Liebe, Sex und unser tiefer Wunsch, von anderen wirklich gesehen zu werden»Ein sensationell gutes Debüt!« Aftenposten Die 19-jährige Ruby ist gerade zu ihrem Freund Jonas gezogen und die beiden gestalten sich das richtige Erwachsensein so, wie sie es sich immer ausgemalt haben: mit gemeinsamen Routinen wie geselligen Weinabenden und regelmäßigem Sex. Aber irgendwie hakt es. Woher kommt Rubys unstillbares Bedürfnis nach Bestätigung? Als sie ganz entgegen einem alten Versprechen einen Orgasmus vortäuscht, zerbricht etwas in ihr. Zusehends macht Ruby ihr Selbstwertgefühl von den Blicken anderer abhängig, setzt alles daran, begehrt zu werden, nicht nur von Jonas … Wie kann es ihr gelingen, wieder Halt zu finden?Voll mitreißender Sprachgewandtheit und bestechender psychologischer Klarsicht erzählt April Alexandersdottir von Rubys unbedingter Suche nach Anerkennung.»Voller überraschender, eindrucksvoller Bilder. Man kann mit der selbstfixierten, anhänglichen Ruby nur mitfiebern - es liegt etwas zutiefst Menschliches in ihrer Selbstsabotage und in ihrem Drang, den falschen Mann zu küssen.« Dagens Næringsliv »Treffende Wortschöpfungen, Originalität, Tempo und Beobachtungen, die ins Schwarze zielen. Ein kluger und emotional packender Roman über etwas, worüber nur wenige Menschen zu sprechen wagen: dass sie das tiefe Bedürfnis haben, von anderen gesehen zu werden.« Dagbladet »Eine Debütautorin, die eine glänzende Zukunft vor sich hat.« Verdens gang »Ein überzeugendes und erschütternd ehrliches Porträt einer Generation junger Frauen, die mit allen Vorteilen der Frauenbewegung aufgewachsen sind und gleichzeitig von klein auf von anderen und sich selbst sexualisiert wurden.« Dagsavisen »Sex ist ein wichtiger Bestandteil in Rubys Leben – nicht zuletzt Oralsex, und Alexandersdottir nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Das ist herrlich und erfrischend und keine Sekunde lang peinlich. Ein ungemein authentischer und ehrlicher Roman!« Nettavisen
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Lesens_werte
4/5
06.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Suche nach Anerkennung
Ruby und ihr Freund Jonas ziehen endlich in eine gemeinsame Wohnung. Aber statt Ruhe kommt eher eine ungesunde Anspannung in der Beziehung auf. Nicht nur bei ihrer Arbeit in einer Bäckerei, sondern auch bei Jonas, sucht Ruby permanent nach Anerkennung. Als sie dann erstmals einen Orgasmus vortäuscht, scheint sie sich selbst nicht mehr zu genügen.
Ruby ist unnahhbar, Ruby ist schwer zufrieden zu stellen, Ruby nervt. Anstatt sich ihrem offensichtlich bestehenden Kindheitstrauma und damit verbundenen Vaterkomplex zu stellen, such sie die Fehler am liebsten erst mal bei allen anderen und stößt dabei auch denen, die sie lieben, mehr als einmal vor den Kopf. Vor allem im Worte verdrehen ist sie eine wahre Meisterin. Diese Geschichte einer modernen Beziehung, wie sie wohl in jeder Großstadt zu tausenden vorkommt, hat mich nicht zu einhundert Prozent abholen können. Ruby und Jonas schienen mir charakterlich etwas zu unausgereift, die Sprache teilweise zu vulgär und immer wenn es in die Tiefe ging, blieb zu viel Oberfläche drauf. Alles in allem ist "Ruby Baby" eine nette Unterhaltung, aber deutlich ausbaufähig.
