Seit 30 Jahren permanent unterwegs: Felicitas Hoppe über Rastlosigkeit und Trägheit und das Privileg der Freiheit zu reisen: "Ein Mensch muss reisen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen."Das Leben ist eine Reise mit unbekanntem Ziel. Aber wie leben wir auf Reisen, wie schlafen, wo wohnen, was essen wir, wie lieben, streiten und arbeiten wir, während wir, mit allen Risiken und Nebenwirkungen, permanent unterwegs sind, die Welt zu erkunden, um dem Ort unserer Sehnsucht ein Stück näher zu kommen? Wer wüsste das besser als Felicitas Hoppe, die seit ihrer Weltumrundung auf einem Containerfrachtschiff mit ihrer Fantasie und Erzähllust mühelos sämtliche Grenzen überwindet. Während sie vom Abenteuer ihrer überbordenden Reisebiografie erzählt, die einst als Stubenhockerin begann, denkt sie so klug wie packend über den Alltag und die Metaphysik des Reisens nach, dass wir unsere vier Wände eigentlich nie mehr verlassen müssten und zugleich sofort wieder aufbrechen wollen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Alrik Gerlach
Thalia Book Circle Community
4/5
19.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn Reisen mehr ist als nur Kofferpacken
Manchmal liegt ein Buch vor einem und man denkt: Na gut, dann reisen wir eben los. Nur merkt man bei Felicitas Hoppe ziemlich schnell, dass hier niemand einfach den Koffer packt, Sonnencreme einsteckt und einen netten Reisebericht abliefert.
Reisen ist eher ein gedanklicher Aufbruch. Einer mit Umwegen, kleinen Stolperern, klugen Sätzen und diesem leichten Gefühl, dass man nach drei Seiten schon wieder mehr über sich selbst nachdenkt als über irgendeinen Ort auf der Landkarte.
Felicitas Hoppe schreibt über das Unterwegssein, über Freiheit, Sehnsucht, Rastlosigkeit und diese seltsame menschliche Angewohnheit, ständig irgendwohin zu wollen. Und ja, manchmal musste ich kurz innerlich die Hand heben und fragen: Moment, wo genau sind wir gerade? Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Reisen ist eben nicht immer geradeaus. Manchmal ist es Umweg, Müdigkeit, Staunen, Zweifel und ein belegtes Brötchen auf einem Bahnsteig, das erstaunlich viel über das Leben erzählt.
Sprachlich ist das Buch richtig stark. Klug, verspielt, manchmal fast schwebend. Kein Buch, das man mal eben nebenbei wegatmet, sondern eins, bei dem man zwischendurch innehält und denkt: Verdammt, schöner Satz. Gleichzeitig fordert es auch ein bisschen Geduld. Wer klare Reiserouten, exotische Schauplätze und Postkartengefühl erwartet, wird hier vielleicht nicht komplett abgeholt.
Für mich ist Reisen ein literarischer Essay mit Herz, Kopf und ordentlich Bewegung im Gepäck. Kein Wohlfühlurlaub, eher eine kluge Zugfahrt mit Fensterplatz, bei der draußen die Welt vorbeizieht und drinnen plötzlich ziemlich viel passiert.
begine
aus Lemwerder
4/5
21.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Humorvoll
Felicitas Hoppe schreibt in ihrem Roman Reisen über das Reisen allgemein. Ich hatte mir vorgestellt, das ich sie auf einer ihrer Reisen begleiten könnte.
Trotzdem wurde es dann noch zu einer humorvollen kurzweiligen Lesevergnügen.
Sie inszeniert verschiedene Szenen.
Da kommen auch mal Gedichte ,oder Hinweise zu Märchen von Hans Christian Andersen über Koffer.
Allerdings wäre ich doch lieber auf Reisen gegangen.
Die Autorin schreibt locker, hintergründig und mit Humor.
xxholidayxx
3/5
08.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gedankenreisen mit Felicitas Hoppe
„Reisen“ von Felicitas Hoppe ist im Hanser Verlag erschienen und Teil der wunderschönen „Leben“-Reihe, die allein optisch schon jedes Bücherregal bereichert. Auf gerade einmal 128 Seiten denkt Hoppe über das Reisen nach – über Fernweh, Rastlosigkeit, Tourismus, Erinnerung und die Frage, warum Menschen überhaupt aufbrechen.
Worum geht es?
Dabei geht es weniger um klassische Reiseberichte als vielmehr um ein essayistisches Mäandern durch Gedanken, Beobachtungen und persönliche Erfahrungen. Ausgangspunkt ist Hoppes eigene Reisebiografie, die von Frachtschiffreisen, Literatur, Sehnsucht und Bewegung geprägt ist. Oder wie es auf dem Klappentext zum Buch treffenderweise heißt: „Ein Mensch muss reisen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.“
Meine Meinung
Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war die sprachliche Kraft. Viele Sätze wirken fast wie kleine literarische Momentaufnahmen, die man sofort markieren möchte. Besonders hängen geblieben ist mir: „Sprache ist Macht und Erinnerung. Nicht wer fährt, sondern wer spricht, bestimmt den Fortgang der Dinge.“ (S. 83) Dieser Gedanke zieht sich unterschwellig durch das gesamte Buch und macht deutlich, dass Reisen bei Hoppe nie nur Fortbewegung ist, sondern immer auch ein Nachdenken über Perspektiven, Privilegien und Wahrnehmung.
