"Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen, sie nisten sich in unseren Köpfen und Herzen ein, flüstern uns zu, schimpfen, trösten, tun es auch noch, wenn sie verstorben sind, tun es selbst dann, wenn wir sie nicht oder kaum kannten. Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder trotz unserer Mütter wurden. Tragen sie darin für immer mit uns", schreibt Lena Gorelik.Alle meine Mütter erzählt von dieser besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung und ihren Facetten, erzählt davon, welche Mütter wir selbst zu sein versuchen, wie wir scheitern, zweifeln, stolpern, welche Ängste uns begleiten, was uns bindet und prägt, aber auch, was uns abhält, was es heißt, ungewollt Mutter oder nicht Mutter zu sein, ein Kind anzunehmen, zu verlieren oder nicht loslassen zu können.Eine feinfühlige Erkundung der wohl prägendsten Beziehung unseres Lebens, der zu unseren Müttern. Ein bewegend aufrichtiger Roman. Dieses Hörbuch geht alle an.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
21.03.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Die vielen Aspekte des Mutter-Seins
Für "Alle meine Mütter" hat sich Lena Gorelik, deutsche Autorin mit russisch-jüdischen Wurzeln, die als Kind Anfang der 1990er Jahre als "Kontingentflüchtling" nach Deutschland gekommen ist, tiefgründige Gedanken gemacht, Gespräche geführt und ausgiebig recherchiert. Herausgekommen ist ein vielfältiges Kaleidoskop dessen, was es bedeuten kann, Mutter zu werden, Mutter sein zu wollen, nicht mehr Mutter zu sein, keine Mutter werden zu wollen usw.
Das Buch beginnt mit einer Szene in einer sowjetischen Abtreibungsklinik, in der dutzende Frauen hoffen, heute noch drangenommen zu werden, was Glück und Protektion erfordert. Freundlich werden sie dort nicht unbedingt behandelt, aber die Abtreibung ist verfügbar.
Dazu berichtet die Autorin historische Daten darüber, wie zugänglich, kostenlos, aber auch allgemein verbreitet und fast als Verhütung angesehen Abtreibung in der Sowjetunion war: dass die allermeisten ersten Schwangerschaften in einer Abtreibung endeten und nicht selten eine Frau zehn oder mehr Abtreibungen hatte. Dass es Formulare gab, auf denen der Grund angegeben werden musste: ob einfach kein Kinderwunsch vorhanden sei, kein verantwortlicher Vater oder man sich ein (weiteres) Kind einfach nicht leisten konnte.
Danach verlassen wir dieses ausführlich beschriebene Setting und es geht um viele weitere kleine Szenen: um Julia, die so gerne Mutter werden würde, aber keine Kinder bekommen kann. Um Mütter, die ihre Söhne im Krieg verloren haben und um sie weinen. Um Mütter der Kinder, die früher als behindert bezeichnet worden wären, und nun besonders genannt werden, und um ihren Kampf im alltäglichen Leben und mit diesen Bezeichnungen. Um "Mütter-Einzelgängerinnen", wie der russische Begriff für Alleinerzieherin wörtlich übersetzt heißt. Darum, was es heißt, keine "praktizierende Mutter" mehr zu sein, wenn die erwachsenen Kinder unabhängig und ausgezogen seien, und um die Hoffnung der älter werdenden Mutter, die Kinder würden sie ihr Leben lang gerne besuchen und den Kontakt zu ihr pflegen.
Zwischendrin eingestreut immer wieder Reflexionen über das eigene Mutter-Sein als Mutter zweier Söhne, über die Beziehung zur eigenen Mutter, die wiederum Tochter der Großmutter ist, über Mütter und Töchter und die Beziehungen zwischen ihnen. Die eigene Mutter wurde vor kurzem mit einer Brustkrebsdiagnose konfrontiert, und die Tochter mit der Angst, die Mutter an den Tod zu verlieren.
Insgesamt ist das Buch keine durchgängige Erzählung, auch wenn sich das eigene Verhältnis der Autorin zum Mutter-Thema wie ein roter Faden durchzieht, und die Erzählungen anderer Mütter unterbricht bzw. das gesamte Werk noch einmal neu betrachtet verknüpft. Es ist eine Anregung zum Nachdenken über die eigene Position als Frau, Tochter und (vielleicht) Mutter, über die gesellschaftliche Position von Frauen und Müttern, interkulturelle Aspekte des Themas in den sowjetisch-russisch-jüdisch-deutschen Kulturräumen, aber auch das Universelle, das Mutterschaft ausmachen kann. Ein Buch voll mit klugen Gedanken, inspirierenden Betrachtungen und neuen Blickwinkeln, das ich allen Kindern einer Mutter und damit allen Menschen nur ans Herz legen kann!
