Dass Frank Goosen Beatles-Fan wurde, hatte mit Schwarzarbeit zu tun. Mit den Worten »Gib mir kein Geld, gib mir lieber ein paar Platten für meinen Jungen!« ließ Goosen Senior sich Ende der Siebziger von einem Elektrohändler für ein paar nach Feierabend angeschlossene Steckdosen mit Beatles-Scheiben bezahlen. Damit war es um den 13-jährigen geschehen. In diesem Buch spürt Goosen seiner lebenslangen Obsession für die »Fab Four« nach: in der Erinnerung an seine Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet und an den Originalschauplätzen in Liverpool: kenntnisreich, berührend-persönlich und irre witzig!
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Herrliche Erinnerungen aus einer Kindheit mit Beatmusik - der Autor beschreibt humorvoll mit viel Wortwitz Momente, die ein Aha-Erlebnis bei allen Altersgenossen auslösen könnten. Ein Schwelgen in alten Zeiten ist unvermeidlich.
Ein echter Fan
melange aus Bonn am 18.03.2021
Bewertungsnummer: 1317399
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Frank Goosen ist Beatles-Fan, seitdem sein Vater mit Schallplatten als Lohn der Schwarzarbeit nach Hause kam. Da soll noch einer sagen, dass unrecht Gut nicht gedeiht, - hier fiel es auf fruchtbaren Boden und beschert den Lesern dieses Buches einige sehr vergnügliche Momente. Goosen nutzt sein Talent als Komiker, um bildhaft die eigene Vergangenheit als Jugendlicher in der Cliquen-Diskussion über gute Musik (und wie man damit bei den Mädels ankommt) darzustellen. Mit dieser Vergangenheit befasst sich hauptsächlich der erste Teil des Buches und ältere Leser werden in Erinnerungen zu Schallplattenläden und Klammer-Blues schwelgen. Der zweite Teil führt dann auf eine Beatles-Tour nach Liverpool; stilecht im Taxi eines noch größeren Fans. Auch hier ist sich Goosen für keinen Scherz auf eigene Kosten zu schade. Das zeigt sich in der Unfähigkeit, die Fragen des Taxifahrers zu beantworten wie in der Erkenntnis, dass sein Nachwuchs Papas Leidenschaft eher lächerlich als nachvollziehbar sieht.
Im dritten Teil begibt sich Frank Goosen auf eine andere Art von Zeitreise, - er hört die Musik der Fab Four in der korrekten Reihenfolge und erkennt für sich selbst nicht nur die Entwicklung der Band, sondern fühlt dem Gehörten mit dem Wissen von heute nach.
Insgesamt ist das Buch ein schöner Zeitvertreib, der seine Leser mit einigen Anekdoten aus dem Leben der Beatles (und aus dem Leben Goosens) bereichert.
Mein Fazit:
Ein Häppchen Love, Peace and Happiness
Meinung aus der Buchhandlung
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"Dann überreichte er mir das ROTE und das BLAUE ALBUM sowie ABBEY ROAD..."
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der junge Frank Goosen bekam diese Alben von seinem Vater, der sie sich als Bezahlung für kleinere Schwarzarbeiten von Herrn Zerfass ( Inhaber eines Bochumer Fachhandels für Unterhaltungselektronik ) mit folgenden Worten erbeten hatte:
"Gib mir kein Geld, gib mir lieber ein paar Platten für meinen Jungen. Beinahe übrigens hätte mein Vater auch noch das WEIßE ALBUM mitgebracht, aber laut Herrn Zerfass war darauf das Gleiche wie auf dem ROTEN und dem BLAUEN. Ich kommentiere das jetzt nicht!"
Für Goosen der Beginn einer lebenslangen Liebe zu den FAB FOUR - obwohl die eigentlich schon mit seiner Geburt begann:
"Nur 25 Tage nachdem meine Mutter mit mir niedergekommen war, traten sie noch im Rahmen der Bravo Beatles Blitztournee in der Essener Grugahalle auf, etwa 20 Kilometer von der Alleestr. in Bochum entfernt, wo ich die ersten 21 Jahre meines Lebens verbracht habe - näher bin ich ihnen räumlich nie gekommen."
"Die Beatles trennten sich, als ich gerade mal vier Jahre alt war. Trotzdem wurde ich mit dreizehn ein leidenschaftlicher Fan. Wie konnte es dazu kommen? Ich habe mal nachgeforscht, welche Musik die Deutschen gehört haben, als ich das Licht der Welt erblickte. In der Woche vor meiner Geburt war die Nummer 1 der Charts (damals noch Hitparade genannt) "These Boots are made for walking" von Nancy Sinatra. Es wäre sehr schön gewesen, zu dieser Nummer eins den ersten Schrei zu tun. Auch den Spitzenreiter der Woche nach meiner Geburt hätte ich mir noch gefallen lassen: "Sloop John B" von den Beach Boys. Doch am Tag meiner Geburt, und nur in dieser einen Woche, war der Spitzenreiter in Deutschland welche Nummer? "Hundert Mann und ein Befehl"! Von Freddy Quinn! Das nenne ich "Born under a bad Sign"..."
Goosen lässt hierauf noch einen grandiosen Abriss der deutschen Schlager folgen, die in seiner Familie gern und oft und laut gehört wurden (Mina, Karel Gott, Freddy Breck etc etc), bis es dann zur o.g. Überreichung der ersten Beatles-LPs kommt. Seine Leser nimmt der Autor mit auf eine Reise zu sämtlichen Beatles-Alben, zu den Solo-Veröffentlichungen aller Vier, nach Liverpool* und dem wahren Merchandising und lässt sie teilhaben an seiner (Neu-)Entdeckung, dass Vinyl tatsächlich der CD** klangtechnisch aber sowas von überlegen ist!
*"Der Plan heißt: Nehmt ALLES und nehmt es JETZT! Wir dröhnen Euch voll, bis ihr nicht mehr wisst, wer ihr seid.: I am he as you are he as you are me and we are all together. Malle für alle, nur mit den Beatles statt Jürgen Drews..."
**Ich mache also den Test (mit Sergeant Pepper`s), ob sich das wirklich so sehr voneinander unterscheidet. Ich schicke mal vorweg: Ich halte mich nicht für jemanden mit einem guten musikalischen Gehör. Wenn W. Doebeling im Rolling Stone Vinyl-Reissues bespricht, neige ich mein Haupt in Ehrfurcht, denke aber, dass ich das alles wohl nicht erkennen würde.
Als Erstes lege ich die alte LP von Wertheim auf. Okay, so kenne ich das. Als nächstes die Vinyl-Neupressung. Es ist, als hätte jemand das Moskitonetz über einem Bett weggezogen. Man wusste vorher schon, wer da liegt, aber jetzt erkennt man ihn viel besser. Die CD dagegen ist vor allem eines: Lauter. Das schneidet ziemlich unangenehm ins Trommelfell. Wieso ist mir das nie aufgefallen? Gut, dass wir verglichen haben..."
Ich hoffe, ich konnte Ihnen das Buch so richtig schmackhaft machen?! In meiner gar nicht so kleinen Sammlung von Büchern über die Beatles wird Frank Goosens Werk einen Ehrenplatz bekommen - es hat ihn mehr als verdient!
Allerdings sollten Sie eines bedenken: Die Folgekosten, für all diejenigen, die keinen Plattenspieler mehr besitzen, sind nicht ganz unerheblich. Ein neuer muss her, dazu der Beatles-Katalog abermals erworben werden - aber auch das lohnt sich!!!
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