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Grabeland Theaterstück

16,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.06.2026

Verlag

Zu Klampen Verlag

Seitenzahl

120

Maße (L/B/H)

18,8/12,7/1,2 cm

Gewicht

140 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9873705-1-9

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Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.06.2026

Verlag

Zu Klampen Verlag

Seitenzahl

120

Maße (L/B/H)

18,8/12,7/1,2 cm

Gewicht

140 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9873705-1-9

Herstelleradresse

Klampen, Dietrich zu
Röse 21
31832 Springe
DE

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    H. Jürgens

    Thalia Düsseldorf – Königsallee

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    4/5

    31.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Seide, Schacht & Geld

    Die Probleme bei der Rezension eines Theaterstückes sind vielfältig. Gerade das Theater lebt - wie kein anderes Medium - von der Inszenierung, der Wiedergabe des Textes. Es gibt Dinge die man bedenken muss und bei denen der Text naturgemäß an seine Grenzen stößt. Eine Rezeption aufgrund des gedruckten Textes muss zwangsläufig zu Verkürzungen führen. Der Text an sich ist stark artifiziell, also sehr auf wörtliche Rede hin geschrieben. Der Rezipient muss eben auch alles aus den Dialogen nehmen. Das Fehlen einer Erzählinstanz kann entweder durch detailierte Regieanweisungen oder einen klassischen Chor aufgefangen werden. Bossong setzt hier auf einen Chor, der das Geschehen kommentierend begleitet. Die gesellschaftliche Relevanz eines Theaterstückes ergibt sich aus der kollektiven Rezeption und der Nähe zur Gesellschaft. Daher erzählen viele Theaterstücke aus dem Leben einfacher Menschen. Bossong hat ein intensives, manchmal beklemmendes Kammerspiel geschaffen. Bereits der Titel deutet an, was geschehen wird. Bei Grabeland handelt es sich um hobbygärtnerisch genutztes Land zur Zwischennutzung. Auf diesem planen die Bergmänner - Hauer & Steiger ein Seidenraupenimperium zu begründen. Bereits hier deutet sich der erste Konflikt an. Der Steiger, eine Art Aufsichtsperson, ist dem Hauer gegenüber weisungsbefugt. Bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass sich Gustav (Steiger) und Lotte besser verstehen, als es sich für Freunde geziemt. Dieser Umstand wird von Nora Bossong überaus subtil und doch deutlich angedeutet. Aber auch weitere Gegensätze werden thematisiert. Statt mit dem naheliegenden Rohstoffen zu Reichtum zu gelangen, ist Seide das Mittel zum Zweck. Geschickt werden Codewörter genutzt, um gewisse Bilder zu evozieren. Protagonisten sind neben Lotte und Gustav, noch Lottes Mann Schorsch. Dieser ist jedoch ein gewalttätiger Alkoholiker. Lotte und Schorsch jedoch sind gefangen in den gesellschaftlichen Normen. Es scheint mehr als suspekt, dass diese kinderlos sind. Ort des Geschehens ist Gelsenkirchen-Buer zur Zeit des dritten Reichs. Die drei Akte spielen im 3-Jahres-Turnus (1936, 1939 & 1942). Erneut greift Bossung auf antike Elemente zurück, die Einheit von Ort, Handlung & Zeit. Im Jahr der Rheinlandbesetzung & dem Beginn des 2.Weltkriegs ist die Stimmung gehoben und ausgelassen. Im Jahr der Schlacht um Stalingrad steuert das Stück seinem Höhepunkt zu. Lottes Philippika auf ihren Mann liest auch der Leser mit großem Vergnügen und Genuss. Dem fliegenden Robert aus der Geschichtensammlung Struwwelpeter kommt eine nicht ganz unwichtige Rolle zu. In dieser geht Robert bei Sturm vor die Tür und wird davon geweht. Die Konnation betreffend das politische Regime, kann man sich nicht entziehen. Geschickt legen die Protagonisten die Mechanismen des Kapitalismus offen, jedoch ohne ihn zu kritisieren. Das Trio profitiert vom Kriegs, moralisch gesehen kommt aber niemand mittelbar durch ihr Wirken zu Tode. Auch die Operation Merkur wird erwähnt, die die Auftragsbücher gefüllt hat. Mit scheinbar unscheinbaren Sätzen "Das ganze Gebiet hier ist gebaut auf Tod!" (Akt 1, Szene V) nimmt Bossong die kommenden Schrecken vorweg. Auch Entwicklungen der Nachkriegszeit werden aufgegriffen ("Ostarbeiter haben uns ersetzt"). Neben einem überzeugenden Ende, mangelt es den Protagonisten an einer schlüssigen Motivation. Dazu passt auch, dass Bossong die Idee eines Kuckuckskindes aufgreift, ohne diese näher auszuführen. Beide sind desillusioniert von dem harten, kargen Leben unter Tage. Alles was sie anstreben sind die Erfüllungen kleinbürgerlicher Träume. Der Leser muss das Geschehen durch Andeutungen zusammen setzen. Ein Verdienst yer Autorin ist es, beinah jedes Phänomen des dritten Reiches untergebracht zu haben, dadurch wirkt das Stück stark klischeeisiert. Mit Sicherheit ist Nora Bossong ein zeitloses, spannendes und relevantes Theaterstück gelungen, dass man auf jeden Fall auf der Bühne verfolgen sollte.

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