Auch andere Passagen fand ich unglaublich stark beobachtet: „Tourismus ist ein Gesellschaftsspiel, ein Monopoly der verkauften Länder und Sitten“ (S. 31) oder „Jede Liebe, jede Reise lebt von demselben uralten Zauberwort […] Sehnsucht“ (S. 27). Gerade diese Mischung aus Ironie, Gesellschaftskritik und philosophischen Gedanken hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.
Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass mir beim Lesen immer wieder ein klarer roter Faden gefehlt hat. Das Buch springt stark zwischen Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen, wodurch ich stellenweise den Zugang verloren habe. Manche Passagen wirkten auf mich eher wie lose Gedankensplitter als wie ein zusammenhängender Essay.
Hinzu kommt, dass einige Textstellen bei mir durchaus Irritation ausgelöst haben. Teilweise werden problematische Begriffe oder Formulierungen verwendet, die heute kritisch betrachtet werden müssen. Auch bestimmte Aussagen – etwa rund um psychische Gesundheit oder Suizid – empfand ich stellenweise als schwierig oder zumindest diskussionswürdig. Ich hatte dabei nicht das Gefühl, dass das Buch bewusst provozieren möchte, aber manche Formulierungen wirkten auf mich unnötig unsensibel.
Trotzdem steckt in „Reisen“ viel Klugheit. Besonders spannend fand ich die Gedanken über Tourismus als Privileg und über die Frage, ob es überhaupt noch „authentisches Reisen“ geben kann. Felicitas Hoppe beschreibt das Reisen nicht romantisch verklärt, sondern oft widersprüchlich, unbequem und voller gesellschaftlicher Schieflagen.
Fazit
„Reisen“ ist kein Buch, das man einfach konsumiert – eher eines, mit dem man sich auseinandersetzt. Sprachlich brillant, gedanklich interessant, aber für mich auch stellenweise zu sprunghaft und wenig greifbar. Für alle, die literarische Essays, Reflexionen über Fernweh und philosophische Gedankenspiele mögen. Weniger geeignet für Leser:innen, die einen klassischen Reisebericht oder einen klar strukturierten Zugang erwarten. Danke an den Hanser Verlag und netgalley.de für das digitale Rezensionsexemplar!
Bewertung
3/5
29.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schwer zugänglich
Ich habe mir sehr schwer dabei getan, in Felicitas Hoppes „Reisen“ hinein zu finden. Das Buch strotzt vor sehr komplexen Satzbauten und Wortverbindungen, und es fühlte sich für mich häufig so an, als würde sie um das Wesentliche nur herum schreiben.
Felicitas Hoppe berichtet darüber, wie sie selbst zum Reisen kam, wenn man das denn als Reisen bezeichnen kann - so schaut sie doch selbstkritisch darauf, ob ihre Art, sich durch die Welt zu bewegen, wirklich ein Reisen ist, oder nicht. Außerdem nimmt sie den Begriff reisen an sich auseinander, der aus ihrer Sicht weniger die Welt kennen lernt, es fiel mehr, ein km-sammeln ist. Eine durchaus interessante Sichtweise, die ich aber so nicht nachvollziehen kann und die, zumindest in meinem Umfeld auf niemanden, der Reisenden zutrifft. Sie hat doch einen sehr eigenwilligen Blick auf das Reisen. Gepaart mit sehr viel schwurbeliger Sprache, fällt es schwer, diese teilweise Selbstbeweihräucherung bis zum Ende durchzulesen. Da hätte ich detailliertere Berichte von ihren Reisen und Erlebnissen spannender gefunden.
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4/5
04.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wohin geht es
Ein weiterer Band aus der mittlerweile umfangreichen Reihe des Hanser Verlages. Hier ist das Reisen Thema und Titel. Die Autorin selbst ist sehr viel unterwegs, aus beruflichen Gründen, ihre Ahnen machten eine einzige Reise nur, die Flucht aus Schlesien. Reisen taugt auch um an einem anderen Platz freie Zeit zu verbringen, den Urlaub. Die Autorin holt weit um das Thema herum aus. Kurzweilig und humorvoll zu lesen. Empfehlung für die nächste Reise.
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4/5
04.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Essen...Schlafen...Arbeiten...Wohnen....Altern...
Die Hanser Berlin LEBEN-Reihe wird immer wieder um Titel ergänzt...so auch mit Reisen von Felicitas Hoppe. Das Buch passt wunderbar in diese Reihe: klug, persönlich und literarisch leicht erzählt. Besonders schön ist, wie Hoppe das Unterwegssein als Haltung und Lebensgefühl beschreibt. Ein empfehlenswertes Büchlein, gerade zur Reisezeit.
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4/5
25.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das ist das nächste Buch aus der Hanser Berlin LEBEN Reihe
Das ist das nächste Buch aus der Hanser Berlin LEBEN Reihe – und es passt perfekt zu den anderen Essays, die du bereits kennst. Hoppe schreibt über ihre 30 Jahre als permanent Reisende: Wie lebt man auf Reisen? Wie schläft, isst, liebt und arbeitet man, während man ständig unterwegs ist?
Das Besondere: Sie verbindet ihre persönliche Reisebiografie mit klugen, philosophischen Gedanken über das Reisen selbst und stimmt dabei nicht in den häufig verherrlichenden Singsang ein, sondern setzt sich kritisch mit dem Thema auseinander. Der Ton ist packend und erzählerisch – weniger akademisch, mehr gelebte Erfahrung.
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