Marielle_liest
4/5
05.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Bestätigung vs. Selbstwert
Ruby ist 19, gerade mit ihrem Freund Jonas zusammengezogen und eigentlich dort angekommen, wo das ersehnte Erwachsenenleben beginnen sollte. Eigenen Wohnung, Beziehung, Freunde, Sex. Doch statt Sicherheit empfindet sie eine beinahe unstillbare Sehnsucht danach, gesehen und begehrt zu werden. Immer stärker beginnt sie, ihren eigenen Wert an den Blicken anderer Männer zu messen und ihre Sexualität dafür einzusetzen, Bestätigung zu bekommen.
...
Der eigentliche Kern des Romans liegt für mich in einer Frage. Was macht die Liebe unserer Eltern mit unserem späteren Selbstwert? Und was kann passieren, wenn ein Kind diese Liebe nicht ausreichend fühlt?
Eigentlich ist Ruby nicht ohne Liebe aufgewachsen. Doch besonders ihr Vater war nicht immer in der Lage, ihr seine Liebe so zu zeigen, dass sie sich von ihm geliebt gefühlt hat, im Gegenteil. Mit Rubys Heranwachsen entsteht zwischen ihnen eine immer größere emotionale Distanz. Und an die Stelle der Sicherheit rückt eine große Leere. Der Roman verknüpft diese brüchige Vaterbeziehung mit Rubys späterer Suche nach männlicher Anerkennung.
Vielleicht lässt sich darin eine Art Vaterkomplex lesen. Ruby versucht bei anderen Männern immer wieder etwas zu bekommen, was ihr im Verhältnis zu ihrem Vater gefehlt hat. Das Gefühl, geliebt, gewollt und gesehen zu werden. Fehlende Liebe und nicht ausreichend gezeigte Liebe können sich für ein Kind letztlich erschreckend ähnlich anfühlen.
Ruby machte es mir insgesamt allerdings nicht leicht. Ich fand sie über weite Strecken enorm anstrengend. Ihr permanentes Scannen der Umgebung nach männlicher Aufmerksamkeit, das Flirten, Verführen und Sich-Anbieten wiederholen sich so oft, dass ich sie beim Lesen am liebsten gepackt und wachgerüttelt hätte.
Dass sie ihren eigenen Wert ausschließlich daran bemisst, wie begehrenswert Männer sie finden und ob sie mit ihr schlafen wollen, ist nicht nur frustrierend, sondern obviously einfach nur traurig.
Besonders verstörend fühlt sich dabei der Widerspruch zwischen Rubys Alter und ihrem sexuellen Auftreten an. Einerseits wirkt sie erschreckend unreif, wenn sie Verhaltensweisen und Rollen nachahmt, die sie sich aus der pornografisch geprägten S3xualkultur abgeschaut hat. Andererseits inszeniert sie sich s3xuell auf eine Weise, die für ihre gerade einmal 19 Jahre übertrieben erwachsen wirkt.
Ruby hält sich für s3xuell frei, während sie gleichzeitig versucht, sich möglichst perfekt in ein unterstelltes männliches Wunschbild einzupassen. Bei meiner Recherche zum Buch bin ich über die Worte der Autorin dazu gestolpert. Denn sie beschreibt diese vermeintlich „s3xuell befreite Frau als eine Rolle, die von der Pornokultur vereinnahmt worden ist.“
Das macht die Lektüre für mich auch so unbequem. Natürlich ist mir bewusst, dass der Roman bewusst unbequem wirken soll.
„Ruby Baby“ zeigt keine selbstbestimmte junge Frau, an der wir uns orientieren sollen, sondern eine junge Frau, die sich selbst ausschließlich durch die Augen anderer betrachtet.
Trotzdem fiel es mir schwer, das auszuhalten. Gerade weil dieses Verhalten so sehr meinem eigenen Verständnis einer unabhängigen Frau widerspricht. Wir sollen Ruby nicht bewundern. Wir sollen erkennen, wie wenig Freiheit darin steckt, ständig begehrt werden zu müssen.
