Nach ihrem Bestseller »Toxische Weiblichkeit« formuliert Sophia Fritz eine empathische Kritik des Mannseins, die nicht anklagt, sondern verstehen will.Der Mann, ein Opfer? Nein – und ja. Noch immer sind es vor allem Männer, die regieren, besitzen, entscheiden, gewinnen. Doch hinter der Dominanz zeigt sich eine widersprüchliche Wirklichkeit: Männer blocken ab, setzen sich über andere hinweg, schweigen und verschwinden. Sie fehlen, in Familien und Partnerschaften, einander und sich selbst. Ausgehend vom Verlust ihres Bruders erkundet Sophia Fritz das Mannwerden in der Gegenwart. Sie sucht nach den kulturellen und emotionalen Mechanismen, die erklären, warum Männlichkeit in ihrer heutigen Form so viel Schmerz erzeugt – für die, die sie verkörpern, und für jene, die unter ihr leiden. Nach "Toxische Weiblichkeit" ist "Der Mann, das Opfer" eine dringend gebotene und empathische Kritik patriarchaler Männlichkeit, aber vor allem ist es eine Einladung, an dessen Stelle etwas Neues, Freieres und Verletzlicheres zu setzen.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben und erhalten Sie dafür eine Thalia Geschenkkarte.
Bücher haben schon öfter meine Sicht auf die Dinge beeinflusst. Mein Denken und Fühlen, mein ganzes Leben verändert haben aber nur einige wenige Bücher. Und ich muss zugeben, dass ich bei einem Buch mit dem Titel "Der Mann, das Opfer" nicht davon ausgegangen bin, dass es mich auf dieser Ebene verändern würde. Aufklären, inspirieren, beeindrucken, all das hielt ich für möglich, zugleich fürchtete ich mich ein bisschen davor, von dem Buch enttäuscht zu werden, schließlich könnte ein Text mit so einem Titel auch schnell eine eher unangenehme Richtung einschlagen.
Ich bin ein als Mann geborener Mensch Mitte 30. Seit etwa 15 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Feminismus, feministischer Literatur und feministischen Perspektiven. Ich dachte, ich hätte schon sehr viel gecheckt, ohne zu glauben, dass ich deshalb meine patriarchale Sozialisation und problematisches Verhalten automatisch dadurch hinter mir gelassen hätte. Der Feminismus war auf gewisse Art und Weise meine Rettung gewesen, in einer Welt, in der ich mich als Mann nicht zurechtfand, nicht zurechtfinden wollte; er zeigte mir, wie ich halbwegs so sein konnte, wie ich sein wollte, ohne in einer permanten Identitätskrise zu leben.
Ich hielt das lange für den besten Zustand, den ich als Mann erreichen konnte: eine halbwegs stabile Identität, weiteres Bemühen um Reflexion, langsames Abarbeiten meiner Sozialisation und meiner Verstrickung in patriarchale Muster.
Was fehlte war aber lange eine echte Perspektive. Ich wusste, wie ich NICHT sein wollte, was ich nicht tun und wo ich nicht dazugehören wollte. Aber was wollte ich, wo wollte ich hin? Ich wollte mich aus dem Patriarchat emanzipieren, aber als was und wie?
Und dann kam: dieses Buch. Dieses umsichtige und direkte, feinfühlige und nachdrückliche Buch und mit ihm eine frische Tiefe in meine bis dahin vorhandene, aber flache, rutschige, unsichere Perspektive aufs Mann sein.
Ich wünschte ich könnte hier irgendwie kurz zusammenfassen, was dieses Buch alles klug und gut verhandelt. Ich hoffe es reicht zu sagen, dass es ganz viele begonne Transformationen in mir hat wachsen und gedeihen lassen, sie teilweise vollendet, teilweise hat Fahrt aufnehmen lassen. Dafür bin ich dankbar, zutiefst.
Und ich wünsche dem Buch, dass es in dieser polarisierten Zeit mit seiner umsichtigen, nie naiven, aber immer differenzierten Stimme die Aufmerksamkeit und Leser*innenschaft bekommt, die es verdient. Wir brauchen mehr solcher Stimmen, die die Zukunft öffnen, statt nur die Fronten der Gegenwart (derer es auch bedarf!) zu ziehen und daran entlang zu patroullieren.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.