Ich habe das Buch in der Hörbuchversion des Argon-Verlages gehört und kann auch diese sehr empfehlen: die Sprecherin Inka Löwendorf trägt den Text in einer unterhaltsamen, authentischen und gut zu diesem Buch passenden Art und Weise vor.
begine
aus Lemwerder
5/5
17.03.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Mütter und Kinder
Das Hörbuch All meine Mütter, von der Schriftstellerin Lena Gorelik, wird bin Inka Löwendorf mit angenehmer Stimme gesprochen. Sie führt uns kompetent durch die Geschichte.
Von der Autorin habe ich schon einiges gern gelesen. Dieser Roman ist aber ein besonderes Werk.
Die Autorin zeigt verschiedene Mütter. Oft haben sie behinderte Kinder und wir erfahren, wie die mit ihren Kindern umgehen.
Die Beobachtungen über ihre eigene Mutter sind sehr gelungen.
Die Angst um sie,als sie krank wird und deren Kraft liest sich wunderbar.
Auch über ihre Großmutter und deren Kummer und Verlust.
Die vielen Eindrücke und Emotionen hat die Autorin gekonnt eingefangen.
Ich war von diesen super Geschichten total gefangen.
Ein Buch, das ich unbedingt weiter empfehlen kann.
Apflamaus
4/5
13.04.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Ein vielstimmiges, berührendes Hörbuch über Mutterschaft – stark, aber herausfordernd im Hörformat
„Alle meine Mütter“ von Lena Gorelik ist ein sehr eindringliches und wichtiges Hörbuch über die vielschichtige Beziehung zwischen Müttern und Kindern. Die unterschiedlichen Perspektiven und Geschichten zeigen eindrucksvoll, wie prägend, komplex und ambivalent diese Verbindung sein kann.
Inhaltlich hat mich das Buch sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Besonders gelungen finde ich die Vielfalt der Stimmen und Blickwinkel, auch über kulturelle Grenzen hinweg. Dadurch entsteht ein sehr ehrliches und tiefes Bild von Mutterschaft.
Als Hörbuch war es für mich allerdings nicht immer leicht zugänglich. Die fragmentierte Erzählweise mit vielen Perspektivwechseln und Rückbezügen hat es teilweise schwer gemacht, den roten Faden zu behalten. Ich musste mich immer wieder neu orientieren, was den Hörfluss etwas unterbrochen hat.
Die Sprecherin Inka Löwendorf überzeugt mit einer warmen, ruhigen Stimme, die sehr gut zur poetischen Sprache passt und viele Passagen emotional trägt.
Fazit: Inhaltlich stark, wichtig und bewegend – als Hörbuch strukturell anspruchsvoll, aber absolut hörenswert.
Bewertung
3/5
09.04.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Vielschichtiges Thema, fragmentarischer Stil
Dieses Buch beschäftigt sich mit Mutterschaft in all ihren Facetten – von Hoffnungen über Zweifel bis hin zu den Herausforderungen verschiedener Mutterrollen. Es ist kein klassischer Roman, sondern eher eine reflektierende Auseinandersetzung mit dem Thema.
Die Autorin betrachtet Mutterschaft aus unterschiedlichen Perspektiven und regt zum Nachdenken an. Die Sprache ist poetisch und feinfühlig, was das Buch inhaltlich interessant macht. Gleichzeitig ist der Erzählstil sehr fragmentarisch, wodurch der rote Faden manchmal schwer zu erkennen ist. Gerade beim Hörbuch fiel es mir gelegentlich schwer, länger konzentriert zu bleiben. Inhaltlich bietet das Buch viele Anstöße, wer sich für die Vielschichtigkeit von Mutterschaft interessiert, wird einiges Wertvolles finden. Für mich persönlich war der Stil jedoch nicht immer zugänglich, und die emotionale Wirkung blieb begrenzt.
Insgesamt ein interessantes Werk mit klugen Gedanken, das jedoch nicht vollständig überzeugen konnte – daher meine drei Sterne.
Alrik Gerlach
Thalia Book Circle Community
5/5
16.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Liebe, Zweifel und Familienchaos
Man schlägt dieses Buch auf und merkt ziemlich schnell: Hier wird nichts beschönigt. Lena Gorelik schreibt über Mütter und plötzlich sitzt man da und denkt an die eigene. An Sätze aus der Kindheit, an Augenrollen am Küchentisch, an Momente, die man längst vergessen glaubte. Schon verrückt, wie schnell einen so ein Buch erwischt.
