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Produktbild: Wand an Wand

Wand an Wand Roman

3

25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.09.2026

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

348

Maße (L/B/H)

21,9/14,3/2,7 cm

Gewicht

500 g

Farbe

Weiß / Bordeaux

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7518-1083-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.09.2026

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

348

Maße (L/B/H)

21,9/14,3/2,7 cm

Gewicht

500 g

Farbe

Weiß / Bordeaux

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7518-1083-8

Herstelleradresse

Matthes & Seitz Verlag
Großbeerenstraße 57A
10965 Berlin
DE

Email: info@matthes-seitz-berlin.de

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  • MarieOn

    4/5

    18.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischenmenschliches

    Und, fragt Johanna. Was und? Maja legt sich quer aufs Sofa, das Telefon am linken Ohr und schaut aus dem Fenster in die Krone des Kastanienbaums. „Was ist mit deiner irren Nachbarin im Erdgeschoß“? „Chaotisch, gestern hat sie wieder stundenlang geschrien, bis jemand die Polizei gerufen hat. Ich kam gerade aus der Bar, hatte einige Cocktails mit Thorsten getrunken, da standen zwei Polizisten vor der Haustüre, wollten wissen, ob ich hier wohne“. „Betrunken sein ist nicht strafbar“. „Ja klar, aber peinlich. Bin über die Fußmatte gestolpert und der eine musste mich auffangen“. „Wann kann ich dich denn mal wieder besuchen, ich buche mir ein Ticket und steige morgen früh in den Zug, ich vermisse auch mein kleines Patenmädchen“. „Du im Moment ist nicht so gut“. Johanna hat Angst, ihrer besten Freundin zu begegnen, Angst in ihrem Blick Mitleid zu finden, das würde sie nicht auch noch schaffen. Der Gebärmutterhalskrebs war jetzt unaufhaltsam vorangeschritten, die letzte Chemo hatte sie ausgezehrt. Und dann Majas Sorge, nein, das kann sie nicht. Leyla kommt außer Atem hinter der Lobby an. Sven tippt versonnen im Computer. Entweder Tinder oder Insta schätzt sie. Es ist mitten in der Woche, nicht alle Zimmer sind belegt, das könnte eine ruhige Schicht werden. Sie haben so einen Deal laufen. Immer wenn ein bekannter Schauspieler eincheckt, holt Sven ein Champagnerpickolöchen aus dem Kühlschrank und sie stoßen an. Heute will Sven Keanu Reeves gesehen haben. Leyla wird ihm wohl glauben müssen. Nach der Schicht fährt sie nach Hause. Sie findet die Küche vor, als hätte ein Gelage stattgefunden. Zwei Rotweingläser mit Pfützen darin, überquellende Aschenbecher, zerknüllte Taschentücher. Sie öffnet das Fenster, nimmt einen tiefen Atemzug, sieht in die nächtliche Silhouette des Kastanienbaums. Sie hört Marcus im Schlafzimmer schnarchen, während sie eine eingehende WhatsApp checkt. Sven hat ihr ein Dickpic geschickt. Es ist nicht ihr erstes Schwanzbild, aber sie wird sich nie daran gewöhnen. Sie geht ins Schlafzimmer, lüpft Marcus Bettdecke, er ist wie immer nackt, hält die Kamera vor seinen schlaffen Penis und sendet das Foto an Svens Adresse. Jetzt wird er es sein, der morgen betreten zu Boden guckt und nicht sie. Fazit: Die Dramaturgin und Übersetzerin Maja Zade hat in ihrem Debüt (nominiert für den Harbour Front Debütpreis 2026) einen Berliner Altbau und seine Bewohner*innen skizziert. Ich lerne kapitelweise die ideenlose Schriftstellerin Maja kennen, die mit der Angst lebt, ihre beste Freundin zu verlieren. Die Hotelangestellte Layla, deren Freund seine Ex-Freundin tröstet. Die Lehrerin Theresa, die regelmäßig Schauspieler bedrängt und deren Mann Stefan, der die polnische Reinigungskraft anhimmelt. Jürgen begegnet mir, der sich erst nach dem Tod seiner Frau outete und sein Partner Paul, der bei Jürgens garstiger Tochter keine Sympathie erzeugt. Maja Zade spinnt mit großer Kenntnis die Bedürfnisse, Hoffnungen und Befindlichkeiten der Menschen in der Kastanienallee rund um den erhabenen Baum im Innenhof. Die Geschichten der einzelnen Bewohner*innen stehen für sich, doch im großen Finale begegnen sie sich alle im Innenhof. Manche Figur fand ich etwas überzeichnet, aber das hat mich nicht besonders gestört. Einige Charaktere glaubte ich persönlich zu kennen, so gut sind sie gelungen. Ein Buch, das sich in etwa so liest, wie man eine bestimmte Netflixserie sieht. Schöne zwischenmenschliche Aufarbeitung.