Außergewöhnlich schön zu lesen fand ich dagegen die Sprache. Die Autorin schreibt roh, direkt und vollkommen ungeniert, gleichzeitig aber erstaunlich bildreich. Immer wieder tauchen Metaphern und Wortschöpfungen auf, bei denen ich hängen geblieben bin, weil sie so kreativ, weird und dennoch so treffend sind.
Übrigens hebt auch die norwegische Buchbeschreibung gerade die originellen Bilder, die sprachliche Energie und die psychologische Beobachtungsgabe des Romans hervor.
Ja, ich muss sagen, „Ruby Baby“ war für mich eine unangenehme, aufreibende und stellenweise wütend machende Lektüre. Aber es gibt einen durchaus wichtigen Kern. Der Roman erzählt davon, wie gefährlich es ist, wenn das eigene Selbstbild vollständig davon abhängt, von anderen begehrt zu werden. Und wie weit solche Muster zurückreichen können. Tatsächlich hat Ruby an vielen Stellen des Romans einfach nur Glück, dass andere Menschen ihr den nötigen Respekt erweisen, den sie für sich selbst immer wieder komplett verliert.
Das sehr gelungene Ende hat für mich schließlich vieles zusammengeführt, worauf immer wieder angespielt wurde.
Vor allem aber bleibt ein ziemlich trauriger Aspekt übrig. Wenn eine Frau so sehr nach fremder Bestätigung, dass sie sich irgendwann selbst aus den Augen verliert.
Mareike
Thalia Book Circle Community
4/5
06.09.2026
Buch (Taschenbuch)
extrem rau, ungeschönt und ehrlich mit einem super Ende
Das Buch hat mich überrascht! Der Schreibstil ist extrem rau, ungeschönt und ehrlich. Die Autorin redet nicht lange um den heißen Brei herum, sondern trifft den Nagel direkt auf den Kopf. Zu Beginn war die direkte Art für mich zwar etwas gewöhnungsbedürftig, letztendlich entpuppt sie sich aber als das absolute Markenzeichen des Buches. Hinter dieser rauen Fassade steckt so viel mehr!
Man begleitet die Protagonistin Ruby dabei, wie sie ihren Umgang mit der eigenen Sexualität, ihre Beziehung zu Jonas und sogar ihre familiären Verhältnisse komplett hinterfragt. Rückblickend war der Schreibstil in jeder Situation absolut treffend und auf den Punkt. Trotz aller Härte kommen aber auch die ruhigen und tiefen Momente nicht zu kurz. Momente, die emotional nachhallen und zum Nachdenken anregen.
Ein absolutes Highlight ist das Ende: Es hat mir wunderbar gefallen und rundet Rubys Geschichte perfekt ab. Ohne diesen starken Abschluss hätte ich das Buch wohl etwas schlechter bewertet.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
3/5
25.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Auf der Suche nach Anerkennung
Die 19-jährige Ruby wohnt seit kurzem mit ihrem Freund Jonas zusammen. Sie leben so, wie sie sich das als „richtige Erwachsene“ immer vorgestellt haben, mit gemeinsamen Routinen und aufregendem Sex. Während Jonas zielgerichtet ist und schon in der Schule und nun beruflich seinen Weg geht, ist Ruby unentschlossen, was sie studieren soll, jobbt aktuell erstmal in einer Kaffeebar. Obwohl mit Jonas eigentlich alles harmonisch läuft, wächst in Ruby der Wunsch nach Bestätigung.
„Denn wer war ich überhaupt in meiner Beziehung zu Jonas gewesen? Jemand Starkes, Wundervolles? Worauf basierte unsere Dynamik?