Alle meine Mütter ist kein klassischer Roman, eher eine sehr persönliche Reise durch Mutterschaft, Erwartungen und diese merkwürdige Mischung aus Liebe, Druck, Nähe und Distanz. Gorelik schreibt brutal ehrlich, manchmal fast schon entwaffnend offen. Beim Lesen hatte ich mehr als einmal das Gefühl, bei Gedanken zuzuhören, die man selbst kennt, aber selten laut ausspricht.
Besonders stark ist, wie viele verschiedene Formen von Mutterschaft hier auftauchen. Gewollt, ungewollt, voller Zweifel, voller Sehnsucht. Da wird nichts idealisiert. Stattdessen stolpert man gemeinsam durch Ängste, Hoffnungen und diese ewige Frage, ob man eigentlich alles richtig macht.
Und während man liest, merkt man plötzlich: Dieses Buch handelt nicht nur von Müttern. Es handelt davon, wie sehr uns Menschen prägen, auch wenn wir längst erwachsen sind. Manche Seiten haben mich zum Schmunzeln gebracht, andere waren überraschend still und nachdenklich.
Am Ende bleibt ein warmes, leicht melancholisches Gefühl. Wie nach einem langen Gespräch über Familie, bei dem man viel gelacht hat und am Ende doch kurz schlucken muss. Genau solche Bücher bleiben im Kopf.
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5/5
30.05.2026
eBook (ePUB 3)
Alle meine Mütter von Lena Gorelik
Ein emotionales und sehr berührendes Buch über Mütter. Die Autorin gewährt dem Leser tiefe Einblicke und Empfindungen über ihr eigenes Muttersein und auch zu ihrer eigenen Mutter. Desweiteren erzählt sie von Müttern, die gezwungen sind, ihre Kinder abzutreiben, über Kinder die behindert bzw. besonders sind, Kinder die sterben und verwaiste Mütter zurücklassen. Mütter, die sich hinten an stellen und das Wohl der Kinder nur im Auge haben. Kinder die erwachsen werden und sich abnabeln und Mütter die hoffen, dass sie gerne zu Besuch wieder nach Hause kommen. Sehr gut erzählt mit einem Schuss Melancholie.
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5/5
10.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Wir kennen unsere Mütter nicht, aber auch nicht unsere Kinder..."
Wir Frauen sind alle Töchter, viele auch selber Mütter. Diesem einerseits ganz alltäglichen und gleichzeitig so einzigartigem Gefühl und Sein nähert sich die Autorin in eigenen Erinnerungen und gesammelten Geschichten ganz unterschiedlicher Frauen weltweit. Die entstandene eigenwillige Form passt erstaunlich gut, ganz modern und ohne Kitsch hat mich das Hörbuch tief bewegt. Etwas ganz besonderes nicht nur zum Muttertag.
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5/5
22.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebe und Ambivalenz
Alle meine Mütter ist eine feinfühlige Erkundung der vielleicht prägendsten Beziehung unseres Lebens. Gorelik schreibt über die Mutter-Kind-Bindung in all ihren Facetten: wie Mütter uns formen, auch gegen unseren Willen, wie sie in unseren Köpfen weiterleben – tröstend oder mahnend, selbst nach ihrem Tod.
Das Buch geht weit über Nostalgie hinaus. Es fragt, welche Mütter wir selbst werden wollen, wo wir scheitern, zweifeln, stolpern. Es behandelt Liebe und Ambivalenz gleichermaßen: das Annehmen und Loslassen, das Muttersein und das bewusste Nicht-Muttersein. Gorelik verbindet tiefste Liebe mit brutaler Ehrlichkeit – ohne dabei in Sentimentalität zu verfallen.
Das Ergebnis ist ein Buch, das wirklich alle angeht. Bewegend, präzise, unvergesslich.
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4/5
05.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wirklich gut!
OK, lese mal rein ob der Text etwas für mich ist!?
Das waren meine ersten Gedanken zu dem Buch. FAZIT:
Dieses Buch liest sich leicht obwohl es ein komplexes Thema ist.
Lena Gorelik hat Talent und es ist ihr gut gelungen uns die Mutter Tochter Thematik aufzuschlüsseln.
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4/5
31.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Alle meine Mütter..
... ist ein Roman und gleichzeitig eine Ansammlung von Geschichten verschiedener Mütter.
Der Leser begegnet Menschen, die Mutter sind, Mutter sein möchten oder auch nicht.
Es sind Geschichten, die einen nicht loslassen, Geschichten über Schmerz, Schicksal, Migration und Patchwork - Familien.
Sehr behutsam und empathisch erzählt.
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