  • Monsieur

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    17.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nebenan und dennoch fremd

    Mit ihrem bemerkenswerten Werk „Wand an Wand“ wagt sich die renommierte Dramatikerin Maja Zade an ein faszinierendes literarisches Experiment, das die vermeintliche Anonymität eines Berliner Mietshauses im Prenzlauer Berg aufbricht und die verborgenen Schicksale hinter den verschlossenen Türen einer Hausgemeinschaft seziert. Es erweist sich von Beginn an als eine ausgesprochen gute Idee, in einzelnen Episoden das Leben von Menschen, die in dem gleichen Haus nebeneinander existieren, in einem einzelnen Roman anzureißen, da diese räumliche Klammer dem klassischen Gesellschaftsroman eine erfrischende Struktur verleiht, die das fragmentierte Lebensgefühl der modernen Großstadt perfekt widerspiegelt. Die Leben der Menschen, die Zade hier porträtiert, präsentieren sich dem Leser erfreulich abwechslungsreich, sodass man gleichermaßen Einblick in den Alltag einer antriebslosen Autorin erhält, die nach dem tragischen Krebstod ihrer besten Freundin plötzlich die Vormundschaft für deren kleine Tochter übernehmen muss, wie auch in das Dasein eines alternden Witwers auf neuen Wegen oder einer todkranken Kaufhausangestellten, die akribisch ihren eigenen Abschied plant. Besonders hervorzuheben ist der bemerkenswerte Detailreichtum, mit dem Zade die Lebenswelten ihrer Figuren plastisch werden lässt. Die Autorin beweist ein feines Gespür für die kleinen, vermeintlich nebensächlichen Dinge des Alltags, die jedoch tief in die Psychologie der Charaktere blicken lassen. Unvergesslich prägnant schildert sie etwa das Teegeschirr des Witwers Jürgen, dessen von Hand aufgemalte Blumen erst sichtbar werden, wenn der Tee ausgetrunken ist. Mit ebensolcher Präzision fängt Zade die Tristesse und Akribie im Leben der krebskranken Rebecca Bernd ein: Ihre sensorische Wahrnehmung, wie der Hosenbund schmerzhaft auf ihrer Operationsnarbe drückt und die eigenen Knochen sich anfühlen, als ob sie müde das Fleisch von innen aufreiben, zeugt von einer tiefen, fast schmerzhaften Empathie. Selbst in den komischen oder absurden Momenten (wie dem extravaganten „Magischen Märchenwald“-Cocktail, den Maja und Tobias unter einer nebelgefüllten Glasglocke serviert bekommen) beweist Zade eine meisterhafte Beobachtungsgabe für die Milieus der Großstadt. Gleichzeitig gelingt es dem Roman, eine beeindruckende Bandbreite an Facetten unserer Gegenwart abzubilden. Auf engstem Raum werden queere Lebensentwürfe, prekäre Arbeitsverhältnisse in der Dienstleistungsgesellschaft, digitale Entfremdung und die tiefe Spaltung bürgerlicher Familien durch politische Radikalisierung intensiv verhandelt. Es erscheint dabei vollkommen folgerichtig und logisch, dass fast alle wichtigen Diskurse der heutigen Zeit hin und wieder in einem solchen Wohnkomplex aufkommen. Schließlich fungiert ein urbanes Mietshaus im modernen Berlin unweigerlich als ein scharf gestelltes Brennglas der Gesellschaft. Wenn die verschiedenen Generationen und Lebensmodelle tagtäglich im Treppenhaus oder am Müllhäuschen aufeinandertreffen, ist es nur konsequent, dass sich die großen globalen und gesellschaftlichen Krisen im Privaten widerspiegeln und an den Wohnungstüren rütteln. Dennoch werden diese komplexen Diskurse meistens eben doch nur flüchtig angerissen, anstatt erzählerisch vertieft zu werden. Durch diesen schnellen Wechsel der Perspektiven bleibt mancher Konflikt an der Oberfläche, da die Autorin den einzelnen Schicksalen kaum den notwendigen Raum zur Entfaltung gewährt, bevor sie das Augenmerk bereits auf die nächste Wohnung lenkt. Während zeitgleich ein weiteres Problem sichtbar wird, denn hin und wieder sind die Leben der Menschen dann doch zu ungewöhnlich, als dass sie wirklich plausibel alle in demselben Haus wohnen könnten, gerät die Glaubwürdigkeit dieses urbanen Mikrokosmos doch arg ins Wanken. Wenn ein Hausbewohner plötzlich als internationales Double eines Hollywoodstars agiert, eine Nachbarin im Geheimen ein verschwörungsideologisches Netzwerk aus Impfgegnern spinnt und im Erdgeschoss existenzielle Psychosen und Eifersuchtsdramen toben, die eher an ein konstruiertes TV-Drama als an ein reales Mietshaus erinnern, wird die Grenze der erzählerischen Plausibilität merklich strapaziert. Es entsteht der Eindruck, als habe Zade versucht, jede nur erdenkliche gesellschaftliche Besonderheit und jede psychologische Extremsituation in ein einziges Treppenhaus zu pressen, was der ansonsten so feinen Alltagsbeobachtung einiges an ihrer eigentlichen Kraft nimmt. Die Verbindung zwischen den Kapiteln lebt zwar von den flüchtigen Begegnungen im Innenhof oder dem Treppenhaus, doch diese Berührungspunkte bleiben oft rein oberflächlicher Natur und dienen eher als künstliche Übergänge denn als echte, tiefere Verknüpfungen der Handlungsstränge. Jede Figur verbleibt in ihrer eigenen, sorgsam abgegrenzten emotionalen Bienenwabe, und während der Leser durch die Wände blickt, bleibt den Charakteren selbst diese tiefere Erkenntnis über ihre Nachbarn verwehrt. So schmerzhaft real manche Szenen auch gezeichnet sind, wie etwa das berührende Gespräch über den Verlust von Identität im Angesicht einer Krebserkrankung, so schnell verfliegt diese Wirkung wieder, weil der Roman den Atem vermissen lässt, diese Bohrungen bis zum bitteren Ende voranzutreiben. Insgesamt hat die Autorin diese ungewöhnliche, dennoch spannende Grundidee durchaus ordentlich umgesetzt, wenngleich der Roman trotz seiner sprachlichen Eigensinnigkeit, seiner prägnanten Dialoge und seiner treffsicheren Milieustudie letztlich keinen bleibenden Eindruck hinterlässt und nach dem Umblättern der letzten Seite im Grunde schnell vergessen ist. Was als großes Panorama des modernen Berliner Lebens beginnt, verflacht zu einer Aneinanderreihung von Vignetten, die zwar handwerklich sauber gearbeitet sind, aber im Meer der zeitgenössischen Großstadtliteratur aufgrund ihrer mangelnden erzählerischen Tiefe rasch untergehen.