Und worauf lässt sich Liebe reduzieren? Abhängigkeit, Unfreiheit, Sicherheitsstreben, Verbundenheitsqualen?“
Als sie einen Orgasmus vortäuscht, obwohl sie sich immer versprochen hat, das nie zu tun, zerbricht etwas in ihr. Von da an sucht Ruby ihren Selbstwert immer mehr in den Blicken anderer; wünscht sich, nicht nur von Jonas, sondern auch von anderen begehrt zu werden. Immer wieder kommen Erinnerungen an ihre Kindheit hoch, als die Ehe ihrer Eltern zerbrach, und die Beziehung mit Jonas kriselt. Wie kann Ruby es schaffen, ihrem Leben wieder Stabilität zu verleihen?
„Ruby Baby“ von April Alexandersdottir ist ein interessanter Debütroman über die Suche einer jungen Frau nach Anerkennung bzw. dem Wunsch, begehrt zu werden.
„‘Ich suche so viel außerhalb«, sagte ich. ‘Und dann bekomme ich ein schlechtes Gewissen.’
‘Kann ich gut verstehen’, sagte Mama. ‘Das ist auch ein Instinkt, außerhalb zu suchen, animalisch! Vor allem, wenn deine Bedürfnisse innerhalb der Beziehung nicht gedeckt werden.’
‘Welche Bedürfnisse denn?’
‘Na, das, was du wirklich brauchst. Dein tiefstes Verlangen. Auch das, wofür du dich vielleicht schämst.’“
Die Rückblenden in Rubys Kindheit fand ich stärker, so konnte man ihr späteres unsicheres, ichbezogenes Verhalten besser nachvollziehen.
„Mit dreizehn ziehe ich hier ein, und der Wochenendpapa wird zur Alltagsgestalt. […] Mein Körper bebt rastlos. Papa weiß nicht, dass ich bloß ein großes Kind bin, mit zwei angeschwollenen Mückenstichen unterm Pullover und weißem Ausfluss im Schlüppi, der festtrocknet und abbröselt. Aber er weiß, dass er mich nicht mehr in den Arm nehmen kann. Alles ist jetzt anders, und mein Papa geht auf Distanz zu dem Körper, der über Landesgrenzen hinaussickert.
Ich bekomme als Letzte in unserer Klasse meine Tage, zittere vor Glück über den braunroten Fleck in meinem Schlüppi. Schaue ihn mir an, berühre ihn, schnuppere daran. Fast hätte ich den dreckigen Fußboden im Mädchenklo geküsst, die Hände gefaltet und Gott gedankt, dass ich normal bin, so wie die anderen. Die Mädchen in der Klasse haben nacheinander diesen neuen Körper bekommen. Ich habe so getan, als hätte mir das nichts ausgemacht, obwohl es mir die Welt bedeutet hat. Mit einem neuen Körper kommt ein neues Leben. Wir sprechen über neue Themen, teilen neue Dinge, stecken uns während des Unterrichts heimlich Tampons zu, müssen nicht am Sportunterricht teilnehmen, liegen stattdessen auf der großen Matte in der Turnhalle und quatschen. Die Jungs in der Klasse rufen unseren neuen Körpern hinterher, obwohl sie Angst haben. Sie haben Angst vor den Mädchen, die größer, klüger und breitschultriger sind als sie. Die lieber mit den Jungs aus den höheren Stufen abhängen würden. Aber ich sehne mich trotzdem. Sehne mich nach Kommentaren und Blicken und Aufmerksamkeit und … ich brauche diesen Körper, wünsche ihn mir zu Weihnachten, wie andere sich Geld oder ein Handy wünschen. Hoffe, er liegt unterm Weihnachtsbaum, in glänzendem Geschenkpapier und Schleife drumherum, schimmernd und einzigartig.
Ich schreibe Papa, schwitzige Hände. Frage ihn, ob er nach der Arbeit Binden kaufen könnte.
Den restlichen Schultag watschele ich mit einer halben Rolle Klopapier im Schlüppi herum. Papa kommt erst spät nach Hause, klopft leise an meine Tür, öffnet, bevor ich ihn hereinbitten kann. Wirft mir die rosa Packung zu und verschwindet ohne ein Wort.
