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Siu-Man, ein Hongkonger Schulmädchen, begeht Selbstmord, indem sie sich aus einem Fenster im zwanzigsten Stockwerk stürzt. Aufgezogen wurde sie von Nga-Yee, ihrer älteren Schwester. Diese ist der festen Überzeugung, dass es irgendein falsches Spiel gegeben haben muss. Siu-Man wurde einige Zeit vor ihrem Tod Opfer eines sexuellen Übergriff s in der U-Bahn und in der Folge auf einer Online-Klatschplattform von einer anonymen Person verleumdet. Nga-Yee setzt alles daran, herauszufinden, wer es war – und wer die Schuld an Siu-Mans Tod trägt. Sie nimmt Kontakt zu einem Hacker auf, der nur als N bekannt ist. Doch der exzentrische Mann nimmt noch lange nicht jeden Auftrag an. Kann Nga-Yee ihn ausreichend für ihren Fall interessieren – und kann sie es sich leisten, wenn er Ja sagt?
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Ich bin so erstaunt von japan. (& asiatische) Literatur. Es wird anders erzählt resp. geschrieben, vor allem Thriller wie die Zweite Schwester.
Das fesselt einen von der 1. Seite an und das Thema ist ganz originell (für Computerfans)....
Alles drin! Von Crime, Cyberthriller bis zu Gesellschaftsroman!
Bewertung am 08.07.2021
Bewertungsnummer: 1524854
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Bei Kriminalromanen haben ich einen sehr eigenwilligen Geschmack, würde ich sagen. Es ist selten klassisch oder Mainstream und so bin ich auf den Krimi von Chan Ho-Kei gestoßen.
Bei dem Buch handelt es sich um einen Mix aus Detektivstory, Cyberthriller und Gesellschaftsroman.
Der chinesische Autor erzählt zunächst die Geschichte einer Familie, die vom Unglück gezeichnet ist und deren Kinder, zwei Töchter, früh zu Vollwaisen werden. Dabei gibt es viele Andeutungen zu Problemen in der Gesellschaft und das behält der Autor auch im Laufe des Buches bei. Was bedeutet, dass man schnell einen Blick für das derzeitige Hong Kong bekommt, wo der Roman spielt.
An der Stelle haben wir den Gesellschaftsroman über China und weiter geht es mit dem detektivischen Teil: Siu-Man beginnt Selbstmord zu Beginn des Buches und ihre Schwester Nga-Yee ist sich sicher, dass mehr hinter der Sache steckt und möchte Ermittlungen in die Wege leiten.
Ohne Beweise natürlich schwer, daher engagiert sie den Hacker N. So kommen wir zum Cyberthriller und einem sehr eigenwilligen “Helden”. Ein exzentrischer Einsiedler, der nur einen Fall annimmt, wenn er interessant genug ist. Und siehe da, er nimmt ihn an… und es stellt sich die Frage, was ist an einem vermutlichen Selbstmord so interessant?
Der Roman ist mit seinen fast 600 Seiten wahrlich nicht schlank und als ich es in den Händen hielt, hatte mich die Wucht zunächst auf Abstand gehalten. Als ich jedoch die ersten paar Kapitel gelesen hatte, war ich so tief in der Geschichte drinnen, dass die Seiten sich von selbst haben blättern lassen. Und auch wenn ich es mal zur Seite gelegt hatte, so musste ich immer wieder an die Charaktere denken. Ich wollte wissen, was das Geheimnis ist.
Der Clou an der Sache ist, immer wenn ich dachte “Ich weiß es, es ist so offensichtlich was hier passiert.”, kam eine Wendung. Immer wieder. Und wieder.
Daher packt einen das Buch, trotz vielen Seiten, unaufhörlich und kaum hat man sich versehen, ist man am Ende und hofft, dass der Autor doch bitte ein weiteres Buch über dieses Traumpaar schreibt.
Sprachlich gesehen ist der Kriminalroman hier ein Volltreffer (Übersetzerin: Sabine Längsfeld), da es leicht zu lesen ist, trotz allem ein gewisses Niveau zeigt und die Exkurse in die Cyberkriminalität waren interessant. Wobei ich da nicht immer sehr aufmerksam mitgelesen hatte. An sich waren sie sehr zugänglich geschrieben, der Autor gab sich viel Mühe, bzw. Ermittler N gab sich viel Mühe der unbedarften Nga-Yee, die Dinge zu erklären, die er tut. Mich interessierte das jedoch nur bis zu einen gewissen Grad. Womöglich könnte ich den Buch einen Punkt abziehen, weil die Erklärungen teilweise tief, aber das kann jemand anderen erst recht gefallen.
