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Der Hamburger Musikalienhändler und Cellist Aaron Stern muss 1939 Deutschland ohne seine Tochter verlassen. Eine verhängnisvolle Odyssee beginnt. Er findet in keinem Land sichere Aufnahme und gerät in die Fänge der Nationalsozialisten. Nach leidvollen Erfahrungen als Schiffsflüchtling und Lagermusiker kehrt er schließlich nach Hamburg zurück. Eine berührende und abenteuerliche Suche nach seiner Tochter beginnt.
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"Alma" - eine unheimlich berührende, emotionale und auch erschütternde Geschichte über ein junges Ehepaar, dass 1939 aus Deutschland flüchten und die zu früh geborene Tochter Alma bei einem befreundeten Arzt zurücklassen muss. Eine Odyssee auf dem Meer beginnt. Weder Kuba noch Amerika, die die Zusage erteilt haben, die 900 jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die vor der Nazi-Herrschaft geflohen sind, aufzunehmen, halten ihr Wort. Die Flüchtlinge werden abgewiesen. Dem Kapitän bleibt nichts anderes übrig, als zurück nach Europa zu fahren. Aaron, der Cellist ist, spielt als Lagermusiker um sein Leben, doch wird er auch seine Frau retten können und wird er jemals seine kleine Tochter wiedersehen?
Schlimm genug, dass man zugelassen hat, dass der Nazi-Terror in Deutschland solche furchtbaren Ausmaße annehmen konnte, doch fast genauso fassungslos macht mich immer wieder, dass so viele Länder die Flüchtlinge abgewiesen haben und sie damit in den sicheren Tod getrieben haben.
"Alma" - ein unglaublich intensives Buch, das unbedingt gelesen werden sollte.
Wieviel kann ein Mensch aushalten?
leseratte1310 am 01.03.2017
Bewertungsnummer: 1003410
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Hamburger Musikalienhändler und Cellist Aaron Stern muss 1939 Deutschland verlassen. Seine Tochter bleibt zurück. Als er nach dem Krieg schließlich nach Hamburg zurückkehrt, macht er sich auf die Suche nach seiner Tochter Alma.
Aaron berichtet sein Leben und Erleben aus der Ich-Perspektive, was diese Geschichte besonders eindringlich macht.
Obwohl Aarons Eltern Juden sind, gehören sie der evangelischen Kirche an. Musik ist in seinem Elternhaus allgegenwärtig. Als Aaron vierzehn Jahre alt ist kommt Hitler an die Macht. Später übernimmt Aaron das Geschäft seines Vater. Er lernt seine Frau Leah kennen. Die beiden verbindet die Liebe zur Musik. Dann wird er ins KZ gebracht und es dauert Monate bis Leah ihn herausholen kann. Sie wollen auswandern, kurz vorher wird Alma geboren. Sie ist ein Frühchen und würde die Reise nicht überleben. Schweren Herzens lassen sie sie das Baby bei einem arischen Freund. In Kuba verweigert man ihnen die Einreise. Auch in Amerika dürfen sie nicht einreisen. Es geht zurück nach Europa. Vom Lager Westerbruck in den Niederlanden kommen sie schon bald nach Auschwitz. Aaron hält dank eisernem Überlebenswillen und der Musik durch.
Wir alle wissen, was geschehen ist, und man mag sich das Grauen gar nicht vorstellen. Aber gerade darum, darf nicht vergessen werden, was geschehen ist, damit sowas nieder wieder geschieht. Allerdings zweifele ich im Moment gerade sehr, ob uns das Geschehen von damals wirklich eine Lehre ist.
Ich bewundere Aaron für seinen Willen zu überleben. Viele seiner Leidensgenossen gehen lieber in den Tod. Aber er steht immer wieder auf in Gedanken an seine Tochter. Wieviel kann ein Mensch aushalten?
Die Erinnerungen an das Erlebte verlassen ihn auch nach dem Krieg nicht und Albträume sorgen dafür, dass er es immer wieder erlebt. Soll er davon wirklich seiner Tochter berichten? Er hat Zweifel und lässt doch nichts unversucht, um Alma zu finden.
Eine bewegende Geschichte.
Meinung aus der Buchhandlung
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„Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen.“ (William Faulkner -1951)
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Alma“ ist ein Lese-Highlight im Frühjahr 2017!
