all die Stimmen stehen, die uns geprägt haben, die liebevollen, die zerstörerischen, und jene, die wir viel zu lange mit uns herumtragen. Ihr Weg nach Berlin ist ein Fluchtversuch, ein verzweifeltes hoffen darauf, irgendwo endlich nicht mehr nur «die Tochter von» zu sein. Die Menschen, denen sie dort begegnet, Blanda, Helene, Taron, sind nicht nur Figuren in einem Roman, sondern Katalysatoren. Sie fordern Irma heraus, manchmal liebevoll, manchmal schmerzhaft, aber immer so, dass sie sich selbst ein Stück näherkommt. Am stärksten hat mich die Beziehung zu ihrer Mutter getroffen. Dieses Wechselspiel aus Wärme und Verachtung, das Irma innerlich zerreisst, ist so glaubwürdig beschrieben, dass man fast körperlich spürt, wie tief diese Wunden sitzen. Franziska Hauser gelingt es, diese emotionalen Schichten mit Humor, Direktheit und großer Zärtlichkeit zu erzählen. Der Roman zeigt, wie schwer es ist, alte Muster zu durchbrechen und wie befreiend es sein kann, endlich die eigene Stimme zu finden. Für mich bleibt er ein Buch über Mut, Verletzlichkeit und die kleinen Wunder, die passieren, wenn man sich selbst nicht länger versteckt.

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