Neben der wendungsreichen Geschichte, waren die Charaktere ebenso aufregend, besonders unser zynischer Ermittler N. Ich konnte ihn mir schon nach wenigen Beschreibungen und Dialogen ganz genau vorstellen.
Der Autor zeichnet seine Figuren nämlich sehr treffend, sodass sich bei mir schnell ein Kopfkino abspielte. Es tauchen noch zahlreiche weitere Personen im Laufe der Handlung auf, die ebenso gut dargestellt werden und mit jeder Seite fühlt sich die Tragweite von Siu-Mans Selbstmord oder Mord?
Der Kriminalroman von Ho-Kei kommt auf jeden Fall zu meinen TOP 10 Büchern aus dem Jahr 2021 und ich freue mich schon auf weitere Bücher von ihm. Seinen anderen Roman “Das Auge von Hong Kong” habe ich schon bestellt!
Eine aufregende Detektivgeschichte mit modernen Hacker-Szenario aus dem lebendigen und dich besiedelten Hongkong. Ein eigenbrötlerischer Ermittler mit unglaublichen Fähigkeiten und eine Frau, die mit Technik wenig am Hut, aber das Herz am rechten Fleck und ihn ergänzt!
Gemixt wird alles mit einer guten Portion kritischen Gesellschaftsblick auf Hongkong, modernen Themen, Problemen und Ironie! Ein richtiger Genuss!
Meinung aus der Buchhandlung
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Wissen Sie, womit N sein Geld verdient?- Mehr oder weniger. Er hilft Leuten, ihre Probleme zu lösen!
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nga-Yee, Mitarbeiterin einer Bibliothek in Hongkong, hatte eigentlich ganz andere Pläne: Als Schülerin mit Bestnoten und einem Stipendium für die Uni hätte sie problemlos den Karriereweg nach oben, und heraus aus den einfachen Verhältnissen, in denen sie aufwuchs, nehmen können. Als sie und ihre jüngere Schwester Siu-Man zu Vollwaisen werden, beschließt Nga-Yee, das Studium ad Acta zu legen, sucht sich einen Job und hofft, dass das verdiente Geld zum Leben und zur Finanzierung der Ausbildung ihrer Schwester reichen wird.
Als Siu-Man in der U-Bahn Hongkongs erst Opfer eines sexuellen Übergriffs, und in der Folge dieser widerlichen Tat plötzlich im Zentrum eines gigantischen Shit-Storms steht, begeht diese Selbstmord. Nga-Yee , am Boden zerstört, will alles über die anonymen Hetzer wissen, die letztlich verantwortlich für den Suizid sind. Als der von ihr engagierte Privatermittler an seine Grenzen stößt, empfiehlt jener, sich doch an „N“ zu wenden, eine absolute Koryphäe, was Internet, Handys und „Hacken“ betrifft. Nga-Yee ahnt in keinster Weise, auf was, und wen, sie sich einlässt....
Chan Ho-Kei hat einen Kriminalroman verfasst, der für Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite sorgt. Mit immer wieder nicht zu erwartenden Twists, und zwei Hauptfiguren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite die, scheinbar, etwas naiv/unbedarfte Nga-Yee, auf der anderen Seite der mit allen Wassern gewaschene „N“, dem asiatischen Pendant des großen schwedischen „Stinkstiefels“ Sebastian Bergmann.
Spielerisch leicht nimmt der Autor seine Leserschaft mit zu den Abgründen der digitalen Welt, wo kleinste Kleinigkeiten zu größtmöglichen Schäden führen können, und wo längst nicht mehr , wie es einst Nina Hagen so treffend bemerkte (wenn auch in anderem Zusammenhang), „alles so schön bunt hier“ ist!
Feinster Lesestoff, der selbst ausgefuchsten Netz-Afinicados viel Freude bereiten dürfte – und der die Tech-Verweigerer bestätigt – ihnen aber auch klarmacht: Nur ein bisschen Teilhabe an der „schönen neuen Welt“ funktioniert nicht, denn nicht immer wird ein „N“ zur Stelle sein, um als edler Ritter in der Not zu agieren! Falls er überhaupt einer ist...
Allein um das herauszufinden, MÜSSEN Sie eigentlich dieses verdammt geniale Buch lesen :-)
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Unfassbar gut!
Selten einen so genialen Thriller gelesen. Wer Freude an akribischer Detektivarbeit hat, wird hier bestens bedient! Spannend verpackt und genial erzählt! Für Fans von Keigo Higashino.
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