  • wedalou

    aus Steckenstein

    3/5

    27.09.2026

    eBook (ePUB 3)

    Wo Nähe entsteht und Menschen doch fremd bleiben

    In ihrem Roman „Wand an Wand“ erzählt Maja Zade von ganz unterschiedlichen Menschen, die in einem Berliner Mietshaus Tür an Tür leben. Sie teilen denselben Ort, begegnen sich im Treppenhaus und sind doch meist Fremde. Gerade diese räumliche Nähe und menschliche Distanz bilden den Kern des Romans. Die Stärke des Buches liegt für mich vor allem in den Dialogen. Sie nehmen einen großen Raum ein, wirken authentisch und geben den unterschiedlichen Figuren eine eigene Stimme. Zade lässt Menschen mit verschiedenen Lebensentwürfen, Ansichten und Problemen aufeinandertreffen. Dabei wird deutlich, wie viele unterschiedliche Geschichten sich hinter den Türen eines Mietshauses verbergen können. Interessant ist auch das Spannungsfeld zwischen Präsenz, Sichtbarkeit und dem Wunsch, in der Masse unterzutauchen. Die Bewohner sind einander nah und bleiben sich dennoch häufig unbekannt. Das Mietshaus wird so zu einem Spiegel einer Gesellschaft, in der Menschen nebeneinander leben, ohne wirklich miteinander verbunden zu sein. Zade greift zahlreiche gesellschaftspolitische Themen auf – von persönlichen Konflikten bis hin zu größeren Fragen des Zusammenlebens. Allerdings bleibt vieles eher an der Oberfläche. Die Vielzahl der angesprochenen Themen ist zwar interessant, doch gerade dadurch fehlt es ihnen teilweise an Tiefe. Manches wird angedeutet, ohne weiter ausgearbeitet zu werden. „Wand an Wand“ ist damit vor allem ein Roman über Berührungspunkte: Menschen treffen aufeinander, ihre Leben überschneiden sich für kurze Momente, und dennoch bleibt vieles unausgesprochen. Besonders die lebendigen Dialoge und die Vielfalt der Figuren machen den Roman lesenswert. Wer sich eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den angesprochenen gesellschaftlichen Themen wünscht, könnte allerdings etwas vermissen.

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Bewertungen (3)

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  • Zum Bewerterprofil von Melanie Winkler

    Melanie Winkler

    Thalia Norderstedt – Herold-Center

    Buchhändler*in

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    5/5

    29.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehr besonders

    Ein Mosaik des Lebens in der modernen Gesellschaft, der Großstadt. Verschiedene Biographien, nebeneinander und aneinander vorbei, aus denen Zade ein feines Geflecht spinnt, das doch so große Kraft und Festigkeit erlangt. Faszinierend, wie der rote Faden sich literarisch (und bewusst) verheddert, um dann aufgenommen und mit viel Gefühl entwirrt zu werden. Wie nebenbei brüllt uns zwischen den Zeilen gellend die Gesellschatskritik ins Ohr. Ein großartiger Zeitgeist-Roman. Lesen!

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