In ihrem Roman "Alma" nimmt uns die Autorin Dagmar Fohl mit auf eine beeindruckende Reise in die Zeit des Nationalsozialismus – eine bewegende Geschichte, die aufrüttelt und den Leser nachdenklich stimmt, aber mit einem großen Hoffnungsschimmer zurücklässt.
Der Roman beginnt mit einem Zitat von William Faulkner: „Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen.“ Zutreffender könnte ein Zitat nicht gewählt sein. „Alma“ ist ein sensibler Roman, der genau um richtigen Zeitpunkt an unsere Vergangenheit erinnert und wegen der aktuellen politischen Situation, insbesondere der Flüchtingsthematik, zum Nachdenken und zur kontroversen Diskussion anregt.
Es ist die eindringliche und offene Sprache der Autorin, die uns Leser deutlich macht, was es bedeutet ein Flüchtling zu sein, wenn man nirgendwo willkommen ist, einem Hass und Fremdenfeindlichkeit entgegenschlägt, statt Hilfsbereitsbereitschaft und Zuneigung.
In der Sache erzählt der Roman von Aaron Stern, einem jungen Mann der gebildeten Oberschicht Hamburgs. Aaron ist Musikalienhändler und ein begabter Cellist. In den 1930 er-Jahren lernt er Leah kennen, die Frau seines Lebens. Sie heiraten, Leah wird schwanger. Ungünstiger könnte der Zeitpunkt nicht sein, denn durch den Nationalsozialismus verändert sich ihr Leben jäh. Aaron und Leah sind jetzt Juden. Sie stehen auf einer Liste, die in Deutschland erstellt wurde. Alma – ihr Kind – kommt zu früh auf diese grausame Welt. Ihnen bleibt 1939 nur die Flucht aus Deutschland. Schweren Herzens entscheiden sie sich, Alma, die als Frühchen zu schwach ist um die Reise zu überleben, in der Obhut des 'arischen' Kinderarztes zu lassen. Allein die Vorstellung ein Neugeborenes zurücklassen zu müssen, um es hoffentlich vor dem Tod zu schützen, ist aufwühlend. Für Aaron und Leah beginnt die wohl schwerste Odyssee ihres Lebens. Sie finden Platz auf einem Flüchtlingsschiff nach Kuba, doch niemand will die Flüchtlinge bei sich aufnehmen. So irren sie umher, bis dass sie schließlich nach Auschwitz deportiert werden. Wir alle wissen, was das bedeutet. In all diesem Leid findet Aaron Trost im Cello-Spiel. Leah hingegen zerbricht unter der Last der Trennung von Alma und die Ignoranz der um Asyl gebetenen Ländern nimmt ihr den letzten Hoffnungsschimmer. Der Leser spürt deutlich die Ohnmacht und die schmerzhafte Unmenschlichkeit, mit der das Schicksal erbarmungslos zuschlägt. Viele Jahre später kehrt Aaron in das völlig zertrümmerte Hamburg zurück. Er macht sich verzweifelt auf die Suche nach Hinterbliebenen, insbesondere auf die Suche nach seiner Tochter Alma, die er 19 Jahre nicht gesehen hat. Wird er Alma je wiedersehen? Wird er sie endlich beschützen können?
Jetzt habe ich Ihnen einiges geschildert, aber ich verspreche Ihnen, das war längst nicht alles. Die gut 200 Seiten des Roman haben es nämlich in sich und begeistern.
Dieser Roman beeindruckt mehrfach: Es ist nicht nur der Umstand, dass uns die Gräueltaten des Naziregimes vor Augen gehalten werden. Was „Alma“ aus den anderen Werken hervorstechen lässt, ist die spürbar große Verzweifelung der Eltern ihr Kind zurücklassen zu müssen. Aaron und Leah werden von Selbstvorwürfen gequält, lieber würden sie in Angst und Armut leben, als ohne ihr Kind. Zum anderen ist es die oben aufgezeigte Parallele zur aktuellen politischen Lage. Zum weiteren ist es der Wunsch nach einem gemeinsamen unabhängigen, demokratischen jüdisch-palästinensischen Staat, weil nur ein gemeinsamer Staat Gerechtigkeit und Frieden schaffen kann.
„Alma“ ist ein Buch, welches Sie unbedingt auf sich wirken lassen sollten!
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