Und das war’s. Ich bin kein Mensch mehr, ich bin ein Körper. Ich bin keine Tochter, ich bin Schale und Schorf. Ein Körper, der nachts durchs Laken blutet, der am nächsten Morgen die Matratze mit Scheuermilch schrubbt. Ein Körper, der Dinge will, der Orte sehen will, der sich selbst falsch benutzt, Dinge tut, die er nicht tun sollte, Potenzial aus dem Fenster wirft. Ich glaube, er hat Angst. Angst vor Bedürfnis, Bewegung, Wille, Angst vor der Wollust, die mir ins Gesicht geschrieben steht.
Ich glaube, er fängt an, mich zu hassen.“
Ansonsten plätschert die Handlung so vor sich hin und Rubys Versuch, wieder Halt zu finden, konnte mich nur bedingt überzeugen. Der Schreibstil der Autorin ist modern und direkt, aber nicht außergewöhnlich. Der große Hype um das Buch ist für mich daher nicht ganz nachvollziehbar. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.
Vielen Dank an ecco Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!
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3/5
31.08.2026
Buch (Taschenbuch)
krankhafte Suche nach Anerkennung
Ruby ist mit Jonas zusammen. Beide sind 19 Jahre alt, leben zusammen in einer 2 Zimmer Wohnung in Oslo und leben das Leben wie Erwachsene. Doch nachdem Ruby einen Orgasmus vortäuscht, lernen wir ihre Vergangenheit kennen, wie es dazu kam, und die Gegenwart, in der sie sich immer mehr selbst verliert.
Mir war klar, dass Ruby als Protagonistin alles andere als eine Heldin ist, aber dass sie mich so sehr nerven und aufregen würde, hätte ich nicht gedacht.
Rubys Verhalten ist durchgehend selbstzerstörerisch und selbstverletzend. Sie ist weit davon entfernt, erwachsen zu sein, und sucht krankhaft Anerkennung bei Männern, die nicht Jonas sind.
Diese Geschichte ist an manchen Stellen ekelhaft detailliert, sodass man fast das Gesicht verziehen muss. Dennoch ist die Sprache unfassbar gut und in Anbetracht der Tatsache, dass die Autorin gerade einmal Jahrgang 2004 ist, umso verrückter. Alexandersdottir besitzt eine Sprachgewalt, die manche Autoren in ihrem ganzen Leben nicht erreichen werden. Zudem ist anzuerkennen, dass Alexandersdottir eine sehr reflektierte Geschichte erschaffen hat, was in ihrem jungen Alter schon sehr bewundernswert ist.
Abschließend lässt sich sagen, dass mir die Geschichte zu leidend und selbstverursachend war. Ich hatte gedacht, die Geschichte würde ein wenig Humor haben, wurde in der Hinsicht jedoch enttäuscht. Ein Buch, das die Reife und Sprachgewalt der Autorin zeigt, mich aber einfach nicht überzeugen konnte.
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2/5
11.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Was will uns die Autorin sagen?
"Ruby Baby" hat mich ehrlicherweise etwas ratlos zurückgelassen. Es geht um Ruby, Anfang zwanzig, süchtig nach Bestätigung und zerfressen von dem tiefen Bedürfnis, gesehen und geliebt und gewollt zu werden. Alles beginnt mit einem vorgetäuschten Orgasmus - und dann können wir Stück für Stück zusehen, wie Rubys krankhafte Selbstfixierung ihre ganze Beziehung zerstört. Alexandersdottirs Sprache ist sehr bildlich und eindringlich, keine Frage - dennoch habe ich mich ehrlich gesagt durch den Roman gequält. Rubys Gedankengänge wiederholen sich, ihr Verhalten ist selbstzerstörerisch und destruktiv. Der rote Faden hat gefehlt, vielleicht hätten der Handlung und Charakterentwicklung auch hundertfünfzig Seiten mehr gutgetan. Der Roman wird sicherlich seine Leser*innen finden, vielleicht bin ich auch einfach nicht (mehr) die Zielgruppe.
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